Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Juli 2013
Herkunft: Gekauft
Verlag: Drachenmond

Mari und ihr Vater betreiben auf der zu den schottischen Orkneys gehörenden Insel Westray eine auf exotische Pflanzen spezialisierte Gärtnerei. Bei einem abendlichen Strandspaziergang stößt sie auf einen schwer verletzten Seehund und versucht, ihm zu helfen. Während dieser immer schwächer wird, döst sie kurz ein und findet beim Erwachen an seiner Stelle einen jungen, nackten Mann vor. Mari erinnert sich an Geschichten über Selkies – Seehundmenschen, denen man nachsagt, genauso kaltherzig wie verführerisch zu sein. Was steckt hinter dieser Legende? Und was hat die Gier der Menschen diesen Wesen angetan?

Bereits die ersten Seiten dieses Romans haben mich verzaubert, weil eine so intensive und auch tragische Atmosphäre erzeugt wurde, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ich war gleich mitten in der Geschichte, ganz nah bei den Figuren, ihren Gedanken und Gefühlen. Mit nur wenigen Worten wurden beeindruckende Bilder und Stimmungen erschaffen, die mich tief berührt haben.

Die Beziehung zwischen den Hauptfiguren Mari und Louan gefällt mir auch deshalb so gut, weil sie auf mich reifer wirkt und die beiden sich der Probleme von Anfang an bewusst sind. Eine Liebe, die nicht von Dauer sein kann, und in der trotz romantischer Szenen immer etwas tragisches mitschwingt. Intensive Gefühle, die aber nicht blind für alles andere machen.
Aber auch einige der Nebenfiguren haben bei mir einen starken Eindruck hinterlassen, besondere Menschen wie Maris Vater und auch ihre Großmutter (über sie wird nur wenig erzählt, jedoch hat mich die Art, wie Mari an sie denkt, beeindruckt).

Einen Teil meiner Faszination für diese Geschichte macht sicherlich auch die Tatsache aus, dass ich sowohl für die Orkneys als auch für Selkies eine nicht gerade kleine Schwäche habe. Aber gerade darum bin ich da auch etwas anspruchsvoller, denn diese Dinge besitzen für mich eine Ausstrahlung, die ich dann auch – in welcher Form auch immer – in einem Roman über sie wiederfinden möchte. In „Sturmherz“ ist das mehr als gelungen, ich bin so sehr in die Atmosphäre und die Geschichte eingetaucht, dass ich einfach DA war und alles hautnah miterlebt habe.

Dieses Buch war für mich eine unglaublich intensive Lektüre, die ich einfach nur genossen habe. Mit wunderbaren Szenen, von denen ich sogar geträumt habe. Eine emotionale und tiefe Geschichte, die mich mitgerissen und beeindruckt hat. Ein Roman, in dem man die Liebe der Autorin zum Meer auf jeder Seite spürt. Facettenreiche Figuren, die mich berührt haben und ein Teil von mir geworden sind. Ein wundervolles, tragisches, bewegendes, meeriges Buch, das einfach wie für mich gemacht war!