Erscheinungsjahr: 2008
Gelesen im Januar 2009
Herkunft: Gekauft
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Verlag: Heyne

Gishild hat den Thron des Fjordlands gewonnen und führt den Kampf gegen die grausame Tjuredkirche. Ausgebildet auf der Ordensburg, kennt sie die Strategien ihrer alten Lehrmeister und wird ihnen zur erbitterten Feindin. Mit ihrem Heldenmut erobert die junge Herrscherin schnell die Herzen der Fjordländer und Albenkinder. Gemeinsam stellen sie sich der Übermacht der Kirche. Doch als es den Ordensrittern gelingt, in das Reich der Elfen vorzustoßen, nimmt der Krieg eine dramatische Wendung: Die legendäre Stadt Vahan Calyd wird zerstört und die Elfenkönigin Emerelle schwört Rache. Eines ihrer Opfer ist Luc, der zu den Gefangenen dieses Feldzugs gehört. Als Gishild vom Verlust ihres Geliebten erfährt, zieht sie sich zum Wolkenspiegelsee tief in den Bergen des Fjordlands zurück. Ihr Wille zum Widerstand ist gebrochen, bis eines Tages ein geheimnisvoller Fremder auftaucht …Bernhard Hennen - Das Fjordland: Klappentext

Die Geschichte schließt nahtlos an “Die Albenmark” an und geht etwas über das Ende von “Die Elfen” hinaus. Wer den Einstieg in den Elfen-Zyklus bereits kennt, erlebt nun einige Szenen aus einem anderen Blickwinkel.
Den Intrigen und Praktiken der Tjuredkirche wird viel Platz gewidmet, man erhält einen sehr detaillierten Eindruck von ihrem Kampf um Macht und Machterhaltung. Dabei können einem sogar Charaktere, die man nicht besonders mag, leid tun.
Die einzelnen Handlungsorte wurden wieder sehr bildhaft beschrieben, so dass ich zumindest einige klar vor Augen hatte. Die Städte des Fjordlands empfand ich wie Inseln voller Leben, eingebettet in einer Landschaft voller Schönheit und Stille.

Die verschiedenen Handlungsfäden wurden geschickt miteinander verwoben, man nimmt die Figuren auch aus unterschiedlichen Perspektiven wahr und gelangt so zu einem vielschichtigeren Bild. Die Ereignisse und Entwicklungen lassen einem keine ruhige Minute, teilweise werden Kapitel auch in den spannendsten Momenten beendet, um sie irgendwann später fortzuführen. Das nächste Kapitel hat mich dann aber immer so mitgerissen, dass meine Ungeduld nie lange anhielt.

Die Atmosphäre wird im Lauf der Ereignisse immer bedrohlicher, es ist fast aussichtslos, diesen Kampf zu gewinnen. Neben Zerstörung und Leid gibt es aber auch ein paar positive Momente, durch die man die Hoffnung nicht verliert.
Die Charakterzeichnungen mit all ihren Gedanken und Gefühlen sind gewohnt tief und wieder sehr gelungen. Selbst die Beziehung zu meinen Lieblingsfiguren konnte noch einmal gesteigert werden.

Ich habe besonders die Zeit mit meiner absoluten Lieblingsfigur genossen – umso mehr musste ich natürlich später leiden, obwohl es wirklich ein absolut passendes und stilvolles Ende war.
Da in der entscheidenden Schlacht keine Szenen aus “Die Elfen” wiederholt wurden, kam das Ende recht schnell. Zur Ergänzung und Auffrischung wäre es vielleicht sinnvoll, die letzten Kapitel daraus noch einmal zu lesen – so kann man die Ereignisse z.B. sowohl aus Farodins als auch aus Ollowains Sicht erleben.

Der Abschluss der Elfenritter-Trilogie hat mir ein paar intensive Lesestunden mit einigen Überraschungen, tragischen Momenten, aber auch einem Schuss Romantik beschert.