Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Dezember 2011
Herkunft: Gekauft
Verlag: Andreas Leffler Medienverlag

Die kleine Maeve wächst in einer idyllischen Umgebung auf, ihr Zuhause liegt direkt an einem von Hügeln umgebenen See. Sie liebt ihre Familie, ein besonderes Band verbindet sie jedoch mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Ruaírí. Gemeinsam genießen sie es, den Geschichten ihres Großvaters zu lauschen, die oft von vergangenen Zeiten und der Glaubenswelt der Kelten handeln.
In dem Jahr, als die Raben in Schwärmen über das Land ziehen und Lämmer angreifen, verändert sich ihr Leben für immer. Ist an den Erzählungen ihres Großvaters mehr dran, als sie bisher dachte? Was für ein Geheimnis verbirgt ihre Familie? Und warum entfernt sich Ruaírí immer weiter von ihnen?

An diesem Roman fesselte mich von der ersten Seite an die eindringliche Atmosphäre, ich war gleich mitten in der Geschichte und spürte eine große Nähe zu den Hauptfiguren. Maeve ist eine genaue Beobachterin und macht sich Gedanken über das, was sie sieht und erlebt. Sie sucht nach Verbindungen und Hintergründen. Im Gegensatz zu ihr glaubt Ruaírí auch an Dinge, die verborgen sind. Die ganze Familie zeichnet eine innige Verbundenheit aus, unabhängig von den unterschiedlichen Meinungen und gelegentlichen Streitereien. Man spürt einfach, dass da etwas tieferes ist, was sie zusammenhält.

Das Buch vermittelt eine nachdenkliche Stimmung und wird auf seine eher leise Art immer geheimnisvoller. Zu Beginn lernt man Maeve und ihre Familie besser kennen, später spielen Ruaírís Andersartigkeit und die Ereignisse im Dorf eine immer größere Rolle. Die Handlung nimmt Fahrt auf, es wird übernatürlich und zeitlich knapp. Findet Maeve heraus, warum sich ihr Bruder immer weiter von ihr entfernt? Und gibt es einen Weg, um ihn in dieser Welt zu halten?

Ruaírís besonderes Wesen, die Naturverbundenheit und seine Sicht der Dinge haben mich ziemlich gefangen genommen. Er ist schnell zu meiner Lieblingsfigur geworden und hat mich auch nach dem Lesen noch länger beschäftigt. Sehr begeistert hat mich auch die Verknüpfung der keltischen Jahreskreisfeste mit der Handlung des Romans. Es wird gezeigt, wie man diese heute ohne großen Aufwand begehen kann. Und ein wenig davon vermittelt, warum diese gefeiert wurden. Je nach Kenntnisstand kann man da ganz neue Türen öffnen oder Erinnerungen und Pläne wecken – zumindest wünsche ich mir das …