Erscheinungsjahr: 2011
(Aus-) Gelesen im Dezember 2011
Herkunft: Gekauft
Verlag: Heyne
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„Drachenelfen“ spielt viele Jahrhunderte vor den anderen Elfenromanen – zu einer Zeit, als sieben Drachen die Statthalter Albenmarks waren, die Devanthar die Geschicke der Menschen lenkten und es eine dritte fast unberührte Welt gab: Nangog. Um diese entbrennt ein Konflikt, der später als Drachenkrieg bezeichnet wird und in dem drei Auserwählte ihrer Bestimmung folgen. Der Bauer Artax erhält das Aussehen und Gedächtnis eines unsterblichen Heerführers und führt sein Volk für die Devanthar in die Schlacht. Der Zwerg Galar schmiedet an einer Waffe, um sich die Magie der Drachen auf alchemistischem Wege erschließen zu können. Und die elfische Jägerin Nandalee, die zur Sippenlosen geworden ist, muss sich in eine Drachenelfe verwandeln, wenn sie den Himmelsschlangen dienen will.

Dieser Roman hat mich schon nach wenigen Seiten verzaubert, ich wurde tief in die Geschichte gezogen und mochte mich auch in den (zu kurzen) Nächten nicht von ihr trennen. Es gab viele Dinge, die mich bis in den Schlaf begleitet haben – was ich nicht verwunderlich finde, da mein Kopf doch so voller Bilder und Gedanken war! Es gibt so viele Möglichkeiten, Andeutungen, Details, beeindruckende Szenen – und natürlich viele Figuren, die mein Interesse geweckt haben. Meine Lieblingsfigur hatte mich ja bereits in der Leseprobe erwischt, aber es kamen noch einige für mich außergewöhnliche Charaktere hinzu.

Das Buch bietet viele miteinander verwobene Handlungsstränge und noch mehr Erzählperspektiven, durch die man eine komplexe Geschichte erlebt. Ich hätte auf keine von ihnen verzichten wollen, jede Sichtweise hat mich gefesselt und zu der Tiefe dieses Romans beigetragen. Das gilt für die Vielschichtigkeit der verschiedenen Welten ebenso wie für die Zeichnung der abwechslungsreichen Figuren. Und es gab so viele Ideen, die mich beeindruckt und meiner Phantasie Flügel verliehen haben!

Den Beginn der Drachenelfen-Saga kann man ohne Kenntnis der anderen Elfenromane lesen, allerdings entgehen einem dadurch die ganzen Anspielungen auf diese Bücher. Es geht dabei nicht nur um das Entdecken bekannter Figuren in früheren Inkarnationen, sondern auch um Hintergründe und das Entstehen gewisser Dinge. Ich hatte da so viele Momente, die mich zum Staunen gebracht haben – diese möchte ich auf keinen Fall missen! Und ich bin mir sicher, dass es bei einer zweiten Lektüre noch einiges zu entdecken gibt. Andererseits hat man wahrscheinlich einen ganz anderen Blick auf die früher erschienenen Elfenromane, wenn man Drachenelfen zuerst gelesen hat – was sicherlich auch sehr spannend ist.

Die Geschichte bietet eine große Bandbreite an Emotionen und hat mich sowohl zum Weinen als auch zum Lachen gebracht. Sie ist abwechslungsreich, beeindruckend, detailreich und einfach… verwunschen! Dazu die wunderbare Sprache und zahlreiche Szenen, die mein Herz berührt haben. Auch wenn ich mir manchmal gewünscht habe, nicht eine ganz so tragische Lieblingsfigur zu haben – wie das wohl ist? Da musste ich ja wieder ziemlich leiden… Zum Ausgleich gab es aber auch viele humorvolle Szenen – und Momente, die mich geschockt haben. Manches konnte ich im ersten Moment nicht glauben, und doch passierte es!

Ein sehr intensives Leseerlebnis voller Magie, das mich – wie man hoffentlich merkt – völlig begeistert zurückgelassen hat!

Sein Vater hatte ihn immer ermahnt, wie wichtig es im Leben war, Ziele zu haben. Ohne Ziel wurde man hin und her getrieben und am Ende des Lebens hatte man gar nichts erreicht. Hatte man sich aber ein Ziel gewählt und hielt verbissen daran fest, dann spannte sich eine für andere unsichtbare Schnur durch das Leben. Eine Rettungsleine, an die man sich bei jedem Sturm klammern konnte.Bernhard Hennen - Drachenelfen