Erscheinungsjahr: 2007 (bei Feder & Schwert)
Gelesen im März 2008
Herkunft: Leserunden-Freiexemplar
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Verlag (2018): Droemer Knaur

Willkommen in Fairwater, dem Venedig Marylands, mit seinen dunklen Kanälen und steinernen Brücken: An diesen Ort voll seltsamer Gestalten verschlägt es die Washingtoner Reporterin Gloria, die an der Beerdigung ihres alten Freundes Marvin teilnehmen möchte. Marvin, so sagt man ihr, habe in einer Traumwelt voll fantastischer Wesen gelebt und sich schließlich umgebracht. Dass seine Leiche nicht gefunden wurde, weckt Glorias berufliche Neugierde. Immer tiefer dringt sie in die Geheimnisse von Fairwater ein und muss sich dabei Kräften stellen, an deren Existenz sie noch vor wenigen Tagen niemals geglaubt hätte.Klappentext 'Fairwater' von Oliver Plaschka

Diese phantastische Geschichte beginnt wie eine Mischung aus Krimi und Roadmovie. Wir lernen die Reporterin Gloria kennen, die der Stadt ihrer Kindheit einen Besuch abstattet, um an einem Begräbnis ohne Leiche teilzunehmen. Das wäre das erste Rätsel, doch bei Glorias Suche nach mehr Wissen über die Ereignisse kommen noch mehr ans Licht. Dinge die gesammelt, sortiert und hinterfragt werden wollen.

Kaum hat man sich auf die Figur eingelassen, kommt schon das nächste Kapitel und bietet eine völlig andere Sichtweise, eine andere Handlung. Anfangs erscheint das eher episodenhaft und unzusammenhängend, erst nach und nach erschließen sich dem aufmerksamen Leser Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten. Ich hatte das Gefühl, einen Karton mit Puzzlestücken zu füllen, die wichtig sein könnten – und gleichzeitig zu versuchen, Verbindungen herzustellen und Rätsel zu lösen. Daran hatte ich viel Spaß, meine grauen Zellen sind ordentlich in Schwung gekommen.

Die Handlung ist verschlungen und rätselhaft, manchmal weiß man nicht was Realität und was Traum ist. Fairwater ist beängstigend und faszinierend zugleich, die Atmosphäre genauso unterschiedlich wie die verschiedenen Figuren. Aus den vielen Überraschungen, Ereignissen und Geschichten muss man sich seine Erkenntnisse erarbeiten, die man am Ende mit der Chronik im Anhang vergleichen kann. Dort werden die Ereignisse auch in die chronologische Reihenfolge gebracht, die mir beim Lesen manchmal abhanden gekommen ist.

Wenn man all das mag, ist das Buch ein absoluter Geheimtipp. Für diejenigen, die nicht gerne rumrätseln und Erkenntnisse lieber lesen, statt sie sich zu erarbeiten, ist dieser Roman dagegen wohl eher nichts. Oder vielleicht doch einen Versuch wert?