Erscheinungsjahr: 2004
Gelesen im März 2008
Herkunft: Gekauft
Verlag: Piper

Die Gezeitenwelt ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier Autoren Bernhard Hennen, Karl-Heinz Witzko, Thomas Finn und Hadmar von Wieser. Die Saga umspannt einen fiktiven Zeitrahmen von etwa 50 Jahren und ist grob in drei Roman-Staffeln untergegliedert. Zusätzlich ist eine Vorgeschichte erschienen, die ca. 500 Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt – und genau um die geht es in diesem Buch.

Beim Lesen habe ich nicht gemerkt, dass hier vier verschiedene Autoren am Werk waren – alles wirkte harmonisch und aus einem Guss, selbst der Humor ging in dieselbe Richtung. Das stelle ich mir recht schwierig vor, selbst wenn Die phantasmagorischen Vier auf einer Wellenlänge liegen.
Die Vorgeschichte der Gezeitenwelt bringt einem näher, wie dort die Magie funktioniert. Sie ist nicht einfach nur da, als Zaubersack bunter Möglichkeiten, wie in vielen Fantasybüchern. Es gibt Gründe und eine gewisse Logik, wie sie funktioniert. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich sie durchschaut habe, aber zumindest bin ich ihr ein gutes Stück näher gekommen.

Es gibt viele interessante Figuren, die ihre Eigenheiten haben und sich im Verlauf der Geschichte entwickeln. Dazu zähle ich auch Personen, die ich vielleicht nicht mochte oder nicht richtig einordnen konnte, welche aber sehr spannend gezeichnet waren. Für mich persönlich gab es keine absoluten Sympathieträger beim ersten Kennenlernen, meine zwei Favoriten bildeten sich erst später. Allerdings ist es wohl fast besser, wenn man sein Herz nicht zu sehr an die Figuren hängt, da die Autoren nicht sehr zimperlich mit ihnen umgehen. Neben vielen Überraschungen und Grinsern erwarteten mich so auch ein paar Schocks, besonders zum Ende hin.

Einen besonderen Reiz hat auch die Tatsache, dass man in dieser Vorgeschichte auf einige Personen trifft, die in den späteren Büchern Heilige sind. Es ist merkwürdig, weil man vielleicht doch eine etwas andere Vorstellung von ihnen hatte. Aber auch beruhigend, weil es doch „nur“ Menschen sind – und man mal wieder lernt, dass Mythos und Wahrheit nicht immer übereinstimmen.
Ich hatte einige kleine aha-Effekte, bin mir aber sicher dass diese sich beim erneuten Lesen der Gezeitenwelt um ein vielfaches steigern würden. Damit warte ich dann, bis (hoffentlich) die 2. Staffel erscheint.