Diese Frage hat Lilly Berry in ihrer Blogparade gestellt und zum Mitmachen aufgerufen. Und da es um Bücher geht, musste ich mich einfach daran beteiligen. ;)

Gehört ihr noch zu der Kategorie Bücherwurm oder hat die Multimedia-Welt euch fest im Griff?

In erster Linie bin ich ein Bücherwurm, allerdings liebe ich auch Musik. Ohne beides könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen, und sie behindern sich nicht einmal gegenseitig. Lesen ist etwas für meine freie Zeit – und die Musik begleitet mich beim Aufwachen, Ankommen und bei der Hausarbeit. DVDs finden sich bei mir auch, manchmal hat man einfach Lust auf einen guten Film…

Darf es also ein spannender Roman sein oder eher die abendliche Fernsehserie?

Definitiv der Roman, Fernsehserien reizen mich nicht besonders. Überhaupt schaue ich wenig TV, einige Shows und Dokus sind da die Ausnahme. Und natürlich Stefan Raab, da muss dann alles andere warten. :)

Herkömmliche Bücher, Ebooks oder Hörbücher?

Größtenteils Bücher – es fühlt sich doch einfach nur schön an, ein Buch in den Händen zu halten und das Papier zu spüren. In letzter Zeit kamen dann auch Hörbücher dazu, früher konnte ich mir das nie vorstellen. Aber es ist toll, wenn man Dinge wie Kochen, Bügeln, … mit etwas schönem verbinden kann. Außerdem sind sie für mich Aufheiterer, wenn ich krank bin oder mich mal wieder Migräne plagt. Dann passiert es auch öfter, dass ich meine Mutter anrufe, und um eine Hörbuch-Leihgabe bitte.

Hardcover oder Taschenbuch?

Größtenteils Taschenbücher, sie sind nicht nur günstiger sondern nehmen auch weniger Platz im Regal weg. Hardcover sind bei mir meistens Leserunden-Bücher, manchmal aber auch Bände, die einfach nicht als Taschenbuch erscheinen. Und ganz selten, weil mir das Taschenbuch-Cover absolut nicht gefällt – das ist mir erst einmal passiert, bei „Die Hüterin von Avalon“ (Marion Zimmer Bradley, Diana L. Paxson).

Bestseller oder Klassiker?

Beides, und auch nichts davon. Meinem Beuteschema ist das relativ egal – mich interessiert da vor allem der Inhalt und das Auftauchen bestimmter Reizwörter, und natürlich gibt es Lieblingsautoren, deren Neuerscheinungen dann meist ohne genauere Betrachtung zu mir finden.

Sachliteratur oder Belletristik?

Größtenteils Belletristik. Ich habe auch einige Sachbücher zu Themen, über die ich gerne mehr wissen möchte, aber scheinbar schaffe ich es nur selten auch mal eins zu beenden. Viele sind angelesen, aber neben einem belletristischem Buch ziehen sie dann doch den kürzeren… Einige Mythologie-Bücher und Bildbände lese ich stückchenweise, aber leider so ungeordnet, dass ich gar nicht sagen kann wie viel davon ich bereits kenne. Ein wenig chaotisch, obwohl ich sonst gar nicht der Typ dafür bin.

Seht ihr im guten, alten Schmöker eine Zukunft oder werden Bücher kommenden Generationen bald gänzlich fremd sein?

Ich finde es wichtig, dass Kinder auch zu Hause an Bücher herangeführt werden. Das fehlt leider öfter, da ist dann das Fernsehen oder der Gameboy die einfachere Variante. Allerdings kenne ich auch Familien, in denen gern gelesen wird – quer durch alle Altersgruppen. So etwas verbindet, und weckt vielleicht auch neue Lese-Interessen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich das Bücherregal meiner Mutter geplündert habe, als ich irgendwann mal etwas anderes lesen wollte – so bin ich auf Siedlerromane, Ägypten- und Chinabücher gestoßen.

Jedenfalls, um zurück zur Frage zu kommen, glaube ich an eine Zukunft mit Büchern. Was wäre das sonst für eine Welt? Oder wie Hermann Hesse schrieb: Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
Es wird immer Leseratten geben, und diese geben ihre Bücherliebe ja auch jeden Tag weiter – so werden Bücher sowohl allgemein als auch speziell zum Thema, und nicht „totgeschwiegen“. Und wenn ich an die vielen Situationen denke, in denen ich um Hilfe bei der Bücherwahl für die lieben Enkel gebeten wurde… Das ist doch ein gutes Zeichen! :)

Habt ihr literarische Vorbilder, Lieblingsautoren- oder -romanfiguren?

Literarische Vorbilder habe ich nicht, dafür aber viele Lieblingsautoren. Bernhard Hennen, Christoph Marzi, Juliet Marillier, Kate Forsyth, Sara Douglass, Marion Zimmer Bradley, Heide S. Göttner, Manda Scott, Patricia A. McKillip, Jane Austen – um nur einige zu nennen. :)

Und auch Lieblingsromanfiguren kann ich bieten, ich beschränke mich jetzt allerdings nur auf die, die mich noch länger begleitet haben – bzw. noch immer begleiten. An erster Stelle wären da mein ehrenvoller Lieblingself Ollowain (Bernhard Hennen) und ein mürrischer Alchemist mit einem genialen Humor namens Mortimer Wittgenstein (Christoph Marzi – Die uralte Metropole). Dann gibt es noch Mordred (Anja Thieme – Orkneys Söhne. Die Lebenserinnerungen des Mordred of Orkney) und natürlich Hagen/Hagan (Viola Alvarez – Die Nebel des Morgens, Stephan Grundy – Wodans Fluch).

Und was ist das letzte Buch, welches ihr gelesen habt bzw. was lest ihr zur Zeit?

Zuletzt ausgelesen habe ich „Die Herrin von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley, welches mich teilweise zwar berührt hat, aber leider auch über lange Strecken fast lieblos und ungewohnt charakterflach wirkte.
Momentan halte ich mich gleich in drei Büchern auf:

  • Diana L. Paxson – Tochter des Lichts
    (Haut mich nicht so vom Hocker, obwohl es sich gut lesen lässt – sie kann es aber eindeutig besser.)
  • Per Petterson – Pferde stehlen
    (So schön, die Naturbeschreibungen und die ruhige Art haben es mir besonders angetan.)
  • Jane Urquhart – Im Strudel
    (Auch in diesem Buch gibt es viele schöne Stellen, und eine der Hauptfiguren führt sogar ein Sommertagebuch, in dem auch ihre Gedanken zu Büchern einfließen.)