Erscheinungsjahr: 2008
Gelesen im Juni 2008
Herkunft: Gekauft
Verlag: Heyne
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Seit erstmals Schiffe den gewaltigen Ozean überquerten, spricht ganz Corbane von der Sturmwelt: Ein Reich inmitten der Weltmeere, dessen Schätze, Magie und Gefahren einzigartig sind. Als der junge Adelige Jaquento auf einem Schiff anheuert, um die alte Welt hinter sich zu lassen, kennt er deshalb nur ein Ziel: Er will das legendäre Inselreich entdecken. Doch kaum dort angekommen, gerät Jaquento auf das Piratenschiff Todsünde, dessen charismatischer Kapitän Deguay ihn in eine ebenso faszinierende wie undurchsichtige Welt entführt.

Zur gleichen Zeit nimmt auch das Kriegsschiff Mantikor Kurs auf Sturmwelt-Gewässer. Für die junge Roxane ist es ihr erster Einsatz als Offizierin. Doch schon bald wird die Fahrt von den düsteren Launen des Kaptitäns überschattet, der alles daransetzt, ein mysteriöses schwarzes Schiff zu kapern.
Als schließlich sowohl die Freibeuter als auch die Marine vor der Küste der Sklaveninsel Hequia auf ihre Beute treffen, muss Jaquento eine Entscheidung treffen, von der nicht nur das Schicksal der Inseln abhängt…

Ein Fantasyroman vor nautischem Hintergrund war für mich etwas komplett neues. Ich liebe zwar das Meer, bin in Bezug auf Abenteuerromane aber ein fast unbeschriebenes Blatt. Deshalb war ich auch positiv überrascht, dass ich beim Lesen so wenig Verständnisprobleme hatte – und die meisten davon wurden vom Glossar beantwortet, welches auch viele schiffstechnische Begriffe erläutert. Mir entgingen natürlich Anspielungen auf marinehistorische Bücher, diese waren aber für die Geschichte an sich nicht wichtig, sondern eher ein zusätzlicher Reiz für Kenner.

Der mysteriöse Prolog hat mich fasziniert und kam mir während des Lesens immer wieder in den Sinn. Ich suchte nach möglichen Verbindungen, dadurch sind aber nur noch mehr Fragen entstanden. Überhaupt wurden viele Fragen und Andeutungen in diesem ersten Teil nicht aufgelöst, was die Spannung auf die Folgebände natürlich umso größer macht. Das lässt mich aber nicht unbefriedigt zurück, da man regelmäßig mit neuen Infos angefüttert wurde.

Der Zugang zu den Figuren fiel mir leicht, auch wenn dieser nicht so tief war, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht liegt das auch daran, dass es einfach so viele interessante Personen gibt, die in 4 Erzählsträngen aufeinander treffen. Einige Charaktere blieben meinem ersten Eindruck treu, manche veränderten sich aber auch. Und bei einigen schlummert noch ihre Vergangenheit im Dunkeln, die hoffentlich in den Folgebänden erzählt werden wird. Über manche meiner Lieblingsfiguren wurde (im Vergleich zu anderen) nicht allzu viel geschrieben – und ich bin immer wieder angetan davon, wenn man schon mit wenigen Sätzen eine besondere Verbindung oder Anziehungskraft schaffen kann.

Die Sturmwelten sind sehr abwechslungsreich – es gibt düstere aber auch humorvolle Szenen, verschiedene Handlungsorte und einige Überraschungen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Die gelungenen Beschreibungen der Umgebung haben mir oft tolles Kopfkino beschert, ich konnte zum Beispiel auch das Meer riechen und den Wind spüren.
Neben den Unterschieden zwischen der Marine und den Piraten ging es für mich in diesem Buch auch um Träume, Freiheit und Freundschaft. Außerdem war ich damit beschäftigt, mich in das Magiesystem einzudenken (und mich zu fragen, welches Prinzip dahinter stecken mag) und die vielen Geheimnisse nicht aus den Augen zu verlieren.