Erscheinungsjahr: 2007
Gelesen im Mai 2010
Herkunft: Gekauft
Verlag: Heyne
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Ein geheimnisvoller Fremder erzählt auf dem Basar von Fasar die Geschichte des Sklaven Omar, der mit Melikae, der Tochter seines Herrn, durch die Wüste flieht. Verfolgt von einem finsteren Magier, der nicht eher ruhen wird, bevor er Omar für diesen Frevel bestraft hat, geraten die Liebenden in die Kriegswirren zwischen dem Stadtstaat Al’Anfa und dem Reich des Kalifen. Omar und Melikae werden getrennt, und für den Sklaven scheint alles verloren, bis er einem verschleierten Elfenkrieger begegnet, der ihn lehrt, einen Kampf gegen jede Hoffnung zu führen.
Drei Tage und drei Nächte erzählt der Fremde seine Geschichte, die weit mehr ist als ein Märchen. Denn er wird verfolgt von einem Krieger, der entschlossen ist, das letzte Kapitel um Omar und Melikae mit dem Schwert zu schreiben …Bernhard Hennen - Rabensturm: Klappentext

Dieser Roman ist eine überarbeitete Fassung von „Drei Nächte in Fasar“ (1996 als Einzeltitel „Der Tanz der Rose“, „Die Ränke des Raben“ und „Das Reich der Rache“ sowie 2002 als Sammelband erschienen) und spielt in der Welt des Rollenspielsystems Das Schwarze Auge (DSA). Ich habe mit Rollenspielen keinerlei Erfahrung, trotzdem hatte ich keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen – außerdem gibt es für den Notfall ja noch das Wiki Aventurica.

Bereits nach den ersten Sätzen war ich von der besonderen Atmosphäre dieser Geschichte gefesselt – und vor meinen Augen breitete sich eine fremde Welt aus, die mich auch an die Geschichten aus 1001 Nacht erinnerte. Man begegnet Mächtigen und Sklaven, Gläubigen und Ungläubigen, Magiern und Kämpfern, einzelnen Schicksalen und Hoffnungen. Auch durch die verschiedenen Völker mit der ihnen eigenen Lebensweise wirkte dieses Buch auf mich sehr abwechslungsreich und weckte zudem die Neugier auf Eindrücke der „anderen“ Seite.

Die Hauptfiguren konnten mich anfangs nicht so sehr fesseln, vielleicht auch weil ich einige Nebenfiguren viel interessanter fand. Besonders Neraida, Fendal und Gwenselah muss ich da erwähnen, sie standen mir sehr nah und ihr Schicksal hat mich ziemlich berührt. Aber nun zurück zu den Hauptfiguren, denn diese entwickelten sich im Verlauf der Geschichte zu durchaus faszinierenden Personen, die ich gerne begleitet habe.

Dieses absolute Wohlfühlbuch bietet neben Tragik, Magie, Liebe, tollen Schwertkampf-Szenen und einigen Überraschungen auch ein sehr gelungenes Ende, welches Hoffnung schenkt und dazu anregt, gedanklich noch ein wenig in dieser Welt zu bleiben. Es hat mich einfach verzaubert und ich konnte jederzeit tief in die Geschichte eintauchen, selbst wenn die Zeit nur für ein paar Seiten reichte …

Mit dem Duft dieser verwaisten Gasse, aus der die Händler ihre Waren in die Vorratskammern geschafft haben, ist es wie mit einer guten Geschichte. Selbst wenn die Bewohner dieser Stadt schon morgen ihre Heimat verlassen sollten, um nie mehr zurückzukehren, wird diese Gasse auch in hundert Jahren noch nach Kräutern duften. Genauso ist es mit einer Geschichte, die dein Herz berührt hat. Irgendetwas wird immer in dir zurückbleiben. Sie ist ein Geschenk für dein Leben.Bernhard Hennen - Rabensturm