Wie wähle ich meine Bücher aus?

Ich stöbere gerne bei Qindie und PAN, bei TOR ONLINE und auf Cons (bevorzugt „real“, aber auch online). Bei meinen Lieblingsverlagen (acabus, Edition Roter Drache und dem Verlag Torsten Low) und Lieblingsblogs (vor allem Darkstars Fantasy News und phantastisch-lesen). Wenn ich verreise, besuche ich natürlich auch Buchläden – zu Hause nutze ich online überwiegend den Drachenwinkel und Liesegang (habe ich in Schleswig entdeckt). Und dann gibt es ja noch Buchtipps von guten Freunden und Facebook!

Aber wie treffe ich meine Auswahl? Was erweckt meine Aufmerksamkeit und reizt mich? Ich bin keine Coverkäuferin, damit fällt die Optik als Auswahlkriterium schon mal weg (das heißt aber nicht, dass ich schöne und zum Buch passende Cover nicht zu schätzen wüsste). Dafür reizen mich Bücher mit einem für mich schönen bzw. neugierig machenden Titel dazu, sie mir genauer anzuschauen. Titel wie „Das Licht hinter den Wolken“ (Oliver Plaschka), „Das Obsidianherz“ (Ju Honisch), „Der siebte Schwan“ (Lilach Mer), „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ (Christoph Marzi), „Schottlands Wächter“ (Katharina Gerlach) oder „Streuner“ (Manuel Charisius).

Bei Autor*innen, dessen/deren Geschichten mir gut gefallen haben, sehe ich mir auch immer die Neuerscheinungen an – genauso wie die bereits erschienenen Bücher. Aber nicht alle kommen auf die Wunschliste, das hängt einfach davon ab, ob mich der Inhalt reizt. Na gut, es gibt Ausnahmen – von einigen wenigen Autor*innen mag ich tatsächlich alles lesen.

Was reizt mich also? Da wären meine Spezialthemen, für die einfach mein Herz brennt … Indianer, Kelten, Germanen, Hagen aus der Nibelungensaga, Morten Harket, Nordische Mythologie. Es gibt aber auch eine Reihe von Stichworten, denen ich nicht widerstehen kann: Elfen und Feen, Fahrendes Volk, Hamburg, London, Märchenadaption, Meerwesen, Musen, Norden, Orakel, Raben, Sagen, Wintermärchen. Manche dieser Stichworte könnten auch Spezialthemen sein, gerade bei den Elfen bin ich mir da inzwischen aber unsicher …

Die Faszination für sie ist immer noch da, allerdings mag ich in Geschichten vieles einfach nicht. Keine Elfen, die verzückt angeschmachtet werden. Keine Romantasy mit Elfen, bei denen es kaum andere Handlungen als die Liebesgeschichte oder kaum Tiefe gibt. Keine Elfen, die glitzern. Aber auch keine Elfen, die einzig überheblich und/oder kämpferisch sind. Oder perfekt. Möglicherweise klinge ich jetzt überheblich, aber ich weiß ja dass es auch Elfen gibt, die zu mir passen. ;) Aber ob das noch für ein Spezialthema reicht … Wenn, dann müsste ich wohl eins für tragische Helden eröffnen.

Zurück zu meinen Auswahlkriterien: Mir ist Atmosphäre wichtig und der Zugang zu den Figuren. Ich mag einen poetischen Schreibstil – und einen für mich gelungenen Umgang mit Worten, der in mir Bilder entstehen lässt. Darum lese ich bei für mich unbekannten Autor*innen auch immer in die Leseprobe rein …

Jugendbücher und Romantasy haben es bei mir nicht leicht, weil ich Schulen als Handlungsort meistens nicht mag und Geschichten lesen möchte, die etwas tiefer gehen und mehr sind als „nur“ eine Liebesgeschichte. Manchmal gebe ich aber meiner Neugier nach, wenn die Beschreibung nach „mehr“ klingt. Bei Themen, um die ich früher einen großen Bogen gemacht habe, lasse ich mich auch manchmal verlocken. Werwölfe, Vampire und sogar Geschichten mit Horror-Elementen. Gaaanz selten. Und ich weiß echt nicht, wie mir das passieren konnte …

Zusammengefasst würde ich also sagen, dass meine Buchauswahl eine Mischung aus Lieblingsautor*innen-Nachschub, Spezialthemen und Büchern, die mich einfach neugierig machen, ist. Bekannte und neue Stimmen, so dass immer auch Neuentdeckungen dabei sind. Ich finde es wichtig, neugierig zu bleiben – aber genauso, zu seinen Lieblingsautor*innen, Themen und damit seinem Geschmack zu stehen.

2 Kommentare

  1. Hallo und guten Tag liebe Marny,

    schön wieder einmal etwas lesen zu dürfen hier auf Deinem Blog.
    Und es stimmt jeder hat andere Vorstellungen und Befindlichkeiten zum lesen und kaufen von Romanen.

    Schöne Zeit ..LG..Karin…

  2. Schattenblüte fand ich ziemlich gut. Mal eine ganz andere Version von Werwölfen, und den melancholischen Grundton fand ich sehr schön. Sehe den Grunewald seitdem mit anderen Augen. ;o)

    Zum Thema „Elfen mal anders“: vielleicht magst du mal in die Leseprobe meiner „Chroniken der Wälder“ reinlesen? Würde mich interessieren, was du denkst. Sind leider bisher nur als E-Books erschienen, und ich vermute, du bist mehr so der Papier-Typ. Was in der Leseprobe vielleicht nicht so rauskommt – die „Liebesgeschichte“ ist nach dem ersten Viertel nicht mehr ganz so dominant, und keineswegs das Hauptthema.

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