Es war einmal …

… ein Mädchen, das es liebte zu lesen und ihre Eindrücke zu schildern. Manchmal führte es auch Interviews oder beteiligte sich an Blogtouren und anderen Aktionen. Sie mochte es, bei der Auswahl ihrer Bücher allein ihrem eigenen Geschmack zu folgen und nur das zu lesen, was sie auch reizte. Dieses Mädchen wollte sich weder zwischen Autoren und Autorinnen entscheiden, noch zwischen Verlagsbüchern und Indie-Publikationen. Weil für sie die Geschichte zählt, und nicht das Geschlecht oder die Art der Veröffentlichung.

Mit der Zeit merkte sie jedoch, dass sie sich immer öfter für ihren Geschmack und die Art, wie sie ihren Blog inhaltlich und stilistisch führte, rechtfertigen musste. So als ob es nicht nur eine Sache des Geschmacks war, sondern es irgendwo die heiligen Regeln des Buchbloggens gab – inklusive Wächtern. Sie wollte dennoch ihren eigenen Weg gehen, aber es gab immer mehr Anforderungen und Diskussionen, bei denen sie eine ganz andere Meinung hatte und sich völlig unpassend fühlte.

Eines Tages hörte das Mädchen ganz auf, zu schreiben. Sie dachte erst, dass dies vor allem an zu wenig Zeit und zu viel Arbeitsstress lag. Sie hörte viel Lieblingsmusik und ließ sich in die Tiefe der Songs fallen, wobei sie entdeckte, dass sie ihr noch viel mehr bedeuteten, als sie immer gedacht hatte. Dabei öffnete sich ihr Herz weit, sie beruhigte sich und fand wieder zu sich selbst – mehr als sie es jemals getan hatte. Sie erkannte auch, was sie wirklich vom Bloggen abgehalten hatte …

Es war nicht die Zeit, auch wenn diese ein heikler Punkt ist. Sondern gewisse Erwartungen und die eine oder andere sich immer weiter verbreitende Meinung, die eine innere Blockade in ihr erschaffen hatten. Weil das Mädchen eine andere Meinung dazu hatte und sich damit ziemlich allein fühlte. Und weil ihr wichtig war, dass sie sie selbst blieb und sich nicht verbog, nur weil andere Leute eine gewisse Erwartungshaltung hatten. Dieses hatte sie lang genug getan, und sie würde nicht wieder damit anfangen. Niemals nicht!

Das Mädchen musste sich schließlich entscheiden, ob sie den Blog aufgeben wollte oder ziemlich mutig sein würde und sich einfach einigen Themen stellen musste – mindestens innerlich, vielleicht auch mehr. Es war keine bewusste Entscheidung, sondern mehr das Wissen darum, was sie nicht wollte. Sie wollte nicht aufgeben. Und sie wollte sich eins der Dinge, die ihr wirklich wichtig sind und sie ausmachen, nicht nehmen lassen. Was also blieb ihr anderes übrig, als zu rebellieren?

Eines Tages schaute sich das nun rebellische Mädchen endlich mal wieder ihren Blog an. Er war tatsächlich noch da, sie hatte ihn nicht gelöscht und auch die Technikkobolde waren gnädig gewesen. Sie sah die schönen Dinge, aber auch die Arbeit. Vor allem aber das Herzblut und die Leidenschaft, die in ihrem Blog steckte. Aber eine Sache erschreckte sie … irgendwie passte das Layout nicht mehr so recht zu ihr.

Kurzentschlossen suchte sie nach einer Lösung, und fand sie auch. Stück für Stück passte sie sie an, bis sie glücklich mit dem Layout war. Und überrascht. Und Ideen sprudelten. Das Ergebnis sieht möglicherweise nicht wirklich nach einem Buchblog aus, aber der Inhalt. Und das Mädchen fühlte sich, als ob sie ein paar innere unnütze Anforderungen losgelassen hatte, dabei war sie einfach nur ihrem Herzen gefolgt. Und während ihre innere Gouvernante noch tobte, erkannte das Mädchen, dass dies womöglich der erste Schritt war, um zu sich und ihrem Blog zu stehen – inklusive aller Veränderungen und abweichenden Meinungen.

Und es tat nicht einmal weh! An diesem Tag lernte das Mädchen, das seine Freiheit liebte, also auch wie wichtig es für sie war, so ein großes Herz zu haben. Und dass es sogar Momente gab, in denen sie stolz auf sich war … Jetzt musste nur noch das mit dem regelmäßigen Lesen und Bloggen klappen!

7 Comments

  1. Hey, Marny,

    schön das Du wieder da bist!!!!

    Deine treue Leserin …Karin…

  2. Wunderbar. Mach dein Ding – nur so kannst du unter den 7 Milliarden Menschen diejenigen finden, die zu dir passen. Und wem dein Blog nicht gefällt, der kann ja einen eigenen machen.

  3. Wer dich so wie du bist nicht mag, ist selber schuld. Ich finde es toll, was du machst und wenn du Hilfe beim Rebellieren brauchst, komm ich schnell mal zu dir. :D
    Sei so, wie du sein willst. Das ist genau passend für mich. Knuddel…

    • Sooo lieb! *zurückknuddel*
      Und falls ich mal Rebellionsnachhilfe brauche, weiß ich jetzt ja, an wen ich mich noch wenden könnte. :D

      Liebe Grüße
      Marny

  4. Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ihr Blog ist sehr einzigartig. Ich freue mich darauf, mehr aus Ihrem Blog zu lesen.

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