Stimmen

Die Stimmen anderer wollen mir vorgeben,
wer und wie ich zu sein habe. Sie klingen laut.
Dabei geht es doch um mich, um mein Leben,
wie ich es fülle und mit wem ich es verbringe.

Sie sagen, werde endlich reif und erwachsen,
komme in der Wirklichkeit an, sei kein Träumer.
Soll ich ihre Erwartungen erfüllen, mich anpassen,
verbiegen – und meine ganz eigene Welt verraten?

Nur um nicht allein zu sein, es leichter zu haben,
um als Teil einer Gruppe angenommen zu werden?
Unter Menschen, die mich nicht sehen – meine Gaben,
meine Macken und Vorlieben, meine Leidenschaften?

Nein, ich werde niemals aufgeben, ich selbst zu sein.
Nicht auf das verzichten, was meine Seele tanzen lässt.
Das bin ich, das ist mein Herz – mein inneres Heim,
das mich zum Strahlen bringt und glücklich macht.

Meine Stimme sagt mir ganz eindringlich,
dass nur der eigene Weg der richtige ist.
Denn erwachsen zu sein bedeutet für mich,
zu sich selbst zu stehen und diesen Weg zu gehen.

Mag er auch steinig sein, man bleibt sich treu,
hinterlässt seine ganz eigenen Fußabdrücke,
entdeckt sich dabei auch immer wieder neu,
begleitet von Neugier, Mut und Hingabe.

© Marny Leifers

2 Comments

  1. Hallo Marny,

    einfach nur schön, wie Du es geschafft hast Dich/Deinen Leben und Deine Einstellung dazu wieder zugeben.

    Das geht ans Herz!!

    Könnte sicherlich für viele andere auch ein Nachdenken über sich und das eigene Denken/Fühlen und Handeln sein….denn nur all zu oft …verbiegt man sich doch …..

    LG..Karin…

    • Hallo Karin,

      lieben Dank – das freut mich riesig! :) Es ist schon ein ziemlich persönlicher Text, aber er wollte einfach raus und es fühlte sich zu diesem Zeitpunkt auch genau richtig an. In den letzten Tagen habe ich nämlich wegen einer Leidenschaft, die mich seit den 80ern begleitet, gerungen. Damals wie heute landet man damit in Schubladen – und seit ein paar Monaten verstecke ich mich damit nicht mehr …

      Liebe Grüße & ein tolles Wochenende, Marny

Leave a Reply