Mein Frühstück ist ausgefallen, weil ich unbedingt zu der Lesung um 10 Uhr von Sameena Jehanzeb aus BRÏN wollte. Die Beschreibung hatte mich neugierig gemacht: Ein Planet voller Mystik und Magie, der von Wächtern vor Angriffen bizarrer Kreaturen beschützt wird. Die Führerin und magische Stimme des Planeten ist tot, wodurch der Planetenschild geschwächt ist und die Portale zu anderen Welten zusammenbrechen. Ein bestialischer Mörder, der sein Unwesen treibt. Die Schicksale zweier Frauen, die über Raum und Zeit miteinander verbunden sind …

Die Lesung hat mir dann auch sehr gut gefallen, ich mochte den Stil und fand gleich Zugang zu der Geschichte und den Figuren. Und mir hat gefallen, dass es auch um eine lesbische Liebe geht. Dafür gab es eine fiese Szene, die bei meiner ausgeprägten Vorstellungskraft und auf nüchternen Magen für mich etwas heftig war … Und dennoch ruft das Buch sehr laut nach mir.

Als Bonus gab es dann auch noch einen Ausschnitt aus „Winterhof“, einer düster-schaurigen Märchenadaption, die wahrscheinlich im Oktober erscheinen wird. Magie, Winter und eine Schneekönigin, deren Herz kalt sein mag, aber nicht emotionslos. Ich war ganz hin und weg … Von der Autorin werde ich mir also unbedingt ein Buch kaufen – ich muss mich nur noch entscheiden, welches.

Dann musste ich schnell den Raum wechseln, denn es ging zur nächsten Lesung! Andrea Bannert hat aus den ersten beiden Bänden ihrer Clyátomon-Trilogie gelesen, begleitet von der Musikerin Betty Baindl. Das erste Buch (Die Schlacht um die versunkenen Reiche) kenne ich bereits, die Fortsetzung „Das Erbe“ wartet hier schon auf mich. Die versunkenen Reiche hatten mich schnell wieder eingefangen, ich mag die Atmosphäre und die Bilder, die vermittelt werden. Mein Kopfkino war wieder gut beschäftigt – bei allen gelesenen Szenen. Besonders gefreut habe ich mich allerdings über das Wiedersehen mit einer Nebenfigur, die ich schon im ersten Band sehr mochte. Und über die wunderbare Musik, die ein Teil der Lesung war und mit dazu beigetragen hat, dass es mit dem „Auftauchen“ bei mir etwas gedauert hat. Aber irgendwie habe ich tatsächlich doch noch daran gedacht, mir den zweiten Band signieren zu lassen.

Danach war ich dann bei den Ständen unterwegs … Bei Napolde von Fairy Pearls habe ich eine Kette erspäht, die mir schon auf Facebook aufgefallen war und sogar die richtige Länge für mich hatte. Die Meerjungfrau in der Black Edition musste also einfach bei mir einziehen … Anja Bagus habe ich gleich zweimal getroffen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Auch weil mir auf der letzten FeenCon an ihrem Stand klar wurde, dass zwei Dinge, für die ich sonst öfter mal dumme Sprüche abbekomme, auch völlig positiv aufgenommen werden können.

Bei Fabienne Siegmund habe ich nicht nur den Herbstlande-Newsletter „Das Ahornblatt“ bekommen, sondern meine Ausgabe vom Herbstlande-Journal wurde auch signiert. Und ich habe noch ein wunderbares Geburtstagsgeschenk bekommen, ein tolles Namiria-Set. Ich mag ja Wintermärchen, die kann ich auch das ganze Jahr lesen, und zu „Namiria“ gibt es eine besondere Verbindung.

Robert Corvus hat nicht nur über seine eigenen Bücher gesprochen, sondern auch wieder andere Bücher empfohlen bzw. einem vor die Nase gehalten. Erst eine Anthologie, die mir nicht so zusagte, und dann die „düstere Fabienne“ – also „Der Karussellkönig“. Ha! Habe ich begeistert gelesen und sogar rezensiert.

Bernhard Hennen hatte ich wieder ein Buch zum Signieren mitgebracht, diesmal hat es die von ihm herausgegebene Anthologie „Netz der Intrige“ mit Myranor-Kurzgeschichten erwischt. Ein bisschen Auswahl habe ich ja noch, allerdings bin ich jetzt ja schon bei den Anthologien angekommen … Und der Phileasson-Prachtband ist einfach zu schwer, um ihn mit zu einer Con zu schleppen. ;) Außerdem habe ich mich auch getraut, meine Frage bzgl. einem Galayne-Prolog zu stellen. Und irgendwie habe ich etwas mehr über Galayne gesprochen, was ich sonst immer zu verhindern suche … Das kommt also dabei heraus, wenn ich entspannt und etwas müde bin. :) Außerdem weiß ich jetzt, dass einige der Autoren aus „Netz der Intrige“ auf der DreieichCon sein werden und das daher doch eine gute Möglichkeit wäre, noch ein paar Signaturen zu sammeln. Zumindest von denen, die ich erkenne. Und falls Thomas Finn dort auch liest, fahre ich auf jeden Fall hin …

Meine letzte Lesung war die zu „Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes“ von Diandra Linnemann. Wie man vielleicht am Titel erahnen kann, fällt das Buch nicht unbedingt in mein normales Beuteschema, aber da ich die Geschichten der Autorin gerne lese war ich einfach neugierig und habe die Möglichkeit genutzt, um mehr über das „Neue“ zu erfahren.

Verdammt! Da freut sich Andrea eigentlich auf eine heiße Nacht mit dem Typen aus dem Supermarkt und dann findet sie stattdessen ein Alien im Keller. Dieser Oktopus für Arme spioniert doch tatsächlich die Erde aus, um eine interstellare Invasion vorzubereiten! Der hat sie doch nicht mehr alle! Das kann Andrea natürlich nicht erlauben. Glücklicherweise hält sich das Tentakelwesen selbst für einen begnadeten Komiker und träumt von einer Karriere im Fernsehen. Dafür würde er sogar seine Pläne zur Kolonialisierung der Erdenbewohner aufgeben. Andrea bleibt nur eine Wahl: Sie muss die lustigen Tentakel des Todes groß rausbringen und so die Welt retten.Diandra Linnemann - Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes: Klappentext

Es stellte sich schnell heraus, dass ich auch hier den Humor mochte und daher öfter lachen musste. Mein Kopfkino funktionierte auch hervorragend, allerdings ist es thematisch einfach zu weit weg von mir, auch wenn ich es angenehm schräg finde.

Danach wurde es dann auch so langsam Zeit für meine „Abschiedsrunde“. Bei Ann-Kathrin Karschnick habe ich quasi in letzter Sekunde den zweiten Trümmerwelten-Band gekauft, ich muss ja auch mal Glück haben. Und immerhin war es der einzige Neuzugang an diesem Tag!

Auf dem Weg zum Ausgang habe ich dann noch Diandra Linnemann getroffen, so dass wir wenigstens noch ein bisschen quatschen konnten. Und dann musste ich mich auch schon auf die Heimreise machen, ziemlich geschafft aber auch sehr glücklich. Ein tolles Wochenende mit vielen lieben Menschen, für das ich dankbar bin. Auch wenn ich doch wieder rot geworden bin, das passiert mir also auch noch mit 44. :)