Es ist Juli. Es ist heiß. Es ist … Zeit für die FeenCon! Glücklicherweise hatte meine fiese Sommer-Erkältung ein Einsehen und ist kurz vorher verschwunden – es reicht ja auch, wenn sie mir meinen Geburtstag verdorben hat. Also fix Hotel gebucht, Zugtickets besorgt und einen Blick ins Programm geworfen … Und schwupps, war es schon soweit!

Am Samstag war ich dann um kurz nach 10 an der Stadthalle Bonn Bad Godesberg und während ich in der Schlange vor dem Eingang stand, hat sich meine Befürchtung mich fehl am Platz zu fühlen (weil ich dieses Jahr bisher so unheimlich wenig gelesen habe) irgendwie in Luft aufgelöst. Auf der FeenCon bin ich dann als erstes Ann-Kathrin Karschnick über den Weg gelaufen, was fast schon so etwas wie eine FeenCon-Tradition ist. Wir haben so nett gequatscht, dass ich meine mitgebrachte Frage einfach vergessen habe – sie wurde aber später noch gestellt. ;)

Mein nächster Stop war der Verlag Torsten Low, wo ich nicht nur ein neues spannendes Buch erspäht habe (Zurückhaltung! Die FeenCon ist noch lang!), sondern auch vorgewarnt habe, dass ich nicht bei der Lesung sein werde. Aber ich muss zu der Zeit einfach zu der Lesung von Fabienne Siegmund gehen … Danach war ich bei Napolde von Fairy Pearls, die wieder eine große Auswahl an wunderschönen Schmuckstücken dabei hatte. Und sie hat mir u.a. von einer Überraschung und dem Märchen „Die Schmutzfee“ erzählt. In dem kleinen Buch geht es um Finchen Fink, Putzfee in fünfter Generation, die Missgeschicke unglücklicherweise magisch anzieht … Das klang so niedlich (und überhaupt: Fee!), dass es mein erster FeenCon-Einkauf wurde.

Dann habe ich Lucian Caligo getroffen, dem ich schon auf einigen Cons begegnet bin und dessen Reihe um die Elfen von Krateno mich unheimlich reizt. Allerdings klingt sie auch ziemlich düster … Ich versuche es nun aber erstmal mit der ersten Episode der Kopfgeldjäger, die auf dem letzten (und für mich ersten) DreieichCon bei mir eingezogen ist – der Auftakt zu einer mehrteiligen Reihe von zusammenhängenden Kurzgeschichten über die Kopfgeldjägerin Serena, die sich auf der Suche nach den Mördern ihrer Familie durch eine Steampunk-Western-Fantasywelt schießt. Die Lesung hatte mich da neugierig gemacht, auch wenn es ganz schön „zur Sache“ ging.

Der Herr Caligo hat mich dann zum Stand der Märchenspinnerei weitergeleitet, die ich bisher tatsächlich nur am Rande wahrgenommen hatte. Daher habe ich mir auch gern etwas zu den einzelnen Büchern erklären lassen, immerhin mag ich Märchen – auch wenn ich mit Prinzessinnen oft nicht soviel anfangen kann (Ausnahmen bestätigen die Regel … wie in meinem Lieblingsmärchen). Einige der Bücher haben mich neugierig gemacht, vor allem „Der Axolotlkönig“ von Sylvia Rieß, „Ein Mantel so rot“ von Barbara Schinko, „Der siebte Sohn“ von Julia Maar – und natürlich „Hollerbrunn“ von Tina Skupin, das ich dann einfach kaufen musste. Warum? Weil darin Frau Holle mit traditionellen Alpensagen und einem Schuss „Eiskönigin“ kombiniert wird.

Als nächstes bin ich dann am Stand von Fabienne Siegmund gelandet, deren Papierprinzessin gerade noch rechtzeitig zur FeenCon angekommen ist. Ich mag ja eigentlich immer alles von ihr lesen, aber bei Prinzessinnen bin ich ein wenig zurückhaltend und wollte erstmal die Lesung abwarten … Auch wenn sich das für mich total seltsam angefühlt hat!

Direkt daneben war der Stand von Bernhard Hennen und Robert Corvus, für die ich auch wieder Arbeit mitgebracht hatte – immerhin war „Schlangengrab“ ja noch unsigniert. Aber erstmal hat mich Herr Corvus mit der Frage überrumpelt, ob ich den Battletech-Roman schon gelesen hätte (den ich mir auf der DreieichCon gekauft hatte, weil mich der Leseschnipsel bei der Wunschlesung-Abstimmung so neugierig gemacht hat) und dass Herr Hennen meint, dass mir das Buch nicht gefallen wird. So … Dann wird das wohl gleich mehrfach spannend – sollte ich meine Neugier vielleicht mit etwas mehr Skepsis betrachten? ;)

Auf der FeenCon hat das schon mal nicht geklappt, denn als mich Herr Corvus mit den Worten „Ein Buch für intelligente Leser!“ zum Stand von Alessandra Reß geschickt hat, schlug sie wieder zu. Zumindest als mir die entscheidende Frage beantwortet wurde, noch bevor ich sie stellen konnte. „Liminale Personae“ spielt nämlich Jahrzehnte nach einer verheerenden Zombie-Epidemie, und ich und Zombies passen einfach gar nicht zusammen. Aber es sollen keine auftauchen … Den Rest des Klappentextes fand ich sehr spannend, vor allem diese Fragen:

Wie individuell kann man sein, wo wird der Individualismus zu Egoismus? Und wie ideal darf man denken, wenn man überleben möchte?Alessandra Reß - Liminale Personae: Klappentext

Also habe ich kurz entschlossen das Buch gekauft und wurde beim Signieren mit zwei Dingen überrascht: Ich musste meinen Namen gar nicht buchstabieren und Alessandra sagte sogar mein Blog etwas. Hui. Nur das mit den Visitenkarten muss ich echt noch üben, ich hab das in dem Moment (mal wieder) total vergessen. :) Wieder zurück am anderen Stand habe ich nicht nur meine signierte Schlangengrab-Ausgabe eingesammelt, sondern mit Herrn Hennen auch über Hörbücher gesprochen. Ich höre gerade begeistert „Nebenan“ und musste das unbedingt loswerden. Danach musste ich erstmal raus und etwas frische Luft schnappen. Dabei habe ich dann auch festgestellt, dass es schon 12:40 war und ich somit nicht nur die Lesung von Esther Barvar aus „Ized – Die Magierinnen“ verpasst hatte, sondern auch meine erste unbedingt-hin-will-Lesung mit Judith & Christian Vogt, die aus „Die 13 Gezeichneten“ lasen. Hmpf. Also das ist mir auch noch nie passiert … Aber vielleicht sollte es ja einfach nicht sein, weil ich das Buch immer noch nicht zu Ende gelesen habe, obwohl ich so angetan davon bin. Hoffentlich gibt es im Sommerurlaub viel Lesezeit!

Aber zur nächsten Lesung habe ich es geschafft, Ann-Kathrin Karschnick las aus ihrem im Mai erschienenen „Weltenamulett“. Es geht um Weltenreisen, Magie und Götter – und um Melissa, die an ihrem 17. Geburtstag ein außergewöhnliches Amulett findet. Mit diesem Gegenstand tritt sie ein dunkles Familienerbe an, das sie in die fremde Welt Traveste führt, wo der Königsberater Cerumak ihr eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellt … Mir ist die Geschichte leider etwas zu jugendlich, aber ich habe die Lesung trotzdem genossen, weil ich die Autorin einfach gern lesen höre.

Danach habe ich mir eine Brezel als Wegzehrung besorgt und bin direkt zur nächsten Lesung gegangen, Bernhard Hennen & Robert Corvus stellten die Phileasson-Saga vor.

Nach der Vorstellung der Reihe, die natürlich der ein oder anderen Ergänzung bedurfte, wurde etwas aus dem aktuellen 5. Band „Schlangengrab“ gelesen. Dabei konnte ich nicht nur einer meiner Lieblingsfiguren wieder begegnen, sondern auch eine für mich neue spannende Figur entdecken. Es kann natürlich auch sein, dass sie schon im 4. Band „Silberflamme“ auftaucht, den kenne ich noch nicht … Nach der Fragerunde kam es dann zum Höhepunkt der Veranstaltung – der Thorwaler Chor musste ran! Ich bin wieder nicht weggelaufen und wurde mit der Foggwulf-Fanfare zur Melodie von „Stille Nacht“ konfrontiert. Mitten in der Sommerhitze … Das wohl! Und dann hat sich meine Stimme auch noch gefühlt sehr laut angehört, ich konnte die richtig hören und hab mich ordentlich erschrocken. Das ist dann wohl die Folge meiner vielen Singerei in den letzten Wochen – aber meist daheim! ;)

Eine Pause wäre jetzt schön gewesen, aber ich war einfach viel zu neugierig auf die Lesung von Florian Clever aus seiner Reihe „Schwert & Meister“. Klassische Fantasy in einer mittelalterlichen Welt, bisher sind 2 von geplanten 6 Teilen erschienen. Es geht um Glen, der eine gefährliche Gabe hat – sein Gespür für Niyn, das Mark der Berge. Ein Schwert aus diesem sagenhaften Erz ist die ultimative Waffe, Fürsten und Krieger gehen dafür über Leichen … Die Lesung aus den beiden Büchern Mervaron und Frahinda hat mir wirklich gut gefallen, auch die Erläuterungen dazu. Sehr fesselnd – und ich hatte auch gleich einige Bilder im Kopf. :) Eigentlich wollte ich auch noch zum Stand des Autors und mir die Bücher nochmal genauer anschauen, aber irgendwie ist das dann untergegangen …

Dann war es schon Zeit für die Lesung von Bernhard Hennen aus „Die Chroniken von Azuhr. Der Verfluchte“, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Es wurden zwei Szenen gelesen, und bei einer konnte das Publikum zwischen zwei Szenen wählen. Es ist dann die geworden, die ich schon kannte, allerdings fand ich das nicht sooo schlimm, weil ich die Szene mag. Auch wenn sie ein wenig eklig ist, gerade wenn man so wie ich über ein gut funktionierendes Kopfkino verfügt. Bei der Fragerunde tat mir der Autor tatsächlich ein wenig leid, weil wieder nach den Elfen gefragt wurde, obwohl er ja quasi elfenfrei hat und mit den Chroniken von Azuhr ja eine ganz neue Reihe inklusive neuer Welt zur Verfügung steht … Oder ich bin einfach nur zu nett, weil ich die Frage, die seit dem Lesen von „Elfenmacht“ in mir brennt, schön für mich behalte. ;)

Danach habe ich dann den Raum gewechselt, um die Lesung von Fabienne Siegmund nicht zu verpassen. Sie hat aus dem Wintermärchen Namiria und der frisch erschienenen Papierprinzessin gelesen. Ich kann gar nicht sagen, welches mir besser gefallen hat – bei beiden war ich total versunken und im Fangirlmodus. :) Wintermärchen gehen bei mir immer und zu diesem spüre ich eine ganz besondere Verbindung, außerdem liebe ich Geschichten in Geschichten. Und die Papierprinzessin klingt nach einem Buch für alle, die die Macht der Worte kennen und lieben. Worte, die alles zu verändern vermögen. Als besonderen Bonus finden sich in dem Buch viele Zitaten von Autorinnen und Autoren der Phantastik auf die Frage, was ihnen Geschichten bedeuten. Eine wunderbare Idee!

Und natürlich wollte die Papierprinzessin dann ganz unbedingt bei mir einziehen! Auf dem Weg zum Stand hat mich dann noch Stephanie Kempin ganz lieb überrascht und wir haben nett gequatscht. Danach dann zum Stand und – zack – hatte ich eine Papierprinzessin. So lieb signiert, dass ich vor Rührung fast geweint hätte – einfach weil Fabienne genau getroffen hat, was Geschichten mit mir tun. Und ich habe mich beim Durchblättern in das Zitat von Martin Ulmer verguckt … So schön und treffend!

Danach war ich noch bei einigen meiner „üblichen Verdächtigen“, bin dann aber bald zum Hotel gegangen, weil ich ganz schön geschafft war. Und der Sonntag würde ja auch anstrengend werden, inklusive Rückfahrt. Vom zweiten FeenCon-Tag schreibe ich dann in einem extra Beitrag, weil dieser schon wieder so unheimlich lang geworden ist …