Lesung aus „Himmel in Flammen“ von Bernhard Hennen in Braunschweig

Als ich Anfang April entdeckte, dass es hier in der Nähe endlich mal wieder eine Lesung für mich gibt, war die Vorfreude groß. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit vergehen würde, musste ich trotzdem gleich Literaturjunkie fragen, ob sie mitkommen mag – und die Karten reservieren. Vorgestern war es dann soweit und wir hatten einen phantastischen Abend, an dem ich mal wieder viel gegrinst und gelacht habe.

Eintrittskarte

Nach der Begrüßung und Anmoderation durch eine Mitarbeiterin der Stadtbibliothek begann Bernhard Hennen den Abend mit der Warnung, dass er ein eher lesefauler Autor ist und das Gespräch mit dem Publikum viel spannender findet. Danach konnten wir abstimmen, ob wir lieber eine Szene mit (möglicherweise) schlechtem Humor oder viel Romantik hören wollten. Wie immer hat der Humor gewonnen, also wurde das Kapitel „Fremdsprachenkenntnisse“ gelesen und wir landeten in einem Luftaal, den eine Elfe dem Troll Groz und dem Kobold Che überlassen hatte. Da der Luftaal für Elfen gebaut wurde, ist das eine verdammt enge Angelegenheit. Dazu kommt noch, dass Che um die richtige Aussprache des elfischen Wortes Liuvar ringt, um so an den Ort zu kommen, an den er gerade denkt.

Himmel in Flammen_BS_2

Damit war der „Pflichtteil“ erfüllt und es ging mit der Fragerunde los. Dort ging es u.a. um den ersten Verlagsvertrag, ob „Die Elfen“ von Anfang an als Beginn einer Reihe geplant waren, um den Nuramon-Roman von James Sullivan. Darum, ob man als Autor alle seine Figuren mag und von welchen Ideen der Verlag nicht angetan war. Um die Vorliebe für tragische Liebesgeschichten, den Umgang mit näher rückenden Deadlines und Qualität, Schwertkampf und Bogenschießen. Um Erziehungsmaßnahmen vom Verlag, Inspiration und Recherche. Um Dinge, die man als Autor nicht tun sollte, die einen Roman aber viel vorhersehbarer machen.

Natürlich ging es auch um zukünftige Projekte! Im nächsten Elfenbuch spielen Emerelle und Meliander eine große Rolle. Sie waren eine Weile an einem sicheren Ort und Emerelle bricht auf, weil sie unbedingt ihre Mutter finden möchte. Meliander ist eher der Meinung, dass wenn sich seine Mutter so lange Zeit nicht für ihn interessiert hat, er sich auch nicht mehr für sie interessiert. Emerelle begegnet Falrach und Meliander erlebt eine sehr tragische Liebesgeschichte, bei der man viele Taschentücher braucht, wenn man zart besaitet ist (mit dieser Warnung wurde ich besonders angesprochen – und hilflos wie ich bin, bleibt mir da wohl nichts anderes übrig als einen großen Vorrat an Taschentüchern anzulegen). Der dunkle Bruder spielt aber auch eine Rolle und macht sehr seltsame Dinge.

Himmel in Flammen_BS

Danach gibt es eine Elfenpause für mindestens 2-3 Jahre. Unter den Elfenfiguren, die noch eine größere Rolle spielen, ist auch Alathaia. Ab 2017 erscheint bei Fischer Tor eine Reihe über eine Welt, in die die Magie zurückkehrt. Darin eingewoben sind einige Ideen aus der Gezeitenwelt-Saga.

Als der Wunsch nach der Lesung der zweiten Szene aufkam und sich niemand von einer tragischen Liebesgeschichte abschrecken ließ, wurde die Fragerunde überraschend damit beendet. Das Kapitel „Der letzte Kuss“ handelt von zwei Elfen, die auf einer untergehenden Welt festsitzen. Er ist immer den Weg des Schwertes gegangen und hält die Grenze zwischen Lehrer und Schüler für eine wichtige Regel. Auch wenn er gespürt hat, dass sie sich wünschte, diese Distanz überwinden zu können. Nun fragt er sich, ob aufrichtige Liebe über dieser Regel steht und er sich womöglich geirrt hat …

Eine sehr berührende Szene, bei der mir tatsächlich auch ein paar Tränen über die Wange liefen. Nicht wegen den beiden Elfen, sondern wegen der Anspielung auf Gonvalon. Gleichzeitig habe ich mich über die Erwähnung meiner ultimativen Lieblingsfigur aus der Drachenelfen-Reihe aber auch riesig gefreut.

Die Nacht der Schlange

Zum Signieren hatte ich diesmal „Die Nacht der Schlange“ dabei, ein aventurischer Kriminalroman, den ich noch gar nicht so lange habe – irgendwie war er mir durchgeflutscht. Dabei haben wir auch etwas über Wolfsträume gesprochen, die am 04. Oktober erscheinende Sammlung von Erzählungen. Darin enthalten sind neben (mir teilweise sogar unbekannten) bereits erschienenen Geschichten auch zwei neue Erzählungen. (Auf der Verlagsseite gibt es übrigens auch eine Leseprobe.)

8 Comments

  1. Hallo Marny,

    kleine Frage..was bedeutet… aventurischer Krimi denn?

    Diesen Ausdruck kenne ich noch nicht im Zusammenhang mit einem Krimi, deshalb auch meine Frage.O.K.

    LG..Karin…

    • Hallo Karin,

      der Krimi spielt in Aventurien, einem Kontinent des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ (DSA).

      Liebe Grüße,
      Marny

  2. Hallo Marny,
    ein sehr schöner Bericht! Ich habe schon lange vor, einmal die große Elfen-Saga von Bernhard Hennen zu lesen. Das werde ich bald machen.

    Du hast eine sehr schönen Blog, das werde ich demnächt mal öfter vorbeischauen. :)

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      lieben Dank! :) Dann wünsche ich dir mit der Elfen-Saga schon mal viel Spaß, da hast du ja einige Seiten vor dir. Ich bin gespannt, wie dir die Bücher gefallen.

      Herzliche Grüße
      Marny

  3. Hallo Marny,

    ein interessanter Bericht, da wäre ich gern dabei gewesen! Bernhard Hennen ist mit seiner Elfen-Saga zu einem meiner Lieblingsautoren geworden. Im Moment lese ich die Elfenritter-Reihe und natürlich kommen dann auch noch die Drachenelfen. Vielleicht bietet sich mir ja auch irgendwann mal die Gelegenheit eine seiner Lesungen zu besuchen. :)

    Liebe Grüße
    Anka

    • Hallo Anka,

      dann teilen wir ja einen Lieblingsautor. :) Ich bin gerade am letzten Drachenelfen-Band dran und stecke mittlerweile im Finale, bisher bin ich sehr begeistert – mal sehen, wie er es enden lässt. Und ich drücke dir die Daumen, dass du es auch mal zu einer seiner Lesungen schaffst. :)

      Liebe Grüße,
      Marny

  4. Hallo,
    ich würde ja auch sehr gerne mal an einer Lesung Teilnehmen, aber irgendwie war ich in meiner Nähe bisher immer zu spät und die Karten waren schon ausverkauft. (Das steht aber ganz fett auf meiner Liste.)
    Am liebsten würde ich ja einmal Sebastian Fitzek lauschen, aber der treibt sich gerade nicht in meiner Gegend rum.

    Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende,
    Rena

    • Hallo Rena,

      die Lesungen hier in der Nähe sind meistens nichts für mich, weil mich die Autoren/Bücher oft nicht interessieren. Daher nutze ich Messen und Cons da immer gerne aus. :) Aber es ist toll und natürlich auch entspannter, wenn es auch mal eine Lesung in der Nähe gibt, die mich reizt.

      Liebe Grüße
      Marny

Leave a Reply