Fantasywoche

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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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[Gastbeitrag] Das Making-of vom „Geheimnis der Sternentränen“

Heute darf ich euch wieder einen Gastbeitrag präsentieren! Diesmal erzählt uns Anke Höhl-Kayser etwas über die Vorgeschichte von „Das Geheimnis der Sternentränen“. Der Roman ist im Januar 2017 im Bookspot Verlag erschienen – und jetzt übergebe ich die Tastatur an Anke!

Gastbeitrag

Unverhofft kommt oft, oder: das Making-of vom „Geheimnis der Sternentränen“

Im Dezember 2014 stieß ich auf einen faszinierenden Kurzgeschichtenwettbewerb. Der DrachenStern Verlag – ein Imprint des Bookspot Verlags – hatte eine Ausschreibung in den Rubriken Fantasy und Science-Fiction gestartet. Man konnte ein Preisgeld und einen Buchvertrag gewinnen – aber das war nicht das Spannendste.
Was mich an dieser Ausschreibung so faszinierte, war die Tatsache, dass es keinen Ideenrahmen gab. Meistens haben Ausschreibungen Themen, die relativ klar vorgeben, worum es in den Geschichten gehen soll. Hier gab es nur die beiden Titel für die Rubrik Fantasy („Schattenfeuer“) und für die Rubrik Science-Fiction („Sternenfeuer“). Keinen Tipp für die Handlung. Während sich bei anderen Ausschreibungen meine Fantasie am Handlungsrahmen entzündet, schaute ich hier sozusagen ins Leere. Auf der Vor-Cover-Abbildung ein Drache mit gespreizten Flügeln. Das war alles. Sollten es also Drachen sein? Ich bin gar nicht so der Drachenfreund. Also doch was ganz anderes?

Ich schreibe seit 2009 hauptsächlich Fantasy, bislang weitgehend drachenfrei. In diesen sieben Jahren habe ich zehn Romane und über 30 Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Ich habe schon bei sehr vielen Wettbewerben mitgemacht, aber das hatte ich noch nicht: nicht wissen, was ich schreiben sollte.

Schwierigkeiten reizen mich. Probleme beim Schreiben wollen gelöst sein. Das Ganze ließ mich nicht los. Dazu musste mir doch was einfallen. Und am besten nicht nur irgendwas, denn man versucht ja immer, der eigenen Story die maximale Chance zu geben, danach in die Anthologie aufgenommen zu werden. An einen möglichen Gewinn dachte ich erstmal gar nicht.

In der Rubrik Science-Fiction sah es nicht anders aus. SF-Kurzgeschichten hatte ich alte Fantasytante aber schon geschrieben, ich bin auch eine begeisterte Sci-Fi-Leserin: Clarke, Asimov, Lem, die Strugazki-Brüder gehören zu meinen Lieblingsautoren. Warum also nicht zu beiden Rubriken etwas einreichen? Das war erlaubt.
Und dann hatte ich sozusagen die Erleuchtung.

Was, wenn ich zwei miteinander verbundene Kurzgeschichten einreiche? Eine, die im Jahr 2162 auf der Erde spielt und eine in einem mittelalterlichen High-Fantasy-Setting? Mit Drachen, um sicherzugehen? Und dazwischen eine Schnittstelle, ein Weltentor, durch das die Protagonisten hinüberwechseln können?

Ich schrieb die Geschichten, und während sie sich entwickelten, wurde mir klar: Das ist der Stoff für einen Roman. Für den dicksten, den ich bisher geschrieben habe.

Der Wettbewerb endete im April 2015. Ich hatte beide Geschichten eingereicht. Die Ausschreibung schlug Wellen in der Autorenwelt, die Facebookseite war viel frequentiert, und als ich las, dass 750 Stories eingegangen waren, rechnete ich mir für meine krause Idee nicht mehr viele Chancen aus.
Das Jahr verging. Anfang Dezember 2015 wurden die beiden Shortlists vom Verlag bekanntgegeben. Ich fasste es nicht: Meine beiden Geschichten waren dabei!
Nun stand die Gewinnerbekanntgabe an. Das ist der Moment, wo man sich als Autorin erstmalig Hoffnungen erlaubt, aber ich versuchte, realistisch zu bleiben. Die Geschichten hatten den Juroren gefallen – aber bedeutete das auch, dass ihnen das Gesamtkonzept gefiel? Dass sie mir für meine Geschichte einer dystopischen und einer Fantasywelt, verbunden durch eine uralte Technologie, einen Buchvertrag geben würden?

Was soll ich sagen. Unverhofft kommt eben doch oft. Zwei Tage vor Weihnachten bekam ich von Verleger Burkhard P. Bierschenck die Nachricht, dass ich den 1. Preis in der Rubrik Science-Fiction gemacht hatte.
Das Jahr 2016 stand dann ganz im Zeichen des Schreibens: 100 Seiten hatte der Roman zu diesem Zeitpunkt schon, weitere 330 kamen dazu.
Zwei Welten, an deren Spitzen Despoten stehen. Ein Matriarchat auf der dystopischen Erde, ein Patriarchat auf dem mittelalterlichen Planeten Ägeon. Jade, eine 32jährige Wissenschaftlerin und Ranon, ihr 18jähriger Geliebter. Wygo, der Handlanger des Patriarchen, der nicht mehr weiß, auf welcher Seite er stehen soll, nachdem er seine väterlichen Gefühle für Jades Zwillingsschwester entdeckt hat. Melody, die sich in einer Welt der durch Präimplantationsdiagnostik erschaffenen perfekten Menschen mit Down-Syndrom durchschlägt.

© Anke Höhl-Kayser

Und dann meinte das Leben, mir noch rasch dazwischen grätschen zu müssen: Meine Mutter, die mein größter Fan und meine begeistertste Leserin war, starb am 30.8.2016 mit knapp 88 Jahren. Einen Tag später war mein Abgabetermin für „Das Geheimnis der Sternentränen“. Weil sie mich in den Jahren als Autorin stets innig begleitet hat und ich wusste, wie viel ihr meine Arbeit bedeutete, konnte ich selbst in dieser Situation den Termin einhalten. Ihr gilt mein größter Dank.

Und so ist „Das Geheimnis der Sternentränen“ für mich mein emotionalstes Buch – es wird mich immer an riesengroße Freude, aber auch an Trauer erinnern und ein Stück weit Abschied sein. Dieses Gefühl mit meinen LeserInnen zu teilen, ist das Schönste, was mir passieren kann.

© Anke Höhl-Kayser

Buchvorstellung der Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus

Vor mehr als 25 Jahren entstand die Phileasson-Saga von Bernhard Hennen als Abenteuer-Kampagne für das Fantasy-Rollenspiel Das Schwarze Auge. Nun werden diese Abenteuer als (hoffentlich) zwölfteilige Romanreihe umgesetzt, die Bernhard Hennen gemeinsam mit Robert Corvus schreibt. Im Rahmen der Fantasywoche stelle ich euch heute die bisher im Heyne-Verlag erschienenen Bücher der Phileasson-Saga vor. Und die Autoren:

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt mit seiner Familie in Krefeld.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Der Sturm, 1990.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Drachenelfen – Himmel in Flammen.
  • Liebste Bücher (gelesen): Die Uhtred-Saga (Bernard Cornwell), Kind 44 (Tom Rob Smith).
  • Motto: Niemals aufgeben!

Robert Corvus, 1972 geboren, studierte Wirtschaftsinformatik und war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig, bevor er mehrere erfolgreiche Fantasy-Romane veröffentlichte. Er lebt und arbeitet in Köln.

  • Webseite
  • Erste Romanveröffentlichung: Sanguis B. Vampire erobern Köln, 2005.
  • Liebstes Buch unter den eigenen Werken: Schattenkult.
  • Liebste Bücher (gelesen): Sternenflut (David Brin), Das Lied von Eis und Feuer (George R. R. Martin), Elric von Melniboné (Michael Moorcock).
  • Motto: Das Abenteuer beginnt jenseits des Bekannten.

Band 1: Nordwärts
Erschienen am 11. April 2016
496 Seiten
ISBN: 978-3453317512
Verlagsseite


Klappentext:

Das größte Abenteuer aller Zeiten

Mythen und Sagen ranken sich um die Rivalität der beiden Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn dem Blender. Nun soll eine Wettfahrt entscheiden, wer von beiden der größte Seefahrer aller Zeiten ist und sich fortan König der Meere nennen darf. In achtzig Wochen müssen Phileasson und Beorn den Kontinent Aventurien umrunden, und dabei Prüfungen bestehen, denen sich noch nie ein Mensch zu stellen wagte. Es ist der Beginn des größten und gefährlichsten Wettlaufs, den Aventurien je gesehen hat …

Raubeinige Helden, tödliche Magie und eine atemberaubende Queste – Nordwärts ist der Auftakt zu einem gewaltigen neuen Fantasy-Epos.

Wir befinden uns bei den Thorwalern, einem Seefahrervolk aus dem Nordwesten Aventuriens, das als Plünderfahrer gefürchtet und als Handelspartner geschätzt wird. Mit ihren Drachenschiffen steuern sie alle Küsten des Kontinents an und die Ottajasko, die Schiffsgemeinschaft, ist ein unverzichtbarer Baustein der thorwalschen Gesellschaft.

Phileasson und Beorn unterscheidet nicht nur, dass der eine Thorwals größter Entdecker und der andere Thorwals gefürchtetster Plünderfahrer ist. Sie wählen ihre Ottajasko auch nach verschiedenen Kriterien aus und gehen unterschiedlich mit ihrer Mannschaft um. Die Gefährten, die sie sich für diese Reise erwählt haben, lernt man nach und nach besser kennen. Mir gefällt, dass sie nicht nur ihre Ecken und Kanten haben, sondern manche von ihnen schon jetzt innere Konflikte zeigen oder einfach eher im grauen Bereich angelegt sind. Die Einblicke in die Vergangenheit sind wie Geschichten in der Geschichte und machen diesen Roman auch sehr facettenreich.

Meine Rezension findet ihr hier, und bei der Buchfee ist auch eine erschienen. Oder ihr schaut mal in die Leserunde, dort finden sich noch weitere Meinungen.


Band 2: Himmelsturm
Erschienen am 08. August 2016
480 Seiten
ISBN: 978-3453317529
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden großen Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur legendärsten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: Den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei gefährlichen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr zweites Abenteuer führt die Rivalen ins ewige Weiß des Nordens zum sagenumwobenen Himmelsturm. Doch der Turm hat seinen eigenen Willen, und so geraten die beiden Helden und ihre Gefährten bald in tödliche Gefahr …

Der Himmelsturm taucht in Sagen auf, von denen niemand mehr weiß, wie alt sie sind. Ist an ihm das Firmament aufgehängt, sodass Himmel und Erde sich voneinander trennen, wenn er zerbricht? Ist er der Pfad, den die Götter genommen haben, um in die Welt zu gelangen? Oder die Brücke, über die die Himmelswölfe in die Nacht hinausgerannt sind, sodass ihre Augen nun als Sterne herableuchten?

Der Himmelsturm bietet nicht nur eine vergangene Kultur, sondern auch so einige Schrecken, die mich geschockt haben. Finster und gruselig … Trotz der düsteren Szenen war ich jedoch sehr von dem Buch fasziniert, was sicherlich auch an den vielen verschiedenen Facetten lag. Die Entdeckungen und Erlebnisse im Turm, die auf jeden einzelnen ihre Auswirkungen hatten – mal mehr und mal weniger. Die Vergangenheit, düstere Ereignisse, Kämpfe, Tragik, die Magierphilosophie. Und Dinge, die mich einfach verflucht neugierig gemacht haben …

Meine Rezension findet ihr hier. Die Buchfee ist auch in den Himmelsturm gereist, genau wie die Leserunde.


Band 3: Die Wölfin
Erschienen am 12. Dezember 2016
592 Seiten
ISBN: 978-3453317536
Verlagsseite

Klappentext:

Die beiden legendären Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind zur größten Wettfahrt angetreten, die Aventurien je gesehen hat: den ganzen Kontinent müssen sie umrunden und sich dabei heroischen Prüfungen stellen. Nur der Sieger wird sich mit dem Ehrentitel „König der Meere“ schmücken dürfen. Ihr drittes Abenteuer führt die beiden Rivalen in den wilden Nordosten Aventuriens. Dort, in den verwunschenen Wäldern und weiten Ebenen, müssen sie die bisher gefährlichsten Aufgaben der gesamten Wettfahrt bewältigen …

Phileasson erfährt von einer tödlichen Seuche, die unter den Stämmen der Nivesen wütet. Shayas Vision deutet darauf hin, dass er die Krankheit besiegen muss, um die dritte der Aufgaben zu lösen, die ihn zum König der Meere machen sollen. Auch vom Weg des Wolfes ist die Rede, dem zu folgen sei. Sind auch damit die Nivesen gemeint, die auf besondere Weise mit den Wölfen verbunden sind? Nicht nur wachen die Sterne über sie, in denen sie die funkelnden Augen der Himmelswölfe erkennen. Ihre Schamanen heulen mit den Kindern der Nacht, wenn sie mit rasselnden Keulen die Geister herbeirufen. Und seltsame Geschöpfe leben unter den Nivesen …

Den Roman kenne ich noch nicht, aber ich erhoffe mir von ihm, dass ich die Nivesen und ihre Lebensweise besser kennenlerne. Dass ich mehr über Crottet erfahre, über seine Vergangenheit. Dass es auch mystisch wird. Und dass es Wölfe geben wird, immerhin tauchen sie im Zusammenhang mit den Nivesen oft auf – und der Buchtitel spricht da ja auch für sich. Wie genau sind Wölfe und Nivesen miteinander verbunden, und warum? Fragen über Fragen … Man merkt vielleicht, dass mich das schon im ersten Band ziemlich neugierig gemacht hat.

Die Leserunde war allerdings schon im dritten Band unterwegs!


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Die Mischung aus Abenteuerroman und Fantasy trägt mit dazu bei, dass mich diese Reihe bisher so begeistert hat. Immer neue Aufgaben, Rätsel, Visionen und Überraschungen – also auch viel Stoff zum Spekulieren. Eine Welt, die man nach und nach kennenlernt. In der einem verschiedene Kulturen und ihre Geheimnisse begegnen. Sehr abwechslungsreich, auch bei den Emotionen und der Atmosphäre. Der Humor trifft genau meinen Geschmack, was nicht ganz so einfach ist. Außerdem gibt es Figuren mit Ecken und Kanten, die Tiefe zeigen und dafür sorgen, dass ich über ihre Beweggründe und ihre Vergangenheit nachdenke. Warum reagieren sie so, wie sie es eben tun? Was auch wieder einen Teil der Spannung ausmacht.

Zuletzt habe ich euch noch drei Zitate aus dem ersten Band herausgesucht, um zumindest ein klein wenig von der Atmosphäre und den Figuren zu zeigen. Das erste Zitat führt uns zu Phileasson, der gerade dabei ist, Mitglieder für seine Ottajasko auszuwählen:

»Was macht der Elf da?« Phileasson stand auf.
Salarin war auf das Schiff geklettert. Genau genommen hing er außen am Bug und schmiegte sich an den Vordersteven, über dem der dunkelgrüne Drachenkopf prangte. Für die merkwürdigen Runen, von denen auch Ohm Follker lediglich sagen konnte, dass sie sehr alt waren, interessierte er sich jedoch ebenso wenig wie für die Eisenmaske mit den drei Augenschlitzen, die darauf festgenagelt war. Phileasson hatte das Stück in genau diesem Zustand auf seiner zweiten Güldenlandfahrt erworben. Seitdem schmückte es die Seeadler.
»Salarin denkt manchmal anders als wir Menschen«, erklärte Shaya, die versuchte, mit Phileasson Schritt zu halten.
»Er kann so verrückt sein, wie er will, aber nicht auf meinem Schiff.«
Salarin wandte den Kopf und sah ihn mit amethystvioletten Augen an. »Dieses Holz will fahren. Es singt eine Melodie voller Fernweh.«
Entwaffnet blieb Phileasson stehen. »Der ist wirklich verrückt!«

(aus Nordwärts, Seite 161)

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Das zweite Zitat führt uns zu Beorns Schiffsgemeinschaft, denen gerade eine neue Reisebegleitung vorgestellt wird:

»Wie der Kapitän bereits sagte, ich bin ein Elf. Ein seelenloses, unsterbliches Geschöpf. Mir ist jede Schandtat zuzutrauen, und deshalb werdet ihr mich brauchen, wenn ihr auf dieser Wettfahrt siegen wollt, um in den Sagas der Skalden unsterblich zu werden. Unsterblichkeit ist mein Geschäft.«

(aus Nordwärts, Seite 223)

Im letzten Zitat wechseln wir wieder zu Phileasson und begeben uns nach Olport, wo er Leomara begegnet – einem Mädchen, das mit der Welt der Geister verbunden ist:

»Etwas Altes fährt auf den Fluten, dessen Herz härter ist als das Eis der Gletscher.«
Die Stimme des Mädchens klang so dunkel, als käme sie aus der Brust eines kräftigen Ruderers. Es sprach Garethi mit einer Lautfärbung, die Phileasson vermuten ließ, dass es sogar noch südlich des Mittelreiches aufgewachsen war. »Weißes Fleisch wandert, wo es nicht sein sollte. Ahnungsloser Geist beschwört den Frevel der Alten.«
Von unheimlicher Faszination gebannt, starrte Phileasson das Mädchen an. Die Kleine stand nicht zufällig hier. Sie hatte gewusst, dass die Seeadler in diesem Moment anlanden würde. Was hatten ihre seltsamen Worte damit zu tun?

(aus Nordwärts, Seite 237)


Quellen:
Vita auf der Verlagsseite zu Nordwärts
Phileasson-Webseite

Der Blender und der Foggwulf: Figuren-Interview zur Phileasson-Saga

Im Rahmen der Fantasywoche durfte ich ein Figuren-Interview zur Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus führen. Was lag also näher, als die beiden Drachenführer zum Interview zu bitten? Bereits in jungen Jahren wurde ihnen prophezeit, dass einer von ihnen den Titel König der Meere tragen wird. Die Oberste Hetfrau, die Anführerin Thorwals, ruft die Wettfahrt um diesen Titel mit folgenden Worten aus:

Ihr sollt eine Reise antreten, die euch in die fernsten Winkel Aventuriens führen wird. Ihr werdet euch an Aufgaben beweisen, denen sich noch kein Mensch zu stellen wagte. Es wird eine Fahrt sein, wie sie nie zuvor ein Recke gewagt hat. Es wird ein Weg von Blut und Tränen sein. Ein Weg, so gefährlich, dass vielleicht keiner von euch beiden je wieder vor mich treten wird. Wer siegreich zu mir zurückkehrt, der darf sich fortan König der Meere nennen. Und kein anderer soll diesen Titel führen, solange er lebt!

(aus Nordwärts, Seite 119)

Die Thorwaler sind ein Seefahrervolk aus dem Nordwesten Aventuriens, das als Plünderfahrer gefürchtet und als Handelspartner geschätzt wird. Ihre Drachenschiffe steuern alle Küsten des Kontinents an und die Ottajasko, die Schiffsgemeinschaft, ist ein unverzichtbarer Baustein der thorwalschen Gesellschaft.

Hier noch ein paar Details zu den beiden Drachenführern:

 Asleif Phileasson, der „Foggwulf“
(berühmtester Entdecker Thorwals)
Beorn Asgrimmson, der „Blender“
(gefürchtetster Plünderfahrer Thorwals)
Körpergöße:1,82 Schritt1,76 Schritt
Haarfarbe:weißblondschwarz
Hauptwaffe:Schwert FejrisSchwert
Drachenschiff:SeeadlerSeeschlange

Ging es nicht eigentlich um ein Interview? Das wohl! Und damit geht es nun auch los …

Warum werdet ihr den Titel König der Meere erringen, was zeichnet euch dafür aus?

Phileasson: Niemand liebt das Meer so sehr wie ich. Die Zyklopeninseln und Kap Brabak, die Charyptik und das Nordmeer bis hinauf zu Yumudas Insel habe ich erkundet. Ich kenne die Küsten nicht nur im Osten, sondern auch im Westen des Meers der Sieben Winde. Wer außer mir hat zweimal das sagenhafte Güldenland bereist?
Beorn: Wir sind zum Wettkampf um diesen Titel angetreten und auch wenn der Foggwulf unbestritten ein großer Entdecker sein mag, so bin ich ohne Zweifel der zähere Kämpfer.

Und welchen Ruf hat der jeweils andere?

Beorn: Phileasson ist ein vom Glück gesegneter Entdecker. Wenn die Geschichten über seine Güldenlandfahrten denn stimmen, überlebt er Reisen, bei denen andere Drachenführer schon auf der Anfahrt ertrinken.
Phileasson: Aus Beorn hätte ein ehrenhafter Recke werden können, aber er hat sich entschlossen, ein gewissenloser Raubmörder zu werden. Seinetwegen weinen sich Waisen in den Schlaf, und rechtschaffene Menschen zittern, wenn sein Name an ihr Ohr dringt.

Warum habt ihr euch für den Weg des Entdeckers bzw. Plünderfahrers entschieden?

Phileasson: Ist es nicht das Versprechen der See, den Wagemutigen an unbekannte Gestade zu führen? Warum leben wir, wenn nicht, um die Wunder der Welt zu schauen?
Beorn: Ruhm stopft keine hungrigen Mäuler. Wer an meiner Seite reist, der muss sich bewusst sein, dass ich kaum ein Risiko scheue. Ich gehe dorthin, wohin andere nicht einmal ihre Träume führen. Wer diesen Einsatz wagt, der kehrt reich zurück. Fragt meine Ottajasko.

Und was würdet ihr als euren größten Erfolg bezeichnen?

Beorn: Mein Überfall auf Porto Paligan. Er hat mich reich gemacht. Aber stolz gemacht hat mich die Tatsache, dass die Al’Anfaner sich seit diesem Überfall nicht einmal mehr sicher fühlen, wo sie sich zuhause wähnen. Es war höchste Zeit, dieses Sklavenhalterpack das Fürchten zu lehren.
Phileasson: Die zweimalige Überquerung des Meeres der Sieben Winde. Aus dem Güldenland habe ich eine grüne Maske mit drei Augen heimgebracht, die nun das Drachenhaupt am Vordersteven der Seeadler schmückt.

Wonach habt ihr eure Ottajasko für die Wettfahrt ausgewählt?

Phileasson: Ich erwarte viele unterschiedliche Aufgaben. Niemand kann alles, aber in meiner vielfältigen Mannschaft wird sich immer jemand finden, der die Fähigkeiten mitbringt, die uns allen weiterhelfen. Ich habe eine hervorragende Fährtenleserin dabei, einen Magier, sogar einen Elfen. Und einen Skalden, der unsere Heldentaten besingt.
Beorn: Ich suche unerschrockene Kämpfer an meiner Seite. Unsere Reise führt uns ins Ungewisse. Da ist es gut zumindest in einem Punkt Gewissheit zu haben: In meiner Ottajasko findet sich niemand, der in der Gefahr Fersengeld geben wird. Ganz gleich, was sich uns in den Weg stellt.

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Erzählt uns doch etwas über das vielleicht ungewöhnlichste Mitglied.

Beorn: Üblicherweise vertraue ich nur echten Thorwalern. So ist gewiss der Elf Galayne der ungewöhnlichste Recke unter uns. Aber er hat sich bewiesen. Er hält seinen Platz im Schildwall wie jeder andere auch. Das wohl!
Phileasson: Ich habe gezögert, Leomara della Rescati an Bord zu nehmen. Eigentlich habe ich es nur deswegen getan, um ihren Onkel Vascal dabeizuhaben. Schließlich ist eine solch gefährliche Reise nichts für eine Neunjährige. Aber Leomara ist kein einfaches Mädchen. Sie steht in Kontakt mit der Welt der Geister, und ihre Visionen haben uns schon oft geholfen.

Wie seht ihr die beiden Travia-Geweihten bzw. ihre Rolle in eurer Ottajasko?

Phileasson: Ich erinnere mich an das Gespräch, das ich mit Shaya auf den Klippen vor Thorwal geführt habe. Eine steife Brise hat sie umgeweht, aber sie ist einfach wieder aufgestanden, hat den Schnee von ihrer orangeroten Robe geputzt und weitergeplappert. Trotz ihrer zierlichen Gestalt ist sie hart im Nehmen, und inzwischen ist sie zum Herzen unserer Schiffsgemeinschaft geworden.
Beorn: Ich sehe mit großer Sorge, wie sehr die Ereignisse im Himmelsturm Lenya verändert haben. Sie ist nicht mehr die, die sie einmal war. Ich fürchte, dass diese Veränderung Travias Missfallen erregt.

Erzählt uns doch etwas über euren Glauben an Swafnir.

Beorn: Der Gottwal lebt in dem Element, dem ich mich verschrieben habe. Er ist mir nahe, wenn ich mich der Ungewissheit der See anvertraue. Er versteht, was einen Thorwaler bewegt. Er ist manchmal grausam, aber gerecht. Er schützt die Starken und Mutigen.
Phileasson: Wir sind Swafnirs Kinder, und er schaut auf unsere Taten, um die Recken zu erwählen, die am Ende der Zeiten an seiner Seite stehen sollen, wenn es gegen die große Schlange geht. Stets bin ich mir bewusst, dass er uns sieht – und ich will ihn stolz machen, das wohl!

Und wie haltet ihr es mit den anderen Göttern?

Phileasson: Die Götter sind rätselhaft, aber die Welt ist wunderschön, und deswegen bin ich denen dankbar, die sie geschaffen haben und die sie erhalten.
Beorn: Ich respektiere die Götter. Ich habe Travias Kraft in Lenya aufscheinen sehen. Doch viele der Zwölfe scheinen mir fremd. Firun der Gott des Winters ist mir vertraut. Boron, den Totengott respektiere ich, erfülle ich doch oft seinen Willen. Aber insgesamt halte ich es mit den Zwölfen wie mit einem Bären, der aus dem Winterschlaf erwacht ist. Ich störe ihre Wege nicht. Mein Herz und meine Huldigung aber gehören Swafnir.

Was ist euch wichtig, außer König der Meere zu werden?

Beorn: Meine Ottajasko, die Frauen und Männer, die mit mir durchs Feuer gehen, möglichst vollzählig in den Heimathafen zurück zu bringen.
Phileasson: Die Wunder der Welt zu sehen – und mich deucht, dass uns diese Reise Dinge schauen lassen wird, die unsere kühnsten Träume übertreffen.


Und schon sind sie wieder weg, unsere beiden Drachenführer. Ob bereits die nächste Aufgabe wartet?
*ein herzliches Dankeschön hinterher ruft*

Wer jetzt neugierig geworden ist oder die beiden einfach nur wiedersehen will, muss allerdings keine Wettfahrt gewinnen, denn die ersten drei Bände der Phileasson-Saga warten bereits auf euch:

Bernhard Hennen, Robert Corvus – Himmelsturm (Phileasson-Saga 2)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im Januar 2017
Verlag: Heyne
Phileasson-Seite

Rezension

Die zweite Aufgabe führt die beiden Rivalen um den Titel König der Meere ins ewige Eis des Nordens zum sagenumwobenen Himmelsturm, dessen Geheimnis sie erforschen sollen. Es zeigt sich, dass in den Legenden Wahrheit steckt, sie jedoch nicht von den finsteren Gefahren erzählen, die auf die beiden Drachenführer und ihre Gefährten warten. Welchen Preis müssen sie zahlen, um das Rätsel des Himmelsturms zu lösen?

Der epische Prolog führt uns diesmal bis nach Al’Anfa, einer reichen Stadt im Süden Aventuriens. Wir lernen Abdul kennen, einen novadischen Magier mit einem besonderen Interesse an den untergegangenen Echsenvölkern, der versucht, seine von Sklavenjägern entführte Nichte Selime zu befreien. Es ging also gleich spannend los, und mit dunklen Mächten …

Die Haupt-Geschichte spielt überwiegend im Himmelsturm, also in einem Gebäude. So eine Konstellation hat für mich immer einen besonderen Reiz, weil die Handlung sich an einem Ort abspielt und die Figuren (meistens) zwangsläufig mehr miteinander interagieren. So kommt es hier auch öfter zu Begegnungen zwischen den beiden Gruppen bzw. einzelnen Mitgliedern. Durch die vielen Ebenen hatte ich aber auch das Gefühl, mich in einer Art Stadt aufzuhalten – nur dass diese eben in die Höhe gebaut wurde.

Im Turm erwartet uns eine bedrückende und sehr dichte Atmosphäre, die mit jeder Ebene beklemmender wird. Es gibt mysteriöse Entdeckungen und unheimliche Begegnungen, furchtbare Kreaturen und uralte Tücke. Manche Szenen waren für mich ein echter Alptraum (ganz besonders wenn man dann auch noch davon träumt), finster und gruselig. Dabei ist die Geschichte aber auch so unglaublich spannend, dass man kaum zum Luft holen kommt – oder dazu, sich Gedanken darüber zu machen, ob man noch genug Mut zum Weiterlesen hat.

Es gab aber auch Stellen, die mich sehr fasziniert haben. Vor allem, wenn es um die vergangene Kultur ging – da waren dann plötzlich so viele Fragen in mir. Es ist schon ein Fluch mit der Neugier! Und die verloren gegangene Kunst hat fast so etwas wie Trauer in mir ausgelöst, woran man auch sieht, wie nah und eindringlich diese Beschreibungen auf mich gewirkt haben.

Der Himmelsturm hat seine ganz eigene Magie – und die Erlebnisse dort hatten auf jeden Auswirkungen, mal mehr und mal weniger. Es gibt Figuren, die ihre Furcht und auch ihren Mut zeigen. Die viel empfänglicher für Magie sind als andere. Bei denen bestimmte Charaktereigenschaften deutlicher hervortreten oder sich ganz neue Facetten zeigen. Oder die etwas anderes finden, als sie gesucht hatten.

Zu manchen Figuren haben ich durch ihre Verhaltensweisen nun ein etwas distanzierteres Verhältnis – und ich bin gespannt, wie sich das im nächsten Band entwickelt. Es gibt aber auch welche, die mir noch mehr ans Herz gewachsen sind. Und genau das Gegenteil: Auf meine Lieblingsfigur aus dem ersten Band bin ich ja voll reingefallen, auch wenn ich leichte Bedenken hatte. So fies! Und am Ende des Romans bin ich ja fast schon panisch geworden, weil ich dachte, dass es mit Lieblingsfigur #2 nun zu Ende geht … Ein auf und ab der Emotionen!

„Himmelsturm“ war für mich eine extrem fesselnde Lektüre, die mich trotz der düsteren Szenen sehr fasziniert hat. Am unheimlich fiesen Epilog hatte ich noch eine Weile zu knabbern und musste mich von dem Buch auch etwas erholen, allerdings meide ich normalerweise auch alles, was irgendwie nach Horror aussieht. Und zumindest gefühlt habe ich mich dafür ganz gut geschlagen … Diese dunkle Atmosphäre hatte aber auch ihren Reiz. Und mit etwas Abstand überwogen auch andere Eindrücke, die zu den Figuren. Selbst Beorn ist mir ja näher gekommen, das wohl! Ich freue mich also schon riesig auf den nächsten Band „Die Wölfin“, der zumindest teilweise wieder eine ganz andere Atmosphäre verspricht.

Reihenfolge:

  1. Nordwärts
  2. Himmelsturm
  3. Die Wölfin
  4. Silberflamme (erscheint am 11. September 2017)

Katharina Gerlach – Schwanenprinz: Die wilden Schwäne (Schätze Neu Erzählt 7)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im November 2016
Verlag: Independent Bookworm
Autorenseite

Rezension

Prinz Laurent gibt der Prinzessin des benachbarten Königreiches einen Korb, als diese ihn über ihre geplante Hochzeit informiert. Daraufhin verwandelt sie ihn und seine sechs Brüder in Schwäne, denen jedoch die Flucht gelingt. Zusammen mit ihrer einzigen Schwester, die ihnen in einem Flugapparat gefolgt ist, stürzen die Prinzen über einem Friedhof ab. Dort suchen sie nach einem Weg, ihre Verwandlung rückgängig zu machen, bevor die wütende Prinzessin sie findet.

In der Reihe „Schätze Neu Erzählt“ erscheinen Kurzgeschichten, die Märchen aus ungewohnten Perspektiven erzählen. Angesiedelt in einer magischen Welt, in der sich Zauberei und Technologie (Steampunk) miteinander verbinden. Das Märchen, so wie ich es kannte, würde sich in dieser Geschichte also verändern. Aber konnte mich die Atmosphäre auch überzeugen und eine Verbindung zwischen „meinem“ Märchen und der neuen Interpretation herstellen?

Die Geschichte beginnt im Luftschiffhangar, wo die königlichen Gäste herumgeführt werden und Prinz Laurent von dem ganzen „Kronprinzenquatsch“ genervt ist. Es wird deutlich, dass neue dampfgetriebene Erfindungen diese Welt verändern und zu prägen beginnen. Über die Luftschiffe habe ich mich dabei besonders gefreut, weil sie mich einfach faszinieren.

Anfangs gab es kaum Verbindungen zu dem mir bekannten Märchen, was ich allerdings nicht als Nachteil empfunden habe, weil mich diese neue Perspektive gefesselt hat. Außerdem konnte ich mich so ganz auf die neue Welt einlassen und die Figuren kennenlernen, ohne am Original zu „kleben“. Mir hat auch gefallen, dass die Geschichte überwiegend auf einem Friedhof (und seiner Umgebung) spielt – dazu noch der ungewöhnliche Geist, zu dem sich Laurent hingezogen fühlt. Stimmungsvoll und auch mystisch.

Die Elemente des Märchens, die in die Adaption eingeflossen sind, machen für mich den Kern der wilden Schwäne aus. Vielleicht sind es aber auch einfach nur die Dinge, die mich sehr berührt und dafür gesorgt haben, dass es mein Lieblingsmärchen wurde. Die Stimmungen und Gefühle, die ich mit diesen Elementen verbinde, waren auch im „Schwanenprinz“ vorhanden – in mir. Sie wurden in eine Geschichte und eine Welt transportiert, die sehr von dem Original abweicht und dessen neue Kombination gleichzeitig stimmig auf mich gewirkt hat.

Diese Mischung aus bekannten und neuen Elementen hat mir sehr gefallen – es ist etwas Neues entstanden, das sich trotzdem nach „meinem“ Märchen anfühlt. Eine Variante, in der es immer noch um Selbstlosigkeit, Liebe und Zusammenhalt geht. Aber eben auch um Mechanik und einen Geist. All das hat mich berührt und beim Lesen glücklich gemacht, ich werde also gerne an diese Version zurückdenken. Es war einmal … alles ganz anders.

(Enthält auch das Original-Märchen und die Bonus-Geschichte „Heim und Herd“.)

10 Bücher, bei denen meine Neugier meine Zweifel besiegt hat …

Es gibt diese Bücher, die einen reizen und gleichzeitig sind da diese Bedenken … Passt die Geschichte zu mir und meinem Lesegeschmack? Meine Neugier führt mich gelegentlich zu Büchern, an die ich mich erst nicht so rangetraut habe. Manchmal geht das daneben und manchmal treffen die Geschichten meinen Geschmack. Hier geht es jetzt um 10 Bücher, die mir dann trotz meiner Zweifel sehr gefallen haben.

  1. Florian Tietgen – … wenn es Zeit ist …
    Belastet mich die Gewalt in diesem Roman zu sehr oder ist er zu „literarisch“ für mich? Nichts von beidem! Die Geschichte um den innerlich zerrissenen Henrik wird sehr feinfühlig und vielschichtig erzählt. Sie thematisiert verschiedene Themen, die keine „leichte“ Kost sind und bedrücken können. Mir war das aber nicht zu viel, weil es auch positives und Hoffnung gab. (Rezension)
  2.  

  3. Selma J. Spieweg – Boris & Olga 1: Tod dem Zaren
    Meine Befürchtung, dass ich mit reinem Steampunk womöglich nicht klar komme, hat sich in diesem Fall nicht bewahrheitet. Vielleicht, weil sich die Mechanik manchmal wie Magie angefühlt hat. Vielleicht aber auch, weil die Geschichte sehr intensiv auf mich wirkte und ich zu Boris mit seinen vielfältigen Empfindungen und Unsicherheiten einen ganz besonderen Zugang hatte. (Rezension)
  4.  

  5. Peter S. Beagle – Das letzte Einhorn
    Ich mag den Film, aber bei dem Buch hatte ich Bammel davor, dass es zu anspruchsvoll für mich ist. Glücklicherweise gab es aber jemanden, der mich immer wieder auf den Roman neugierig gemacht hat – so lange, bis ich es einfach lesen musste und danach völlig begeistert war. Beispielsweise von der wundervollen Sprache, der magischen Poesie, diesen schönen Beschreibungen und Ideen. Ein Held ist nur dann ein richtiger Held, wenn er vom Augenblick seiner Geburt an in Schwierigkeiten steckt. (Rezension)
  6.  

  7. Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig
    Hier hatten mich die düsteren Andeutungen verunsichert, die ich sowohl beim Verleger als auch bei Fabienne mitbekam. Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht. (Rezension)
  8.  

  9. Erik Kellen – Die blaue Königin
    Die Geschichte ist mir 2014 noch als „Die letzte Muse“ unter dem Pseudonym Rebecca Vali begegnet – und wurde als sinnlicher Liebesroman verkauft, was mich ein wenig abgeschreckt hat. Der literarische Bezug, eine Muse und nicht zuletzt die Leseprobe sorgten dann dafür, dass ich das Buch lesen wollte. Die sinnliche Seite ist ein wichtiger Teil des Romans, der sich aber mit vielen anderen Dingen verbindet – und erst das Gesamtpaket berührt mich auf eine sehr intensive Weise. Ich mag die Tiefe der Geschichte, denn es geht auch darum, wie man mit den Wunden, die einem das Leben beibringt, umgeht. (Rezension)
  10.  

  11. Deborah Harkness – Die Seelen der Nacht
    Vampire und ich … sind jetzt ja nicht so die besten Freunde. Aber manchmal bin ich zu neugierig und versuche es doch – hier trugen die Hexen in der Geschichte und die Begeisterung im Freundeskreis dazu bei. Ein Wohlfühlbuch mit einer dichten Atmosphäre und leiser Erzählweise. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Hintergründe, die in die Geschichte eingebaut wurden. Das Wissen, das vermittelt wird, ohne belehrend zu wirken, dafür aber meine Neugier geweckt hat. (Rezension)
  12.  

  13. Christoph Hardebusch – Die Werwölfe
    Werwölfe verband ich vor diesem Buch vor allem mit Horror, und das ist eindeutig nicht mein Genre. Hier hat mich die Beschreibung aber sehr neugierig gemacht – genauer gesagt die Verbindung zwischen Lord Byron und dem geheimnisvollen Erbe der Werwölfe. Die auftretenden historischen Figuren sind abwechslungsreiche und oft nicht ganz einfache Charaktere, die mein Interesse geweckt haben und gelungen in die historisch-phantastische Handlung eingearbeitet wurden. Es geht mystisch und düster zu, außerdem liebe ich die poetischen Szenen! (Rezension)
  14.  

  15. Natalie Matt & Silas Matthes – Kings & Fools 1: Verdammtes Königreich
    Hier hat mich die Zielgruppe abgeschreckt, die Reihe richtet sich ja an die Fans von „Game of Thrones“ – und das ist einfach nicht so meins. Der Inhalt klang allerdings spannend und nach einer besuchten Lesung war ich mir dann sicher, dass ich es trotz meiner Bedenken einfach mal mit dieser Reihe versuchen muss. Den ersten Band habe ich begeistert gelesen, eine faszinierende und sehr fesselnde Geschichte mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Lange nicht so düster, wie ich befürchtet hatte, sondern eine spannende Mischung aus High Fantasy und Mystery.
  16.  

  17. Bernhard Hennen – Nebenan
    Nach einigen schiefgegangenen Versuchen hatte ich das mit mir und der lustigen Fantasy eigentlich aufgegeben, mein Humor reichte wohl nur für einzelne Figuren – bestenfalls. Hier habe ich dann aber eine Ausnahme gemacht, weil ich einfach zu neugierig darauf war, was mein Lieblingsautor daraus macht. Überraschenderweise (zumindest für mich) hat der Humor voll meinen Geschmack getroffen. Mir hat gefallen, dass dieser nicht so abgehoben oder übertrieben war, sondern fein und leicht schräg. Und mit viel Situationskomik! Außerdem hätte ich ohne diese Geschichte ja nie meinen liebsten Öko-Terroristen kennengelernt … (Rezension)
  18.  

  19. Monika Jaedig – Silbernes Band
    Wieder Vampire. Diesmal konnte ich Island nicht widerstehen – und der stimmungsvollen Leseprobe. Der Roman hat auf mich sehr emotional und vielschichtig gewirkt, denn es geht um verschiedenen Beziehungen, die Welt der Unsterblichen und den Hintergrund der einzelnen Figuren. Außerdem gibt es eingeflochtene Erzählungen im isländischen Sagastil, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind. (Rezension)

Fantasywoche vom 06.-12. Februar 2017

Was ist das?

Ein Online-Event für alle Fans von Romantic-, Urban-, Dark- und High-Fantasy, das von den beiden Schirmherrinnen Emily Thomsen und Christin Burger finanziert wird. 7 Tage lang wird es Live-Lesungen, Challenges, Gewinnspiele und Überraschungen geben!

Die Veranstaltung findet auf Facebook statt, es gibt aber auch eine Webseite. Auf dem Blog gibt es übrigens auch schon ein paar Beiträge und Videos.

Kostenlose Tickets für Leser und Autoren gibt es hier.

Welche Autoren sind mit dabei?

  • Alana Falk
  • Alexandra Fuchs
  • Amber Auburn
  • Ava Reed
  • Bernhard Hennen
  • Christin Burger
  • Ela Feyh
  • Emily Thomsen
  • I.Reen Bow
  • Ju Honisch
  • Julia Adrian
  • Marie Grasshoff
  • Mella Dumont
  • Mira Valentin
  • Mirjam H. Hüberli
  • Robert Corvus
  • Rose Snow
  • T.S. Orgel

Ich hatte auf der Facebook-Seite von Robert Corvus einen Beitrag zur Fantasywoche gesehen und musste mir dann einfach eines der Blogger-Tickets sichern. Eine Fantasywoche! Nicht ohne mich. ;)

Ich hatte erst befürchtet, dass es da nur um Romantic Fantasy geht – aber es werden ja noch drei weitere Subgenres angesprochen, mit denen ich etwas anfangen kann. Und die High Fantasy ist immer noch eins meiner Lieblingsgenres.

Ich bin also als Blogger mit dabei und unheimlich neugierig, was uns da so alles erwartet. Noch weiß ich nicht, was für einen Beitrag ich beisteuern werde bzw. mit wem – das wird also noch spannend! Ich freue mich aber schon sehr auf die Fantasywoche, wer von euch ist denn mit dabei?

Fabienne Siegmund – Das Herz der Nacht

Erscheinungsjahr: 2015 als eBook bei Forever, 2016 als Hardcover bei Acabus
Gelesen im November 2016
Verlag: Acabus

Rezension

Venedig: Nach sieben Tagen, an denen die Sonne nicht aufgegangen ist, kehrt sie am achten Morgen zurück, aber dafür gibt es nun in der Nacht keine Dunkelheit mehr. Am neunten Morgen ist die Tänzerin Anisa verschwunden – nicht als einzige, wie der Zauberkünstler Matéo bei der Suche nach seiner Gefährtin erfährt. Zusammen mit seinem Kaninchen Jordí gelangt er schließlich in den Zirkus Laylaluna, wo er auch Anisa findet, die sich jedoch nicht an ihn erinnern kann. Dafür lädt sie ihn ein, ebenfalls im Zirkus aufzutreten …

Die Geschichte beginnt damit, dass der größte Magier der Welt erzählt, was für ein Narr er war. Ausgerechnet er hat seine geliebte Layla nicht als das erkannt, was sie war. Als sie nach sieben Tagen und sieben Nächten fortging, war sein Schmerz so groß, dass er Layla in einen Traum gesperrt hat, um das Glück festzuhalten. Doch sie träumt nicht von ihm – und zusammen mit ihr ist so vieles mehr verschwunden.

Mit diesem Beginn hatte mich das Buch emotional erwischt, denn die Tragik dahinter reizte mich nicht nur, sie forderte auch meine Neugier heraus. Wie sah es in diesem Traum aus? Wovon träumte Layla? Gibt es eine Möglichkeit, diesen Traum zu beenden? Geschichten über Träume sprechen mich an, und hier kommt noch etwas märchenhaft-magisches dazu.

Das fängt schon bei den Schneeglöckchen an, die immer wieder auftauchen. Zuerst sind sie „nur“ eine Spur, die Matéo und Jordí zum Zirkus führen, später tauchen sie dann in anderer Form auf und erhalten eine besondere Bedeutung. Und die ist auch bis in meine Realität vorgedrungen und begleitet mich nun immer, wenn ich Schneeglöckchen sehe.

Der Zirkus ist voller Magie, durch seine ganz eigenen Besonderheiten und die Aufführungen. Ich habe mich bei einigen Dingen so gefühlt wie als Kind im Zirkus, alles war voller Wunder und von verheißungsvollen Melodien umwoben. Manche Aufführungen haben mich total verzaubert, beispielsweise Anisas Kunststücke mit den Seifenblasen.

Auch wenn das natürlich nur eine Seite des Zirkus Laylaluna ist, die helle. Es gibt auch Aufführungen, die nicht funktionieren. Einsamkeit, Schmerz, Zweifel und Traurigkeit. Dinge, die man nur sieht, wenn man genau hinschaut. Matéos Versuche, den Traum zu beenden – und die Gefahr, in die er sich dadurch begibt.

Die meisten anderen Künstler wirken anfangs ziemlich verschlossen und kühl, was später aber nachvollziehbar wird. Nach und nach erfährt man etwas über sie – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Dadurch stehen mir die meisten Figuren nah und manche von ihnen habe ich einfach in mein Herz geschlossen.

Das gilt vor allem für Mireia, die Wahrsagerin. Zu ihr spürte ich von Anfang an eine besondere Verbindung, die sich im Verlauf der Geschichte noch vertieft hat. Sie weiß viel, strahlt eine gewisse Melancholie aus und berührt mich einfach sehr. Außerdem liebe ich ihr Tarot der tausend Stimmen!

Das Ende der Geschichte hat für mich auch eine traurige Ebene, obwohl es positiv und ein Neuanfang ist. Es hat etwas mit Träumen und Erinnerungen zu tun. Und natürlich damit, dass ich gern noch mehr über Mireia erfahren hätte. Aber all das passt wunderbar zu der Geschichte, die nicht nur von Magie sondern auch von Melancholie begleitet wurde.

„Das Herz der Nacht“ war für mich eine märchenhaft-poetische Lektüre, die mir den Zirkus-Zauber wieder näher gebracht hat – gemischt mit tragischen Elementen und einem Traum, der ein Gefängnis ist. Der Roman beginnt ruhig, die Spannung baut sich jedoch beständig auf und es gibt einige Szenen, bei denen ich ganz hibbelig geworden bin. Emotional, berührend, mit einem ganz besonderem Tarot und magischen Bildern. Und einem runden Ende, auch weil das Motiv des Schneeglöckchens noch einmal aufgetaucht ist …

Tschüß, 2016!

2016. Im ersten Moment denke ich: Was für ein schreckliches Jahr. Aber das stimmt nicht, die negativen Dinge schwimmen einfach nur weiter oben an der Oberfläche. Ja, das Jahr hielt so einige erschreckende und beängstigende Ereignisse bereit. Und ja, es war für mich persönlich aus unterschiedlichen Gründen ein sehr anstrengendes Jahr. Aber eben nicht nur! Also höchste Zeit, an die schönen Momente 2016 zu denken …

Ich war wieder auf einem Konzert meines Lieblingsmusikers. Bei vielen Lesungen, von Lieblingsautoren aber auch für mich bis dahin unbekannten Autoren. Habe Torsten Sträter live gesehen. War in meiner Lieblingsstadt und an anderen schönen Orten, die mir neue Eindrücke verschafft haben. Ich habe einige liebe Menschen wiedergesehen – und neue kennengelernt. Es gab schöne Sonnenauf- und -untergänge, Nebelwelten, Blumenduft, Mondschein, Katzenmaunzen und Krähenkrächzen. Ich habe es tatsächlich geschafft, an zwei Leserunden teilzunehmen. Es gab einige sehr besondere Momente, die mir viel bedeuten. Und spezielle Geschenke. Meine Buchposter-Sammlung ist wieder gewachsen und ich durfte Schrati adoptieren! Unter anderem …

collage16

Von der persönlichen Entwicklung her hat mir 2016 vor allem eins gebracht: Stärke. Auf dem Blog hat man davon vielleicht nicht soviel gespürt, weil es in Phasen sehr ruhig war und ich ja sogar überlegt hatte, ganz aufzuhören. Hier waren eher die Anfänge zu sehen – der Mut, Anfragen für Interviews zu stellen, auch wenn ich mich dafür mit meinem Nischenblog zu unbedeutend fühlte. Und das Ende, denn den Blog gibt es ja nach wie vor. Ich hoffe im nächsten Jahr läuft das ein wenig runder.

Und wo ich schon beim Blog bin … Ich habe mal geschaut, welche 5 Buchrezensionen im Jahr 2016 am meisten angeklickt wurden:

  1. Erik Kellen – Nimmerherz 2. Der lange Weg des Windes (164 Aufrufe)
  2. Bernhard Hennen, Robert Corvus – Phileasson 1. Nordwärts (141 Aufrufe)
  3. Erik Kellen – Nimmerherz 1. Roter Schnee wird fallen (81 Aufrufe)
  4. James A. Sullivan – Nuramon (80 Aufrufe)
  5. Erik Kellen – GezeitenZauber (67 Aufrufe)

Mögt ihr Listen? Dann kommt hier gleich die nächste, mit den in 2016 veröffentlichten Interviews:

Meinem Lesejahr stehe ich etwas zwiegespalten gegenüber, denn ich habe nur 18 Bücher gelesen – was ich ziemlich deprimierend finde. Allerdings haben mir dafür alle gut gefallen, sie haben mich nur unterschiedlich intensiv erwischt. Das hatte ich so auch noch nicht …

Darum fällt es mir auch schwer, mein(e) Jahreshighlights zu nennen. Ich nehme da jetzt einfach die Geschichten, die mich am intensivsten erwischt haben:

Wenn ihr mich jetzt aber unbedingt auf ein Buch festnageln wollt … Dann die Drachenelfen! Am meisten gelesen habe ich 2016 übrigens von Fabienne Siegmund, ganze drei Bücher.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein phantastisches 2017! Habt eine schöne Zeit, achtet auf euch (und andere) und macht möglichst oft das, was euch am Herzen liegt. Wir lesen uns …

silvester

Bernhard Hennen – Himmel in Flammen (Drachenelfen 5)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im September 2016
Verlag: Heyne
Autorenseite

Rezension

Der abschließende Band der Drachenelfen-Reihe beginnt damit, dass über Volodis Palast ein einzigartiger Wolkensammler vor Anker geht, dem ein „alter Bekannter“ entsteigt, der dem Unsterblichem vom wohl größten Geheimnis Nangogs berichtet: Dem Traumeis, das er gefunden und wieder versteckt hat. Mit ihm kann man alles verändern – und einen Weg finden, um die Daimonen endgültig zu vertreiben. Wie wird der Kampf um die Welt Nangog enden?

Schon nach wenigen Seiten wurde ich wieder mitten in die Geschichte gezogen und die Erinnerungen an die vorherigen Bände stiegen immer zahlreicher in mir auf. Ich war fasziniert, genoss die besondere Stimmung und die zahlreichen Erzählperspektiven, die für mich einfach zu dieser Reihe gehören.

Natürlich gibt es Figuren, die mir besonders am Herzen liegen und über die ich möglichst viel erfahren möchte, aber ich liebe auch die Vielschichtigkeit, die durch die verschiedenen Perspektiven geschaffen wird. Dass sich Zeit für Nebenfiguren genommen wird, man ganz unterschiedliche Sichtweisen, Hintergründe und Motivationen kennenlernt. Dadurch wird die Geschichte wunderbar episch!

Mich beeindruckten aber auch viele Ideen und überraschende Entwicklungen. Manche von ihnen haben mich regelrecht umgehauen, so dass ich völlig gebannt vor meinem Buch saß und mein Kopfkino geradezu explodiert ist. In diesen Momenten musste ich mich dann trotz aller Spannung dazu zwingen, kurz anzuhalten, um das Gelesene und meine inneren Bilder dazu zu verarbeiten.

Es gab aber auch ein, zwei Szenen, zu denen ich eine Weiterführung vermisst habe. In denen es Andeutungen zu einer Begegnung gab, über die dann aber nichts weiter kam. Ich und meine Neugier empfanden das vielleicht als besonders schlimm, weil es da auch um eine meiner Lieblingsfiguren ging.

Der Zugang zu einer anderen Lieblingsfigur hat sich dafür aber noch verstärkt bzw. eine andere Ebene erreicht. Ich habe sehr mitgelitten, freue mich aber auch riesig, nun die „Vorgeschichte“ zu kennen. Die Nähe zu den Figuren ist für mich sehr wichtig, daher mag ich es auch, durch die Vergangenheit neue Hintergründe und Facetten zu entdecken.

Bei all der Spannung und den vielen Ereignissen geht der Humor aber nicht verloren. Ich musste öfter grinsen und dieser Satz hat sogar für einen längeren Lachanfall gesorgt:

Schlichtere Gemüter halten es in der Tat immer wieder für Magie, wenn man denkt, bevor man handelt.

Über mich selbst musste ich auch manchmal lachen, beispielsweise als mich ca. 100 Seiten vor dem Ende eine Figur „erwischt“ hat, die mir davor nicht unbedingt sympathisch war. Und das innerhalb von nur ein paar Szenen … Hu, bin ich wirklich so einfach gestrickt?

„Himmel in Flammen“ war für mich trotz eines Kritikpunkts ein beeindruckender und ideenreicher Abschluss der Drachenelfen-Reihe, der auf mich sehr intensiv gewirkt hat. Ich konnte alles um mich herum vergessen und war von der Geschichte auch emotional völlig gefesselt. Es gab Verluste, aber überraschenderweise nicht in dem von mir erwarteten Ausmaß. Und einen Übergang zu „Die Elfen“, der auf mich sehr rund gewirkt hat! Diese Reihe lässt mich also begeistert und mit vielfältigen Eindrücken zurück …

Reihenfolge

  1. Drachenelfen
  2. Drachenelfen. Die Windgängerin
  3. Drachenelfen. Die gefesselte Göttin
  4. Drachenelfen. Die letzten Eiskrieger
  5. Drachenelfen. Himmel in Flammen
SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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