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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Susanne Gerdom

Susanne Gerdom – Queen of Clouds

Erscheinungsjahr: September 2014
Gelesen im Januar 2015
Autorenseite
Buchseite
Verlag: Bloomoon

Rezension

Die Türmer leben im Luxus der Wolkentürme, der sich auf der Ausbeutung der Schluchter gründet, die in den endlosen Wäldern um ihr Überleben kämpfen oder in den unteren Stockwerken der Wolkentürme den Türmern dienen. Als die Zukunft beider Völker bedroht ist, entsenden Om (das allwissende Prinzip und Oberhaupt der Schluchter) und der Panarch (der Herrscher der Türme) ihre Vertrauten, um gemeinsam den sagenumwobenen Turm Null zu finden. Denn laut einer alten Prophezeiung können sie diese Aufgabe nur zusammen erfüllen – und so das Fortbestehen ihrer Welt sichern.

Die Geschichte beginnt mit der Schluchterin Elster, die sich zweihundertvierzig Meter über dem Boden befindet und versucht, den Rekord im Turmklettern zu brechen. Diese Szene hat mich gleich gefesselt, weil es eine spannende und faszinierende Situation war. Eisenrebenranken, ein Unwetter, der gefahrvolle Weg zurück zum Boden und die verschlüsselte Sprache, in der Elster mit ihrem besten Freund Indigo kommuniziert. Ich war auf so vieles neugierig – und genoss auch die dichte Atmosphäre.

Winter, die Zwillingsschwester von Elster, umgibt etwas Geheimnisvolles. Sie wird einmal die Schamanin sein, die ihr Volk anführt, also die Nachfolgerin von Om. Das alles spricht meine mystische Seite natürlich sehr an, außerdem hatte Winter für mich eine besondere Ausstrahlung. Besonders heftig erwischt hat mich allerdings die Figur, die alle den Steuermann nennen. Das ging ja auch gar nicht anders, bei den tragischen Andeutungen und dem Charisma! Und dann wäre da noch Indigo, Elsters bester Freund, der mehr für sie empfindet. Ihn kann man einfach nur gern haben – ein freundlicher, loyaler und in sich ruhender Protagonist. Es ist direkt schade, dass er in dieser Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu kurz kam.

Die Türmer schwelgen im Luxus, aber auch in Intrigen. Es gilt das Gesetz des Stärkeren und man muss jederzeit damit rechnen, in einen Hinterhalt zu geraten. In so einer Umgebung ist Vertrauen natürlich Mangelware … Valentin, der Lieblingssohn des Panarchen, hat – genau wie sein Vater – etwas Zeit benötigt, bis er mir so richtig nahe stand. Bei seiner Cousine und einer weiteren Protagonistin war das anders, beide hatten mich schnell beeindruckt. Und dann wäre da noch Valentins Lehrer, der für mich einfach eine (im positiven Sinn) interessante Figur war.

Es wird sich Zeit genommen, um den Leser mit den beiden Völkern und den einzelnen Figuren vertraut zu machen, was mir ja immer gut gefällt, weil man so auch einiges über die Hintergründe erfährt. Bei der Einführung in diese dystopische Welt hat mir das auch genug Luft gelassen, um mir über die Details und Andeutungen Gedanken zu machen. Denn diese Welt wirkte so nah, dass man beispielsweise erahnen kann, was die Türme einst waren.

In der Geschichte mischt sich Fantasy mit Science-Fiction, und ich hätte mich – völlig untypisch – über etwas mehr SF gefreut, weil mich das sehr fasziniert hat. Mir gefiel, dass die Grenzen da immer mehr verschwommen sind und ich mich öfter gefragt habe, ob das jetzt Magie oder SF ist. Es fühlte sich magisch an, aber ich konnte mir auch vorstellen, dass das eine Technologie sein könnte. Oh, und es gibt Gleiter, Schlitten und Luftschiffe – ich liebe Luftschiffe! :herz: Da vergesse ich dann auch immer, dass ich doch Höhenangst habe … Eigentlich.

In „Queen of Clouds“ konnte ich wunderbar abtauchen und hatte großartiges Kopfkino. Ich fühlte mich mit dem Buch sehr wohl, was sicherlich auch an der dichten Atmosphäre und den vielen Details lag. Man konnte wunderbar spekulieren und fand sich gleichzeitig mitten in der Geschichte wieder. Eine spannende, emotionale und überraschende Lektüre mit einer großen Bandbreite an Figuren! Und vielen Ideen, die mich wirklich beeindruckt haben. :)

Das Ende des Romans klingt stark nach einer Fortsetzung und ich hoffe, dass wir diese auch irgendwann lesen dürfen. Ich bin doch sooo neugierig!

Susanne Gerdom – Æthersturm

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im Juni 2014
Verlagsseite
Autorenseite

Der Krieg um die Befreiung der von den Menschen versklavten Elementare ist in vollem Gange. Die Engel stehen vor den Toren Wiens und das Kriegsministerium drängt Professor Tiez mit allen Mitteln dazu, seine Kriegsmaschine fertig zu stellen. Ist der Zeitmeister ein Verräter und hat die Seiten gewechselt oder gehört das alles noch zu seinem Plan, die Elementare zu befreien und eine alternative Energiequelle zu erschaffen?

Das Buch beginnt einige Wochen vor dem Ende des ersten Bandes, Æthermagie, mit der Einführung einer neuen Hauptfigur – dem Halbengel Jenö. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er gemeinsam mit seinen vier Elementarwesen in der Kanalisation und ist weder auf Menschen noch auf Engel gut zu sprechen.

Jenö war mir schnell sehr nah – es fühlte sich an, als ob ich ihn schon länger kenne und nicht erst gerade kennengelernt hätte. Sicher liegt es auch daran, dass er einen tragischen Hintergrund hat, aber nicht nur. ;) Da hatte mich dann also gleich eine neue Lieblingsfigur erwischt, die tatsächlich gegen Shenja, Kato, Belpharion und die anderen bestehen konnte. Jenös Elementare habe ich auch in mein Herz geschlossen, wobei die Sylphe schon ein klein wenig die Nase vorn hat. Die Klingende. Tibillibill.

Ich konnte mich so richtig schön in die Geschichte fallen lassen, mein Kopfkino genießen und wild spekulieren, was mir unheimlich viel Spaß gemacht hat. Es gab Geheimnisse, nicht so leicht zu durchschauende Figuren, (mögliche) Verräter, rätselhafte Ereignisse, verschwundene Personen – und natürlich die Zeit, die völlig aus den Fugen geraten ist. Bei einigen Dingen war ich auf dem richtigen Weg, aber auf mich warteten auch viele Überraschungen! :)

Aber nicht nur mein Kopf war gut beschäftigt, auch mein Herz. Es gab so viele Figuren, die mir nah waren, daher habe ich da auch ordentlich mitgefiebert und mitgelitten. Sehr emotional und berührend. Wegen einer Figur habe ich mir sogar irgendwann leichte Sorgen um mich selbst gemacht, weil ich mich im Verlauf dieses Romans emotional so stark an sie gehängt habe. Unterbewusst. Mir ist das erst so richtig aufgefallen, als ich zum „Du“ übergegangen bin …

Ich hatte aber auch den Eindruck, dass in dieser figurenintensiven Geschichte noch viele Hintergründe und Themen ausgebaut hätten werden können. Dass manche Dinge einfach ein wenig untergegangen sind, weil soviel in diesem Buch steckt. Möglicherweise zeigt das aber auch nur, wie sehr mich der Roman fasziniert hat. Und einzelne Figuren … Also hat meine Phantasie einfach noch etwas zu tun! Und wer weiß, vielleicht besucht mich Belpharion ja irgendwann doch noch und verrät mir etwas – der sträubt sich irgendwie. Frechheit!

Æthersturm wirkte auf mich viel ausgeglichener als der erste Band, der mich ja wegen dem Brünnlfeld und Shenja ganz schön deprimiert hatte. Auch hier sehen wir das Brünnlfeld von innen, aber die Behandlungen waren nicht mehr das zentrale Thema, sondern eines von vielen. Das wunderbare Ende der Reihe war für mich dann auch ein toller Ausgleich für das viele Leid, besonders im ersten Teil.

Die Geschichte hat mich glücklich und tief berührt zurückgelassen – und mit unzähligen wunderbaren Eindrücken, mein Kopfkino war nämlich ein Feuerwerk! Eine intensive und mitreißende Lektüre, die mich noch länger beschäftigt und die ich gar nicht loslassen mag (die Elementarwesen fehlen mir auch sehr). Und ein geniales Rätselbuch! :)

Reihenfolge

  1. Æthermagie
  2. Æthersturm

[Vorfreude] Susanne Gerdom – Queen of Clouds

Am 3. September erscheint bei bloomoon ein neuer Roman von Susanne Gerdom: Queen of Clouds – Die Wolkentürme. Ich bin ja gespannt, ob das für mich auch wieder so eine großartige Geschichte wie Susannes letzter bloomoon-Roman „Das Haus am Abgrund“ wird. Die Chancen stehen wahrscheinlich nicht sooo schlecht. ;)

Kurzbeschreibung:

Ihr Leben könnte gegensätzlicher nicht sein: Der junge Adelige Valentin wächst im Prunk und im Luxus der Wolkentürme auf, von Kindesbeinen an dazu erzogen, einmal seinen Vater, den mächtigen Panarchen, zu beerben. Elster ist ein Kind der Schluchten – groß geworden in den endlosen Wäldern und seit ihrer Geburt dazu verpflichtet Frondienste zu leisten und den Türmen zu dienen.

Was bewegt Om, das allwissende Prinzip und Oberhaupt der Schluchter, und den Panarchen, den Herrscher der Türme, dazu, ausgerechnet diese beiden gemeinsam auf eine riskante Reise zu schicken?

Zumal das Schicksal ihrer beider Völker vom erfolgreichen Ausgang dieser Mission abhängt …

Na, auch neugierig? Ich freue mich schon wie ein Flitzebogen auf die Türme und die Schluchter, ganz besonders aber auf Elster (allein schon wegen dem Namen *g*) und natürlich auf Om. Das klingt doch wieder nach einer abwechslungsreichen Geschichte mit spannenden Schicksalen.

Übrigens gibt es hier auch schon eine Leseprobe! :)

Susanne Gerdom – Von Luftschiffen und Kobolden

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Juli 2013

In diesem Band versammeln sich die Kurzgeschichten „Das große Rennen“, „Raunacht“ und „Der Fliegende Batavier“:

In „Das Große Rennen“ geht es um den Leprechaun Flann MacManus, der einen von diesen Tagen erlebt, an denen man am besten gar nicht erst aufgestanden wäre. Nach einer durchzechten Nacht wird ihm etwas verspätet klar, dass heute schon der Tag des Großen Rennens ist, an dem alle Leprechauns im passenden Alter teilnehmen müssen, um zu beweisen, dass sie schnell genug sind, um vor den Menschen fliehen zu können. Die Geschichte ist märchenhaft und beginnt geruhsam, was sich jedoch im Verlauf der Story ändert. Gut gefallen hat mir hier auch der augenzwinkernde Humor, der mich öfter zum Grinsen gebracht hat.

„Raunacht“ handelt von Charlotte, die dem Jungen Roki dabei helfen kann, wieder zurück in seine Welt zu gelangen. Oberon der Elfenkönig hat ihn in die Welt der Schatten verbannt und mit der letzten Nacht der Wilden Jagd müssen alle Wesen für ein weiteres Jahr dort bleiben, wo sie sind. Elfen und die Raunächte sind Themen, die mich sehr reizen – und doch haben mir hier die geheimnisvolle Atmosphäre und die Idee der Schattenzwillinge fast noch besser gefallen. Eine Geschichte, an die ich immer mal wieder denken muss.

In „Der Fliegende Batavier“ geht es um Jantje van Reymersdal, die das Warten hasst und von einem düsteren Ölgemälde fasziniert ist. Als sie dem Retter des in Not geratenen Luftschiffs ihres Vaters begegnet, ist es, als wäre der Kapitän auf dem Ölgemälde lebendig geworden … Die dichte Atmosphäre dieser Geschichte hat mich voll erwischt und ich habe es sehr genossen, in eine detailliert beschriebene Welt voller Luftschiffe einzutauchen. Dazu kommt noch die tragische Seite, die düstere Ausstrahlung, der durchblitzende Humor und die großartigen Hauptfiguren, mit denen ich so gelitten habe. Eine sehr bewegende und intensive Geschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat.

Von Luftschiffen und Kobolden

„Von Luftschiffen und Kobolden“ ist eine kleine aber feine Sammlung phantastischer Storys mit ganz unterschiedlichen Stimmungen, die mir reichlich Kopfkino und eine entspannend-spannende Lesezeit beschert haben. Perfekt geeignet, um sich einzukuscheln und in andere Welten entführen zu lassen. Und vielleicht auch, um sein Herz zu verlieren …

Susanne Gerdom – Das Haus am Abgrund

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Februar 2013
Verlagsseite

Adrian ist unheilbar an einem Gehirntumor erkrankt, ihn begleiten Schmerzen und auch Halluzinationen, mit denen er spricht. Oder sind diese möglicherweise etwas ganz anderes? Die Zeit, die ihm noch bleibt, verbringt er zusammen mit seinen beiden Vätern in Cornwall. Sie wohnen im Kutscherhaus, einem kleinen Cottage direkt neben Heathcote Manor. Das eigentlich leer stehende Herrenhaus fasziniert Adrian und gibt ihm Rätsel auf. Genau wie das Mädchen November, dem er immer wieder begegnet. Welche Verbindung gibt es zwischen Adrian, November und dem Haus am Abgrund?

Die erste Seite des Romans hat mich gleich mitten in die Geschichte geworfen. Da war diese wunderbar dichte und geheimnisvolle Atmosphäre. Die mysteriösen Andeutungen, die mich bereits unterbewusst zum Spekulieren gebracht haben, noch bevor ich das überhaupt so richtig mitbekam. Mein Kopf war da wohl schneller als ich. ;) Allerdings ist das auch kein Wunder, weil schon zu Beginn sehr viel in der Geschichte steckt und man auf viele Einzelheiten stößt, die etwas bedeuten könnten. So ein bisschen wie Schnitzeljagd…

Eine fesselnde Lektüre, bei der es mir auch der hohe Anteil der Halluzinationen oder Geister angetan hat. Diese wirkten real und sehr individuell auf mich. Es gab (wenige) gruselige Szenen, aber auch Momente, in denen ich grinsen musste oder versucht habe, orakelhafte Andeutungen zu entschlüsseln. Und ich habe mich oft gefragt, ob das jetzt wirklich Halluzinationen oder doch Geister waren. Einbildung oder Realität. Wie sie mit Adrian verbunden sind, wie eigenständig sie sind. So bin ich zu einem ganz eigenen Gefühl für diese „Erscheinungen“ gekommen – und ich denke, dass diese Geschichte auch mit den unterschiedlichen Sichtweisen prima funktioniert.

Adrian mag ich sehr, mir gefällt seine Art, sein Humor und die künstlerische Seite. Auch November hatte ich schnell in mein Herz geschlossen, sie ist rätselhafter und gleichzeitig voller Emotionen. Und natürlich Jonty, Adrians zweiten Vater, bei dem ich sehr viel Zuneigung und Herzenswärme spüren konnte. Es gibt noch einige Figuren, die es mir da angetan haben – aber ich möchte nicht zuviel verraten, sondern euch möglichst viel selbst entdecken lassen.

„Das Haus am Abgrund“ ist eine tiefe und detailreiche Geschichte, die auf verschiedenen Ebenen spielt. Es gibt viel zu enträtseln und ich hatte riesigen Spaß beim Spekulieren! Aber auch die Emotionen kommen bei dieser faszinierenden, stimmungsvollen Mischung nicht zu kurz. Ich hatte nicht nur massenhaft Bilder, Fragen und Vermutungen im Kopf, sondern auch Gefühle sowie intensive Eindrücke der Nähe und Verbundenheit.

Das Ende war zuerst eine kleine Herausforderung, weil für mich eine Sache nicht so richtig gepasst hat. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte und noch ein paar Gedanken nachgegangen bin, ist mir aber aufgefallen, woran es da bei mir lag – wo ich eine „Abzweigung“ übersehen hatte. ;) Und dann hat es gepasst! Viel nachhaltigere Schäden hat da die Tatsache angerichtet, dass in dem Buch (gefühlt) ständig Tee und Kakao getrunken wurde. Und – jetzt wird es fies – oft waren da auch Muffins und sogar Scones…

Eine besondere Geschichte, bei der ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass ich sie lieben werde. Und das hat sich mit jedem gelesenen Kapitel weiter bestätigt. Ich konnte mich etwas gruseln, wild spekulieren, glücklich seufzen und grinsen – oft auch innerhalb weniger Seiten. Eine tiefe Geschichte mit einer rätselhaften Atmosphäre, vielen Verbindungen und wunderbaren Charakteren! Und ein Roman, der meinem Lieblingsbuch von Susanne Gerdom fast noch Konkurrenz gemacht hätte. :)

Susanne Gerdom – Calendar Girl

Gelesen im Januar 2013
Erscheinungsjahr: 2013
Buchseite

Caro wohnt seit dem Ende ihrer letzten Beziehung bei ihrem besten Freund Fokko. Yoshi, ihr Ex, lässt sie allerdings nicht in Ruhe. Und dann wäre da noch Philipp, der mehr als nur ein normaler Kunde ist, den sie als Personal Trainerin betreut. Als in Caros näherem Umfeld ein Mord geschieht, weiß sie bald nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Ist Fokko ein Psychopath? Hat Philipp eins seiner erotischen Spielchen zu weit getrieben? Oder ist es ihre eigene Vergangenheit, die sie einholt?

Erotikthriller gehören zu den Büchern, die ich normalerweise großräumig umschiffe und nicht einmal in die Hand nehme. Warum dann diesen? Ich habe es irgendwie nicht fertig gebracht, ein Buch von Susanne Gerdom nicht lesen zu wollen. Auch wenn ich etwas mit mir gerungen habe. Und auch, wenn ich befürchtet habe, es nicht zu Ende lesen zu können, weil ich da einfach zu sehr an meine ganz persönlichen Grenzen stoße. Aber ich wollte es zumindest versuchen. ;)

Die Geschichte hatte mich schnell am Haken, weil ich Caro und Fokko mochte und einfach wissen wollte, wie es weiter geht. Aber auch, weil sich Szenen und auch Figuren anders entwickeln, als man zuerst denkt. Die dichte und abwechslungsreiche Atmosphäre hat sicherlich auch dafür gesorgt, dass mich das Buch so gefesselt hat. Ich hatte da sehr viele Bilder in meinem Kopf, aber auch Stimmungen und Gefühle.

Die Rückblenden in Caros Vergangenheit wirkten auf mich sehr intensiv und oft beklemmend. Die haben mich auch viel mehr mitgenommen, als die kleinen Dinge, bei denen ich innerlich kurz zusammengezuckt bin. Eine Szene in der Gegenwart hatte mich dann allerdings ziemlich erschreckt, einfach weil ich mir den Reiz daran so gar nicht vorstellen kann und das Bild daher mehr als nur fremdartig auf mich wirkte. Ich habe aber keinen Gedanken daran verschwendet, ob ich vielleicht aufhören sollte, weil die Geschichte einfach wahnsinnig spannend ist und mich total mitgerissen hat.

Eine Entwicklung zum Ende hin ging mir persönlich ein wenig zu schnell, aber sie war für mich trotzdem nachvollziehbar. Ich bin da wahrscheinlich nur etwas „langsamer“ veranlagt. ;) „Calendar Girl“ ist eine schöne Mischung aus Erotik und Thriller, die man – je nach Vorliebe – mit einem anderen Schwerpunkt lesen kann. Und während bei mir die erotischen Bilder bereits wieder etwas verblassen (glücklicherweise, ich bin mir mit dieser Lektüre ja selbst ein wenig unheimlich), ist der Thriller-Anteil noch sehr präsent. Eine sehr fesselnde und stimmungsvolle Geschichte. Oder auch: Verdammt, ist das spannend!

Calendar Girl

[Vorfreude] Susanne Gerdom – Das Haus am Abgrund

Bei Bloomoon, dem neuen Imprint von ArsEdition, erscheint im Februar ein neues Buch von Susanne Gerdom, auf das ich mich schon riesig freue! Gut, irgendwie freue ich mich ja auf jedes Buch der Autorin, ihr habt ja recht. ;) Aber… das hier ist schon etwas besonderes, eine Geistergeschichte, die im hier und jetzt spielt. Genauer gesagt in Cornwall! Der Inhalt ruft ganz laut nach mir und dann hat es auch noch so ein wunderhübsches Cover, das man beispielsweise auf der Verlagsseite bewundern kann.

Klappentext:

Wie ein dunkler Schatten steht das alte Haus auf der Klippe am Meer. Adrian, der an einer unheilbaren Krankheit leidet und der sich in einem kleinen Cottage in der Nachbarschaft erholen soll, lässt der Anblick nicht los. Etwas an dem Haus ist seltsam und beunruhigt ihn – und das hat nichts mit den Halluzinationen zu tun, die ihn aufgrund seiner Erkrankung heimsuchen. Und warum stößt er bei seinen Nachforschungen immer wieder auf die rätselhafte November? Das Schicksal des Mädchens scheint auf unheilvolle Weise mit dem Haus verbunden zu sein. Halluzination und Wirklichkeit vermischen sich zunehmend, während Adrian nach und nach ein dunkles und unglaubliches Geheimnis aufdeckt.

Ich freu mich schon wie eine Schneekönigin! :)

Susanne Gerdom – Æthermagie

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im November 2012
Verlagsseite

Das Wien zur Zeit des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs steht vor einem Krieg gegen die Engel, welche das sofortige Ende der Jagd auf die Elementarwesen fordern. Denn diese werden von den Menschen eingesperrt und gequält, um die Æthermagie zu erzeugen, mit der beispielsweise Motorwagen und Heizungen betrieben werden.

Die Baronesse Kato von Mayenburg kann die Elementargeister sehen und gehört zu den sogenannten Sensitiven, die ihre besondere Begabung verbergen müssen und in der Gefahr schweben, von der Geheimpolizei abgeholt und zur Kurierung dieser Wahnvorstellungen in die Nervenheilanstalt Brünnlfeld gebracht zu werden. Major Katalin Nagy soll im Auftrag der Kaiserin herausfinden, was dort besonders in der geheimnisvollen Abteilung D vor sich geht. Dazu wird der Kommissär Jewgenij Danilowitsch als vermeintlicher Insasse in die Anstalt eingeschleust, wo er den skrupellosen Behandlungsmethoden hilflos ausgeliefert ist…

Bereits auf den ersten Seiten habe ich die dichte Atmosphäre gespürt, die mich während der ganzen Geschichte begleitet hat. Sie verändert sich, wird düsterer und bedrückender, aber lässt mich niemals los. Es gibt viele Details zu entdecken, so dass ich auch ein genaues und lebendiges Bild dieses etwas anderen Wiens vor Augen hatte. Aber auch einige Zitate, die mich zum Nachforschen und Opern-Video-schauen verführt haben. Und dann war da noch ein ganz wundervolles düsteres Gedicht!

Ich war schnell mitten in der Geschichte und schon wild am spekulieren, bevor mir so richtig bewusst wurde, was ich da tat. Und wie früh. Aber diese Welt war so spannend aufgebaut, dass ich bereits im dritten Kapitel über Verbindungen und Zusammenhänge nachgedacht habe. Im gleichen Kapitel hat mich auch meine Lieblingsfigur erwischt, kaum ist Jewgenij aufgetaucht, war es um mich geschehen. Es kamen noch andere dazu, aber bei ihm ist die Verbindung einfach am intensivsten. Was vielleicht kein Wunder ist, wenn man bedenkt, was er alles durchmachen muss. Und ich habe heftig mitgelitten.

Die Nervenheilanstalt war für mich ein ganz schrecklicher Ort. Diese unheimlichen Behandlungen. Die Hoffnungslosigkeit und das viele Leid. Die Ungerechtigkeit und Gefühlskälte. Das ist scheinbar ein Thema, auf das ich sehr sensibel reagiere. Ganz besonders, wenn man alles so deutlich sieht und die Emotionen so intensiv spürt. Stellenweise hatte ich wegen den Behandlungen und der Hilflosigkeit tatsächlich Angst weiterzulesen. Das war neu für mich. Wie sehr mich der Aufenthalt im Brünnlfeld mitgenommen hat, habe ich auch an meinen Träumen gemerkt. Gruselig!

Die Ereignisse im letzten Drittel des Buches haben mich dann aber davon abgelenkt und auch mein armes gequältes Leserherz heilen lassen. Allein die vier verschiedenen so liebevoll beschriebenen Elementarwesen und ihre ganz speziellen Eigenheiten haben mich versöhnt. Bitte mehr davon! :) Es gab auch noch einige Hintergründe zu entdecken, durch die ich dann gedanklich ein wenig abgedriftet bin, weil plötzlich so viele Fragen und Vermutungen in meinem Kopf explodiert sind.

Für mich sind die Figuren in dieser Geschichte auch etwas ganz besonderes, denn ich empfinde die meisten als facettenreich und tiefgründig – egal, ob es nun Haupt- oder Nebenfiguren sind. Zwei davon sind auch so undurchsichtig, dass ich mir nach dem Ende der Lektüre noch so einige Gedanken über sie gemacht habe. Und über Entwicklungen, hinter denen möglicherweise noch mehr oder etwas ganz anderes steckt, als es momentan den Anschein hat.

Æthermagie war für mich eine intensive Lektüre voller Überraschungen, die mich gleichzeitig fasziniert und gequält hat. Eine Geschichte, die reifer und „erwachsener“ wirkt als die anderen Jugendbücher der Autorin – und auf mich überhaupt gar nicht wie ein Jugendbuch. Ein Buch, das mich noch länger beschäftigt hat und in dem mich einige Andeutungen sehr neugierig auf die Fortsetzung gemacht haben. Ich muss also ganz unbedingt weiterlesen, auch wenn das heißt, wieder ins Brünnlfeld zurückkehren zu müssen. Aber dafür erfahre ich dann ja vielleicht auch mehr über die Elementarwesen und Engel. Und über einen speziellen Engel, der es mir sehr angetan hat. Und das, wo ich doch sonst mit Engeln nicht viel anfangen kann…

Susanne Gerdom – Projekt Armageddon

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Juli 2012

An dem letzten gemeinsamen Abend, den Ash und ihr Ex-Freund Ravi miteinander verbringen, sterben die beiden bei einem Motorradunfall. Aber es gibt ein Leben nach dem Tod, denn sie landen im Limbus – einem Schlachtfeld der Dämonen und Himmlischen Heerscharen, auf dem für den Weltuntergang trainiert wird. Ash hat die Erinnerung an ihr früheres Leben verloren, aber sie gibt nicht auf, weil sie deutlich spürt, dass dort noch etwas wichtiges auf sie wartet. Kann eine Liebe stärker als der Tod sein? Kann eine große Aufgabe sie selbst bis in den Tod verfolgen? Kann beides ihr Schicksal sein?

Und dann ist da Odin, der einsame Wanderer und Anführer des Göttergeschlechts der Asen aus der nordischen Mythologie. Dieser verzweifelt, weil er seine geliebte Enkelin nicht mehr aufspüren kann – jemand hat sie ihm genommen, ihre Verbindung durchtrennt. Dieser jemand kann nach all der Zeit nur Ragnarök im Sinn haben – den Untergang der alten Welt. Armageddon. Aber warum, wo doch die meisten Götter durch den Verlust von Iduns goldenen Äpfeln, die ihnen Unsterblichkeit verleihen, verschwunden sind?

Ich habe es sehr genossen, so tief in meine Lieblings-Mythologie entführt zu werden. Da gab es nicht nur unzählige Andeutungen und Verbindungen, über die ich hier und da schonmal etwas gelesen hatte, sondern auch wundervoll dargestellte Figuren. Bei Odin war ich ja vorbelastet, weil er mich einfach sehr fasziniert. Von Loki kann man das aber ganz bestimmt nicht sagen – und doch war er mir hier sehr nah, ich habe andere Seiten von ihm kennengelernt. Auch wenn ich ihm immer noch nicht ganz traue, sind die Dinge, die mich normalerweise einen großen Bogen um ihn schlagen lassen, hier immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Da ich so auf diese Mythologie anspringe, hat es mich nicht wirklich überrascht, dass ich mich in der Nebenhandlung am wohlsten gefühlt habe. Das bedeutet aber nicht, dass ich mit der Haupthandlung nichts anfangen konnte. Ganz im Gegenteil! Sie hat mich vielleicht nicht ganz so intensiv erwischt, aber es gab nur sehr wenige Momente, wo ich nicht tief in der Geschichte versunken war. Zu Ash hatte mir am Anfang der richtige Zugang gefehlt, obwohl ich sie gleich mochte und als einen spannenden Charakter empfand. Dies wurde aber bald besser – mit jedem gelesenen Kapitel spürte ich eine größere Nähe, auch wenn sie nicht zu meiner Lieblingsfigur wurde.

Die Geschichte wirkt „erwachsener“ auf mich, sie ist sehr komplex und sorgt für Verwirrung – bei dem einen eher, bei dem anderen später. Aber ich mag es, wenn ich da gefordert werde und mich auch dadurch so intensiv mit einem Buch auseinandersetzen kann. Außerdem ist sie ein wenig schräg und oft sehr humorvoll – beides Dinge, mit denen ich meinen Lesegeschmack jetzt nicht unbedingt beschreiben würde. Vorsichtig formuliert. Ganz im Gegensatz zu der mythologischen Seite, damit „kriegt“ man mich ja immer. Aber selten habe ich da etwas gelesen, was mich so intensiv erwischt und solche Begeisterung bei mir ausgelöst hat!

Außerdem gibt es so viele wundervolle Stellen und poetische Beschreibungen, die zu der für mich ganz besonderen Atmosphäre beigetragen haben. Die Szenen mit Odin und Jörd liebe ich, da ist mir einfach immer das Herz aufgegangen. Wegen der mythologischen Stimmung, der Herzenswärme, dem milden liebevollem Spott und ihrem Miteinander. So schön! Die Sprache hat mir sehr gefallen, auch wenn diese manchmal ungewohnt ist – sie passt ganz wunderbar zu der mythologischen Seite und „klingt“. Ich habe mich auf sie eingestimmt, ohne es so richtig zu bemerken – das kam erst, als das Buch ausgelesen war und mir danach so einiges fehlte…

Die Mischung aus all den verschiedenen Elementen macht das Ungewöhnliche und Besondere dieser vielschichtigen Geschichte aus, die meinen Geschmack voll getroffen hat. So sehr, dass „Projekt Armageddon“ ganz eindeutig zu meinem Lieblingsbuch von Susanne Gerdom geworden ist. Ich musste oft in mich hineingrinsen und zum Schrecken meiner Katzen auch öfter kichern. Oder glücklich vor mich hinseufzen, wenn ich mal wieder eine besonders schöne Szene mehrfach las. Oft war ich aber auch einfach nur still und klebte förmlich an den Seiten – dann hatte ich meist Kopfkino. Richtiges Kopfkino mit ganzen Filmen! Dabei habe ich manchmal sogar vergessen, mich um meine Lieblingsfiguren zu sorgen…

Projekt Armageddon

[Vorfreude] Susanne Gerdom – Æthermagie

Ich darf mich tatsächlich schon wieder auf ein Buch von Susanne vorfreuen, denn im September erscheint beim Ueberreuter-Verlag „Æthermagie“! Wie man bei dem Titel schon vermutet, handelt es sich dabei um Steamfantasy. Gaslight. Oder wie immer man das nennen möchte. Und… es ist der Beginn einer Trilogie!

Zum Inhalt steht in der Programmvorschau des Verlags, die nun online ist, folgendes:

Die junge Baronesse Kato von Mayenburg lebt in einer vom Krieg zerrissenen Welt, in der alles von der magischen Energie, dem Æther, abhängt. Sie kommt dem düsteren Geheimnis der Elementare auf die Spur, die den Æther für die Menschen produzieren müssen und von diesen in unwürdiger Knechtschaft gehalten werden. Auf der Flucht vor der Geheimpolizei verschlägt es sie in die geheime Abteilung D der Kaiserlichen Irrenanstalt am Brünnlfeld. Wer ist der Drahtzieher hinter den grausamen Versuchen an Irrenhausinsassen? Während sie ihr altes Leben hinter sich lässt, begegnet Kato den Brüdern Milan, der kaiserlichen Prinzessin, einer illustren Geheimgesellschaft in der Kanalisation unter Wien, einem zwielichtigen Nervenarzt und dem Zeit und Raum manipulierenden Professor Tiez – der weitaus harmloser wirkt, als er in Wirklichkeit ist.

Æthermagie

An das Cover muss ich mich noch etwas gewöhnen, aber der Inhalt klingt einfach großartig!
Die armen Elementare tun mir jetzt schon leid und ich bin sooo neugierig und vorfreudig.
Juhu! :)

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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