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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Simone Keil

Simone Keil – Keinmärchen

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im September 2013
Keinmärchen-Blog

Erin verbringt die meiste Zeit im Keller, in der Dunkelheit, denn er fürchtet Licht und Schatten. Er fühlt sich dort sicherer, aber er ist nicht allein. Und schnitzt aus Holzscheiten Albe, geflügelte Wesen, die aus dem Holz befreit werden wollen. Erin spürt ihre Angst – oder ist es seine eigene?

Die Geschichte beginnt nicht mit Erin, sondern mit Nemesis und seinen Racheplänen. Er ist ein Alb und voller Zorn auf die Menschen, die sein Volk ins Schattenreich verbannt und dann vergessen haben. Sie sind eingesperrt in Holz, Stein und kalte Schatten, und doch folgen die Albe ihrer Bestimmung: Sie drehen die Räder und lenken die Zeit.

Keinmärchen

Das Buch ist in einer wunderbaren poetischen Sprache geschrieben, die eine dichte Atmosphäre und viele Bilder erzeugt. Es ist tiefsinnig, humorvoll, verwirrend und steckt voller Emotionen. Die verschiedenen Erzählperspektiven und Figuren sind miteinander verwoben und bieten ganz unterschiedliche Stimmungen.

Man muss sich auf Keinmärchen einlassen können, weil es einfach eine etwas andere Geschichte ist, in der mit verschiedenen sich überschneidenden Realitäten gespielt wird. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass man die Verbindungen zwischen ihnen erst nach und nach entdeckt. Anfangs wirkt alles noch „einfach“ und klar getrennt, aber dann kommen die ersten Szenen, bei denen man kurz stoppt und Zusammenhänge erkennt. Und … es wird nicht besser. Genial!

Ich habe mich mit dieser faszinierenden Lektüre sehr wohl gefühlt und die Sprache, die Emotionen, die individuellen Figuren und die ganz besondere Stimmung einfach nur genossen. Das Spiel mit den verschiedenen Realitäten finde ich spannend, dabei ist dann mein Kopf auch schön beschäftigt und ich habe auch abseits der Lesezeit etwas von der Geschichte.

Sicher habe ich nicht alles bis ins kleinste Detail verstanden, aber der Roman wirkt stimmig und rund auf mich. Ich mag „Rätselbücher“ und dieses hinterlässt bei mir einen besonderen und intensiven Eindruck. Und ein Ende, das man noch weiterspinnen kann …

Corvidæ-Blogtour von Simone Keil

Corvidæ-Blogtour

Nachdem die Corvidæ-Blogtour gestern bei Alexandra gestartet ist, geht es heute schon bei mir weiter. Ich hatte Besuch von meinen beiden Lieblingsfiguren und durfte sie ein wenig ausfragen! Natürlich war ich aufgeregt, aber immerhin auch gut vorbereitet. Da waren Fragen. :) Aber lest selbst…

Cat, erzähl uns doch etwas über Rokan.

Cat: Rokan ist mutig und treu – der beste Freund, den man sich nur wünschen kann. Wenn er doch nur endlich einsehen würde, dass diese Tier-Präparate…
Rokan: Cat, bitte, wir waren uns doch einig, dass das heute kein Thema sein sollte.
Cat: Ja, entschuldige. Aber ich kann diese kalt-schimmernden Augen einfach nicht ertragen. Also, Rokan. Er hat mich auf meinem Weg begleitet, obwohl wir uns kaum kannten und er hat sein Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Er hat Sinn für Humor und wenn er auf seiner Flöte spielt, ist das reinste Poesie. Wenn auf jemanden die Bezeichnung „guter Mensch“ zutrifft, dann auf ihn.
Rokan: Wobei Mensch natürlich nur eine Seite der Medaille einbezieht.
Cat (lacht): Natürlich. Und die andere ist nicht weniger großartig.

Rokan, und wie würdest du Cat beschreiben?

Rokan: Als erstes sind mir ihre Augen aufgefallen. Ihr habt doch dieses Sprichwort, von Seelenfenstern, nicht wahr? Cats Augen sind solche Fenster. Man kann in ihnen lesen, was sie zu verbergen sucht.
Cat: Oha! Ich bin nicht sicher, ob ich mehr darüber hören möchte.
Rokan (lacht): Keine Angst, es ist dein Mut und deine Güte, auf die ich hinaus wollte, und die Liebe, die du in dir trägst.

Habt ihr eine Lieblingsszene in Corvidæ?

Rokan (errötet): Hm. Nein, eigentlich nicht, ich wüsste nicht, für welche ich mich entscheiden sollte.
Cat: Also, ich habe mehrere, aber ich glaube, es ist die Szene, als ich Agnès zum ersten Mal gesehen habe. Die Szene ist nicht spektakulär und auch nicht wichtig, aber dieses Bild hat sich so fest auf meine Netzhaut gebrannt, als wäre es ein Foto.

Cat, Großmutter Rose hatte ja eine Vorliebe für Johnny Cash. Was für Musik magst du?

Cat: Ich mag jegliche Art von Musik, je nachdem, in welcher Stimmung ich gerade bin. Aber besonders mag ich, wenn Rokan musiziert. Er spielt nicht einfach nur Melodien, er transportiert Gefühle.

Rokan, du spielst ja selbst ein Instrument. Welche Bedeutung hat Musik für dich?

Rokan: Jede Bedeutung, die möglich ist. Musik kann den Geist befreien, trösten, mich an andere Orte bringen oder auch Personen zu mir bringen, die ich vermisse. Und sie hat heilende Kräfte. Töne sind wie diese Tabletten, die ihr einnehmt, wenn ihr krank seid. Nur wirkungsvoller.

Was hat euch geprägt?

Cat: Ich denke, das ist die Beziehung zu meiner Schwester. Als Zwillinge standen wir uns sehr nahe, bis Großmutter Rose starb. Aber auch danach haben die Kindheitserfahrungen sich auf mein weiteres Leben ausgewirkt. Auch wenn Lizzie nicht mehr bei mir war, war sie doch nie ganz weg.
Rokan: Unser Volk lebt im Einklang mit der Natur, wir hören auf das Flüstern der Bäume und das Rauschen der Bäche. Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer Stadt zu leben. Ich muss etwa drei Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal bewusst eine Katze wahrnahm. Ich warf mit Kieseln nach ihr, die ich zuvor aus dem Bach gesammelt hatte. Zuerst lief sie weg, doch dann drehte sie um, sprang auf meine Brust und bohrte ihre Krallen in mein Fleisch. Ich war starr vor Angst und sie hätte mich mühelos töten können, aber sie ließ von mir ab und stolzierte davon. Ich habe niemals ihre Augen vergessen. Und die Narben erinnern mich noch heute daran, dass man jedem Lebewesen mit Respekt begegnen muss.

Glaubt ihr an ein vorbestimmtes Schicksal?

Cat: Nein.
Rokan: Nein.
Cat (lacht): Da wären wir uns ja einig. Ich möchte das aber noch ein wenig ausführen. Unser ganzes Leben besteht aus unendlich vielen Möglichkeiten und es liegt an jedem selbst, zu bestimmen, welchen Weg er einschlägt und was er aus diesen Möglichkeiten macht.
Rokan: So ist es. Unser Volk glaubte lange Zeit daran, dass alles vorher bestimmt ist und dass man seinem Schicksal nicht entgehen kann, aber der Weg, den ich mit dir, Cat, gegangen bin, hat mir gezeigt, dass es nicht so ist. Ich hätte mich in mein Schicksal fügen können, aber ich habe mich dagegen entschieden und letztendlich war das die richtige Entscheidung. Wir haben immer eine Wahl und können unser Schicksal selbst beeinflussen. Umso schöner, wenn man Freunde an seiner Seite hat.
Cat: Ich bin froh, dass ich nicht alleine gehen musste. Danke!

Cat, gibt es magische Augenblicke in deinem Leben?

Cat: Jeder Augenblick ist magisch. Jeder Sonnenaufgang, jede Blume, die nach der Schneeschmelze wieder blüht, wenn man sich in einem Musikstück verliert oder in einem Buch wieder findet, das sind Momente in denen mir bewusst wird, dass das Leben voller Magie ist, man muss nur die Augen offen halten und daran glauben, dann kann man die Magie sehen, die uns überall umgibt.

Rokan, woran denkst du, wenn du in den Himmel siehst?

Rokan: An Darko. Ich weiß, dass er nun an krâs Seite sitzt, aber er fehlt mir immer noch.

Mögt ihr Geschichten?

Cat: Seit meiner Kindheit! Es gab nichts Schöneres für mich, als Großmutter zuzuhören, wenn sie erzählte, und dabei heißen Kakao zu trinken. Das war ein warmes, vertrautes Gefühl, voller Liebe und Geborgenheit.
Rokan: Mein Volk gibt die Geschichten seiner Herkunft von jeher mündlich weiter. Wir schreiben sie nicht auf. Es gehört zu unseren Verpflichtungen, die Geschichten zu lernen und weiter zu geben. Schon immer liebte ich die Zeit des Erzählens, wenn das ganze Dorf sich um das Feuer versammelte.

Cat, wie ist es, selbst Teil einer Geschichte zu sein?

Cat: Sind wir das nicht alle? Jeder ist doch Teil einer Geschichte. Seiner eigenen und auch der von anderen, wenn sich die Geschichten überschneiden oder berühren, oder wenn man etwas sagt oder tut, das Auswirkungen auf die Geschichte anderer hat.

Rokan, sind Geschichten nur Geschichten oder möglicherweise auch mehr?

Was für eine Frage! Du hast das Buch doch gelesen, oder etwa nicht? Jede Geschichte – auch wenn sie nur fiktiv sein mag – hat ihren Ursprung in irgendjemandem, der sie nieder schreibt, deshalb findet man auch immer Wahrheit darin. Die Wahrheit der Autoren, die Wahrheit der Figuren und nicht zuletzt auch die Wahrheit der Leser. Eine Geschichte ist niemals nur eine Geschichte, sie besteht aus Gefühlen und Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten, aus Gedanken, Handlungen und aus einer Ansammlung von Wahrheiten, die sich zu einer oder mehreren neuen Wahrheiten zusammen fügen. Mehr könnte das „wirkliche“ Leben auch nicht leisten.

Die Geschichte von Corvidæ wurde erzählt. Was macht ihr nun?

Cat: Leben. Das Leben mit allen Sinnen erfahren und genießen.
Rokan: Ich werde das Dorf meiner Väter wieder aufbauen. Außerdem muss ich unbedingt gegen Vorak im Wurfzabel gewinnen, er wird langsam größenwahnsinnig, wenn ihn niemand in seine Schranken weist.
Cat: Ach, ich vermisse den frechen Zwerg!
Vorak (aus dem off): Dümmste aller Dummen, ich habe dir wohl schon tausendmal gesagt, dass ich kein Zwerg bin!

Corvidæ-Blogtour

Für mich ist dieses Interview etwas Besonderes, auch weil es mich berührt und in eine nachdenkliche Stimmung versetzt. Eine wunderbare Möglichkeit, Cat und Rokan (besser) kennenzulernen. Und ich hoffe natürlich, dass sie euch neugierig auf mehr gemacht haben! Corvidæ ist eine tiefe Geschichte mit leisen Zwischentönen und poetischen Stellen, die den Leser fordert. Eine intensive Lektüre mit detailliert ausgearbeiteten Charakteren. Einfach ein wundervolles Buch voller Humor und Wärme, dem ich noch viel mehr Leser wünsche. Meine Rezension kann hier nachgelesen werden, allerdings bezog sich diese noch auf die ältere Version.

Die weiteren Stationen der Blogtour sind:

Ich wünsche uns noch eine schöne Blogtour! :)

Simone Keil – Michaela und die Tücken der Technik (SIE 02)

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im August 2012

Im zweiten Teil aus dem SIE-Universum geht es um die Tücken des Technikschnickschnacks – wobei es sich genau genommen um einen Telefonapparat, einen Aufzug und eine Nudelmaschine handelt. Aber auch um Urielle, deren großartiges Genie daran vergeudet wird, triviale Auftragsarbeiten für SIE zu schreiben. Und um Gabi, die gerne auf Michaelas Bett omt und daher auch mal unterschätzt wird. Außerdem natürlich um SIE, die in IHREM Ohrensessel sitzt (wo sollte SIE denn auch sonst sitzen), die Kurbel dreht (was sollte SIE denn auch sonst tun) und… lächelt?! Huch!

Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und sehr oft vor mich hingegrinst – das begann schon beim vierten Satz. Der Humor blitzte durch jede Zeile, hüllte mich ein und bescherte mir so einige intensiv wirkende Bilder. Und auch die eine oder andere neue kleine „Macke“. Beispielsweise muss ich nun beim Anblick von Basilikum einfach schmunzeln und an eine bestimmte Szene denken. ;)

Ich habe mich sehr darüber gefreut, einige der Bewohnerinnen näher kennenzulernen und hoffe, dass da noch mehr kommt. Zwischen Michaela, Urielle und Gabi habe ich mich sehr wohl gefühlt, auch wenn sie sehr unterschiedlich sind – oder vielleicht auch gerade deswegen. Am meisten amüsiert habe ich mich allerdings über Urielle und ihre Gedanken zu ihren genialen Fähigkeiten, die keiner zu würdigen weiß. Als Ausgleich dazu hat SIE mich ein wenig damit geschockt, eine so andere Seite von IHR zu entdecken. Und… was passiert eigentlich, wenn SIE zu schnell an der Kurbel dreht?

Ich bin schon sehr gespannt auf den weiteren Verlauf dieser Reihe! Weil ich zu gerne wissen möchte, wie es dort weitergeht und was mit den einzelnen Figuren passiert. Und was für Überraschungen uns da wohl noch erwarten. Außerdem bin ich neugierig darauf, ob an einer Verbindung, die ich bei einer Figur sehe, auch etwas dran ist.
Also: Lesen, amüsieren und dranbleiben! :)

SIE 02

Simone Keil – Warum SIE schon wieder nicht abgelöst wurde (SIE 01)

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Juli 2012

Lord James T. Faulkner findet etwas, nach dem er 25 Jahre lang gesucht hat. Oder besser gesagt: Jemanden. Er ist am Ziel – aber war das wirklich sein eigener Wunsch oder hatte SIE ihre Hände mit im Spiel? SIE, die meistens schlecht gelaunt die Kurbel dreht, die die Welten in Gang hält. SIE, die heißen Tee mag, aber nur kalten bekommt. SIE, die ihre Mitbewohnerinnen Michaela, Gabi, Raphaela und Urielle tyrannisiert – auch wenn diese die Alte nur belächeln, weil SIE bis ans Ende aller Tage an ihren Ohrensessel gefesselt ist. Es sei denn, SIE würde die Kurbel nicht mehr drehen…

Der erste Teil der Reihe um SIE entführt uns in eine steampunkige Welt voller Mechanik und Zahnräder. Es tickt und rasselt, aber da ist auch Stille. Stille, die dröhnt und von den Wänden wieder hallt und sehr stimmungsvoll beschrieben wird. Es gibt ein paar wunderschöne poetische Stellen, die ich einfach mehrfach lesen musste, weil sie mich so berührt haben. Vor allem ist diese Geschichte aber schräg und mit einem besonderen Humor ausgestattet. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige bei bestimmten Stellen lauthals lachen müssen. Ich habe da allerdings „nur“ in mich hinein gegrinst – außer bei der letzten Szene, da musste ich einfach kichern. Was für ein geniales Bild!

Es ist eine kurze Geschichte – aber eine, die es in sich hat und die mir einige tolle Bilder bescherte. Eine, bei der man mitdenken muss und die man nicht mal schnell „nebenbei“ lesen sollte. Ich mag es ja, wenn man als Leser auch gefordert wird und die grauen Zellen etwas ins Rotieren kommen. Für ein „oberflächliches“ Lesen stecken auch einfach zu viele Details und ungewöhnliche Ideen drin. Und Figuren, auf die ich neugierig bin – sowie ein besonderer Rabe, den ich wirklich klasse finde!

SIE 01

Erster Satz
Er hatte gewusst, dass er sie finden würde.

Ein Blick ins Bücherregal von Simone Keil

Ich freue mich sehr, dass Simone Keil so spontan bei meiner neuesten Idee mitgemacht hat, die mich erst heute Nachmittag überfallen hat. Nun gewährt sie uns einen Blick in ihr Bücherregal und erzählt etwas über die Bewohner!

© Simone Keil

Simone wurde 1971 geboren und lebt zusammen mit ihrem Sohn in Hessen. Sie schreibt sich durch Lyrik und Prosa, quer durch alle Epochen und Genres. Ihr erster Roman Corvidæ ist diesen Monat zuerst als eBook und dann auch als Taschenbuch erschienen.
Dazu gibt es auch eine tolle Aktion: Das eBook kann man sich morgen ab ca. 10 Uhr kostenlos downloaden – holt es euch! Ich habe die Geschichte bereits begeistert gelesen, wie man hier nachlesen kann (und hier gibt es einige wunderschöne Zitate).

Und jetzt kommt Simone zu Wort:

Auf Marnys Bitte hin, habe ich zwei Ausschnitte meiner Bücherregale fotografiert und da sind nicht nur einige meiner Lieblingsbücher zu sehen, sondern auch Autoren, die mich schon lange begleiten und auch sicher mein Schreiben beeinflusst haben.
Wie unschwer auf dem ersten Bild zu erkennen ist, bin ich ein großer Stephen King Fan. Mister King hat mir schon die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet. Ich kann gar nicht sagen, welche seiner Bücher ich besonders mag. Was mich immer wieder fasziniert ist, dass sich Orte und Personen durch seine Bücher ziehen und man immer wieder auf alte Bekannte trifft. ZB. Walter, der unter unterschiedlichen Namen in vielen Büchern Kings auftaucht, im „Turm-Zyklus“ oder in „Die Augen des Drachen“ und „Das letzte Gefecht“.

Bücherregal 1

Aus dem nächsten Regal greife ich nur mal paar Autoren heraus:
Michael Ende ist einer der besten Erzähler überhaupt. Die unendliche Geschichte oder Momo dürfte jeder kennen (die habe ich leider nur als eBook), aber das beste seiner Bücher ist für mich „Der Spiegel im Spiegel“. Das war das erste und einzige Buch bis jetzt, das ich beendet und sofort wieder von vorne angefangen habe. Michael Ende erschafft in dem Buch Welten, die wie surreale Bilder sind, man kann immer wieder Neues, Einzigartiges und Faszinierendes entdecken. Einfach großartig!
Susanne Gerdom hat es tatsächlich geschafft, dass ich Bücher über Elben und Elfen gelesen habe und das, obwohl ich wirklich kein Fan von beiden bin. Dafür bin ich aber ein großer Fan von Susanne, ihrer Art zu erzählen, ihren wundervolle Figuren und vor allem von ihrer wunderschönen Sprache. Ich mag alle ihre Bücher, aber ganz besonders haben es mir „Der Nebelkönig“, „Das gefrorene Lachen“ und „Elloran“ angetan.

Margaret Atwood hat einen der besten Romane geschrieben, die ich kenne. „Der Report der Magd“ ist eine Dystopie, die man einfach gelesen haben sollte. Die Geschichte hat mich auch nach dem Lesen noch lange begleitet.
Neil Gaiman ist einer meiner absoluten Favoriten. Seine Geschichten sind schräg und witzig und originell und machen einfach einen riesen Spaß.
Franz Kafkas Werke sind wie Träume, man kann sich reinfallen lassen, untertauchen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Was mir als Leserin an Romanen und Geschichten besonders wichtig ist, ist die Sprache. Ich kann Logikfehler verzeihen und auch sonst so einiges, aber was ein Buch haben muss, um mich zu fesseln, das ist eine Sprache, die mich mitnimmt, bewegt, die mir Türen öffnet und mir Platz lässt für meine eigenen Gedanken, für mein ganz persönliches Kopfkino, wie Marny immer so schön sagt. Na ja, und das versuche ich auch selbst umzusetzen. Ob es mir gelingt? Wer weiß, aber ich gebe mein Bestes. ;-)

Bücherregal 2

© Simone Keil

Herzlichen Dank, liebe Simone! :)

Simone Keil – Corvidæ

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Juni 2012

Rezension

Cat und ihre Schwester Lizzie treffen sich in dem Haus ihrer Großmutter, welches sie vor 20 Jahren geerbt und seitdem nicht betreten haben. Der Tod von Rose entzweite die Schwestern, denn Lizzie zog sich danach völlig in sich selbst zurück. Nun will sie ihr Erbe verkaufen und da Cat sie nicht auszahlen kann, versucht sie ihre Schwester an die schönen Zeiten zu erinnern, die sie dort verbracht haben. Während eines Ausflugs in die Umgebung, zu dem sie Lizzie überredet hatte, geraten sie in ein Unwetter und finden in einem mysteriösen Dorf Unterschlupf. Die Bewohner sind sonderbar und verbergen etwas. Und sie wissen um die Risse in der Realität, durch die sich alles ändern kann – selbst die Vergangenheit. Cat erkennt, dass sie sich dort verliert und begibt sich auf eine gefährliche Reise, die sie in sich verändernde und auflösende Welten sowie tief in ihr eigenes selbst führt.

Diese Geschichte hat bereits auf der ersten Seite einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Da war eine unglaublich dichte Atmosphäre, mit der ich mich wohl gefühlt habe und die mir das Gefühl vermittelte, Cat schon lange zu kennen. Die schöne Sprache, die wunderbar Bilder und Emotionen vermitteln kann. Die poetischen Stellen, die ich mir einfach mehrfach durchlesen musste, um sie so richtig genießen zu können. Die Wärme und der Humor, die zwischen den Zeilen durchblitzen. Einfach nur wunderschön und traurig zugleich!

Die Figuren wirkten sehr nah und präsent auf mich, jede hatte ihren ganz eigenen faszinierenden Charakter. Da bleiben Lieblingsfiguren natürlich nicht aus, mir haben es ja vier ganz besonders angetan. Einige davon waren auch recht geheimnisvoll und nicht so leicht zu durchschauen. Das macht ja auch einen Teil ihres Reizes aus, allerdings besteht dabei natürlich die Gefahr, dass einen die falschen Figuren „erwischen“. Aber diesmal habe ich Glück gehabt, auch wenn mir bei einer Szene fast das Herz stehen geblieben ist.

Die Geschichte bietet verschiedene Entwicklungsphasen, in denen sich der Blickwinkel erweitert und für eine veränderte Sicht auf die Ereignisse sorgt. Die Handlung entwickelt sich überraschend und ganz anders, als man zu Beginn erwartet hat. Der Hintergrund wird zu einem immer zentraleren Thema, mit dem die vielen verwirrenden Dinge verbunden sind. Da musste ich mich beim Lesen doch manchmal bremsen, um kurz innezuhalten und einiges zu sortieren. Um Dinge zu verknüpfen und auf mehreren Ebenen zu denken. Daher hat mich das Buch oft abseits der Lesezeit beschäftigt und mir auch intensive Träume beschert.

Als ich die Geschichte ausgelesen hatte, war ich erstmal etwas verwirrt und habe ein wenig an dem Vorhandensein meiner grauen Zellen gezweifelt. Aber das lag einfach daran, dass auf wenigen Seiten noch einiges verwirrendes passierte. Und nicht im Detail erklärt wurde. Aber wozu habe ich schließlich meinen Kopf? Ich mag es, wenn mich ein Buch fordert und zum Nachdenken bringt. Fast so sehr, wie ich tiefe Geschichten, leise Zwischentöne, detailliert ausgearbeitete Charaktere und poetische Stellen mag. All das verbindet sich in „Corvidæ“ und machte dieses Buch für mich zu einer abwechslungsreichen und intensiven Lektüre. Und zu einer Geschichte, der ich noch viele Leser wünsche …

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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