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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Qindie

Katharina Gerlach – Schwanenprinz: Die wilden Schwäne (Schätze Neu Erzählt 7)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im November 2016
Verlag: Independent Bookworm
Autorenseite

Rezension

Prinz Laurent gibt der Prinzessin des benachbarten Königreiches einen Korb, als diese ihn über ihre geplante Hochzeit informiert. Daraufhin verwandelt sie ihn und seine sechs Brüder in Schwäne, denen jedoch die Flucht gelingt. Zusammen mit ihrer einzigen Schwester, die ihnen in einem Flugapparat gefolgt ist, stürzen die Prinzen über einem Friedhof ab. Dort suchen sie nach einem Weg, ihre Verwandlung rückgängig zu machen, bevor die wütende Prinzessin sie findet.

In der Reihe „Schätze Neu Erzählt“ erscheinen Kurzgeschichten, die Märchen aus ungewohnten Perspektiven erzählen. Angesiedelt in einer magischen Welt, in der sich Zauberei und Technologie (Steampunk) miteinander verbinden. Das Märchen, so wie ich es kannte, würde sich in dieser Geschichte also verändern. Aber konnte mich die Atmosphäre auch überzeugen und eine Verbindung zwischen „meinem“ Märchen und der neuen Interpretation herstellen?

Die Geschichte beginnt im Luftschiffhangar, wo die königlichen Gäste herumgeführt werden und Prinz Laurent von dem ganzen „Kronprinzenquatsch“ genervt ist. Es wird deutlich, dass neue dampfgetriebene Erfindungen diese Welt verändern und zu prägen beginnen. Über die Luftschiffe habe ich mich dabei besonders gefreut, weil sie mich einfach faszinieren.

Anfangs gab es kaum Verbindungen zu dem mir bekannten Märchen, was ich allerdings nicht als Nachteil empfunden habe, weil mich diese neue Perspektive gefesselt hat. Außerdem konnte ich mich so ganz auf die neue Welt einlassen und die Figuren kennenlernen, ohne am Original zu „kleben“. Mir hat auch gefallen, dass die Geschichte überwiegend auf einem Friedhof (und seiner Umgebung) spielt – dazu noch der ungewöhnliche Geist, zu dem sich Laurent hingezogen fühlt. Stimmungsvoll und auch mystisch.

Die Elemente des Märchens, die in die Adaption eingeflossen sind, machen für mich den Kern der wilden Schwäne aus. Vielleicht sind es aber auch einfach nur die Dinge, die mich sehr berührt und dafür gesorgt haben, dass es mein Lieblingsmärchen wurde. Die Stimmungen und Gefühle, die ich mit diesen Elementen verbinde, waren auch im „Schwanenprinz“ vorhanden – in mir. Sie wurden in eine Geschichte und eine Welt transportiert, die sehr von dem Original abweicht und dessen neue Kombination gleichzeitig stimmig auf mich gewirkt hat.

Diese Mischung aus bekannten und neuen Elementen hat mir sehr gefallen – es ist etwas Neues entstanden, das sich trotzdem nach „meinem“ Märchen anfühlt. Eine Variante, in der es immer noch um Selbstlosigkeit, Liebe und Zusammenhalt geht. Aber eben auch um Mechanik und einen Geist. All das hat mich berührt und beim Lesen glücklich gemacht, ich werde also gerne an diese Version zurückdenken. Es war einmal … alles ganz anders.

(Enthält auch das Original-Märchen und die Bonus-Geschichte „Heim und Herd“.)

Qindie-Magazin #3: Rock `n` Roll!

Die dritte Ausgabe des Qindie-Magazins ist frisch erschienen und widmet sich den Verbindungen zwischen Literatur und Musik:

Wie viel Musik steckt in Texten? Inwiefern greift ein Kunstgenre ins andere über? Kann das geschriebene Wort Musik werden? Oder liegt ihr Wechselspiel schlicht darin, sich gegenseitig zu inspirieren?
Das sind die Fragen, die wir uns in dieser Ausgabe gestellt haben. Den Antworten auf der Spur, führten wir interessante Interviews, ließen in Lyrik und Kolumnenbeiträgen unseren Gedanken freien Lauf, suchten in Romanen und bei Autoren und fragten bei Musikern, einer Konzertfotografin und einer Lektorin nach. Herausgekommen ist ein bunter, wilder Mix an Artikeln, die vielleicht nicht immer konkrete Antworten, aber doch Anregungen zum Nachdenken bieten. Rock `n` Roll eben!

Diesmal habe ich auch ein wenig mitgemischt! Ein Interview, eine Rezension – und dann war da noch eine spontane Idee für einen Artikel. Mir hat das viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich an der einen oder anderen Stelle überwinden musste. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur für den eigenen Blog schreibt oder für ein anderes Medium.

Das Magazin gibt es als Download in den Formaten ePub, Mobi & PDF, man kann es aber auch online lesen (mehr dazu hier). Wer zukünftige Qindie-Aktionen unterstützen möchte, kann das Magazin aber auch für einen Obolus von 1,99 Euro bei Amazon kaufen oder über Kindle-Unlimited ausleihen.

Ich bin gespannt, wie es euch gefällt! :)

[Gastbeitrag] Romanfiguren in Lebensgröße – oder: Wie baut man sich einen Blauen Krieger?

Heute darf ich euch wieder einen Gastbeitrag präsentieren! Diesmal wird es sehr kreativ, denn Selma J. Spieweg zeigt uns, wie man sich eine Romanfigur in Lebensgröße bauen kann. Und auch wenn es Boris wahrscheinlich nicht so gefallen hat, musste er als Beispiel herhalten. Oder höre nur ich ihn leise grummeln? Und jetzt übergebe ich die Tastatur an Selma!

Gastbeitrag

Hallo liebe Leserinnen und Leser, ich möchte euch Boris vorstellen. Einige wissen vielleicht schon, dass ich meine Romanhelden in Lebensgröße aus Pappmaschee modelliert habe. Heute möchte ich euch erzählen, wie diese Figuren entstanden sind und vielleicht ist es für die eine oder andere eine Anregung, sich selbst an so einer Figur zu versuchen.

© Selma J. Spieweg

Ihr braucht:

  • Einen Arbeitsplatz, den ihr für ein paar Wochen in ein Chaos verwandeln könnt.
  • Abdeckplanen
  • Schüsseln, um Kleister und Papiermehl anzurühren.
  • Pinsel
  • Säge
  • Teppichmesser
  • Schleifpapier
  • Modelliergriffel (zur Not gehen auch Holzspieße und Schraubenzieher)
  • 1 Schaufensterpuppe
  • 2 bis 3 Packungen Tapetenkleister
  • 1 bis 2 Liter Holzleim
  • ca. 5 Kilo Papiermehl
  • ca. 10 Rollen Toilettenpapier
  • 500 Gramm Ton
  • Sämtliche alte Zeitungen aus der Nachbarschaft.
  • Kaninchendraht

Für den künstlichen Arm:

  • 1 PETling (aus diesen Rohformen werden PET-Flaschen hergestellt)
  • Leuchtende Schnürsenkel

Zum Bemalen und Imprägnieren:

  • ca. 1 Liter weiße Dispersionsfarbe
  • Öl- oder Acrylfarbe
  • Zwei-Komponenten Epoxidharz

Materialkosten ca. 350 Euro
Arbeitszeit ca. 4 Wochen

Als Grundgerüst bietet es sich an, eine Schaufensterpuppe zu verwenden. Das hat mehrere Vorteile, man hat einen relativ leichten und stabilen Unterbau und stimmige Proportionen. Wenn die Arm- oder Kopfhaltung nicht passt, kann man der Schaufensterpuppe mit einer Säge zuleibe rücken und die gewünschte Pose erst mit Gipsbinden und später mit vielen Lagen Zeitungspapier fixieren.

Wenn man so weit ist, wird die Schaufensterpuppe mit langen Streifen Zeitungspapier umklebt, bis sie vollständig umwickelt ist. Als Klebstoff bietet sich eine Mischung aus Tapetenkleister und Holzleim an und das Zeitungspapier sollte am Ende mehrlagig sein, damit es später auch die Aufbauten halten kann.

© Selma J. Spieweg

Nachdem das Grundgerüst vollständig mit Zeitungspapier bedeckt ist, kann man mit dem Modellieren beginnen. Schaufensterpuppen sind so dünn, dass es schon anatomisch falsch ist. Um das zu beheben, kann man ein Stützgerüst aus Pappe oder Maschendraht bauen, was dann wiederum mit Zeitungspapier beklebt werden muss.

Kleinere Formen, wie der Faltenwurf der Kleidung oder in diesem Fall auch der Kragen von Boris‘ Uniform werden aus Toilettenpapier-Pappmaschee oder Papiermehlpappmaschee vorgeformt. Was man verwendet, ist eine Kostenfrage. Toilettenpapier-Pappmaschee ist preisgünstig, braucht jedoch lange zum Trocknen und schrumpft zusammen, sodass man diesen Arbeitsschritt wiederholen muss. Papiermehl ist deutlich teurer und schrumpft leider auch etwas, doch es trocknet schneller und hat danach eine ähnliche Stabilität wie Holz.

© Selma J. Spieweg

Die Zahnräder in Boris‘ Arm sind aus Papiermehl hergestellt. Ich habe eine Mischung verwendet, in der der Kleber bereits enthalten ist und es nur noch mit Wasser angerührt werden musste. Die Zahnräder wurden einzeln angefertigt und nach dem Trocknen die Grate mit einem Teppichmesser abgeschnitten und die raue Oberfläche mit Schleifpapier geglättet. Danach habe ich die Zahnräder mit Papiermehl am Oberarm montiert.

© Selma J. Spieweg

Wenn eine Schicht Zahnräder fest und durchgetrocknet war, habe ich darauf die nächsten angebracht.

© Selma J. Spieweg

Das Gesicht ist eine besondere Herausforderung. Die feinen Formen lassen sich kaum mit Papiermehl herstellen und die Masse bleibt viel lieber an den eigenen Fingern kleben, als an den Stellen, wo sie hin soll. Und wenn man es doch geschafft hat, dann schrumpft sie über Nacht und am nächsten Morgen sieht das Gesicht ganz anders aus, als man sich vorgestellt hat. Hinzu kommt, dass auch die Streifen aus Zeitungspapier beim Trocknen etwas zusammenziehen, so entstehen beispielsweise Hohlräume um die Nase herum und in den Augenhöhlen. Diese musste ich mit dem Teppichmesser aufschneiden und zurecht schnitzen. Feinere Formen kann man sehr gut aus Ton modellieren, in Boris Fall sind es die Augenlider. Diese müssen danach aber mit kleinen Schnipseln Zeitungspapier überklebt werden, denn Ton hat den Nachteil, dass er nicht so elastisch wie Pappmaschee ist. Auch Bart, Haare und Augenbrauen sind aus Ton und einzeln Haar für Haar angeklebt. Nach einer Woche fing der Ton-Bart an, sich von den Wangen zu lösen, da das Gesicht beim Trocknen schrumpfte, der Ton jedoch nicht. Zum Glück konnte ich mit Epoxidharz verhindern, dass der Bart abfiel.

Nachdem Boris fertig modelliert war, habe ich ihn mit weißer Wandfarbe aus dem Bauhaus grundiert und konnte anschließend mit dem Bemalen beginnen. Ich habe dafür Ölfarbe genommen. Um Boris vor Spritzwasser und leichten Stößen zu schützen, habe ich ihn mit Epoxidharz eingestrichen. Man trägt es wie Klarlack auf. Die Zahnräder haben mehrere Anstriche bekommen, um sie bruchfester zu machen.

© Selma J. Spieweg

Im Roman leuchten in Boris‘ künstlichem Arm eine Energiekartusche und blaue Leitungen. Als Kartusche habe ich einen Industrie-PETling verwendet und für die Leitungen leuchtende Schnürsenkel. Die Batterien dafür sind im Unterarm und in einem Hohlraum im Nacken versteckt.

© Selma J. Spieweg

Nach vier Wochen Arbeit (und noch einmal zwei Wochen Trocknungszeit für die Ölfarbe) war Boris fertig. Und wenn er mir nicht beim Schreiben seiner Geschichte zusieht, ist er unterwegs und macht Werbung für sein Buch.

© Selma J. Spieweg

© Selma J. Spieweg

Selma J. Spieweg – Der Plan der Zeit (Boris & Olga 3, Clockwork Cologne)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im Juli 2016
Autorenseite
Qindie

Rezension

Boris träumt noch immer von einem Häuschen in Sibirien, wo er zusammen mit Olga Frieden finden kann und von der Welt vergessen wird. Doch die Zeit hat noch Pläne mit ihm! Denn sie zerbricht durch die vielen Manipulationen und braucht den Blauen Krieger, um das zu verhindern. Ausgerechnet der Zeitzwilling des Zaren scheint bei diesem Thema den Überblick zu haben, aber kann man ihm auch vertrauen? Und dann ist da noch Nikola – ein Quantenmagier, der seine Fähigkeiten keiner Regierung anbieten will, aber Boris helfen möchte …

Bereits im ersten Kapitel zeigte sich, dass dieses Buch für mich ganz besonders emotional werden würde. Boris stand mir vom ersten Band an sehr nah, aber wie intensiv das inzwischen geworden ist, zeigte sich erst jetzt. Es gab viele Stellen, an denen ich einfach weinen musste, weil sie mir so nah gegangen sind – aus verschiedenen Gründen. Durch tragischen Ereignissen oder bei Szenen zwischen Boris und Olga, die ihr inniges Verhältnis zeigen. Aber auch durch Boris‘ Gedanken über Olga – zu seinen Gefühlen für sie oder was er ihr schenkt, auch wenn er nichts besitzt.

Boris muss sich in diesem Band auch seiner Vergangenheit stellen und seine Zerrissenheit, die Ängste und Erinnerungen haben mit dazu beigetragen, dass dieses Buch so intensiv und vielschichtig auf mich gewirkt hat. Es wurden auch psychologische Betrachtungen eingestreut, die ich als bereichernd empfinde. Mein persönliches Highlight war aber Boris‘ Humor – nicht nur, dass er ihn zeigt, er passte auch so schön zu meinem eigenen!

Die verschiedenen Zeitebenen vermischen sich immer öfter und auch wenn das natürlich verwirrend ist, fand ich es doch ziemlich faszinierend. Auch die Erläuterungen dazu und zu der Zeit an sich. Das wurde so gut erklärt, dass sogar ich es verstanden habe. Oder zumindest das meiste davon.

Einige der offenen Fragen wurden beantwortet und hielten für mich überraschende Entwicklungen bereit. Mit ganz neuen Verbindungen und Zusammenhängen, wodurch die Geschichte noch komplexer wurde. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass vieles noch mehr zusammenrückt und verknüpft wird. Das betrifft Boris‘ Familie, aber vor allem den Plan der Zeit. Als mir bewusst wurde, wieviel von diesem Plan gesteuert wurde, musste ich einen Moment inne halten und das sacken lassen.

Wassilisa spielt wieder eine größere Rolle, worüber ich mich sehr gefreut habe. Aber ich dachte auch oft an Adele und wollte wissen, was denn nun aus ihr wird – das Ende vom zweiten Band hat sich mir wohl sehr eingeprägt. Glücklicherweise taucht sie wenigstens noch kurz am Ende auf, im nächsten Band werde ich also wohl mehr von ihr haben. Dafür habe ich den Zeitzwilling des Zaren inzwischen in mein Herz geschlossen. Und Erik, der grummelig-liebenswerte Kapitän der Himmelstänzerin, war auch wieder mit dabei! Und noch mehr liebgewonnene Figuren … Außerdem gibt es da noch eine spannende neue Figur, die mir ziemlich sympathisch ist.

„Der Plan der Zeit“ war für mich eine intensive, emotionale und sehr abwechslungsreiche Lektüre, die eine große Komplexität und Figurentiefe bietet. Aber auch Humor, nicht zuletzt durch Olgas ganz eigene Logik und einige von Boris‘ Kommentaren, die direkt mein Humorzentrum treffen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht und was nun aus Adele wird. Unter anderem.

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Reihenfolge:

  1. Tod dem Zaren
  2. Die Zeitmaschine des Arabers
  3. Der Plan der Zeit
  4. ?

[Gastbeitrag] Hörbuch und Recherche zu „Schottlands Wächter“

Heute darf ich euch einen Gastbeitrag präsentieren! Katharina Gerlach erzählt uns etwas über das Hörbuch zu „Schottlands Wächter“ und die Recherche zur Reihe. Zu gewinnen gibt es auch noch etwas – aber erstmal übergebe ich die Tastatur an Katharina. :)

Gastbeitrag

Danke, Marny, dass ich mein Hörbuch „Schottlands Wächter“ vorstellen darf. Ich weiß, dass dir die Geschichte gut gefallen hat (denn wer hat mich immer wieder gebeten, einen Folgeband zu schreiben?). Ich muss zugeben, dass ich selbst lieber lese als höre. Aber ich weiß, dass es sehr viele LeserInnen gibt, die gleichzeitig HörerInnen sind.
In Schottlands Wächter geht es um Bryanna, ein junges Mädchen aus Schottland. Sie entdeckt, dass die Wesen, die sie aus Fabeln, Märchen und Legenden kennt, tatsächlich existieren, als sie ihren gekidnappten Vater retten will. Dabei gerät sie zwischen die Fronten eines drohenden Krieges.

Hörbuch-q

Als ich “Schottlands Wächter” geschrieben habe, war die Recherche einfach. Die meisten Fabelwesen kannte ich aus den Erzählungen meiner schottischen Adoptivfamilie. Natürlich legte ich mir ein paar Sagen- und Märchenbücher zu, um die Erinnerungen zu vertiefen, aber das war alles. Jetzt, beim zweiten Band, ist das alles komplizierter geworden.
Ein Teil der Geschichte spielt in einer ausgedachten Welt, in die Kaylee gerät und aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Ich habe lange gebraucht, um diese dunkle Welt so zu gestalten, dass sie vom Gefühl her zu den Sagen und Märchen passt, die ich bereits verwendet habe.

Der weitaus schwierigere Teil betrifft Bryannas Reise. Sie muss nach Cornwall, Wales und Südengland, und sich dort nicht nur gegen die Fabelwesen behaupten, sondern auch mit dem Wächter dieser drei Länder zurecht kommen. Keine leichte Aufgabe. Um die Fabelwesen möglichst gut darstellen zu können, lese ich seit etwa einem Jahr das Mabionigon, eine Sammlung keltischer Sagen und Legenden, sowie etliche Märchenbücher speziell über Wales und Cornwall.

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Mein größtes Problem dabei ist die Fülle an Wesen, die die keltische Kultur mit sich bringt. Ich brauche eine möglichst ausgewogene Balance zwischen Wesen, die bekannt sind (in diesem Fall sind das überwiegend Figuren aus der Artus-Sage, denn die ist im Süden von GB am stärksten verbreitet) mit den weniger bekannten. Gleichzeitig will ich mir aber auch genügend für den Abschlussband der Trilogie aufheben, der Bryanna und Kaylee voraussichtlich nach Irland führen wird, zumindest zeitweise. Vor meinem inneren Auge sehe ich bereits eine Szene mit einer Banshee (einem Fabelwesen, das den Tod ankündigt).

Wenn aber einer von euch ein paar Lieblingswesen hat, die in Wales, Cornwall oder Südengland leben, dürft ihr sie mir gerne nennen. Wenn sie in meine Geschichte passen, bringe ich sie unter. Versprochen!

© Katharina Gerlach


GEWINNSPIEL

Verlost werden zwei Audible-Codes für einen kostenlosen Download des Hörbuchs oder für diejenigen, die lieber selber lesen, das eBook.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 31. Juli 2016. Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.

Um teilzunehmen, beantwortet als Kommentar mit Angabe eurer eMail-Adresse (im dafür vorgesehenen Feld nur für Admins sichtbar) und der Info, für welchen Gewinn (Hörbuch-Code oder eBook) ihr in den Lostopf hüpfen wollt, folgende Frage:

Gibt es einen Sagenkreis oder eine bestimmte mythologische Figur/Wesen, das euch ganz besonders reizt?

Viel Glück! :)

[Gastbeitrag] Ein Rundgang durch Rihalimon (Teil 2)

Und schon geht es weiter mit dem Rundgang durch Rihalimon! Ich hoffe, ihr seid alle noch da und niemand hat den Anschluss verpasst, denn es gibt besondere Orte und einen geheimnisvollen Gegenstand zu sehen. Also los!

Gastbeitrag

Nach diesem ausführlichen Blick in den Ostflügel kehren wir noch einmal in den Teil des Schlosses zurück, den die Windsbräute bewohnen. Neben den Schlafräumen finden sich dort auch die Versammlungsräume, in denen besonders kundige Windsbräute sich um die Klärung wichtiger Fragen bemühen. Werfen wir mal einen Blick in einen der größeren Räume.

Hope bedankte sich und schloss die Tür hinter sich. Ihre Gesprächspartnerin wies auf eine Reihe von Stühlen, die wie in einem Wartesaal nebeneinander an der Wand aufgereiht standen. Hope setzte sich auf die Kante des Stuhls, der am weitesten von den Bräuten entfernt war. Schließlich wollte sie nicht stören, hier wurde gearbeitet, so viel wusste sie.
In der Mitte des Raums stand ein runder, fein gearbeiteter Tisch. Er bot Platz für zehn Stühle und hatte Ähnlichkeit mit den Tischen in Helianas Räumlichkeiten. Jetzt, da Hope erfahren hatte, wie die Möbel entstanden, betrachtete sie die Verzierungen genauer. Anders als in den Räumlichkeiten der Ältesten befanden sich an diesem Tisch keine Blüten- und Blätterranken. Stattdessen schienen sich Tiere an den Beinen festzuhalten oder um sie herum zu winden. Überall lugten sie wie neugierige, kleine Kinder hinter den Tischbeinen hervor oder hielten ein Spielzeug in den Pfoten.
Die Stühle wiederum boten Heimstatt für Vögel. Auf den Arm- und Rückenlehnen hockten sie, pickten imaginäre Körner auf oder bauten ein Nest an einer geeigneten Stelle.
Neben dieser Sitzgruppe befanden sich noch die Stuhlreihe an der Wand, auf der Hope Platz genommen hatte und mehrere wuchtige, aber schlichte Arbeitstische im Raum. Dort lagerten Papiere und Bücher.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL NEUN – Peace

Für das Ende dieses kleinen Rundgangs habe ich noch zwei besondere Orte und einen sehr heiklen Gegenstand aufgehoben, die allesamt streng geheim bleiben müssen. Also: Pssst! Bitte nicht weitersagen. Zuerst schauen wir uns den geheimen Ort von Hopes bester Freundin an. Bitte folgt mir, es ist ein Stück zu gehen.

Peace schritt voran, und Hope folgte ihr durch die langen Korridore des Schlosses. Zu ihrem Erstaunen hielt ihre Führerin an einer Tür, hinter der eine verborgene Treppe zum Vorschein kam. Seit wann gab es hier mehrere Stockwerke? Bisher hatte sie Rihalimon immer für eingeschossig gehalten, sehr breit und auch recht hoch, aber der Aufbau mit seinen Zinnen und Türmchen aus Wolkengespinst, war doch nur zur Zierde. Zumindest hatte es von außen so ausgesehen, und da Hope bei ihren Wanderungen durch das Schloss noch nirgends auf Stufen gestoßen war, verwirrte sie dieser Anblick im ersten Moment.
Die Treppe führte aufwärts. Peace grinste, legte den Finger an die Lippen und wies nach oben, ehe sie sich umwandte und den Aufgang mit schnellen Schritten hinaufstieg. Hope hastete hinter ihr her.
Zuerst ging es gerade hinauf. Auf einem schmalen Absatz endete der Aufstieg. Peace blieb stehen, winkte Hope heran und signalisierte ihr erneut leise zu sein. Sie lauschte die Treppe hinab, die sie soeben hinaufgekommen waren. Kein Laut war zu hören. Dann öffnete sie eine winzige Tür, die Hope zunächst nicht wahrgenommen hatte. Im nächsten Augenblick packte Peace Hope bei den Schultern, schob sie hindurch und schloss die Tür hinter ihnen.
In dem Zimmer war es stockdunkel. Peace griff mit den Händen in das Wolkengespinst neben der Tür. Sofort glühte im Inneren der Wolke ein sanftes Licht auf. Es reichte gerade aus, um die Umgebung einigermaßen erahnen zu können.
Hope sah sich um. Schon wieder standen sie am Fuß einer Treppe, diesmal handelte es sich jedoch um eine Wendeltreppe. »Führt die in einen der Türme?«, fragte sie leise.
»Lass dich überraschen.« Peace‘ Stimme war kaum mehr als ein Hauch. »Dort oben ist es wunderschön und wir können uns in Ruhe unterhalten.«
Warum sie flüsterten, wusste Hope nicht. Konnte man sie hören? Und wenn ja, wer? Womöglich war es auch verboten, sich in den Türmen aufzuhalten. Aber wozu dann diese Treppe? Die sich als so endlos erwies, dass Hope schnaufte wie ein ersterbender Westwind, lange, bevor sie das Ziel erreichten. Peace hingegen schien der Aufstieg nichts auszumachen, sie atmete nicht einmal schneller.
Je höher sie stiegen, desto heller wurde es. Licht sickerte aus den Wänden wie durch Watte, im gleichen Maße erlosch das Leuchten des Wolkengespinstes.
»Halt dich fest!«, befahl Peace, die vor Hope die Treppe hinaufstieg. »Wir sind gleich oben.«
Hope sah sich um. Woran um alles in der Welt sollte sie sich festhalten? Außer den Wolken sah sie nichts, das ihr Sicherheit geboten hätte. Erst als sie die letzten Stufen beschritt, entdeckte sie in der Wolkenwand einen metallenen Ring und einige Kettenglieder, die daran baumelten. Hope griff nach der Kette und ließ deren Glieder durch die Finger gleiten, während sie aufwärts kletterte. Noch eine Kurve. Dahinter war es so hell, dass es blendete. Vorsichtshalber kniff Hope die Augen zusammen, um nicht plötzlich völlig blind dazustehen.
Die Kette fest in der einen Hand verließ sie die Wendeltreppe, mit der anderen stützte sie sich auf einem Knie ab und versuchte erst einmal zu Atem zu kommen, ehe sie sich mit ihrer Umgebung befasste.
Endlich endete das unangenehme Ziehen in der Brust und Hope blickte auf. Tatsächlich standen sie auf der Plattform eines Schlossturmes, von Zinnen aus Wolkengespinst bekränzt. Hier oben wüteten ungestüme Winde. Es dauerte einen Moment, bis Hope begriff, dass es die Auf- und Abwinde sein mussten, die Rihalimon an dieser Stelle festhielten.
Es war eine gute Entscheidung gewesen, die Augen zusammenzukneifen, denn nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Luftströme waren von solch unglaublicher Intensität, dass Hope sich am liebsten gekniffen hätte, um herauszufinden, ob sie nicht doch im Tiefschlaf lag, und das alles nur träumte. Zumal keinerlei Brausen zu hören war.
»Wo sind wir genau?«, flüsterte sie und musste beinahe selbst lachen, als sie die Ehrfurcht bemerkte, die sich in ihre Stimme geschlichen hatte.
»Das ist der sogenannte Westturm«, erklärte Peace. »Hierher kommt nie jemand. Sie sollten uns dennoch besser nicht erwischen. Sonst ist das Geheimnis dahin. Niemand weiß von diesen Treppen und dem Ausgang.«
»Dann hast du sie entstehen lassen?«
Peace grinste mit unverhohlenem Stolz. »Das hätte jede tun können, aber außer mir ist keine Windsbraut auf die Idee gekommen.«
»Dein geheimer Platz, ich verstehe.« Hope blinzelte ihrer Freundin verschwörerisch zu. »Danke, dass du ihn mir zeigst.«
Hope ließ die Kettenglieder ein Stück weiter durch die Finger gleiten und trat an den Zinnenkranz, um hinabzusehen.
Unter ihr lag nichts als bodenlose Tiefe, durchzogen von Wolken der unterschiedlichsten Art. Sie blinzelte und schaute nach oben, von wo die Sonne auf sie herablachte, als könnte es keinen schöneren Tag geben. Hope ging noch näher heran. In ihrem Herzen spürte sie die Sehnsucht, ihrem Ruf zu folgen und sich hineinzuwerfen und forttragen zu lassen. Doch sie widerstand dem Sog.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL NEUN – Peace

(Klick aufs Cover führt zu Amazon)

Auch in den Räumlichkeiten der Ältesten gibt es Geheimnisse zu entdecken. Aber wen wundert das? Wo sonst, wenn nicht in deren Gemächern, sollten die Windsbräute wichtige Gegenstände verstecken? Hier müssen wir besonders vorsichtig sein, denn wenn uns die Älteste dabei erwischt, dass wir in ihren Räumlichkeiten schnüffeln, fliegen wir hier im hohen Bogen raus. Also psst! Schön leise sein und bitte nichts anfassen.

Nachdenklich ging sie in Helianas Zimmerflucht auf und ab. Der Unterricht fand gewöhnlich im dritten der aufeinanderfolgenden Räume statt. Weiter hinein war Hope bisher nicht gekommen. Ohne nachzudenken, betrat sie das nächste Zimmer. Es glich dem Besprechungszimmer, in dem ihre Lektionen stattfanden aufs Haar, lediglich erschien es eine Spur kleiner zu sein. Bis auf das Wolkenmobiliar war der Raum leer.
Immer tiefer drang Hope in Helianas Reich ein. Auch im nächsten Raum entdeckte sie nichts, was einen zweiten Blick wert gewesen wäre, außer dass auch dieses Zimmer wieder etwas weniger groß wirkte, als das zuvor. So ging sie von Raum zu Raum. Als sie das siebte Zimmer erreicht hatte, war dieses bereits sehr viel kleiner als der Unterrichtsraum. Ihre Wahrnehmung hatte sie nicht getäuscht.
Wenigstens sah es hier endlich einmal anders aus als in den übrigen Räumlichkeiten, die sich höchstens in der Farbe der Wände unterschieden, sah man von dem Schrumpfeffekt ab. An diesem Ort standen nicht nur Tische und Stühle sowie ein paar vereinzelte, meist leere Regalbretter, sondern auch ein Schrank und eine Truhe.
Neugierig trat Hope an die Kiste heran. Sie war wie alles hier aus Wolkengespinst geformt, wirkte aber wie aus Holz geschnitzt. Bei genauerem Hinsehen ließen sich Riefen, wie sie durch ein Sägeblatt entstanden, erkennen, und dazu täuschend echt aussehende Astlöcher. Es fehlte nur noch der Duft, den Gehölz manchmal verbreitete. Was für eine filigrane und langwierige Aufgabe musste es sein, die Wolken um diese Formgebung zu bitten. Anerkennend nickte Hope mit dem Kopf. Wow! Hier war eine große Künstlerin am Werk gewesen.
Liebevoll strich Hope mit den Fingerkuppen über die zauberhafte Arbeit. Was sich wohl in diesem Wunderwerk versteckte? Ob sie nachsehen sollte? Die Neugier fuhr in ihrem Körper Achterbahn und kribbelte von den Haar- bis in die Zehenspitzen. Zu gern würde sie einmal hineinschauen, nur einen winzigen Blick hineinwerfen. Schon ertasteten ihre Finger den Spalt zwischen Deckel und Korpus, ganz eigenmächtig, so als hätte Hope keine Macht mehr über ihre Hände.
Nur reinschielen, sagte sie sich. Sie würde die Truhe sofort wieder schließen. Sie schob die Daumen unter die Kante und drückte den Deckel ein kleines Stück hoch. Mist! Die Öffnung war zu schmal und die Lichtverhältnisse in diesem Raum zu dunkel, um auch nur erahnen zu können, was im Inneren der Kiste sein könnte. Also noch ein Stückchen anheben.
Fast erwartete Hope ein Quietschen der Scharniere, als sie den Truhendeckel Zentimeter für Zentimeter nach oben stemmte. Aber natürlich blieb das Geräusch aus, Wolken quietschten nun mal nicht. Sie unterdrückte ein Grinsen, während sie konzentriert in den Schlund der Truhe starrte, deren Maul sich langsam weiter öffnete. Endlich reichte das Licht aus, um das Innere zu beleuchten.
Hope runzelte die Stirn. Die Kiste war leer, nur tief unten, am Boden, stand eine Art Ball auf einem Sockel. Das Ding wirkte nicht sonderlich spektakulär und war den Aufwand und das schlechte Gewissen, hier herumzuschnüffeln, keinesfalls wert. Dennoch langte Hope in die Truhe und packte die Kugel. Sie war unerwartet schwer, ja es kam Hope sogar so vor, als wehrte sie sich dagegen, herausgehoben zu werden. Hope stieß den Truhendeckel ganz auf, erhob sich, beugte sich vor und griff mit beiden Händen zu. Trotzdem musste sie ihre komplette Kraft aufwenden, um das Ding herauszuheben. Sie richtete sich auf und stapfte auf den Tisch zu, der in der Mitte des Zimmers stand.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL ZEHN – ERINNERUNGEN

Das allergrößte Geheimnis habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Und diesmal lasse ich euch im Dunkeln, um was für Räumlichkeiten es sich handelt und wer oder was dort zu finden sein wird. Ihr seht, Rihalimon versteht es, seine Geheimnisse zu wahren. Aber nun, kommt mit, diesmal geht es abwärts.

Weiter führte der Weg durch endlose Gänge. Nach einer Weile hatte Hope das Gefühl, sich in einer Abwärtsspirale zu befinden. Der Flur weckte den Eindruck leicht bergab zu gehen, es mochte allerdings ebenso gut eine optische Täuschung sein. Der Korridor, dem sie folgten, nahm kein Ende. Es gab weder Abzweigungen noch Kreuzungen, da war nur dieser Gang, der sich in einem stetigen Bogen abwärts wand.
Gerade als sie nachfragen wollte, wie lange der Weg dauern würde, blieb ihre Führerin stehen und zeigte auf eine Tür, die Hope allein übersehen hätte, da sie die gleiche weißgraue Farbe hatte, wie das Wolkengespinst, aus dem Rihalimons Wände bestanden. Nur ein unauffälliger Türknauf und ein winziger Spalt, der Tür und Wand voneinander trennte, deuteten auf die Tür hin. Wer sich nicht auskannte, ging garantiert daran vorüber.
»Da wären wir«, sagte Hopes Begleiterin und drehte den Knauf. Sofort schwang die Tür nach innen und gab den Blick frei auf einen kleinen Raum. »Bitte schön.« Sie winkte einladend und ließ Hope den Vortritt.
Gemessenen Schrittes, betrat Hope den Raum. Es roch muffig, ein wenig nach ungewaschener Wäsche, aber der typische Geruch fehlte. Sie musterte die Wände auf der Suche nach einer weiteren Tür, die sie in die eigentlichen Räumlichkeiten führen würde. Doch da war keine Tür.
Sie stutzte und besah sich den Raum genauer. Er war beinahe leer, bis auf ein paar anscheinend willkürlich im Zimmer verstreute Gegenstände. Aus einer der Wände wuchs ein dünner Stab – vielleicht ein Kleiderhaken, mutmaßte sie. Allerdings hingen daran weder Mantel noch Hut, sondern nur ein alter Lederlappen oder eine Art Cape, von dem der üble Geruch auszugehen schien. Ein Spiegel stand auf einem winzigen Tisch, der kaum als Beistelltisch bezeichnet werden konnte. Stühle gab es gar nicht. Dafür entdeckte Hope ein Regal, in dem fein säuberlich mehrere Teller aufgestapelt waren, daneben lag Besteck, und auch ein paar Gläser und eine Karaffe Wasser fanden darin Platz. Allerdings war alles, was dort lagerte, nicht in der Größe vorhanden, wie es in einem menschlichen Haushalt zu finden wäre, sondern war höchsten ein Viertel so groß. Das Geschirr erinnerte Hope an Spielzeug. Hatte sie nicht selbst als kleines Mädchen mit Puppen gespielt und mit ihnen gemeinsam grandiose Teepartys gefeiert? Aber was suchte Kinderspielzeug gerade hier?
Hopes Führerin hatte stumm da gestanden und lächelnd Hopes Minenspiel beobachtet. Nun erwachte sie wieder zum Leben und kam heran. »Kann es losgehen?«, fragte sie spitzbübisch.

Aus Windsbraut: Schwester der Winde, KAPITEL EINS

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Nun sind wir am Ende unserer kleinen Schlossführung angekommen. Ich hoffe ihr hattet Spaß und habt den Rundgang genossen. Sollten noch Fragen bestehen, schießt los. Wenn es euch gefallen hat, freue mich über eine kleine Anerkennung in Form eines Trinkgelds. Diese dürft ihr gern in Form eines Buchkaufes entrichten. ;)

Anlässlich des Erscheinens des 2. Bandes der Trilogie erhaltet ihr den 1. Band der Trilogie „Windsbraut: Verdammter Ostwind“ als E-Book zum Schnäppchenpreis von 99 Cent. Und auch den 2. Band „Windsbraut: Rihalimons Geheimnis“ gibt es derzeit zum reduzierten Preis von 2,99 € statt 3,99 €. Außerdem findet ihr beide Bücher in der kostenlosen Ausleihe von Kindle Unlimited, folgt mir einfach ein letztes Mal HIER entlang zu „Verdammter Ostwind“ und HIER entlang zu „Rihalimons Geheimnis. Beide Titel gibt es natürlich auch als Taschenbuch.
Wenn ihr mehr über mich wissen möchtet und über die Bücher, die ich bisher geschrieben habe, dann werft doch mal einen Blick auf meine Homepage oder abonniert meinen Newsletter, dann versorge ich euch aus erster Hand jederzeit mit Neuigkeiten.

© Regina Mengel

[Gastbeitrag] Ein Rundgang durch Rihalimon (Teil 1)

Heute darf ich euch einen Gastbeitrag präsentieren! Regina Mengel führt uns durch Rihalimon, dem Wolkenschloss der Windsbräute und überwiegendem Handlungsort von „Rihalimons Geheimnis“, dem zweiten Teil der Windsbraut-Trilogie. Und weil ein Rundgang durch so ein Schloss natürlich etwas länger dauert, habe ich den Beitrag aufgeteilt – also verpasst morgen nicht den Anschluss zum zweiten Teil. ;) Und jetzt übergebe ich die Tastatur an Regina!

Gastbeitrag

Guten Tag liebe Besucherinnen und Besucher. Mein Name ist Regina Mengel und ich freue mich heute euer Schlossführer sein zu dürfen. Rihalimon ist nicht irgendein Schloss, das werdet ihr schon bei eurer Anreise bemerkt haben. Schließlich fliegt man nicht alle Tage so weit hinauf in die Wolken.

Natürlich werdet ihr euch nach diesem Rundgang im Schloss nicht besser darin zurechtfinden, als jeder andere, der dort neu eingezogen ist. In den ersten Tagen und Wochen verläuft sich jeder, was vor allem an den endlos langen Gängen liegt, die völlig fensterlos daherkommen und alle gleich aussehen. Gänge von denen Türen abgehen, gelegentliche Kreuzungen und wieder endlos lange Korridore. Auf Rihalimon zu leben ist leicht – zumindest auf den ersten Blick-, sich dort zurechtzufinden dauert jedoch seine Zeit. Aber fangen wir von vorn an – oder besser gesagt: von außen.

Hopes Blick blieb an einem Gebilde hängen, das mit einem Mal nicht weit entfernt im Licht des Sonnenaufgangs erstrahlte. Was war das? Schwebte da tatsächlich ein Schloss über den Wolken? Sie kniff die Augen zusammen und starrte das Phänomen an. So etwas hatte sie hier oben noch niemals gesehen.
Die Sonne stieg langsam höher, und mit jedem Augenblick, der verging, wanderte ihr Leuchten ein Stück aufwärts, bis es endlich das komplette Gebäude erfüllte. Unfassbar, da hing ein Schloss in der Luft, jedoch nicht, wie Hope es zuerst angenommen hatte, über den Wolken. Stattdessen bildeten Wolken die Mauern, die Zinnen und Türme, die in zahlreichen Tönen von Weiß bis zu zartem Grau changierten. Lediglich das Eingangstor, das einer hochgezogenen Zugbrücke glich, bestand aus einem anderen Material.
Neugierig tastete Hope nach einem Wind, der sie näher an das Wolkenschloss herantragen sollte. Sie musste nicht lange warten, ein laues Lüftchen von einem Seitenwind schwebte an ihr vorbei. Sie stieg um und ließ sich langsam vorwärtstreiben. Das Wolkenschloss schien unbeweglich zu schweben. Merkwürdig, normalerweise bliesen die Luftströme die Wolken vor sich her, dieses Gebilde aber blieb an ein und derselben Stelle, als wäre es fest verankert.
Als Hope näher herankam, nahm sie die Ausläufer zweier gegenläufiger Winde wahr. So funktionierte das also. Ein kraftvoller Abwind drückte von oben auf das Schloss, und ein ihm ebenbürtiger Aufwind hielt von unten dagegen. Gemeinsam brachten sie eine gleichbleibende Kraft auf, die das Wolkenschloss unverrückbar in der Luft schweben ließ und dafür sorgte, dass sich seine Position weder nach oben oder unten veränderte, noch dass es davongetragen wurde.
Aufgeregt sah Hope dem Schloss entgegen. Wer wohl dort wohnte? Nicht mehr lange und sie würde an das Tor klopfen, vorausgesetzt, das Material des Tores ließ ein solches Geräusch zu.

Aus Windsbraut: Verdammter Ostwind, KAPITEL ACHTZEHN – GENESUNG

So einfach, wie Hope sich das vorstellt – einfach mal anklopfen und man lässt sie rein – ist die Sache aber leider nicht. Lauschen wir doch mal, welches Geräusch das Tor von sich gibt, wenn man dagegen klopft. Übrigens: Inzwischen kennt Hope auch den Namen des Schlosses: Rihalimon.

Wieder harrte Hope vor dem Tor aus. Wieder klopfte sie vergeblich, wartete und wartete, bis sie schließlich in ihrer Not in die Knie ging und unablässig gegen die Tür hämmerte. Sie würde hierbleiben und ihre Fäuste gegen das unbekannte Material des Portals erheben. Und wenn sie ihre Fingerkuppen blutig schlagen würde, wenn ihr die Hände abfielen, irgendwann musste denen da drinnen der andauernde Lärm auf die Nerven gehen, so sehr, dass sie hoffentlich endlich ihre Arroganz abstreiften und sich der demütig zu ihren Füßen kauernden Windsbraut annahmen.
Eines hatte Hope bei ihrem Plan jedoch unterschätzt: die Empfindlichkeit ihrer eigenen Ohren. Im Gegensatz zu denen der Windsbräute im Inneren des Schlosses, befanden diese sich unumgänglich in unmittelbarer Nähe der Stelle, auf die Hope eindrosch, als gäbe es kein Morgen mehr. Und die Geräusche hatten es in sich, sie erinnerten an den Klang von bronzenen Kirchenglocken. Mit jedem Schlag erbebte Hopes Körper, und ihre Trommelfelle schienen im Inneren ihres Ohres hin und her zu schlingern wie ein Fischerboot im Sturm.
Irgendwann, nach nicht allzu langer Zeit, ließ Hope die Fäuste sinken und gab ihren Plan auf. Wenn sie nicht ihr Gehör zu Grabe tragen wollte, durfte sie unmöglich noch länger diesem Lärm ausgesetzt sein. Eine neue Idee musste her.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL ZWEI – FAITH

Manchmal hat das Schicksal Erbarmen mit uns armen Sündern. ;) Das darf auch Hope erfahren, denn schließlich wird sie doch nach Rihalimon eingelassen. Wie mag das Schloss von innen aussehen? Folgt mir und ihr werdet es mit eigenen Augen sehen.

Der Weg führte sie durch lange Gänge, die allesamt aus verdichteten Wolken bestanden. Wie Mauerwerk fügten sich große Wolkenblöcke aneinander. Doch anders als bei Stein wirkte die Oberfläche leicht uneben, ein wenig aufgeraut, als läge eine dünne Schicht flauschiger Wolkenschleier über der verdichteten Masse. Dieser Eindruck verstärkte sich noch, da der Boden unter Hopes Füßen bei jedem Schritt minimal nachzugeben schien. Sie lief im wahrsten Sinne des Wortes auf Wolken.
Nach einer scheinbar unendlichen, fensterlosen Flut an Gängen blieb Faith endlich stehen, und Hope schloss zu ihr auf. Sie rang um Luft, während Faith an eine Tür klopfte und um Einlass bat. Die Tür bestand aus dem gleichen Material wie Rihalimons Eingangstore.

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Nachdem Hope eine erste Unterredung mit der Ältesten der Windsbräute durchgestanden hat, wird sie auf ihr Zimmer geführt. Eine gute Gelegenheit sich mal anzuschauen, wie die ganz normalen Schlafzimmer einer Windsbraut so aussehen und was es dort an Besonderheiten gibt. Bitte hier entlang zu den Schlafgemächern.

So blieb ihr genug Zeit, sich ein wenig umzusehen und auch die eine oder andere Frage zu stellen. Genau genommen überschüttete sie ihre Führerin geradezu mit Fragen, all jenen, die sie nicht gewagt hatte, der Ältesten zu stellen.
»Hat das Schloss keine Fenster? Was macht ihr hier den ganzen Tag? Wie viele Windsbräute gibt es eigentlich? Warum sagt ihr den neugeborenen Schwestern nichts von Rihalimon? Wie kann ein Schloss aus Wolken bestehen, oder sind es gar keine Wolken? Wie wird mein Zimmer aussehen?
Hopes Führerin lächelte gütig und gab sich sichtlich Mühe, Hope ein paar Antworten zu geben. Über die Beschaffenheit des Schlosses wusste sie nichts, nur, dass es sehr wohl Fenster gäbe. Einzig, wie Hopes Zimmer aussähe, beantwortet Lavendel schließlich umfassend, indem sie ganz einfach eine der metallenen Türen auf der rechten Seite eines Seitenkorridors aufstieß. Sie trat ein Stück in den Raum und bat Hope zu sich.
Der quadratische Raum maß nur wenige Schritte und wies tatsächlich eine Art Fenster auf, ein rechteckiges Wolkenloch in Brusthöhe. Glasscheiben waren anscheinend bei den Windsbräuten unbekannt. Wozu hätten sie ihnen auch dienen sollen, die Schwestern haderten nicht mit dem Wetter, und es lag ihnen fern, zu frieren oder zu schwitzen.
Während ihre Führerin sich verabschiedete und schließlich die Tür hinter sich schloss, steuerte Hope direkt auf die Öffnung zu und blickte hinaus. Nicht mehr lange und die Sonne würde untergehen.
Sie sah einige Minuten aus dem Fenster, ehe sie sich umwandte und den Raum, der nun ihr Zuhause sein sollte, in Augenschein nahm. Eine Ruhestätte, ebenfalls aus Wolken gebildet, stand an einer Wand des Zimmers. Sie konnte ebenso als Bett wie als Sofa genutzt werden. Ein Sessel stand daneben und dazwischen bildete ein Wolkenquader eine Art Tisch. Ansonsten war der Raum komplett leer.
Es klopfte.
»Herein.«
Die Tür schob sich langsam auf und eine weitere, Hope unbekannte, Windsbraut spähte hindurch. »Die Älteste hat mich zu dir geschickt, um dir ein paar Dinge zu bringen, und dich auf die Nacht vorzubereiten. Darf ich hereinkommen?«
»Aber selbstverständlich.« Hope trat an die Tür, um diese für ihre Besucherin, die einen unhandlichen, großen Korb unter dem Arm trug, zu öffnen. Als sie den Türknauf ergriff, schwang die Tür sofort nach innen. Hope wunderte sich, sie hatte mit einem höheren Kraftaufwand gerechnet, schließlich wirkte das Material massiv, und auch der Klang, wenn man daran klopfte, ließ auf ein schweres Metall schließen.
»Warum ist die Tür so leicht?«
»Du stellst merkwürdige Fragen. Das Schloss ist das Schloss. Es ist, wie es ist. Wir hinterfragen das hier nicht.«

»Ich habe dir ein paar Kleinigkeiten mitgebracht.« Die freundliche Stimme ihrer Besucherin unterbrach Hopes Gedanken. Sie sah auf und betrachtete die Dinge. Da war zunächst eine Haarbürste. Außerdem gab es einen gut gefüllten Obstkorb, einen Handspiegel sowie einen großen, schwarzen Kasten, dessen Bestimmung Hope nicht zu deuten wusste.
»Was ist das?«
»Wir nennen es Bildverstärker.« Die Besucherin hob die Kiste aus dem Korb und drückte sie gegen die Wand, von der sich daraufhin ein feiner Wolkenschleier löste und sich um den Kasten legte, sodass dieser an der Wand festgehalten wurde. Die dünne Wolkenschicht fiel kaum auf und behinderte nicht die Sicht auf den Apparat, auf dessen Mitte sie nun deutete. »Du musst nur auf diese dunkle Fläche schauen und dir eine Sache, eine Landschaft, einen Menschen oder eine Begebenheit bildlich vorstellen, dann greift der Bildverstärker dein Gedankenbild auf und verstärkt es. Es wird abgebildet wie ein Gemälde bei den Menschen. Wenn du ein neues Bild haben möchtest, machst du es einfach erneut, denkst an etwas anderes und schon wird es auf die schwarze Fläche projiziert.«

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL ZWEI – FAITH

Nach einer ersten Nacht im Schloss erwartet Hope ein erneutes Gespräch mit der Ältesten, aber diesmal in deren offiziellen Gemächern. Werfen wir doch einmal einen kurzen Blick in die Gemächer der Ältesten. Sind alle da? Ihr dahinten, bitte nicht trödeln, wir wollen doch nicht, dass ihr im Schloss verloren geht.

Lautlos schloss sich die Tür hinter Hope, während sie ihre Blicke umherschweifen ließ. Diesmal befand sie sich nicht in dem kleinen Zimmer, in dem die Älteste sie am Vorabend empfangen hatte. Diese Räumlichkeiten hier bildeten eher eine Zimmerflucht, die durch offene Durchgänge miteinander verbunden waren. Jeder Raum für sich war etwa vier Mal so groß wie Hopes Gemach und wesentlich effektvoller eingerichtet. Aus dem Boden wuchsen aufwendig verzierte Tische und Stühle, natürlich ebenfalls aus Wolkengespinst, das sich zu Ranken und Bändern, zu Blüten und Blättern geformt hatte, die sich um die Beine der Wolkentische schlangen. Auch changierten die Tische und Stühle in unterschiedlichen Pastellfarben. Neben den allgegenwärtigen Grau- und Weißtönen herrschte hier ein zartes Rosa sowie ein Hauch von Frühlingsgrün vor.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL ZWEI – FAITH

Die Windsbräute wohnen nicht allein im Schloss. Da sie um ihre Sehnsucht zu vertreiben, des Nachts bei einem Menschen liegen müssen, wohnen auch immer einige Menschen im Schloss. Dafür haben die Windsbräute eigens den Ostflügel hergerichtet. Bis auf den Gemeinschaftsraum, in dem sich allabendlich die Schwestern und die Menschen treffen, unterscheidet sich die Einrichtung des Ostflügels sehr deutlich von der üblichen Möblierung Rihalimons. Neugierig? Dann auf in den Ostflügel. Zunächst werfen wir einen Blick in den dortigen Gemeinschaftsraum.

Im Gemeinschaftsraum warteten die Bewohner bereits. Sie saßen aufgereiht auf den Stühlen und Bänken, die entlang der Wände aus den Wolken gebildet worden waren.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL ZWÖLF – TRANSPORT

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Sieht nicht sehr aufregend aus, nicht wahr? Aber dieser Raum dient auch nur dem einen Zweck. Das alltägliche Leben der Menschen spielt sich anderswo ab. Bitte folgt mir. Es geht mal wieder einige Gänge entlang. Ihr da, ganz am Ende, bitte zur Gruppe aufschließen.

Hope wanderte ziellos im Ostflügel umher. Womit beschäftigten sich die Menschen denn den ganzen Tag? Sie hatte von Büchern gehört, die die Menschen mitbrachten, vielleicht gab es irgendwo eine Bibliothek? Und ihre Nahrung mussten sie ja auch zubereiten. Gerade war Zeit für das Frühstück. Sicher gab es in diesem Flügel mindestens eine Küche und einen Speisesaal oder so etwas Ähnliches.
Hope hielt die Nase in die Luft und schnupperte. Roch es hier nach Rührei? Sie glaubte auch, den Duft von Kaffee auszumachen. Schnüffelnd wie ein Jagdhund folgte sie der Duftspur. Mit der Zeit hörte sie Geräusche. Geschirr klapperte, über einem Feuer zischte ein Topf oder eine Pfanne und leise Gesprächsfetzen drangen an ihr Ohr. Sie folgte dem Korridor weiter bis zu einer hölzernen Tür, hinter der all diese Geräusche ihren Ursprung hatten. Hope betrachtete die Tür genauer. Bestand sie tatsächlich aus Holz? Alle anderen Türen im Schloss waren aus diesem fremdartigen Metall gemacht. Rihalimon steckte wirklich voller Geheimnisse.
Einen Augenblick harrte sie vor der Tür aus und lauschte. Das Klappern der Töpfe und Pfannen erinnerte sie an die Abende, die sie in Nicolas‘ Küche verbracht hatten, Nicolas hatte gekocht, während Hope ihm dabei zusah. Langsam drückte sie die Tür auf und spähte in den Raum. Aus einem Grund, den sie nicht benennen konnte, empfand sie es als Unrecht, hier einfach einzudringen. Diese Küche strahlte, schon ohne sie betreten zu haben, so viel Wärme und Intimität aus. Hope zögerte. Schließlich entschied sie sich, zu klopfen.
Sie schlug die Fingerknöchel gegen das Holz der Tür und rief zugleich: »Hallo, darf ich eintreten?«
Alle Geräusche erstarben. Gleichzeitig verstummten die Gespräche. Es war, als fröre die Zeit für einen winzigen Augenblick ein. Als hielte die Welt den Atem an. Oder all die Menschen, die sich in diesem Raum versammelt hatten. Langsam trat Hope einen Schritt näher und sah sich staunend um. Alles hier erinnerte an die Küchen von mittelalterlichen Burgen und Schlössern, wie Hope sie in Irland gesehen hatte. Statt aus Wolkengespinst schienen die Wände aus Mauerwerk zu bestehen. Überhaupt schien die Küche nicht hierher zu gehören, sie wirkte wie ein Bild im Bild. So als hätte irgendjemand oder irgendetwas diese Küche als Ganzes genommen und mitten in das Wolkenschloss gepflanzt wie einen fremdartigen Baum. Wie war das nur möglich? Hope schüttelte den Kopf, angesichts der vielen Fragen, die sich ihr stellten, je länger sie über diese Küche nachdachte. Es war ja nicht nur das Holz und das Mauerwerk. Physikalisch stimmte hier gar nichts. Wie kam dieser Raum hierher? Wie blieb er an Ort und Stelle, vermochte das Wolkengespinst tatsächlich einen ganzen Raum, zudem einen besonders schweren, aus massivem Stein gemauerten Raum, zu tragen?
Neugierig betrachtete Hope die Wunder, die sich sonst noch in dieser Küche offenbarten. Über einer riesigen, offenen, ebenfalls gemauerten Feuerstelle spannte sich ein baldachinartiger Kamin aus gehämmertem Eisen, in dem sich der Rauch nach oben kräuselte. Aus dem Kamin hingen eiserne Ketten, an denen mit einem ebensolchen Haken ein Topf befestigt war, der so groß war, dass Hope ihn mit ihren Armen nicht hätte umfassen können. Darin blubberte träge eine dicke Suppe, deren köstlicher Duft Hope schon vor der Tür in die Nase gedrungen war.
Nun also auch noch Eisen. Müsste Eisen nicht eigentlich rosten innerhalb der Wolken? Aber hier innerhalb der Mauern schienen die Wolken keinen Einfluss zu haben. Tatsächlich schienen die Wolken im kompletten Schloss keinerlei Feuchtigkeit zu enthalten.
Während diese Dinge durch Hopes Kopf schossen, löste sich die Starre der Menschen, die sich in dieser heimeligen Küche versammelt hatten. Einige sprangen von ihren Sitzen auf, und kamen Hope entgegen, andere löffelten weiter ihre Suppe oder bereiteten an den langen, hölzernen Arbeitstischen, die neben der Feuerstelle standen, die nächste Mahlzeit zu. Eine Mehlwolke stob auf und ein lautes Klatschen verriet, dass jemand einen Teigklumpen schwungvoll auf die Arbeitsfläche geworfen hatte. Ein Stück entfernt von der Feuerstelle hatte man mehrere Sitzgruppen aufgebaut, an denen Männer und Frauen saßen, die nun ihre Gespräche leise wieder aufnahmen. Nur wenige starrten Hope an, die meisten schienen sie beinahe ängstlich zu ignorieren.
Diese Küche unterschied sich von allen Räumen im Schloss, nicht nur hatten sich hier viele Menschen versammelt – Windsbräute sah man selten in größeren Gruppen -, vor allem jedoch bestand das komplette Mobiliar aus Holz oder Metall. Alles hier war echt und stammte eindeutig von Menschenhand, wenn auch aus einem vergangenen Jahrhundert. Eine moderne Küche, so wie sie im Haus am Ende des Strandes verbaut gewesen war, sah völlig anders aus. Vor langer Zeit mussten die Windsbräute das komplette Mobiliar hier hinaufgeschafft haben. Wobei Hope keine Möglichkeit bewusst war, wie all die schweren Gegenstände transportiert worden waren, schließlich bestanden die Tische und Stühle aus massivem Holz und alle Kochutensilien aus Gusseisen.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL FÜNF – JUPITER

Gemütlich, diese Küche, oder was meint ihr? Nein, tut mir leid, wenn ihr jetzt Hunger habt, Rihalimon hat kein Café, es ist ja schließlich kein Museum. Bedenkt bitte, diese Führung ist exklusiv nur für geladene Gäste. Außerdem war das natürlich noch lange nicht alles, was es im Ostflügel zu bewundern gibt. Ein Blick in die Wohn-/Schlafräume gefällig? Hier entlang bitte, zunächst geht es zurück auf den Flur.

Der Moment, als sie auf dem aus Wolkengespinst gemachten Flur zurückkehrte, erschien Hope irgendwie unwirklich. Das feste Mauerwerk der Küche, der steinerne Boden und die massiven, hölzernen Möbel, all das hatte Hope das Gefühl gegeben, am Boden zu sein. Und nun, kaum zwei Schritte weiter, befand sie sich wieder in den Wolken.
Der junge Mann, der sie führte, hielt vor einer weiteren hölzernen Tür, an die eine Drei genagelt war. Ohne anzuklopfen, öffnete er sie, trat zur Seite und bat Hope mit einer höflichen Geste, einzutreten.
Neugierig ging Hope ein paar Schritte in den Raum hinein und sah sich um. Sie befand sich in einem Saal, der zugleich als Schlafraum und Wohnraum eingerichtet war. Genau wie die Küche bestand der Raum rundum aus Mauerwerk. Auf der einen Seite standen mehrere Sofas, deren dunkelroter Samtbezug abgeschabt und an manchen Stellen so stark verblasst war, dass man die Farbe kaum noch erkennen konnte. Wie viele Menschen hier wohl schon gesessen hatten? Auch einige Sessel in einem ähnlichen Stil – zwar klobig, aber doch mit Liebe gearbeitet, wie die geschwungenen Formen bewiesen – standen dazwischen. Gemeinsam umrahmten sie einen offenen Kamin. Dieser war von einem enormen Ausmaß, wenn auch nur etwa halb so groß wie der Küchenkamin.
Auf der anderen Seite des Zimmers standen die Betten, jedes einzelne mit einer Leinenmatratze und dicken Plumeaus und Kopfkissen versehen. Die Schlafstätten wirkten einladend, deutlich einladender als Hopes Bettstatt aus Wolkengespinst. Insgesamt zählte Hope zehn Betten, zwischen denen jeweils ein Paravent etwas Sichtschutz und Privatsphäre bot.
In einer Fensternische lagen dicke Kissen. Ein gemütlicher Platz um zu lesen.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL FÜNF – JUPITER

Lesen ist ein gutes Stichwort. Neben Kochen und Schlafen müssen die Menschen sich ja irgendwie beschäftigen. Was liegt da näher als eine Bibliothek? Folgt mir also in die wunderbare Welt der Bücher.

Erneut folgte Hope dem jungen Mann durch die endlosen Wolkengänge des Ostflügels. In einer Sackgasse hielt ihr Führer schließlich an. Hope erblickte eine Doppeltür, deren Höhe auf die enorme Größe der dahinterliegenden Räumlichkeiten schließen ließ.
Doch dieses Mal hatte sie sich getäuscht. Waren bisher alle Räume im Ostflügel deutlich größer gewesen, als Hope es erwartet hatte, so enttäuschte die Bibliothek auf den ersten Blick. Allerdings hielt dies nicht lange an, denn schon im nächsten Augenblick entfaltete das winzige Zimmer seinen Charme.
Wie in einer Hobbithöhle, dachte Hope. Der Raum war kaum breiter als die Doppeltür, exakt eine Regalbreite auf beiden Seiten. Auf dem Boden lagen Teppiche, in denen Hopes Fuß tief einsank, als sie den ersten Schritt in den Raum tat. Unmittelbar an den Türrahmen begannen die Bücherregale, und sie gingen durch bis zum Ende des Raumes. Sie bestanden aus den gleichen rötlichen Holzbrettern, die auch die Wände und die Decke täfelten. Möglicherweise stammten sie von einem Kirschbaum. Vom Boden bis zur Decke reihten sich die Bücher aneinander. Anscheinend hatte sich irgendwann mal jemand die Mühe gemacht und die Titel nach Genre geordnet, zumindest wiesen die handgeschriebenen Zettel, die an einigen Regalbrettern klebten, darauf hin. Zwischen den Regalwänden standen schmale, rechteckige Stehtische, auf denen grünbeglaste Leselampen im altenglischen Stil für Beleuchtung sorgten. Ein paar einzelne, rothölzerne Barhocker mit Rücken- und Armlehnen vervollständigten das Ensemble. Sie mochten ebenfalls aus England stammen, allerdings eher aus einem Pub als aus einer Bibliothek. Im Vergleich zur Küche und zu den Schlafräumen, schien dieser Raum aus einer anderen, späteren Epoche zu stammen.
Auf dem Tisch, der von Hopes Standort am weitesten entfernt war, türmte sich ein Bücherstapel und davor lehnte eine junge Frau an einem der Hocker und starrte konzentriert in einen dicken Wälzer.

Aus Windsbraut: Rihalimons Geheimnis, KAPITEL FÜNF – JUPITER

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© Regina Mengel

Regina Mengel – Rihalimons Geheimnis (Windsbraut 2)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im Juni 2016
Autorenseite

Rezension

Hope macht sich auf den Weg zum Schloss der Windsbräute, um dort Antworten zu finden. Wie kann sie Nicolas vor den Gefahren des Hoffnungsparfums schützen? Und was steckt hinter den Geheimnissen rund um die Existenz der Windsbräute? In Rihalimon erwarten sie jedoch neue Fragen und eine Intrige unter den Windsbräuten …

Dieser Band beginnt damit, dass Hope einen Weg sucht, um in das Schloss eingelassen zu werden, was nur ausgebildeten Windsbräuten erlaubt ist. Das Tor ist aus einem ihr unbekannten Material und gibt bei jedem ihrer Schläge einen Ton ähnlich einer Kirchenglocke von sich. Meine Neugier wurde dadurch natürlich noch angestachelt – woraus bestand dieses Tor und was erwartet uns im Inneren der Mauern?

Die Windsbräute sind Einzelgänger, man sieht sie meistens – wenn überhaupt – nur in kleinen Gruppen. Darum hatte ich anfangs auch das Gefühl, dass in Rihalimon gar nicht so viele von ihnen leben. Dieser Eindruck hat sich dann etwas später geändert, denn es gibt eine große Aufgabe, an der alle Windsbräute beteiligt sind.

Die Geschichte erhält mit diesem Band eine neue Ebene, die Handlung weitet sich aus. Es geht nicht mehr allein um Hope und ihre Freunde, sondern um die Windsbräute und ihre Probleme und Besonderheiten. Hopes eigentliches Ziel ist nicht vergessen, rückt aber durch die aktuellen Ereignisse und neuen Fragen vorübergehend in den Hintergrund. Dabei werden Informationen aus dem ersten Band an passender Stelle kurz zusammengefasst, so dass man nichts verpasst, wenn man sich an die Ereignisse von „Verdammter Ostwind“ nicht mehr so gut erinnern kann.

Mir gefällt, wie Hope sich weiterentwickelt und Verantwortung übernimmt. Sowohl für ihr eigenes Handeln als auch für Dinge, bei denen nur sie helfen kann. Sie hinterfragt, ist auf der Suche nach Wissen und Lösungen. Dadurch ist sie mir noch etwas näher gekommen.

Ich mag es, wie die Magie und die Winde beschrieben werden – und auch Hopes Empfindungen dabei. Das wirkt sehr direkt und sensibel auf mich, nicht nur als Bild, auch als Gefühl. Und es trägt zu der schönen Atmosphäre bei, die einen in diesem Roman begleitet.

„Rihalimons Geheimnis“ war für mich eine spannende, magische und stimmungsvolle Lektüre mit einem wunderbaren Ende, das einen Ausblick in Hopes Zukunft gewährt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wieder auf Adler zu treffen und bin gespannt, für welchen Weg sich Hope im letzten Band entscheidet und wie die losen Fäden miteinander verbunden werden.

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Reihenfolge:

  1. Verdammter Ostwind
  2. Rihalimons Geheimnis
  3. ?

Florian Tietgen – Blauer Mond

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im Mai 2016
Autorenseite
Qindie

Rezension

Marcel, der vor 30 Jahren als Marc Menulis mit „Blauer Mond“ einen Sommerhit landete, kommt nach einem Sturz von der Bühne ins Krankenhaus. Dort trifft er auch seine Jugendliebe Ines wieder – noch immer versteht Marcel nicht, warum sie ihn damals verlassen hatte. Und auch der rätselhafte Junge, der sich von ihm „Blauer Mond“ nennen lässt und den sonst nur Ines sehen kann, ist wieder da. Welches Geheimnis verbindet die drei? Und gibt es eine zweite Chance für Marcel und Ines?

Die Geschichte hat mich schnell eingefangen, weil ich die schöne Sprache und die erzeugte Stimmung sehr mochte. Poetisch, direkt und berührend. Ein wenig melancholisch, voller Musik und verschiedenster Zwischentöne. Ich habe mich beim Lesen wohl gefühlt, die Atmosphäre und die unterschiedlichen Aspekte dieser Geschichte sehr genossen.

Es geht um die Liebe zwischen Marcel und Ines, um ihre Geschichte und den Grund dafür, warum sie ihn verlassen hat. Aber auch um Musik und Marcels Erfahrungen nach seiner Entdeckung und dem Sommerhit, den er nie so richtig leiden konnte. Durch den geheimnisvollen Jungen gibt es eine mystische Ebene, die immer wieder auftaucht und alles miteinander verbindet.

In den Roman eingewoben wurden Andeutungen zu Ereignissen aus Politik und Weltgeschehen, die nicht nur einen zeitlichen Rahmen schaffen, sondern auch zeigen, was Marcel bewegt. Die Kapitel wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, es gibt also zwei Zeitlinien, auf denen sich die Handlung entwickelt. Die Geschichte spielt in Hamburg und ich hatte viel Spaß daran, einige mir bekannte Orte in diesem Buch wiederzufinden.

Marcel ist eine nachdenkliche und innerlich zerrissene Figur, die mir sehr nah war. Seine verschiedenen Facetten machen ihn unsicher – er weiß nicht, wer er ist. Die traurigen Momente überwiegen jedoch nicht, es gibt auch Freude, Zusammenhalt, Begeisterung und Szenen, bei denen mich der trockene Humor zum Grinsen gebracht hat.

„Blauer Mond“ war für mich eine berührende und abwechslungsreiche Geschichte, die sensibel und poetisch erzählt wurde. Nachdenklich, voller Gefühle, Erinnerungen und Musik. Ein Buch, zu dem ich mir eine Playlist wünschen würde. Ein Roman, der mich auf unterschiedliche Weise beeindruckt und sehr begeistert zurück lässt. Und es gibt ein wunderbares Ende, das für mich perfekt zu der Geschichte passt!

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Mein Lieblingszitat:

Man sagt, etwas zu vergessen bedeutet, es wäre nicht wichtig. Aber Seelen arbeiten anders, sie schieben gerade die wichtigen Dinge ins Vergessen, wenn die uns am Leben und Weiterleben hindern.

Erik Kellen – Das Blut der Ro’Ar (Nimmerherz-Legende 3)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im März 2016
Autorenseite

Rezension

Tahni hat sich zur Königin von Skargerrak ausrufen lassen, um sich Kartak Starksegels Wahnsinn entgegenzustellen und zu verhindern, dass die Clans übereinander herfallen. In Quell muss Ribanna schwere Entscheidungen treffen, um ihr Volk vor dem Untergang zu bewahren. Und Asha verschlägt es in das alte Königreich Idaan, von wo aus er endlich einen Weg nach Hause finden will. Doch seine Pläne werden immer wieder durch den Nimmerherz-Fluch verändert …

Schon nach wenigen Sätzen war ich wieder mitten in der Geschichte, umgeben von großartigen Bildern, abwechslungsreichen Emotionen und „meinen“ Figuren. Diese Reihe hat eine ganz besondere Atmosphäre und Anziehungskraft, sie fasziniert mich sehr intensiv. Ich genieße jede Seite, ganz egal ob ich gerade völlig gebannt bin, mir das Herz aufgeht, ich jemanden auf schlimmstmögliche Art umbringen möchte, weinen oder lachen muss. Manchmal habe ich Angst davor, wie die Reihe wohl enden wird, aber gleichzeitig springe ich mit Anlauf in den Abgrund …

Der Schreibstil ist wunderbar poetisch und klingt nicht nur schön, sondern transportiert die Gefühle und Bilder auch sehr direkt. Und zwischen den Zeilen verbergen sich so viele Feinheiten, es gibt also viel zu entdecken. Den Humor schätze ich auch sehr, er ist leicht schräg und trifft irgendwie genau meinen Geschmack. Asha bringt mich also öfter mal zum Kichern, was bei mir beim Lesen normalerweise nicht so oft vorkommt – und daher auch schon für die eine oder andere lustige Reaktion gesorgt hat.

So sehr, wie ich mich im Eisschild-Clan zu Hause fühle, so sehr liebe ich auch die Ro’Ar. Natürlich kann ich gar nicht anders, als sie zu mögen (das hat bereits der erste Band gezeigt), aber die Intensität, die das inzwischen angenommen hat, überrascht mich doch ein wenig. Jeder kleinste Moment mit ihnen lässt mich selig grinsen, und es gab in diesem Buch wirklich großartige Szenen! Ich sauge sie auf wie ein Schwamm – und vielleicht bekomme ich langsam auch ein Herz aus Eis (die Gletscherträume sprechen dafür), nur wird das von meiner Begeisterung dann wieder erwärmt. Wie praktisch. Also kann ich nachts weiter Ascheherz suchen, der hat es mir nämlich besonders angetan …

In Idaan erwarteten mich nicht nur eine neue Kultur und neue Intrigen, sondern auch eine Figur, die mich angenehm überrascht hat. Anfangs habe ich nicht besonders viel von ihr gehalten, aber durch ihren Hintergrund und ihren Mut hat sich das gewandelt. Eine tragische Figur, die mich berührt und auch beeindruckt hat. Bei bereits bekannten Figuren zeigen sich neue Facetten ihrer Persönlichkeit, die mich nicht weniger begeistert haben. Und Lyria, die ich doch anfangs so gar nicht mochte, hat sich nun fest in mein Herz gekrallt. Ich freue mich darüber, sie immer besser kennenzulernen, denn sie hat mich durch ihre Stärke und Geschichte beeindruckt.

Sehr spannend finde ich ja auch die Verbindung zwischen Asha und Klee, wie sie den jeweils anderen sehen. Und dann ist da die Frage, ob zwei so unterschiedliche Charaktere länger befreundet sein können. Mir gefällt, dass da nicht alles rund läuft, sondern die Unterschiede immer mal wieder thematisiert werden und es zu neuen Einblicken kommt.

„Nimmerherz. Das Blut der Ro’Ar“ war für mich eine tiefgründige, überraschende und sehr emotionale Lektüre, die mich völlig gefesselt hat. Mit viel Dramatik, auch was getroffene Entscheidungen und ihre Verarbeitung betrifft. Es geht um Mut, Opfer, Durchhaltevermögen – aber auch um Magie, Geheimnisse und Rache. Und natürlich um Krieg! Sehr komplex und beeindruckend.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich vor dem abschließenden Band, der im Sommer/Herbst 2016 erscheinen soll, ein wenig fürchte. Oder auch etwas mehr. Viel zu viele Figuren und Wesen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und die mich jeden Tag begleiten. Und was passiert, wenn der Schild aus Eis doch brechen sollte? Aber ich bin auch sehr gespannt, was uns da noch erwartet …

Reihenfolge:

  1. Roter Schnee wird fallen
  2. Der lange Weg des Windes
  3. Das Blut der Ro’Ar
  4. ?
SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

Meine Rezensionen erscheinen auch hier:

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