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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Oliver Plaschka

Oliver Plaschka – Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im Mai 2016
Verlag: Torsten Low
Autorenseite

Rezension

In diesem Band versammeln sich 14 phantastische Kurzgeschichten, darunter befinden sich fünf Erstveröffentlichungen. Die restlichen Storys sind bereits in zum Teil vergriffenen Anthologien erschienen und wurden für diese Sammlung überarbeitet. Es gibt ein Wiedersehen mit Figuren aus den Romanen von Oliver Plaschka, aber auch eigenständige Geschichten.

Ich mag Kurzgeschichtensammlungen, weil sie auch eine Möglichkeit sind, um die Bandbreite eines Autors kennenzulernen. Welche Genres, Themen und Richtungen sind vertreten? Können mich alle Geschichten überzeugen, auch wenn darunter welche sind, die rein thematisch vielleicht nicht zu meinem „Beuteschema“ passen? In diesem Fall ist das mehr als nur gelungen, denn ich mochte auf ihre Art wirklich jede Story. Manche natürlich ganz besonders, aber es war keine dabei, die nichts für mich gewesen wäre.

Den poetischen Schreibstil und die schöne Sprache habe ich wieder sehr genossen. Beeindruckt hat mich aber auch die Tiefe, die mit diesen kurzen Texten erzeugt wird, und dass sie einen solchen Nachhall haben. Denn sie regen auf vielfältige Weise zum Nachdenken und Spekulieren an, was mir unheimlich viel Spaß gemacht hat.

Die Kurzgeschichten, in denen mir bereits bekannte Figuren vorkommen, mag ich sehr. Es ist so, als ob man alte Freunde trifft und sich nicht nur neue Eindrücke ergeben, sondern auch andere Zusammenhänge. Außerdem sind da plötzlich wieder einige Erinnerungen an den jeweiligen Roman in meinem Kopf – und der Wunsch, ihn nochmal zu lesen …

Unter den anderen Storys waren aber auch einige, die mich intensiv erwischt haben. Gerne auch überraschend, weil ich durch das Genre oder die Thematik nicht damit gerechnet hätte. Beispielsweise „Der Fall des verwunschenen Schädels“, einer Sherlock-Holmes-Geschichte, die mich mit ihrer mystischen Seite begeistert hat. Oder „Die kreisende Schwärze“, die mir gezeigt hat, dass es doch ScienceFiction-Geschichten gibt, denen ich einiges abgewinnen kann. Oder „Jimberlyne, Jimberlyne“, die ursprünglich in einer Vampir-Anthologie erschienen ist und mich voll erwischt hat. Sicher auch wegen der märchenhaften Erzählweise, aber nicht nur.

„Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ ist eine atmosphärisch dichte Kurzgeschichtensammlung, die nicht nur sprachlich überzeugt, sondern auch durch die komplexen Storys und den Anreiz, sich Gedanken zu machen. Vor allem für aufmerksame Leser, die auf Details achten und gerne spekulieren. Nachdenkliche und manchmal auch düstere Geschichten vom Ende der Welt, die mich aber nie runtergezogen sondern mit auf eine abwechslungsreiche Reise genommen haben.

(Klick aufs Cover führt zu Amazon.)

Oliver Plaschka – Das Licht hinter den Wolken

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Oktober 2013
Verlag: Klett-Cotta
Autorenseite

Rezension

Das Zwei-Ringe-Land befindet sich im Wandel, die Magie scheint diese Welt verlassen zu haben und der neue Kaiser sorgt für Unruhen im Reich. Die Geschichte beginnt mit der Begegnung der fast siebenjährigen April, die sich fragt warum sie die Einzige in ihrem Dorf ist, die die Magie so hell wie eine Sonne in der Nacht sehen kann, und dem Zauberer Sarik, der aus langem Schlaf erwacht ist und seinen Weg verloren hat. Ihre Schicksale verbinden sich mit denen weiterer Figuren wie etwa dem des Fealvs Janner, der eigentlich auf der Suche nach seinem Vater ist, dabei aber von einem Schlamassel ins nächste stolpert.

Bereits nach dem ersten Kapitel hatte mich das Buch „am Haken“, neben der fesselnden Atmosphäre und dem wunderbar poetischem Schreibstil lag das auch an meinem direkten Zugang zu April und Sarik. Ich hatte also nicht nur von der ersten Seite an Kopfkino, sondern war auch gleich emotional angekommen.
Die vielen kleinen und größeren sich verknüpfenden Geschichten, die da vor uns ausgebreitet werden, sind sicherlich nicht etwas für jeden, aber mir hat die dadurch entstehende Tiefe sehr gefallen. „Das Licht hinter den Wolken“ ist – glücklicherweise – wieder ein Roman für aufmerksame Leser, die Freude daran haben, auch etwas gefordert zu werden.

Es gibt nicht nur mehrere Handlungsstränge, sondern auch damit verbundene alte Erzählungen und Aufzeichnungen. Gut gefallen hat mir dabei auch, wie sehr sich der Erzählstil den Figuren/Handlungen anpasst. Es gibt Szenen, bei denen ich mich in einen guten Western versetzt fühlte. Rätselhafte Szenen, die zum wilden Spekulieren verleiten. Bedrückende, tragische, liebevolle Szenen, die mein Herz berührt haben. Unheimliche Szenen, die mich trotzdem faszinierten. Und poetische Szenen, die mich an alte Sagen erinnert haben.

Ich hatte zu allen Figuren einen guten Zugang, allerdings habe ich ein paar von ihnen ganz besonders ins Herz geschlossen. Da sind natürlich April und Sarik, aber auch noch andere, über die ich hier gar nicht viel erzählen möchte, um nicht zuviel zu verraten.
Sehr fasziniert haben mich auch einige der Hintergrundgeschichten, weil sie oft noch eine zusätzliche Ebene erschaffen haben und ich zu gerne noch etwas dort geblieben wäre. Die Magie reizt mich da natürlich besonders, aber auch eine Nebenfigur und die verschiedenen Völker. Es gibt also viele Dinge, die mich da noch nicht loslassen.

Dazu gehören auch die Hauptfiguren, ihre Entscheidungen und Entwicklungen. Der Gedanke, was es bedeutet, sich – aus welchen Gründen auch immer – starr auf ein Ziel zu fixieren und diesem alles zu opfern. Was passiert, wenn man nicht von diesem Weg abweicht? Und was, wenn man offen für das Leben bleibt und seine Ziele anpasst?

„Das Licht hinter den Wolken“ war für mich eine abwechslungsreiche und wunderbar tiefe Geschichte mit überraschenden Entwicklungen, die bei mir sehr viele intensive Eindrücke und Bilder hinterlässt. Ein emotionaler und einfach „runder“ Roman, auch was die Schicksale der Figuren betrifft. Dazu ein mit dem Anfang verbundenes Ende, das bei mir den Wunsch weckt, die Geschichte gleich noch einmal zu lesen …

Ein Blick ins Bücherregal von Oliver Plaschka

Wir dürfen weiter neugierig sein – heute gewährt uns Oliver Plaschka einen Blick in sein Bücherregal! :)

© Oliver Plaschka

Oliver Plaschka, Jahrgang 1975, studierte Anglistik und Ethnologie in Heidelberg. Er ist Verfasser, Herausgeber und Übersetzer einer Handvoll Geschichten und schreibt Romane, wenn niemand hinsieht. Sein Herz schlägt für alle Spielarten der Phantastik, was man mittlerweile auch in seiner Dissertation nachlesen kann.

Und jetzt kommt Oliver zu Wort:

Ich bin nicht gut darin, Ordnung zu halten. Ich schätze Sauberkeit, aber „Ordnung“ ist für mich nicht mehr als das Wissen, wo ich was zuletzt gesehen habe. Das spiegelt sich auch in meinen Bücherregalen wieder, die ich für diese Fotos ein kleines bisschen nachsortiert habe; trotzdem eignen sich nur wenige Bereiche für eine Besichtigung. Das Sortiersystem, so vorhanden, entspricht dabei am ehesten dem des Plattensammlers aus „High Fidelity“: autobiographisch.

© Oliver Plaschka

Die oberste Reihe im ersten Bild sind Bücher befreundeter Autoren, viele davon signiert, außerdem Anthologien, bei denen ich mitgemacht habe. Erwähnenswerte Schätze sind unter anderem die frühen Kurzgeschichten Boris Kochs (rechts der „Wächter von Göttingen“; „Dionysos tanzt“ fehlt mir noch, dafür habe ich den „Adressierten Jungen“ doppelt), die Punk-Stories von Klaus N. Frick (ganz rechts), die Veröffentlichungen der Creative Writers der Anglistik Heidelberg (rechts von „Mondträume“) und meine Vernon-Lee-Übersetzungen für den Blitz-Verlag (in „Als ich tot war“). Zu „Lycidas“ habe ich ein besonderes Verhältnis, weil es das erste dieser schönen Trades war, die ich sah, und ich mir dachte, wow, als deutscher Autor kann man auch Glück haben. Christoph Marzi hat mich während meiner ersten Schritte als veröffentlichter Autor auch sehr unterstützt. Ebenfalls hervorheben möchte ich die Bücher Fabienne Siegmunds und die vielen bemerkenswerten, viel zu unbekannten Bücher, die in deutschen Kleinverlagen erscheinen.

Darunter folgen einige meiner Lieblingsbücher: Der Herr der Ringe in der alten Ausgabe, Gormenghast (Bände 1 und 2 sind gerade verliehen), und meine (fast) komplette Sammlung von Peter S. Beagle („Sleight of Hand“ liegt gerade neben meinem Bett). In der Sherlock-Holmes-Anthologie von Michael Kurland (links von „Lilith“) hat Peter eine Figur nach mir benannt; der kleine blaue Band unter „The Sword in the Stone“ ist das alte Märchen „Fairwater“, über das ich mal in der Gazette berichtet habe.

© Oliver Plaschka

Wandert man weiter nach Osten, kommt man zu meiner kleinen Schatztruhe illustrierter Ausgaben von James Branch Cabell. Diese Bücher sind um die neunzig Jahre alt; unbeschädigte Ausgaben sind sündhaft teuer. Heute kaum noch bekannt, war Cabell in den Zwanzigern ein großer Name, auch weil man versuchte, seine Bücher wegen ihres erotischen Gehalts zu verbieten. Ich habe eines davon mal aufgeklappt, damit man einen der Stiche von Frank C. Papé sehen kann. Neben den selteneren Werken Peter Beagles war das Sammeln dieser Ausgaben eine meiner antiquarischen Dauerexpeditionen.

© Oliver Plaschka

Cabell hatte einen kleinen Schrank aus edlem Holz, in dem er alle Erstausgaben seiner Bücher verwahrte. Ich besitze einen solchen Schrank nicht, bloß einen wackligen Stapel (wie meine Bücher aktuell zusammen aussehen, habe ich für meine Facebookgalerie mal abgelichtet. Eitel finde ich das trotzdem irgendwie). Es gibt aber eine wachsende Region im Nordwesten meines Arbeitszimmers, in der sich sämtliche Bücher häufen, die ich mittlerweile übersetzt habe (wie bei meinen eigenen hebe ich von jeder Sendung Belegexemplare eines auf. Besonders auf „Weit im Norden“ und „Das also ist mein Leben“ bin ich ziemlich stolz).

© Oliver Plaschka

Zu guter Letzt gibt es natürlich noch ein Regal mit großformatigen SF&F-Büchern, in denen unter anderem Kunstbände, eklektische Rollenspiele und einige Fragmente meiner sehr bescheidenen Comic-Sammlung stehen.

© Oliver Plaschka

Herzlichen Dank, lieber Oliver! :)

Oliver Plaschka, Alexander Flory, Matthias Mösch – Der Kristallpalast

Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Februar 2011
Verlag: Feder & Schwert
Website von Oliver Plaschka

London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf mysteriöse Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll. Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Mysterium birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine rätselhafte Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln. In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen. Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen…

Rezension

Die drei Autoren entführen uns in das viktorianische London, in dem zu dieser Zeit durch die erste Weltausstellung noch mehr als sonst los ist. Die Straßen sind von den vielen Besuchern verstopft, Faszination und Misstrauen liegen dicht beieinander. Im Nachwort erfährt man unter anderem, dass die meisten Beschreibungen der Stadt weitestgehend zeitgenössischen Quellen entnommen wurden. Vielleicht wirkten sie deshalb so real auf mich? Möglicherweise aber auch, weil sie sowohl Licht als auch Schatten zeigten – und damit ein umfassendes Bild boten.

Der Roman hat mich von Anfang an gefesselt, woran die besondere Atmosphäre und meine beiden Lieblingsfiguren sicher nicht ganz unschuldig waren. Dieses Gefühl verstärkte sich mit jeder weiteren Seite, die Handlung wurde vielschichtiger und rätselhafter – und ich steckte schnell mitten in wilden Spekulationen. Mir macht das sehr viel Spaß! Man sollte dieses Buch allerdings aufmerksam lesen, um nicht zu viele Hinweise zu übersehen. Die vielen kleinen aufgesammelten Puzzleteile wollen dann ja auch noch verbunden werden, und fügen sich später zu einem großen Ganzen zusammen.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, und jede dieser Figuren gehört zu einer anderen Gruppierung. Man lernt sie (mal früher, mal später) besser kennen, erfährt etwas über ihre Vergangenheit und fühlt sich mit den sehr unterschiedlichen Charakteren verbunden. Zumindest ging es mir so: Ich hatte zwar schnell eine Lieblingsfigur, konnte aber nach einiger Zeit auch einer für mich anfangs ein wenig unsympathischen Figur einiges abgewinnen.

„Der Kristallpalast“ war für mich eine ziemlich intensive Lektüre, ich war mit meinen Gedanken sehr oft beim Buch und habe vor mich hin gegrübelt. Es gab so viele Eindrücke, Andeutungen und Rätsel, die mich einfach nicht losgelassen haben. Ganz besonders haben mich da ja mythische Anspielungen und eine merkwürdige Weltanschauung zum Spekulieren verführt, auch wenn ich für letzteres ein wenig Zeit benötigte. Die Geschichte lässt auch viel Platz für eigene Interpretationen und erklärt nicht alles, die Richtung wird jedoch vorgegeben. Es ist also ein Buch, das die grauen Zellen ordentlich fordert und einen noch länger beschäftigt. Mir hat es nicht nur sehr gefallen, ich war auch ziemlich beeindruckt – auch von den Ideen und dem Themsetunnel, der meine Neugier geweckt hat.

Oliver Plaschka – Die Magier von Montparnasse

Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Juni 2010
Verlag: Klett-Cotta
Autorenseite

Rezension

Justine, die junge Kellnerin, der bärbeißige Wirt Alphonse und der glücklose Schriftsteller Gaspard – keiner von ihnen weiß, warum sich plötzlich ein seltsames Dämmerlicht über Paris legt. Die geheime Sociéte, die über alle Magie wacht, ist alarmiert und hat bereits ihre Vertreter entsandt, um den abtrünnigen Zauberkünstler Ravi und seine bezaubernde Assistentin Blanche zu bestrafen.
Im „Jardin“, dem kleinen Hotel am Boulevard Raspail, treffen sie schließlich aufeinander, um zu klären, was unerklärlich scheint. Der Kampf zwischen Wirklichkeit und Traum hält nicht nur Gaspard und Justine in Atem, sondern droht die gesamte Stadt zu verschlingen: Paris steht still, keine Glocke schlägt die Zeit. Das Pendel im Chor von Saint-Martin-des-Champs schwingt aus, und niemand weiß, ob sich die Welt noch dreht…

Dieses bezaubernde Buch entführt uns in das Paris der 1920er Jahre, welches mich durch seinen ganz eigenen Charme überzeugen konnte – obwohl ich noch nie in Paris war und auch keine besondere Verbindung zu dieser Stadt habe.

In einem ruhigen, detailreichen und manchmal auch poetischem Stil wird die Geschichte abwechselnd aus dem Blickwinkel von gleich sieben Figuren erzählt. Dadurch werden die Charaktere sehr genau beschrieben und es fällt leicht, einen Zugang zu ihnen zu finden – manche Szenen erlebt man so sogar aus mehreren Perspektiven.

Durch die entstandene Zeitschleife wird auch mit der Zeit gespielt – und mit Möglichkeiten, Varianten des immer selben Tages. Welche Auswirkungen haben Abweichungen vom vorherigen Tag – und durch welche Handlungen kann man dem Stillstand der Zeit möglicherweise entkommen? Ganz besonders berührt haben mich dabei immer die Begegnungen von Justine und Gaspard, daher wurde auch mein Bezug zu den beiden mit jedem Tag stärker.

Dieser Roman ist sehr rätselhaft und wirft immer neue Fragen auf. Im Verlauf der Geschichte sind stetig Andeutungen zu finden, die sich oft erst viel später zu einem Bild zusammenfügen. Manche Kapitel haben mich im ersten Moment verwirrt, bevor sich meine grauen Zellen einschalteten, um Vermutungen und mögliche Verbindungen zu schaffen.

Genau wie bei „Fairwater“ muss man es also mögen, mitzudenken und sich Lösungen zu erarbeiten. Ich habe das wieder sehr genossen, ebenso wie die zauberhafte Atmosphäre dieser Geschichte.

[Artwork] Oliver Plaschka – Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew

Hier kann man die Skizzen zu Oliver Plaschkas Roman „Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew“ bewundern, die im Frühjahr 2002 entstanden sind.
Zum Vergleich sind die im Jahr 2007 nach den Skizzen entstandenen Bilder von Oliver Graute abgebildet, außerdem gibt es zu jedem Bild eine kurze Erläuterung.

Mir gefallen die Skizzen richtig gut, manche von ihnen sogar besser als die Bilder. Das Titelbild ist doch einfach nur wunderschön! Und es gibt so viele Details, die mir die Geschichte wieder sehr nahe bringen und mich in ihr versinken lassen…

Oliver Plaschka – Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew

Erscheinungsjahr: 2007
Gelesen im März 2008
Verlagsseite

Fairwater, das Venedig Marylands mit seinen dunklen Kanälen und steinernen Brücken, ist eine Stadt, die Sie auf keiner Karte finden werden. Ihre Bewohner bewahren die Erinnerungen an längst verlorene Zeiten und halten an ihren Träumen fest, doch finstere Kräfte wirken deren Verwirklichung entgegen. Wie ein Hofstaat scharen sich die Hauptfiguren dieses Spiels um den rätselhaften Cosmo van Bergen, den Herrscher über das mysteriöse Netzwerk von Fabriken, die Fairwaters kleinen Talkessel durchwuchern. Birgt seine Tochter Stella, die schlafende Prinzessin, den Schlüssel zum Geheimnis der Stadt – oder ist es Marvin, der in einer von sprechenden Tieren bevölkerten Traumwelt lebt?

Diese phantastische Geschichte beginnt wie eine Mischung aus Krimi und Roadmovie. Wir lernen die Reporterin Gloria kennen, die der Stadt ihrer Kindheit einen Besuch abstattet, um an einem Begräbnis ohne Leiche teilzunehmen. Das wäre das erste Rätsel, doch bei Glorias Suche nach mehr Wissen über die Ereignisse kommen noch mehr ans Licht. Dinge die gesammelt, sortiert und hinterfragt werden wollen.

Kaum hat man sich auf die Figur eingelassen, kommt schon das nächste Kapitel und bietet eine völlig andere Sichtweise, eine andere Handlung. Anfangs erscheint das eher episodenhaft und unzusammenhängend, erst nach und nach erschließen sich dem aufmerksamen Leser Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten. Ich hatte das Gefühl, einen Karton mit Puzzlestücken zu füllen, die wichtig sein könnten – und gleichzeitig zu versuchen, Verbindungen herzustellen und Rätsel zu lösen. Daran hatte ich viel Spaß, meine grauen Zellen sind ordentlich in Schwung gekommen.

Die Handlung ist verschlungen und rätselhaft, manchmal weiß man nicht was Realität und was Traum ist. Fairwater ist beängstigend und faszinierend zugleich, die Atmosphäre genauso unterschiedlich wie die verschiedenen Figuren. Aus den vielen Überraschungen, Ereignissen und Geschichten muss man sich seine Erkenntnisse erarbeiten, die man am Ende mit der Chronik im Anhang vergleichen kann. Dort werden die Ereignisse auch in die chronologische Reihenfolge gebracht, die mir beim Lesen manchmal abhanden gekommen ist.

Wenn man all das mag, ist das Buch ein absoluter Geheimtipp. Für diejenigen, die nicht gerne rumrätseln und Erkenntnisse lieber lesen, statt sie sich zu erarbeiten, ist dieser Roman dagegen wohl eher nichts. Oder vielleicht doch einen Versuch wert?

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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