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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Meerwesen

Andrea Bannert – Clyátomon. Die Schlacht um die versunkenen Reiche

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Januar 2014
Verlagsseite

Die Studenten Andreas, Marc und Manuela verbindet in München nur der Plan, an einem Tauchkurs auf Gran Canaria teilzunehmen. Dabei teilen sie ein Schicksal, das sie nicht nur immer stärker an und in das Meer zieht, sondern auch ihre Körper wandelt. Während ihres Aufenthalts auf Gran Canaria verändert sich ihr Aussehen eines Tages so stark, dass sie ins Meer flüchten, weil ihnen das Leben an Land unerträglich geworden ist. Dort stoßen sie auf eine sagenhafte Unterwasserwelt und geraten zwischen die Fronten eines seit Generationen andauernden Krieges um den magischen Stein Clyátomon. Andreas, Marc und Manuela machen sich auf die Suche nach dem verschwundenen Clyátomon, um die Unterwasserreiche der Meermenschen vor der Auslöschung zu retten.

Das Buch beginnt mit einem tragischen Prolog, der mich sowohl von der Handlung als auch von den Figuren her gefesselt hat. Ich mochte die Stimmung und war neugierig, wie es weitergeht. Außerdem hat mich da gleich eine Figur angesprungen, die irgendwie ziemlich gut in mein Beuteschema passt – daher musste ich da dann einfach über mich selbst grinsen. ;)

Die eigentliche Geschichte spielt 21 Jahre später und beginnt in München, wo wir die drei Hauptfiguren kennenlernen. Mir hat gefallen, dass sich Zeit genommen wurde, um dem Leser etwas über den Charakter und das Leben von Andreas, Marc und Manuela zu vermitteln. Dadurch hatte ich einen leichten Zugang zu ihnen und mochte jeden auf seine Art. Richtig ins Herz geschlossen habe ich sie allerdings erst, als sie sich durch die verschiedenen Konfrontationen in den Unterwasserreichen weiterentwickelt haben und ich mehr Tiefe entdecken konnte.

Das Buch entwickelte schnell einen starken Sog, der mich auch emotional erwischt hat. Die Ereignisse der Gegenwart und auch der Vergangenheit haben mich mitgerissen, dazu kamen die detaillierten Beschreibungen der Unterwasserreiche, die faszinierend und manchmal auch unheimlich waren. Ich hatte intensives Kopfkino, war mitten in der Geschichte und wollte gar nicht mehr auftauchen!

Dafür, dass die Unterwasserreiche aus dem untergegangenen Atlantis entstanden sind, ist mir dieser Aspekt zu kurz gekommen. Da gab es kaum eine Verbindung und ich habe die ganze Zeit darauf gehofft, dass da noch etwas kommt. Eine Atlantis-Geschichte, die das Thema nur sehr oberflächlich berührt – für mich ist das leider verschenktes Potential …

„Clyátomon“ ist eine mitreißende Abenteuergeschichte, die den Leser in eine faszinierende Unterwasserwelt entführt und intensive Bilder hinterlässt. Ein emotionaler Roman, in dem es auch um Freundschaft, Liebe, Auseinandersetzungen, Macht und Hoffnung geht. Und ein Buch, das mir eine wunderbare Lesezeit und Unterwasser-Träume beschert hat. Außerdem wäre da noch eine weitere tragische Lieblings-Nebenfigur …

Britta Strauß – Sturmherz

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Juli 2013
Verlag: Drachenmond

Rezension

Mari und ihr Vater betreiben auf der zu den schottischen Orkneys gehörenden Insel Westray eine auf exotische Pflanzen spezialisierte Gärtnerei. Bei einem abendlichen Strandspaziergang stößt sie auf einen schwer verletzten Seehund und versucht, ihm zu helfen. Während dieser immer schwächer wird, döst sie kurz ein und findet beim Erwachen an seiner Stelle einen jungen, nackten Mann vor. Mari erinnert sich an Geschichten über Selkies – Seehundmenschen, denen man nachsagt, genauso kaltherzig wie verführerisch zu sein. Was steckt hinter dieser Legende? Und was hat die Gier der Menschen diesen Wesen angetan?

Bereits die ersten Seiten dieses Romans haben mich verzaubert, weil eine so intensive und auch tragische Atmosphäre erzeugt wurde, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ich war gleich mitten in der Geschichte, ganz nah bei den Figuren, ihren Gedanken und Gefühlen. Mit nur wenigen Worten wurden beeindruckende Bilder und Stimmungen erschaffen, die mich tief berührt haben.

Die Beziehung zwischen den Hauptfiguren Mari und Louan gefällt mir auch deshalb so gut, weil sie auf mich reifer wirkt und die beiden sich der Probleme von Anfang an bewusst sind. Eine Liebe, die nicht von Dauer sein kann, und in der trotz romantischer Szenen immer etwas tragisches mitschwingt. Intensive Gefühle, die aber nicht blind für alles andere machen.
Aber auch einige der Nebenfiguren haben bei mir einen starken Eindruck hinterlassen, besondere Menschen wie Maris Vater und auch ihre Großmutter (über sie wird nur wenig erzählt, jedoch hat mich die Art, wie Mari an sie denkt, beeindruckt).

Einen Teil meiner Faszination für diese Geschichte macht sicherlich auch die Tatsache aus, dass ich sowohl für die Orkneys als auch für Selkies eine nicht gerade kleine Schwäche habe. Aber gerade darum bin ich da auch etwas anspruchsvoller, denn diese Dinge besitzen für mich eine Ausstrahlung, die ich dann auch – in welcher Form auch immer – in einem Roman über sie wiederfinden möchte. In „Sturmherz“ ist das mehr als gelungen, ich bin so sehr in die Atmosphäre und die Geschichte eingetaucht, dass ich einfach DA war und alles hautnah miterlebt habe.

Dieses Buch war für mich eine unglaublich intensive Lektüre, die ich einfach nur genossen habe. Mit wunderbaren Szenen, von denen ich sogar geträumt habe. Eine emotionale und tiefe Geschichte, die mich mitgerissen und beeindruckt hat. Ein Roman, in dem man die Liebe der Autorin zum Meer auf jeder Seite spürt. Facettenreiche Figuren, die mich berührt haben und ein Teil von mir geworden sind. Ein wundervolles, tragisches, bewegendes, meeriges Buch, das einfach wie für mich gemacht war!

Elizabeth Fama – Syrenka. Fluch der Tiefe

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im Dezember 2012
Verlag: arsEdition

Rezension

Im Jahr 1872 wagt es die Sirene Syrenka, erneut zu lieben. Sie gibt ihre Unsterblichkeit auf und beginnt ein Leben an Land. Aber wird sie dort auch glücklich? Über 100 Jahre später hat sich die 17-jährige Hester dazu entschlossen, sich niemals zu verlieben, da auf den Frauen ihrer Familie ein Fluch zu liegen scheint – jede von ihnen stirbt kurz nach der Geburt ihrer Tochter. Als sie Ezra kennen und lieben lernt, beschließt Hester jedoch, das Geheimnis ihrer Vorfahrinnen aufzudecken.

An dieser Geschichte hat mir als erstes die erschaffene Atmosphäre gefallen: Meerig, faszinierend und gefährlich. Eine Mischung, die ganz nach meinen Geschmack ist, denn für mich sind Meerwesen weder gut noch böse, sondern einfach das, was sie sind. Das Buch hat sehr direkt auf mich gewirkt, als ob ich mittendrin wäre. Ich spürte Sand, Wind und Wasser, aber auch die verschiedenen Emotionen.

Hester war mir schnell sympathisch, und das lag nicht nur an ihrer Liebe zum Meer. Sie ist keine Heldin, sondern angenehm bodenständig – man kann sich leicht mit ihr identifizieren. Außerdem mag ich ihre hinterfragende Art. Alle Charaktere wirkten auf mich individuell, mit eigenem Innenleben und einer speziellen Ausstrahlung. Auch wenn man einige von ihnen nur oberflächlich kennenlernt, hatte ich da klare Bilder vor Augen – und einfach ein Gefühl, das ich mit den verschiedenen Figuren verband.

Die Geschichte besteht aus zwei Erzählsträngen, die in unterschiedlichen Zeiten angesiedelt sind. Aber wie sind sie miteinander verwoben? Durch die vielen Puzzlestücke und Details ist man auch als Leser gefordert, nach Verbindungen zu suchen. Ich liebe es ja, zu spekulieren und mich so viel intensiver mit einem Buch auseinanderzusetzen. Das hat mir auch hier sehr viel Spaß bereitet und dafür gesorgt, dass „Syrenka“ zu einem Meerwesenbuch der tieferen Sorte wurde. Und zu einer tragisch-mystischen Geschichte, die mich nicht nur fesseln und faszinieren konnte, sondern auch starke Eindrücke hinterließ, die mich noch immer begleiten.

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Britta Strauß – Meeresblau

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im August 2012
Verlagsseite

Der Tod seiner Eltern zwingt den Meeresbiologen Christopher Jacobsen dazu, seine Stelle als Dozent an der Universität von St. Andrews aufzugeben und auf die Isle of Skye zurückzukehren, um sich dort um seine jüngere Schwester zu kümmern. Sein Leben verändert sich aber auch noch auf andere Weise: Immer stärker wird die Faszination, die das Meer auf ihn ausübt. Immer unwiderstehlicher der Ruf, der ihn in die Tiefe lockt. Während einer Expedition vor der Küste Chiles spitzen sich die Ereignisse zu und Christopher muss sich entscheiden. Wählt er sein Leben an Land und die Liebe zu der Tiefseeexpertin Maya oder die Verlockung seiner wahren Gestalt?

Um diese Geschichte bin ich schon lange herum geschlichen, einfach weil ich das Meer liebe. Und Meerwesen. Außerdem beginnt sie auf der Isle of Skye. Allerdings bin ich auch ein Weichei, was Erotik betrifft und habe mich daher von der einen oder anderen Rezension ein wenig abschrecken lassen. Tatsächlich gab es auch zwei Stellen, wo mir das etwas zuviel wurde – aber doch nicht bei so vielen Szenen, wie ich befürchtet hatte. Anderen war dies sicher noch zu wenig, aber ich schreibe hier ja darüber, wie das Buch auf mich gewirkt hat.

Sehr gefallen haben mir dafür die wundervollen Beschreibungen der Unterwasserwelt. So detailliert und lebendig, dass einzigartige Bilder entstehen und ich mit auf eine Reise in die Tiefe genommen wurde. Man erhält einen faszinierenden Eindruck von der Natur des Meeres und seinen Bewohnern, erlebt aber auch die Folgen der Ausbeutung durch die Menschen. Dies geschieht jedoch ohne erhobenen Zeigefinger, die Auswirkungen sind einfach ein Teil der Geschichte – ein Teil, der hoffentlich viele Leser zum Nachdenken anregt.

Die Hauptfiguren waren mir nicht nur sympathisch, sondern strahlten auch etwas besonderes aus. Maya hat einen spannenden Hintergrund, wirkte auf mich sehr natürlich und gleichzeitig exotisch. Christopher war geheimnisvoller, aber stand mir trotzdem genauso nah. Die beiden ergänzen sich in vielen Dingen und ihre Liebe ist ein wichtiger Teil dieser fesselnden Geschichte, mal körperlicher, mal als Lebens-Mittelpunkt oder Anker.

„Meeresblau“ war für mich eine intensive Lektüre, bei der man die Liebe der Autorin zum Meer auf jeder Seite spüren konnte. Es wird soviel Wissen vermittelt, ohne dass es zu dick aufgetragen wirkt oder man damit überfordert ist. Die Geschichte, die dort erzählt wird, ist das zentrale Thema – aber „nebenbei“ werden noch viele wissenswerte Details erwähnt. Das Buch war mir persönlich ein ganz klein wenig zu erotisch, auch wenn ich von wundervollen Bildern und faszinierenden Charakteren meistens abgelenkt und einfach mitgerissen wurde. Außerdem liebe ich die eingewobenen Mythen!

Tanja Heitmann – Sirenenlied

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im August 2011

„Joshua Galbright, ab dem heutigen Tag bist du mein, und daran kann niemand etwas ändern!“
Als er an einem stürmischen Regentag vor sieben Jahren dieses einzigartige Versprechen der Sirene erhielt, konnte der junge Josh kaum den Tag erwarten, an dem seine Meerjungfrau zu ihm zurückkehren und ihn mit in ihr Reich nehmen würde. Doch nun, mit einundzwanzig, erkennt er, dass ihn in den Armen der Sirene nicht unendliche Leidenschaft, sondern ein grausamer Tod in den eiskalten Gewässern des Ozeans erwartet. Mit Hilfe der temperamentvollen Eileen, die sich in den gut aussehenden Inselbewohner verliebt hat, setzt er alles daran, seinem Schicksal zu entkommen. Doch die Sirene ist nicht bereit, auf ihren Geliebten zu verzichten. Wird sich Josh ihrem betörenden Gesang entziehen können?

Die Novelle spielt auf den schottischen Hebriden und erzählt vor allem die Geschichte von Josh und „seiner“ Sirene. Cragganmore Island übt eine besondere Anziehungskraft auf diese Wesen aus – die Bewohner der kleinen Insel verlieren jedes Jahr in den Frühlingsstürmen ein paar Männer an die Sirenen.

Das Buch schlug mich schnell in seinen Bann, was sicherlich auch an der schönen Atmosphäre und einigen detaillierten Beschreibungen der Insel lag. Das Meer wirkte intensiv, wechselhaft und lebendig – ich fühlte mich, als wäre ich dort. Die Darstellung der Sirene hat mir sehr gefallen, gleichzeitig gefährlich, verführerisch und voller Magie. Sie ist weder gut noch böse, sondern einfach das, was sie ist.

Der Grund für Joshs zwiespältiges Verhältnis zu seiner Sirene wird nach und nach enthüllt, es gibt Rückblenden und vorsichtige Gespräche. Sie ist immer präsent, in seinen Gedanken und Träumen – aber schließlich auch wirklich dort.
Die Verbindung zwischen Josh und Eileen ist mir allerdings zu kurz gekommen, von ihrer Liebe konnte ich kaum etwas spüren. Dafür war die Geschichte nicht zu sexy für mich – das Schlagwort auf dem Klappentext hat mir ja schon ein wenig Angst gemacht. ;) Es gibt einige Andeutungen und auch das eine oder andere körperliche Merkmal wurde erwähnt, aber nie detailliert.

Das war mein erstes Buch von Tanja Heitmann, aber womöglich nicht mein letztes. Denn da mir neben der Atmosphäre und der Sirene auch ihre Sprache gut gefallen hat, werde ich mal schauen ob sich nicht noch andere Bücher ohne Vampire finden. Einer weiteren Lektüre wäre ich nämlich nicht abgeneigt …

Jennifer Jäger – Melodie der Finsternis

Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Mai 2011

Irgendwann beschlossen wir, dass die Menschen ihre Geschichte erst erfahren sollten, wenn sie dafür bereit waren. Also erzählten wir die Wahrheit als Märchen, damit die Menschen sie nicht als solche begriffen. Legenden und Geschichten sind Möglichkeiten, die Wahrheit zu offenbaren, ohne sie als solche preiszugeben. Das muss die junge Frau Lilith begreifen, als sie sich plötzlich in einem ungeahnten Abenteuer wieder findet. Eigentlich will sie nach dem Tod ihres Vaters nur das Leben ihrer Mutter erleichtern, indem sie eine Schiffsreise antritt, um so etwas Geld zu verdienen. Doch als das Schiff in den Bann der Sirenen gerät und so untergeht, kommt alles anders als erwartet. Alle an Bord sterben, nur sie und Viktor werden von den Sirenen gerettet und schon bald wird ihr klar, dass in dem sonst so ruhigen Meer ungeahnte Kämpfe toben. Und ihre Rettung war kein Zufall…

Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir leicht, da sie gleich auf dem Meer begann und eine leicht tragische Atmosphäre verbreitete. Lilith war mir spätestens nach der Rückblende auf den emotionalen Abschied von ihrer Mutter sympathisch, der mich sehr bewegt hat. Das war keine kitschige Szene, sondern wirkte durch die Verbundenheit der beiden sehr intensiv und ist für mich einer der Höhepunkte des Buches.

Leider sind die Figuren für meinen Geschmack meist zu flach geraten – was wirklich sehr schade ist, da sie viel Potential haben. Zu Lilith hatte ich noch einen recht guten Zugang, aber die Sirenen wirkten auf mich sehr blass. Manche von ihnen waren schon „irgendwie“ faszinierend, aber ohne dass ich wusste warum. Und auch nur in manchen Szenen, oft hat mich der enge Rahmen auch einfach geärgert. Zum Ende hin wurde das mit einer Figur besser, jedoch hat sie mich selbst da nicht so richtig „erwischt“.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und fasziniert auf eine sehr leise Art, obwohl ich mir mehr Details und tiefere Figuren gewünscht hätte. Vieles war für mich vorhersehbar, auch wenn es eine geheimnisvolle Prophezeiung gibt. Es wurden aber auch einige wunderschöne Szenen geschildert, die mich berührt haben. Und natürlich ist das Setting außergewöhnlich und bietet einige schöne Ideen.

Da ich nach dem sehr abruptem Ende, das wie der Auftakt zu einer größeren Geschichte wirkt, neugierig auf die weitere Entwicklung (auch der Autorin) bin, werde ich die Fortsetzung sicherlich lesen.

Nina Blazon – Die Sturmrufer

Erscheinungsjahr: 2007
Gelesen im September 2009

Dantar, die prächtige weiße Küstenstadt, droht in einer Serie verheerender Stürme unterzugehen. Vier junge Menschen treffen hier aufeinander und bald hängt das Schicksal der Stadt von ihnen ab. Ein magischer Sturm verschlägt sie auf eine karge Insel, wo sie auf die Spuren der sagenumwobenen Sturmrufer stoßen. Doch was hat es mit dem unheimlichen Bann auf sich? Und was wollen die gespenstischen Kreaturen, die sie bedrohen? Die ungleichen Freunde müssen um Dantar und um sich selbst kämpfen – denn auch die Dämonen ihrer eigenen dunklen Geheimnisse erwachen zum Leben.

Diese besondere Geschichte bietet vieles, was mir sehr gefällt. Eine interessante Meereswelt mit abwechslungsreichen und gefährlichen Bewohnern. Landschaftsbeschreibungen, die bei mir Kopf-Kino auslösen. Die Naj, ein Meervolk, das mich trotz ihrer überheblichen Art sehr fasziniert hat. Magie, Geheimnisse, Wasser und Wind. Man kann es nur genießen!

Dazu kommen noch die gut gezeichneten Hauptfiguren, die man nach und nach besser kennenlernt. Jede von ihnen bietet Ecken und Kanten – und wirkt dadurch so menschlich. Die Erzählperspektive wechselt öfter, wodurch man einen neuen Blick auf die Personen werfen kann. Größtenteils wird aber aus der Sicht von Amber erzählt, dem Mädchen aus den Bergen, das vom Meervolk und der Küstenstadt träumt.

Die Atmosphäre wirkt oft bedrohlich, schließlich passieren auf der Insel so einige merkwürdige Dinge. Es gibt gefährliche Situationen, aber auch ruhige Momente, in denen man die sich aufbauende Freundschaft verfolgen kann. Und es kommt der Zeitpunkt, an dem sich jede Figur einem Teil ihrer Vergangenheit stellen muss…

Nina Blazon – Der Kuss der Russalka

Erscheinungsjahr: 2005
Gelesen im August 2009

Russland, 1706. Strahlend soll sich Zar Peters Traum von Sankt Petersburg erheben. Auch Johannes verdingt sich beim Bau der neuen Stadt. Doch als die Fluten der Newa eine rätselhafte Schöne freigeben, schlittert er in ein düsteres Komplott: Was ist gegen den Zaren im Gange? Und war die Schöne eine Russalka, eine Flussnixe? Als Johannes ihr wieder begegnet, wird die Suche nach der Wahrheit zum Wettlauf um Leben und Tod…

Diese Geschichte handelt vom Aufbau St. Petersburg, dem sogenannten „Tor zu Europa“, das dem Schlamm der Newa erst noch abgetrotzt werden muss. Für die Realisierung seiner Pläne holte Zar Peter viele Ausländer ins Land, welche bei den Einheimischen allerdings nicht gern gesehen wurden. Daher geht es hier auch um Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und verschiedene Kulturen.

Das Buch hat mich durch die liebevoll gezeichneten Figuren schnell gefesselt, und auch der für mich ungewohnte Handlungsort trug dazu bei. Diese ganz eigene Atmosphäre mit vielen eingewobenen Informationshappen und die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen hatten mich schnell überzeugt. Alles wirkte sehr realistisch, aber manchmal eben auch märchenhaft und mystisch.

Die gegensätzliche Darstellung der Russalka, einem nixenähnlichen slawischen Naturgeist, hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkt in manchen Szenen schön und menschlich, kann im nächsten Moment aber auch zu einem gefährlichen und fremden Wesen werden. Unberechenbar, geheimnisvoll – und durch die Geschichte und das Schicksal ihres Volkes auch tragisch.

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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