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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Kurzgeschichten

Katharina Gerlach – Schwanenprinz: Die wilden Schwäne (Schätze Neu Erzählt 7)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im November 2016
Verlag: Independent Bookworm
Autorenseite

Rezension

Prinz Laurent gibt der Prinzessin des benachbarten Königreiches einen Korb, als diese ihn über ihre geplante Hochzeit informiert. Daraufhin verwandelt sie ihn und seine sechs Brüder in Schwäne, denen jedoch die Flucht gelingt. Zusammen mit ihrer einzigen Schwester, die ihnen in einem Flugapparat gefolgt ist, stürzen die Prinzen über einem Friedhof ab. Dort suchen sie nach einem Weg, ihre Verwandlung rückgängig zu machen, bevor die wütende Prinzessin sie findet.

In der Reihe „Schätze Neu Erzählt“ erscheinen Kurzgeschichten, die Märchen aus ungewohnten Perspektiven erzählen. Angesiedelt in einer magischen Welt, in der sich Zauberei und Technologie (Steampunk) miteinander verbinden. Das Märchen, so wie ich es kannte, würde sich in dieser Geschichte also verändern. Aber konnte mich die Atmosphäre auch überzeugen und eine Verbindung zwischen „meinem“ Märchen und der neuen Interpretation herstellen?

Die Geschichte beginnt im Luftschiffhangar, wo die königlichen Gäste herumgeführt werden und Prinz Laurent von dem ganzen „Kronprinzenquatsch“ genervt ist. Es wird deutlich, dass neue dampfgetriebene Erfindungen diese Welt verändern und zu prägen beginnen. Über die Luftschiffe habe ich mich dabei besonders gefreut, weil sie mich einfach faszinieren.

Anfangs gab es kaum Verbindungen zu dem mir bekannten Märchen, was ich allerdings nicht als Nachteil empfunden habe, weil mich diese neue Perspektive gefesselt hat. Außerdem konnte ich mich so ganz auf die neue Welt einlassen und die Figuren kennenlernen, ohne am Original zu „kleben“. Mir hat auch gefallen, dass die Geschichte überwiegend auf einem Friedhof (und seiner Umgebung) spielt – dazu noch der ungewöhnliche Geist, zu dem sich Laurent hingezogen fühlt. Stimmungsvoll und auch mystisch.

Die Elemente des Märchens, die in die Adaption eingeflossen sind, machen für mich den Kern der wilden Schwäne aus. Vielleicht sind es aber auch einfach nur die Dinge, die mich sehr berührt und dafür gesorgt haben, dass es mein Lieblingsmärchen wurde. Die Stimmungen und Gefühle, die ich mit diesen Elementen verbinde, waren auch im „Schwanenprinz“ vorhanden – in mir. Sie wurden in eine Geschichte und eine Welt transportiert, die sehr von dem Original abweicht und dessen neue Kombination gleichzeitig stimmig auf mich gewirkt hat.

Diese Mischung aus bekannten und neuen Elementen hat mir sehr gefallen – es ist etwas Neues entstanden, das sich trotzdem nach „meinem“ Märchen anfühlt. Eine Variante, in der es immer noch um Selbstlosigkeit, Liebe und Zusammenhalt geht. Aber eben auch um Mechanik und einen Geist. All das hat mich berührt und beim Lesen glücklich gemacht, ich werde also gerne an diese Version zurückdenken. Es war einmal … alles ganz anders.

(Enthält auch das Original-Märchen und die Bonus-Geschichte „Heim und Herd“.)

Oliver Plaschka – Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im Mai 2016
Verlag: Torsten Low
Autorenseite

Rezension

In diesem Band versammeln sich 14 phantastische Kurzgeschichten, darunter befinden sich fünf Erstveröffentlichungen. Die restlichen Storys sind bereits in zum Teil vergriffenen Anthologien erschienen und wurden für diese Sammlung überarbeitet. Es gibt ein Wiedersehen mit Figuren aus den Romanen von Oliver Plaschka, aber auch eigenständige Geschichten.

Ich mag Kurzgeschichtensammlungen, weil sie auch eine Möglichkeit sind, um die Bandbreite eines Autors kennenzulernen. Welche Genres, Themen und Richtungen sind vertreten? Können mich alle Geschichten überzeugen, auch wenn darunter welche sind, die rein thematisch vielleicht nicht zu meinem „Beuteschema“ passen? In diesem Fall ist das mehr als nur gelungen, denn ich mochte auf ihre Art wirklich jede Story. Manche natürlich ganz besonders, aber es war keine dabei, die nichts für mich gewesen wäre.

Den poetischen Schreibstil und die schöne Sprache habe ich wieder sehr genossen. Beeindruckt hat mich aber auch die Tiefe, die mit diesen kurzen Texten erzeugt wird, und dass sie einen solchen Nachhall haben. Denn sie regen auf vielfältige Weise zum Nachdenken und Spekulieren an, was mir unheimlich viel Spaß gemacht hat.

Die Kurzgeschichten, in denen mir bereits bekannte Figuren vorkommen, mag ich sehr. Es ist so, als ob man alte Freunde trifft und sich nicht nur neue Eindrücke ergeben, sondern auch andere Zusammenhänge. Außerdem sind da plötzlich wieder einige Erinnerungen an den jeweiligen Roman in meinem Kopf – und der Wunsch, ihn nochmal zu lesen …

Unter den anderen Storys waren aber auch einige, die mich intensiv erwischt haben. Gerne auch überraschend, weil ich durch das Genre oder die Thematik nicht damit gerechnet hätte. Beispielsweise „Der Fall des verwunschenen Schädels“, einer Sherlock-Holmes-Geschichte, die mich mit ihrer mystischen Seite begeistert hat. Oder „Die kreisende Schwärze“, die mir gezeigt hat, dass es doch ScienceFiction-Geschichten gibt, denen ich einiges abgewinnen kann. Oder „Jimberlyne, Jimberlyne“, die ursprünglich in einer Vampir-Anthologie erschienen ist und mich voll erwischt hat. Sicher auch wegen der märchenhaften Erzählweise, aber nicht nur.

„Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ ist eine atmosphärisch dichte Kurzgeschichtensammlung, die nicht nur sprachlich überzeugt, sondern auch durch die komplexen Storys und den Anreiz, sich Gedanken zu machen. Vor allem für aufmerksame Leser, die auf Details achten und gerne spekulieren. Nachdenkliche und manchmal auch düstere Geschichten vom Ende der Welt, die mich aber nie runtergezogen sondern mit auf eine abwechslungsreiche Reise genommen haben.

(Klick aufs Cover führt zu Amazon.)

[Gastbeitrag] Ju Honisch: Bisse

Heute darf ich euch einen Gastbeitrag präsentieren! Ju Honisch erzählt uns etwas über ihre Kurzgeschichtensammlung Bisse, die nach einem Dasein im Verborgenen nun wiederbelebt wurde. Ungewöhnliche Geschichten mit bizarr-phantastischen Ideen. Und jetzt übergebe ich die Tastatur an Ju!

Gastbeitrag

BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten. Gesammelt habe ich sie über ein paar Jahre. Und irgendwann hat damals ein brandneuer Kleinstverlag sie veröffentlicht und danach leider schnell die Lust verloren. Jahrelang lagen die Bücher in irgendeinem Zimmer, und es rührte sich nichts.

Nichts.

Nichts ist verflixt wenig und überhaupt nicht gut. Und so freue ich mich, dass BISSE nun erfolgreich wiederbelebt wurde. Tatsächlich ist es – eigentlich – neu. Denn vorher lebte es ein Leben im Geheimen. Es war ein wenig wie Schrödingers Katze, verborgen im Nirgendwo, gleichermaßen existent und nicht existent. Niemand kannte es. Niemandem wurde es angeboten. Es fand den Weg zu keiner Con – außer in meinem Gepäck. Gelegentlich fand mal ein persönlicher Bekannter zu dem Buch. Viele waren es nicht.

Damit könnte ich es jetzt „Geheimtipp“ nennen, aber so lustig ist das für eine Autorin gar nicht, wenn es ein Buch von ihr gibt, an das keiner rankommt, von dem tatsächlich nie einer gehört hat.

Doch nun ist alles gut. Hockebooks hat sich der E-Book-Ausgabe angenommen. Und die Rechte für das Druckwerk sind auch zurück, so dass einer Neuerscheinung als gedrucktes Buch irgendwann nichts mehr im Wege steht. Ein Buch, das man dann tatsächlich finden und kaufen kann.

Kaufen kann (und soll!) man es natürlich jetzt auch schon – als E-Book.

BISSE war mein „Erstlingswerk“, lange vor dem ersten Roman angefangen. Übrigens auch lange, bevor es diese Vampirserie mit Bissen zu bestimmten Tageszeiten gab. BISSE hieß schon vorher so. Ich lege tatsächlich Wert darauf, hier nicht als schnöder Nachahmer oder Trendzutodereiter dazustehen.

Die Geschichten in BISSE sind alle ein wenig abstrus. Sie sind gruselig auf sehr eigene Weise, nicht im klassischen Sinn der Lagerfeuer-Geistergeschichte, sondern eben anders. Es mangelt nicht an magischen oder mythischen Wesen, doch vor der dummdreisten Grausamkeit, zu der die so gar nicht mythischen Mitmenschen und lieben Nachbarn fähig sind, verblasst ihr Schrecken.

© Ju Honisch

© Ju Honisch

Was hört man immer, wenn etwas grauenhaft Schreckliches passiert ist? Als unauffällig, freundlich und nett werden dann die Täter beschrieben, die irgendwann losziehen und etwas Furchtbares tun. Der normale Mitbürger trägt den Nukleus der Zerstörung in sich. Vielleicht haben wir ihn alle, vielleicht nur manche. Vielleicht ist die zivilisatorische Schale um unseren bösen Kern verschieden dick – oder es sind die Umstände, die von innen an dieser Schale nagen, bis das Unsägliche hervorbricht.

Es ist nicht neu, wenngleich auch politisch brisant, dass wir als Menschen uns vor dem Unbekanntem fürchten. Als „eine auf Kohlenstoff basierende, zweifüßige, vom Affen abstammende Bioform“ (Zitat: Douglas Adams) mögen wir es „norm-al“. Das heißt, dass aus der üblichen Abfolge von Realitäts-Ritualen möglichst nichts als fremd oder seltsam hervorstechen soll. Denn dann müssten wir neu denken, selbst bewerten, Mut zeigen, aus unseren Starren Strukturen ausbrechen.

Unsere Vorurteile, seien sie positiv oder negativ, stützen uns in der völlig subjektiven Wahrnehmung unseres Lebens. Sie geben uns ein Gerüst – und manchmal hängen wir recht schief darin, wenn es nicht passt.

Die „Helden“ in BISSE passen in ihre Realität. Und dann auch wieder nicht. Gar nicht. Das, was diese Geschichten gruselig macht, ist das Normale. Dieses Durchgenormte, Angepasste, Brave. Denn was lauert in manchen Menschen, vielleicht gar in einem selbst: All das Verborgene, Verdrängte, Gemeine, das aus Irrtum oder Wahn Geborene.

Dass das Böse so nah und vertraut sein kann, das möchten wir nicht wahrhaben. Wir schützen uns vor der Erkenntnis mit Plausibilitätsbekundungen und statistischen Daten, als könnten die Worte „nicht wahrscheinlich“ etwas an der „Tatsächlichkeit“ einer unerwartet neuen Realität ändern.

Die Welt ist anders. Wir sind anders: Wir sind nicht alle nett.

Genau da setzt „BISSE“ mit 17 ungewöhnlichen Geschichten an. Geschichten, die die Norm durchbrechen. Die unbequem sind, aber spannend. Die das Unerwartete bieten, weil sie sich drehen und wenden und dann doch wieder anders sind. Wild. Böse. Fies.

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BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten
Ju Honisch
ISBN: 9783957511119
Leseprobe
Erscheinungsdatum: 30.10.2015
(Erstveröffentlichung: 2007)
Preis: 6,99 €
E-Book-Download: http://www.hockebooks.de/ebook/bisse

 

© Ju Honisch

[neu erschienen] Fabienne Siegmund (Hrsg.) – Die Irrlichter

Frisch erschienen ist die von Fabienne Siegmund herausgegebene Irrlichter-Anthologie, auf die ich schon sehr neugierig bin. Warum? Ich mag die Anthologien aus dem Verlag Torsten Low, außerdem reizt mich das Thema und dann wären da noch ein paar Namen, die bei mir irgendwie einen Kaufreflex auslösen. ;)

Irrlichter faszinieren mich, weil sie Verderben aber auch Hoffnung bringen können – also irgendwo zwischen Dunkelheit und Licht stehen. Und weil sie Pfade kennen bzw. finden. Außerdem sind mir auch schon tolle Irrlichter in Büchern begegnet, beispielsweise Moosbeere (Bernd Perplies) oder Dinsdale (Christoph Marzi).

Klappentext:

Irrlichter. Manche sagen, sie führen verirrte Wanderer ins Verderben, locken sie ins Moor. Andere wiederum sagen, dass jene leuchtenden Wesen, die oft als diffus verschwommenes Licht beschrieben werden, alle Pfade kennen. Die Wahrheit liegt – wie wohl alle Wahrheiten – irgendwo dazwischen. Aber vielleicht verhält es sich auch ganz anders …

In dieser Sammlung finden sich 26 Geschichten – 26 Versuche zwischen A wie Abenteuer und Z wie Zwielicht, dem Wesen des Irrlichts auf den Grund zu gehen. Folgen Sie den Lichtern zwischen die Zeilen von Christoph Marzi, Ann-Kathrin Karschnick, Thilo Corzilius, Diana Kinne, Markus Heitkamp und vielen, vielen mehr.

Die Titel vieler Kurzgeschichten wecken auch meine Neugier, ganz wunderbar klappt das bei: „Archibald Leach und die verschollenen Irrlichter“ (Markus Cremer), „Der Kongress leuchtet“ (Markus Heitkamp), „Totenlicht“ (Sandra Lode), „Legenden der Menschen“ (Ann-Kathrin Karschnick), „Der verirrte Stern“ (Fabian Dombrowski), „Schokokekse über alles“ (Ruth M. Fuchs), „Der Gesang der Glockenspieltiere“ (Christoph Marzi), „Herzlicht“ (Fabienne Siegmund) und „Der Flötenspieler“ (Christian Handel).

Christian verrät hier auch folgendes über seine erste professionell veröffentlichte Kurzgeschichte:

“Der Flötenspieler” ist eine Fairy Tale-Fantasy, für die ich zwei Märchenmotive miteinander gekreuzt habe und in der eine Moorlandschaft, eine beinerne Flöte und natürlich Irrlichter eine Rolle spielen.

Wie sieht es denn mit euch und den Irrlichtern aus?
Bei mir wird die Anthologie sicher bald einziehen! :)

Katharina Gerlach – Musics Tod (Kurzgeschichte)

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im September 2014
Autorenseite

Rezension

Daniel möchte der Schulband beitreten, aber dazu benötigt er die Einwilligung seines Vaters. Doch dieser macht die Musik für den Tod seiner geliebten Frau verantwortlich und will nicht auch noch seinen Sohn verlieren. Diejenigen, die Daniel seit seiner Geburt jagen, sind ihm jedoch schon dicht auf den Fersen. Ob ihm der Fremde, den er auf einem Rave trifft, helfen kann?

Mir hat gefallen, dass man bereits auf der ersten Seite spürt, wie sehr Daniel Musik und Rhythmus liebt. Wie sehr sie ein Teil von ihm sind, auch wenn sein Vater sie aus seinem Leben verbannt hat. Und ich mag die Atmosphäre, die mich sanft in die Geschichte zieht und auch mystische Klänge annimmt.

Durch die eingestreuten Details sah ich vieles sehr deutlich vor mir, es war also gerade die richtige Portion, um meine Phantasie zu beflügeln. Es gibt Dinge, über die ich gern mehr wissen würde und die mich noch etwas beschäftigen. Bilder, die mich noch länger begleiten. Aber genau das macht für mich auch eine gute Kurzgeschichte aus!

Und dann gibt es noch eine Figur, die es mir besonders angetan hat. Sie hat eine außergewöhnliche Ausstrahlung und reizt mich auf unterschiedliche Weise. Genauer werde ich da jetzt aber nicht, immerhin will ich ja nicht zu viel verraten. ;)

Mit „Musics Tod“ habe ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt, mir gefällt die phantastische Seite mit ihren gelungenen Ideen. Man spürt die Liebe zur Musik, sie ist von Anfang an präsent. Eine berührende und stimmungsvolle Geschichte!

Musics Tod

Susanne Gerdom – Von Luftschiffen und Kobolden

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Juli 2013

In diesem Band versammeln sich die Kurzgeschichten „Das große Rennen“, „Raunacht“ und „Der Fliegende Batavier“:

In „Das Große Rennen“ geht es um den Leprechaun Flann MacManus, der einen von diesen Tagen erlebt, an denen man am besten gar nicht erst aufgestanden wäre. Nach einer durchzechten Nacht wird ihm etwas verspätet klar, dass heute schon der Tag des Großen Rennens ist, an dem alle Leprechauns im passenden Alter teilnehmen müssen, um zu beweisen, dass sie schnell genug sind, um vor den Menschen fliehen zu können. Die Geschichte ist märchenhaft und beginnt geruhsam, was sich jedoch im Verlauf der Story ändert. Gut gefallen hat mir hier auch der augenzwinkernde Humor, der mich öfter zum Grinsen gebracht hat.

„Raunacht“ handelt von Charlotte, die dem Jungen Roki dabei helfen kann, wieder zurück in seine Welt zu gelangen. Oberon der Elfenkönig hat ihn in die Welt der Schatten verbannt und mit der letzten Nacht der Wilden Jagd müssen alle Wesen für ein weiteres Jahr dort bleiben, wo sie sind. Elfen und die Raunächte sind Themen, die mich sehr reizen – und doch haben mir hier die geheimnisvolle Atmosphäre und die Idee der Schattenzwillinge fast noch besser gefallen. Eine Geschichte, an die ich immer mal wieder denken muss.

In „Der Fliegende Batavier“ geht es um Jantje van Reymersdal, die das Warten hasst und von einem düsteren Ölgemälde fasziniert ist. Als sie dem Retter des in Not geratenen Luftschiffs ihres Vaters begegnet, ist es, als wäre der Kapitän auf dem Ölgemälde lebendig geworden … Die dichte Atmosphäre dieser Geschichte hat mich voll erwischt und ich habe es sehr genossen, in eine detailliert beschriebene Welt voller Luftschiffe einzutauchen. Dazu kommt noch die tragische Seite, die düstere Ausstrahlung, der durchblitzende Humor und die großartigen Hauptfiguren, mit denen ich so gelitten habe. Eine sehr bewegende und intensive Geschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat.

Von Luftschiffen und Kobolden

„Von Luftschiffen und Kobolden“ ist eine kleine aber feine Sammlung phantastischer Storys mit ganz unterschiedlichen Stimmungen, die mir reichlich Kopfkino und eine entspannend-spannende Lesezeit beschert haben. Perfekt geeignet, um sich einzukuscheln und in andere Welten entführen zu lassen. Und vielleicht auch, um sein Herz zu verlieren …

[Vorstellung] Ann-Kathrin Karschnick & Torsten Exter (Hrsg.) – Krieger

Gestern ist die neue Anthologie aus dem Verlag Torsten Low erschienen, in der 22 Autoren mit 21 Geschichten vertreten sind. Dort geht es nicht nur kriegerisch, sondern auch phantastisch zu.

Klappentext von der Verlagsseite:

Ihr Versprechen heißt Blut. Ihr Schicksal ist der Tod. Sie sind Retter und Verdammnis, Schützer
derer, die sie lieben, Alptraumbringer in den Reihen ihrer Feinde.
Sie wandeln in Nebeln, auf Blutpfaden, mitten in unseren Städten. Ihre Orden sind alt, ihre Narben
frisch. Ihre Heimat ist das Schlachtfeld. Sie sind Söldner und Legionäre, Gladiatoren, mutige
Kämpfer, Schädelspalter und Riesentöter.
Sie sind Krieger – und dies sind ihre Geschichten.

«Für die Anthologie gab es eine öffentliche Ausschreibung, die auf vielen Autorenplattformen im Netz auf äußerst positive Resonanz gestoßen ist. Unser Ziel war es von Anfang an große Autoren der deutschsprachigen Fantasy und Phantastik Szene und junge Talente in einem Buch – unter einem Banner – zu vereinen», erklärte Herausgeber Torsten Exter.

Wer sind die großen Autoren?

  • Inspiriert von Tolkiens Mittelerde und Robert E. Howards Werken schuf Jonas Wolf seine Welt des Skaldats. Die Kurzgeschichte „Das Mädchen im Geierturm“ eröffnet einen weiteren, düsteren Einblick in den spannenden Heldenwinter Fantasy-Zyklus.
  • Susanne Gerdom steht für erfolgreiche Fantasy in all ihren magischen Facetten. Mit „Das letzte Schlachtfeld“ hat sie eine dramatische Geschichte beigesteuert, die die Grundfeste von Himmel und Hölle erschüttert.
  • Bernd Rümmelein, Träger des Wolfgang Hohlbein Preis 2009, hat mit Legenden eine gnadenlose Krieger-Geschichte verfasst, die nahtlos an die düstere und blutige Atmosphäre seiner Kryson Romane anschließt und Fantasy in ihrer rohesten Form präsentiert.
  • Der Hamburger Autor Thomas Plischke zählt zu den individuellsten Schreibern der phantastischen Literatur. Mit Speersommer bereichert er die Anthologie, um eine gewitzte und packende Geschichte, die den Leser gekonnt auf blutiges Glatteis führt.

Neben den vier namhaften Autoren sorgen die Geschichten von Tina Alba, Stefanie Bender, Tom Daut, Markus Heitkamp, Detlef Klewer, Heike Knauber, Mike Krzywik-Groß, Stefanie Mühlsteph und Moritz Gießel, Sean O’Connell, Torsten Scheib, Heike Schrapper, Bianca Schütz, Nina Sträter, Carsten Thomas, Christian Vogt, Judith C. Vogt und Andreas Zwengel für ein spannendes Leseerlebnis in phantastischen Welten.

© Verlag Torsten Low

Der direkte Weg zum Buch.
Jedes Buch wird mit einem Lesezeichen ausgeliefert.

Quelle: Pressemitteilung vom Verlag Torsten Low


Diese Anthologie hatte ich schon länger im Auge, weil mir das Thema zusagte und ich die Mischung aus bekannten und unbekannten Autoren mag. Allerdings muss ich ja auch zugeben, dass der Hauptgrund die Geschichte von Susanne Gerdom war. Überraschung! Aber da „Das letzte Schlachtfeld“ die Geschichte ist, aus der mein Lieblingsbuch von ihr, Projekt Armageddon, entstand, musste ich die Anthologie natürlich unbedingt haben. Und überhaupt. Und für meine Sammlung ja sowieso. ;)

Worum geht es in der Geschichte überhaupt? Ashley und Ravi verunglücken bei einem Motorradunfall tödlich. Das letzte, was Ash wahrnimmt, ist die monotone Aufzählung: “Ravi Malhotra – weiß. Ashley Schneider – schwarz.”
Sie findet sich auf einem Schlachtfeld wieder, auf dem sich die Weißgeflügelten und die dunklen Mächte bekämpfen. Einem Ort, welcher nur der Übungsplatz für die letzte entscheidende Schlacht ist. Armageddon, Ragnarök, das Ende der Welt. Ashley kann sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern, ihr ist nur ihr Name geblieben. Und ihr Tattoo: Zwei ineinander verschlungene Namen und ein Herz…

[Kurzgeschichte] Aileen P. Roberts – Der Geist von Ballydonan

Erscheinungsjahr: 2012
Gelesen im August 2012
Verlagsseite

Marc Reimann erfüllt sich einen Traum und erwirbt ein Grundstück an der irischen Westküste, um dort seine Kriminalgeschichten zu schreiben. Er bekommt jedoch schnell zu spüren, warum er dieses zu so einem unschlagbaren Preis kaufen konnte. Sind die Geistergeschichten der Einheimischen wirklich nur Geschichten oder enthalten sie doch mehr Wahrheit, als Marc sich vorstellen kann?

Die Atmosphäre und die erschaffenen Bilder haben es mir leicht gemacht, in der Story zu versinken. Ich spürte die Liebe zum Land und genoss die spezielle Ausstrahlung der einzelnen Figuren. Es gab unheimliche, berührende und auch humorvolle Szenen, die mich einfach mitgerissen haben. Der Geister-Teil dieser Geschichte war unheimlich, aber nicht gruselig, und somit ganz nach meinem Geschmack.

Diese stimmungsvolle und mystische Geschichte hat mir sehr gefallen, allerdings war sie mir auch zu kurz. Ich bin förmlich gegen eine Wand gerannt, als sie schon und gefühlt so plötzlich zu Ende war. Ich wäre dort gerne noch ein Weilchen geblieben. Sicherlich auch, weil mich „Der Geist von Ballydonan“ so fasziniert hat und ich die Lektüre einfach nur genossen habe.

Sphera Verlag (Hrsg.) – Feuertraum, kühle Lippen

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im Februar 2012

Diese Anthologie trägt den Untertitel „Fantastische Liebesgeschichten“ und bietet 24 Storys deutschsprachiger Autoren, die einen Einblick in die verschiedenen Facetten der Liebe gewähren. Mir gefällt, dass es hier nicht nur um die rosarote Seite der Liebe geht, sondern auch um die Vergänglichkeit des Glücks und den Schmerz enttäuschter Gefühle. Die auftauchenden fantastischen Wesen sind ebenfalls abwechslungsreich und sorgten bei mir für einige Überraschungen – genauso wie die Tatsache, dass mir eine Vampirstory ganz gut gefallen hatte.

Der Einstieg in diese Anthologie, „Die Windbraut“ von Karin Jacob, konnte mich leider so gar nicht fesseln. Ich liebe den Wind und mochte auch die Idee, aber es fehlte eine Verbindung zu der Geschichte – da kamen irgendwie keine Emotionen bei mir an. Die nächste Story, „Von der Müh ein Herz zu erobern“ von Manuela P. Forst, hat einfach nicht meinen Geschmack getroffen – und es sollte nicht die letzte sein. Aber danach wurde es besser, denn bei „Wolfswinter“ von Susanne Haberland bin ich hier das erste mal in einer Geschichte versunken. Eindringlich, traurig und doch nicht hoffnungslos.

Gleich danach bin ich bei „Seesüchtig“ von Sinje Blumenstein auf einen echten Schatz gestoßen! Die Story hat mich einfach verzaubert und tief berührt. Das lag nicht nur an dem Thema, welches mir sehr zugesagt hat, sondern auch an der besonderen Atmosphäre und dem vermittelten tiefen Gefühl. Wunderschön! Und ich bin noch öfter auf solche Highlights gestoßen, beispielsweise bei dem märchenhaften Beitrag „Die Prüfung des Raben“ von Bianca Schläger, der tragischen Geschichte „Totenfeuer für einen Alben“ von Rebekka Pax und der sehnsuchtsvollen Story „Shyharatans Rose“ von Kathleen Strobach. Um nur einige zu nennen…

Es gibt Geschichten, zu denen ich keinen Zugang gefunden habe. Geschichten, die mir einfach nicht gefallen haben. Und Geschichten, die mich tief berührt haben – glücklicherweise haben diese eindeutig überwogen! Einige Beiträge haben bei mir intensive Bilder hinterlassen, an die ich noch öfter denken muss. Ich kehre also manchmal zu den Geschichten zurück und freue mich darüber, dass ich manchmal – wenn auch zu selten – eine Anthologie lese.

Markolf Hoffmann – Das Flüstern zwischen den Zweigen

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im September 2011

Diese Kurzgeschichtensammlung enthält acht Erzählungen, die uns in den Grenzbereich zwischen Mensch und Natur führen. Nicht immer ist dabei der Wald ein Teil der Story, die Handlung führt uns auch an den Strand und in die Steppe. Jede der rätselhaften Geschichten hat ihre ganz eigene Atmosphäre und stellt vermeintlich bekannte Motive fremdartig dar. Nicht zu fremd – aber fremd genug, um das Vertraute zu durchbrechen, mich zu überraschen und einen Blick über die Grenzen des mir Bekannten werfen zu lassen.

Die Erzählungen sind überwiegend düster, haben mir aber keine Alpträume beschert – und ich bin da ja bekanntlicherweise ein Weichei. Oft haben sie mich fasziniert, manchmal tief berührt und ganz selten sogar zum Weinen gebracht. Es gab auch so einige Szenen, die ich bildlich vor mir gesehen und noch eine Weile mit mir herumgetragen habe. Auch haben mich alle Geschichten zum Nachdenken gebracht – wie deute ich die Ereignisse, welche Schlüsse ziehe ich? Die Storys können meiner Meinung nach sehr unterschiedlich interpretiert werden, sie bieten viel Stoff für Spekulationen und einige von ihnen haben sogar das Potential zu einem Roman.

„Die eine“ Lieblingsgeschichte kann ich nicht benennen, da gibt es mehrere Kandidaten, zwischen denen ich mich nicht so recht entscheiden kann – und ja auch nicht unbedingt muss. Da wäre „Der Mann aus dem Wald“, an der ich die Tiefe und die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Waldleute schätze. „Der Fluch im Farn“ bietet einen faszinierenden Wald und ein überraschendes Ende. „Das Flüstern zwischen den Zweigen“ wirkte sehr intensiv und beschäftigte mich noch länger. „Die Kerker von Abime“ war vielschichtig und sorgte bei mir für wilde Spekulationen. Und „Feenholz“ war eine traurige und für mich sehr emotionale Geschichte.

Ein mitreißender Kurzgeschichtenband mit viel Atmosphäre, der mit ungewohnten Bildern überrascht und zum Nachdenken anregt!

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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