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Einträge mit dem Schlagwort James A. Sullivan

James A. Sullivan – Nuramon

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Februar 2014
Verlagsseite
Autorenseite

Nuramon ist das letzte Albenkind in der Welt der Menschen, nachdem Noroelle und Farodin gemeinsam ins Mondlicht gegangen sind. Nach einer Zeit der Einsamkeit öffnet er sich langsam den Menschen und entschließt sich dazu, seine Magie bei der Verteidigung der Stadt Teredyr einzusetzen. Nuramon verstrickt sich immer mehr in menschliche Angelegenheiten, aber er verliebt sich auch wieder. Doch sein Glück wird von alten und neuen Feinden bedroht …

Der Roman beginnt mit einem Rückblick auf die Ereignisse in „Die Elfen“ durch den Orakelblick, der mir nicht nur viele Details, sondern auch eine sehr schöne Atmosphäre bot. Viele meiner Eindrücke wurden wieder lebendig und sorgten dafür, dass zwischen den beiden Büchern auch emotional eine Verbindung bestand.

Der Orakelblick kommt öfter zum Einsatz und wird genutzt, um andere Ereignisse/Blickwinkel kurz anzureißen. Mit manchen Abschnitten, überwiegend Beschreibungen von Schlachten, war es ähnlich – das war für mich anfangs ungewohnt, weil zusammengefasst und nicht detailliert beschrieben wurde. Allerdings hat mir das irgendwann auch gut gefallen, weil sonst der Schwerpunkt zu sehr auf Kriege und Intrigen gelegt worden wäre. So ist die Mischung zwischen temporeichen und ruhigeren Szenen ausgewogener und entspricht damit einfach meinem Geschmack.

Die vielen Namen haben mich zu Beginn manchmal ein klein wenig verwirrt, obwohl ich mir Namen eigentlich ganz gut merken kann. Und auch wenn sich das bei mir recht schnell aufgelöst hat, denke ich doch, dass ein Personenregister eine gute Idee gewesen wäre. ;)

Nuramon hat sich verändert – für mich ist das aber einfach nur schlüssig, weil er nun das Wissen über seine vorherigen Leben besitzt und von anderen Ereignissen, Fähigkeiten und Gefühlen beeinflusst wird. Da hätte es mich dann doch irritiert, wenn das keine Auswirkungen auf ihn gehabt hätte. Es ist aber auch nicht so, als ob er sich selbst verloren hätte, ich erkenne den „alten“ Nuramon in vielen Dingen wieder.

Ich mag die Einblicke in die früheren Leben und die Erinnerungen an Albenmark, in die ich gern versinke und auch mal ein paar Tränchen vergieße. Aber genauso lieb sind mir die aktuellen Figuren und Entwicklungen! Daoramu war mir gleich sympathisch und ich war dann so froh, als sie ihr Schicksal in die Hand genommen hat. Bjoremul hat mich auch erwischt, Nerimee und Ceren liebe ich einfach und … ach, es gibt da einfach so viele tolle Figuren!

Die Geschichte bietet eine Menge Magie, ich mag die Beschreibungen dazu sehr! Auch weil ich das immer sehr deutlich vor mir sehe und da einfach eine Verbindung spüre. Ich mag aber auch die Einblicke in Nuramons Gedanken und seine tiefen Empfindungen. Und das wunderbare, überraschende Ende, bei dem ich zum Schluss auch vor Rührung geweint habe!

Ich glaube ein Grund, warum dieses Buch die Leser so spaltet, ist die individuelle Erwartung, die man an einen Roman über Nuramons weiteres Schicksal stellt. Wenn man dort genau den Nuramon aus „Die Elfen“ erwartet und da eigentlich keine Veränderungen möchte, kann man schnell enttäuscht werden. Das ist einfach Geschmackssache und eine Frage der persönlichen Einstellung – für mich hat es glücklicherweise gepasst.

„Nuramon“ war für mich eine runde, abwechslungsreiche, überraschende und sehr emotionale Geschichte mit tollen Ideen. Ich hatte wunderbares Kopfkino und viel Freude an den Beschreibungen der Magie! Eine sehr fesselnde Lektüre, die für mich viel mehr als „nur“ Nuramons weitere Geschichte war, denn sie hielt für mich noch einige neue Lieblingsfiguren bereit …

Nuramon-Interview mit James A. Sullivan

Wie bereits hier berichtet, erscheint am 11.11.13 der Nuramon-Roman, was ich als Anlass genommen habe, um James A. Sullivan dazu ein wenig zu löchern. Viel Spaß beim Lesen! :)

James A. Sullivan

 
 

Am 14.2.1974 wurde James A. Sullivan in West Point (Highlands, New York) geboren und wuchs in Kerpen (Rheinland) auf, wo er heute mit seiner Frau Heike wieder lebt.

Er studierte in Aachen einige Semester Informatik, bevor er zur Geisteswissenschaft wechselte und in Köln Anglistik, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft studierte.

 
 
 

Wie ist es dazu gekommen, dass Du einen Roman über das weitere Schicksal Nuramons geschrieben hast? Und haben die beharrlichen Fragen der Leser nach seiner weiteren Geschichte dabei eine Rolle gespielt?

Die meisten Leser der Elfen-Reihe wissen gar nicht, dass ich bei Die Elfen Bernhard Hennens Co-Autor war und vom Konzept bis zum fertigen Roman für die Hälfte verantwortlich bin. Deswegen wurde ich auch schon gefragt, warum ausgerechnet ich die Fortsetzung zu Die Elfen schreibe. Wenn ich dann erkläre, dass alles, was Nuramon betrifft, von mir ist, lautet dann die nächste Frage: Warum erst jetzt?

Natürlich wäre es damals naheliegend gewesen, nach dem Erfolg von Die Elfen sofort die Nuramon-Fortsetzung zu schreiben. Aber mir gefiel der Gedanke, dass der Roman damals ein Einzelband mit einem offenen Ende war. Bernhard und ich scherzten während des Schreibens und sagten, dass man bei all den Zeitsprüngen im Roman Folgebände innerhalb des Zeitrahmens der bestehenden Handlung spielen lassen könnte. Aus den Scherzen wurden noch während des Schreibens ernsthafte Überlegungen. Denn besonders die Trollkriege und Alfadas’ Schicksal boten sich als Romanstoff an. Nach dem Erfolg von Die Elfen wurden die Überlegungen dann zur Wirklichkeit: Bernhard schrieb den Roman Elfenwinter, und dann folgten weitere Bände.

Eine Nuramon-Fortsetzung war damals aber nicht geplant. Zum einen wollte ich nach Die Elfen an der Idee arbeiten, aus der letztendlich mein Roman Der letzte Steinmagier wurde. Zum anderen gefiel mir – wie gesagt – das offene Ende. Ich hatte dabei völlig unterschätzt, wie sehr die Leser an Nuramon interessiert waren. Der arme Bernhard sah und sieht sich bei seinen Lesungen immer wieder der Frage nach Nuramons Schicksal ausgesetzt. Als mich im Zuge der Elfenritter-Trilogie jemand fragte, ob – wenn nun die Ordensritter der Tjuredkirche ins Zentrum einer Handlung rückten – es nicht höchste Zeit für einen Nuramon-Roman sei, konnte ich das zwar nachvollziehen, aber ich war als Autor einfach an einem anderen Ort.

Erst als Bernhard und ich für die gebundene Ausgabe von Die Elfen, die 2011 erschien, je eine Kurzgeschichte schrieben (ich zu Nuramon, Bernhard zu Farodin), war das für mich eine Rückkehr in die Welt der Albenkinder. Ich las Die Elfen noch einmal und musste mir am Ende eingestehen, dass es angesichts der Folgebände merkwürdig anmutet, dass ausgerechnet Nuramons Schicksal nicht weiter verfolgt wird. Da ich eine genaue Vorstellung davon hatte, wie Nuramons Schicksal aussieht und es mir nach der Erzählung gehörig in den Fingern juckte, eine solche Fortsetzung zu schreiben, begann ich damit, einige Notizen zu machen, während ich eigentlich an etwas anderem arbeitete. Nach einer Weile steckte ich aber mehr Zeit in die Nuramon-Fortsetzung als in das andere Projekt. Ich stelle mir vor einem neuen Roman gerne die Frage: Welches Buch würdest du schreiben, wenn du nur noch ein einziges schreiben dürftest? Und die Antwort lautete nun ganz klar: die Nuramon-Fortsetzung.

Ich erzählte dann Bernhard davon, und er – ganz der gute, weise Mentor – erwähnte etwas gegenüber dem Heyne-Verlag, noch bevor ich ein Exposé geschrieben hatte. Und ehe ich mich versah, rief mich mein Agent an und erzählte mir, dass Heyne an Nuramon interessiert sei. Alles schien plötzlich für den Roman zu sprechen, besonders aber all die Ideen und mein Tatendrang, diese Ideen mit Leben zu erfüllen. Also machte ich Nuramon zu meinem nächsten Roman.

War es schwierig, wieder einen Zugang zu Nuramon zu finden oder konntest Du dich leicht in diese Figur einfühlen?

Ich hatte schon bei „Nuramon der Wanderer“, der Erzählung in der gebundenen Ausgabe von Die Elfen, gemerkt, dass mir die Rückkehr zu Nuramon leichtfiel. Alles, was ich mir für sein Schicksal ausgedacht hatte, kehrte sofort wieder zurück. Und doch war es bei der Arbeit an der Fortsetzung eine wunderbare Herausforderung. Immerhin erhält Nuramon in Die Elfen nach dem Kampf mit dem Devanthar die Erinnerung an seine früheren Leben wieder und akzeptiert, dass sie Teil seines Wesens sind. Nuramon ist jemand, der nicht für Gefühle abstumpft. Nur weil er etwas zum tausendsten Mal erlebt, bedeutet das nicht, dass es für ihn an Bedeutung verliert. Im Gegenteil.

Im Roman sagt Nuramon an einer Stelle folgendes: „Meine Sinne und meine Empfindungen stumpfen nicht ab. Sie sind wie aus einem Metall, das sich am Stein der Zeit schärft, ohne zu schwinden. Sie durchschneiden einen Schleier nach dem anderen. Wenn die Sinne nicht abstumpfen, geht die Sinnesreise immer weiter. Jedes Erleben stärkt mein Empfinden. Je öfter ich Glück empfinde, umso tiefer rührt es mich, je öfter ich staune, umso größer meine Verwunderung. Und je öfter ich die Liebe spüre, umso mehr wühlt sie mich auf.“ Und genau das macht Nuramon aus, und deswegen stehen die Erfahrungen der verschiedenen Leben nicht gegeneinander, sondern fügen sich in seinem Wesen zusammen, das sich im Roman entfaltet.

Wenn Du Dein Buch mit drei Stichworten beschreiben müsstest, welche wären das – und warum?

Könnte ich diese Frage leicht beantworten, würde ich vermutlich nicht so lange Romane schreiben. Aber schauen wir mal … Ich würde sagen: Magie – Loyalität – Schicksal.

Die Magie spielt im Roman eine ungeheuer große Rolle, im Kleinen wie im Großen, mehr noch als in Die Elfen. Wer meinen Roman Der letzte Steinmagier gelesen hat, weiß, wie sehr ich es liebe, Magisches zu beschreiben und spürbar zu machen. Und das mache ich in Nuramon auf allen Ebenen.

Mit Loyalität baue ich natürlich in erster Linie auf der Freundschaft und der Liebe aus Die Elfen auf. Ich mochte z.B. die Loyalität zwischen Nuramon, Farodin und Mandred, die sich im Verlauf des Romans entwickelte. Nuramon findet auch in diesem Roman Vertraute, mit denen er sich den Konflikten stellt, für die er alles tun würde, ganz gleich, was es kostet.

Schicksal als Stichwort ist natürlich bei diesem Roman offensichtlich. Es geht hier um die Frage, ob Nuramon sein Schicksal findet und ins Mondlicht (das elfischen Jenseits) entschwebt. Aber auch auf anderen Ebenen spielt das Schicksal eine große Rolle. Zum Beispiel stellt sich von Anfang an folgende Frage: Warum hat die Elfenkönigin Emerelle, die durch ihren Spiegel orakelhafte Fähigkeiten besitzt, zugelassen, dass Nuramon in der Welt der Menschen gestrandet ist? Es lag in ihrer Hand, Noroelle früher zu befreien. Warum hat sie durch ihre Entscheidungen dafür gesorgt, dass Nuramon schließlich als letztes Albenkind in der Welt der Menschen zurückbleibt? Und natürlich wird im Roman die Antwort darauf und auf viele andere Fragen gegeben.

Worum geht es in dem Roman?

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber aus dem Ende von Die Elfen lässt sich bereits eine Menge ableiten. Nuramon ist das letzte Albenkind in der Welt der Menschen, und es gibt kein Zurück mehr in seine Heimat nach Albenmark. Er hat Yulivee versprochen, nicht die Nähe seiner Widersacher, den Tjuredanbetern, zu suchen, und er ehrt dieses Versprechen. Da er sich auf einem fremden Kontinent befindet, auf dem die Tjuredkirche unbekannt ist, wird er sich dort bewegen. Nach Jahrzehnten der Einsamkeit, der Selbstfindung, aber auch der vergeblichen Suche nach Heimwegen und anderen Albenkindern, nähert sich Nuramon den Menschen an. Er lässt sich als Einsiedler in der Nähe einer kleinen Stadt namens Teredyr nieder und setzt gelegentlich seine magischen Heilkräfte ein, wenn die Heiler der Stadt am Ende ihrer Macht sind. Die Menschen wachsen ihm ans Herz (wie damals in Firnstayn, wo er fünfzig Jahre auf Farodin und Mandred wartete). Als die Stadt von der Streitmacht eines Königreichs bedroht wird, erklärt Nuramon sich bereit, den Menschen von Teredyr zu helfen. Er führt eine Schar von Kriegern auf die Albenpfade, und … und an der Stelle beginnt die Handlung des Romans.

Inzwischen gibt es eine Leseprobe auf der Verlagsseite. Dort kann man sich die ersten 40 Seiten des Buches anschauen. Wie Die Elfen beginnt Nuramon mit einem scheinbar kleinen Konflikt, der dann kontinuierlich heranwächst und unserem Helden und dessen Gefährten schließlich alles abverlangt. Und wer Nuramon in Die Elfen verfolgt hat, weiß, wie viel er für seine Vertrauten opfern würde.

Gibt es außer Nuramon noch weitere Hauptfiguren?

Nuramon ist zwar die uneingeschränkte Hauptfigur, aber es gibt zahlreiche Nebenfiguren, die ihm nahestehen und denen ich im Roman viel Raum zur Entfaltung biete. Die meisten sind aber noch geheim, insbesondere diejenigen, aus deren Perspektive im Verlauf der Handlung erzählt wird. Aber ich kann zwei Figuren nennen, die Nuramon nahestehen. Es sind zwei Krieger, die ihn vom Anfang des Romans an begleiten: Nylma und Yargir. Am Anfang sind sie noch sehr jung. Sie werden zu Nuramons treuesten Gefährten und gehen mit ihm durch dick und dünn. Besonders Nylma, die immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat, ist eine meiner Lieblingsfiguren, und ich habe keinen Zweifel, dass die Leser sie ähnlich ins Herz schließen werden. Da sich die Handlung über mehrere Jahrzehnte spannt, können wir diesen und anderen Nebenfiguren beim Altern zusehen, und es ergibt sich ein Kontrast zwischen den Menschen, die vor sich hin altern, und Nuramon, der scheinbar ewig jung bleibt.

Wie schwierig war es, in diese Welt zurückzukehren und dabei nur in der Menschenwelt bleiben zu dürfen, da kein Weg zurück nach Albenmark führt?

Ich empfand das gar nicht als Schwierigkeit oder als Einschränkung. Eine Welt sollte einem Schriftsteller mehr als genug Platz bieten, eine Geschichte zu erzählen. Wäre das ein Problem für mich gewesen, hätte ich den Roman gewiss nicht geschrieben. Dass Nuramon niemals nach Albenmark zurückkehrt, stand für mich von Anfang an fest. Denn ich mag keine Fortsetzungen, in denen es Hintertürchen gibt oder plötzlich ein gewaltiger Gegner auftaucht, von dem man vorher hätte hören müssen. In Nuramon wird alles stimmig fortgeführt. Alles ergibt sich entweder aus Die Elfen oder entwickelt sich auf natürliche Weise im Verlauf des Romans. Zum Beispiel kann man sich als Elfen-Leser folgende Frage stellen: Welche Auswirkungen hat die Trennung der Albenpfade nach Albenmark (am Ende von Die Elfen) auf die Menschenwelt? Oder man könnte sich grundsätzlich fragen: Was geschieht, wenn jemand wie Nuramon in die Konflikte von Menschen, die die Magie nur aus Märchen kennen, eingreift?

Wie wichtig war es Dir, dass die Leser von „Die Elfen“ auf den ersten Blick erkennen können, dass „Nuramon“ ein Elfenroman ist?

Das war mir sehr wichtig, sowohl beim Titel als auch beim Cover. Ich regte beim Verlag an, ein Cover zu wählen, das auf den ersten Blick im Kontext von Die Elfen zu erkennen ist. Und mit dem Titel wollte ich, dass jedem, der Die Elfen gelesen hat, klar ist, dass dieser Roman Nuramons Schicksal weitererzählt. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, und ich mag das Nuramon-Cover sogar lieber als das von Die Elfen.

Kann man den Roman auch ohne Vorwissen lesen?

Ja, das kann man ohne Probleme. Wer als neuer Leser das Buch aufschlägt, wird Nuramon als einen Elf mit Vorgeschichte erleben, der als Letzter seiner Art in der Welt der Menschen gestrandet ist und seinen Platz finden muss. Es wird immer wieder einmal Bezug auf das Geschehen von Die Elfen genommen, um zu klären, was zuvor geschah. Wer nach dem Ende des Romans dann genauer wissen will, was Nuramon vorher erlebt hat, kann dann zu Die Elfen greifen und Mandred, Farodin und Noroelle; Emerelle, Yulivee und Obilee und all die anderen näher kennenlernen. Mich würde sogar sehr interessieren, wie es auf Leser wirkt, wenn sie ohne Vorwissen Nuramon und dann Die Elfen lesen.

Wird es zu „Nuramon“ Lesungen, Leserunden oder andere Termine geben?

Ich werde sicher Lesungen machen. Leserunden im Netz schätze ich auch sehr, weil man als Autor die Leser selten bei der Lektüre beobachten kann. Ich finde das ungeheuer spannend. Doch etwas Konkretes ist im Augenblick noch nicht geplant. Aber das wird sich wohl demnächst ändern.

Hat Dich während des Schreibens eine bestimmte Musik begleitet oder brauchst Du dazu eher Ruhe?

Ich höre oft und gerne Musik beim Schreiben, vor allem Film-Soundtracks. Für diesen Roman habe ich erst einmal auf das zurückgegriffen, was ich auch schon bei Die Elfen oft gehört hatte: vor allem die Soundtracks Merlin von Trevor Jones und The Mists of Avalon von Lee Holdridge. Die Bradley-Verfilmung habe ich bis heute nicht einmal gesehen. Ich hatte damals nur bemerkt, dass Loreena McKennitt das Album eröffnet, und die CD dann einfach auf Verdacht gekauft.

Neben dem Bewährten habe ich beim Schreiben von Nuramon auch einige Klassiker der Filmmusik gehört, insbesondere El Cid von Miklós Rózsa und Henry V von Patrick Doyle. Neben Filmmusik höre ich auch gelegentlich Videospiel-Soundtracks, besonders gerne japanische. Diesmal waren das vor allem Kessen von Reijiro Koroku und Xenosaga von Yasunori Mitsuda (besonders Stücke wie „Zarathustra“ oder „Prologue“ haben es mir angetan). Und schließlich habe ich auch Dinge gehört, die man bei einem Fantasy-Roman eher nicht vermuten würde, nämlich u.a. Tron: Legacy von Daft Punk und Blade Runner von Vangelis.

Im Herbst ist es 10 Jahre her, dass Bernhard Dich gefragt hat, ob Du mit ihm zusammen einen Elfenroman schreiben willst. Wie sieht Dein Rückblick aus?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass Bernhard und ich damals nicht geahnt haben, dass der Roman so erfolgreich würde. Ich dachte sogar, dass wir alleine schon deswegen erhebliche Prügel beziehen würden, weil der Roman Die Elfen und nicht Die Elben heißt. Dass wir zwischen Elfen und Alben unterscheiden, erschließt sich ja erst beim Lesen.
Auch, dass wir in anderen Ländern Leser erreichen würden, konnten wir uns damals nicht ernsthaft vorstellen. Wir machten lediglich Scherze darüber. Es ist dann aber beinahe schockierend zu erleben, wie der Roman eine Reise durch die Welt macht. Und ich freue mich jedes Mal wie ein Kind, wenn bei mir neue Belegexemplare eintreffen. Zuletzt waren es welche aus Brasilien und Polen.

Für mich waren Die Elfen damals 2003 u.a. eine Art Prüfung, mit der ich klären wollte, ob ich wirklich als Profi arbeiten wollte. Ich steckte eigentlich mitten in meinen Magisterprüfungen, als Bernhard mich anrief und fragte, ob ich mit ihm einen Roman über Elfen schreiben wollte. Ich war schockiert, denn bei den Prüfungsvorbereitungen hatte ich an alles gedacht, nur nicht daran, parallel einen Roman zu beginnen. Ich bat Bernhard, mich einige Stunden später noch einmal anzurufen und sagte dann einfach zu. Die Argumentation war einfach: Es ist zwar für meinen Studienabschluss gefährlich, jetzt diesen Roman zu beginnen, aber wenn ich mich nicht darauf einlasse, werde ich mich immer fragen, was daraus geworden wäre.

Bernhard hatte damals bereits ein Konzept, aber das war dem Verlag viel zu radikal. Als wir über Ideen sprachen, wurde sehr schnell klar, dass es einfacher wäre, ein komplett neues Konzept zu entwerfen, als das bestehende umzuschreiben. Also machten wir das, und es ging dann so schnell, dass es mir heute fast unwirklich erscheint. Wir sprachen am Telefon und spielten uns die Ideen hin und her, wir machten getrennt voneinander allerlei Notizen, und schließlich trafen wir uns an einem Wochenende bei Bernhard und schrieben an seinem Computer gemeinsam das Konzept auf. Der Verlag war sofort glücklich damit.

Ich hatte natürlich Angst, dass ich meine Prüfungen in den Sand setze, denn ich verbrachte viel Zeit mit dem Roman. Zum Glück ging dann alles gut. Man könnte sogar sagen, dass es kaum besser hätte laufen können, und ich denke, der Motivationsschub, mit Bernhard an einem großen Roman zu arbeiten, hat mich bei den Prüfungen beflügelt. Am Ende wusste ich, dass das Schreiben als Profi genau das war, das ich weiterverfolgen wollte. Und für Bernhard war es nach dem (leider) zum Stillstand gekommenen Projekt Die Gezeitenwelt ein Neuanfang und zudem der wohlverdiente Durchbruch. Und ich bin sehr froh darüber und auch stolz darauf, dass ich ihm dabei helfen durfte.

Woran arbeitest Du gerade?

Ich habe mit Fragmenten zu einem neuen Roman begonnen – eine Idee, die im Nuramon-Roman steckt, die ich dort aber nicht weiter verfolgen kann. Deswegen spielt der Roman in einer ganz anderen Erzählwelt. Während bei Nuramon den Gefährten viel Raum zur Verfügung steht und wieder einmal weite Reisen bevorstehen, möchte ich bei meinem nächsten Projekt eine Handlung auf kleinerem Raum erzählen; auch wieder mit viel Magie und feurigen Konflikten, aber erheblich kürzer als Nuramon. Daneben überarbeite ich gerade einen meiner alten Romane und mache Notizen für ein Langzeitprojekt, das ich immer ein Stück weitertreibe. Nichts davon ist aber spruchreif. Dazu muss sich der Autor noch eine Weile in seine Kammer zurückziehen.

Herzlichen Dank für das Interview – ich wünsche Dir viel Erfolg mit „Nuramon“!

Vielen Dank und alles Gute für Dich, Deinen Blog und Deine Leser.


Bisher sind auf der fantastischen Bücherwelt folgende Rezensionen zu finden:

[Vorfreude] James A. Sullivan – Nuramon

Die meisten Leser des von Bernhard Hennen und James A. Sullivan gemeinsam geschriebenen Romans Die Elfen wünschten sich eine Fortsetzung von Nuramons Geschichte. Daher wurde die Nuramon-Frage auch in jeder Lesung gestellt, bei der ich war. ;) Und die Antwort war lange Zeit: Man soll nie nie sagen, aber das würde in einer Geschichte enden, die es schon gibt. Nuramon als Highlander.

Aber wir Leser haben Glück! Denn James A. Sullivan hat nun eine Fortsetzung geschrieben, die Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Elfen“ einsetzt. Der Roman erscheint am 11. November bei Heyne und erzählt davon, wie Nuramon – das letzte Albenkind in der Welt der Menschen – sich nach Jahren als einsamer Wanderer wieder den Menschen annähert.

Das Cover finde ich wunderschön, es passt für mich auch perfekt zu dem der Elfen-Hardcover-Ausgabe. Und es wirkt auf mich sehr stimmungsvoll! Unabhängig davon freue ich mich aber einfach nur sehr auf diese Geschichte. Zum einen natürlich wegen Nuramon, immerhin war er in „Die Elfen“ meine Lieblingsfigur. Zum anderen aber auch, weil ich dann endlich mal wieder etwas von James lesen kann. Dieser Herbst wird bei mir also sehr elfenlastig! :)

Verlagsseite

[Elfen-Special] Ausgaben, Reihenfolge & Zitate

Ausgaben

Die erste Ausgabe von „Die Elfen“ ist im November 2004 erschienen und 912 Seiten stark. Mein Exemplar habe ich (das erste mal) im Februar 2006 gelesen – es gab da ein paar Hindernisse zu überwinden… Wegen der sehr unterschiedlichen Meinungen war ich mir ziemlich unsicher und bin länger um das Buch herum geschlichen. Dann wollte ich es wagen, wurde aber durch die Enttäuschung einer Freundin abgeschreckt. Der Titel flog von meiner Wunschliste und dann… entdeckte ich das Literaturschock-Forum, in dem kurz nach meiner Anmeldung eine Leserunde zu dem Buch angeboten wurde. Also siegte meine Neugier… Und ich bin sehr froh darüber! ;)

Die Elfen

Im Januar 2009 erschien dann eine limitierte Sonderausgabe, die etwas günstiger war und als Bonusmaterial noch ein Interview mit den beiden Autoren bereit hielt. Diese Ausgabe habe ich nicht, aber ich habe sie meinem Bruder geschenkt – und natürlich einen Blick auf das Interview geworfen…

Die Elfen (Sonderausgabe)

Und am 13. Juni erscheint dann ja die vollständig überarbeitete, illustrierte und um zwei Novellen ergänzte Hardcover-Ausgabe, die unbedingt bei mir einziehen möchte.

Die Elfen

Reihenfolge

Der Beginn: Die Elfen
Meiner Meinung nach der Einstieg in diese Welt – durch die Zeitsprünge umfasst die Geschichte einen Zeitraum von 1000 Jahren.

Die Trilogie um den dritten Trollkrieg:
Elfenwinter – Elfenlicht – Elfenkönigin

Während Nuramon und Farodin nach ihrer Geliebten suchen, finden in der Welt der Menschen und in der Albenmark folgenschwere Ereignisse statt – Emerelle, die Königin der Elfen, muss während des Trollkrieges Entscheidungen treffen, von denen das Schicksal ihres Volkes abhängt.

Elfenritter: Die Ordensburg – Die Albenmark – Das Fjordland
Hier geht es um das Schicksal von Gishild, der letzten Königin des Fjordlands. Man lernt auch die Seite der Tjuredkirche kennen und erhält Einblick in ihre Orden – ganz ohne Elfen geht es zwar nicht zu, aber diese Kapitel sind eher kurz.

Drachenelfen
Die neue Reihe spielt in der Frühzeit der Albenmark, als noch die Drachen herrschten und die Elfen deren Diener waren. Die „Drachenelfen“ entwickeln sich zu Elitekriegern und stützen die Herrschaft der Drachen so lange, bis sie selbst nach der Macht in Albenmark greifen und es zu den legendären Drachenkriegen kommt.
Der erste Teil erscheint im Oktober 2011.

Ein wenig aus der Reihe tanzen diese beiden ungewöhnlichen Bücher:
Elfenlied und Elfenwelten.

Zitate

Um noch etwas eure Neugier zu wecken, habe ich einige Zitate herausgesucht – so leicht gebe ich ja nicht auf. ;)

Märchenhaft…

Wenn er ausatmete, war da ein leises Klirren, wie von Eiszapfen, die in hohen Tannenwipfeln aneinander schlugen, nur zarter. Der Kuss der Eisfee! Ein Märchen, das man den Kindern erzählte, fiel ihm ein. Es hieß, die Eisfee sei unsichtbar und wandere in Nächten, in denen es so kalt war, dass selbst das Licht der Sterne gefror, durch das Fjordland. Näherte sie sich, dann verschwand der dampfende Atem, und ein leises Klirren lag in der Luft. Kam sie so nahe, dass ihre Lippen das Antlitz eines Wanderers berührten, dann brachte ihr Kuss den Tod.

Farodin, Nuramon und Noroelle…

Farodin und Nuramon waren unterschiedlich, doch jeder war auf seine Art beeindruckend. Beide hatten ihre eigene Vollkommenheit, so wie das Licht des Tages ebenso reizvoll war wie die Dunkelheit der Nacht, oder Sommer und Winter, Frühling und Herbst. Noroelle wollte nichts davon missen, und der Vergleich des Äußeren der beiden Männer brachte sie einer Entscheidung für einen von ihnen nicht näher.

Humorvoll…

“Man sagt von den Kentauren, dass ihnen gern die Zunge durchgeht. Sie ist so schnell, dass sie manchmal sogar die Wirklichkeit überholt.”

Der erste „Auftritt“ von Ollowain…

“Ich bin nicht dein Feind, Menschensohn.” Er strich sich mit nachlässiger Geste das Haar aus dem Gesicht. “Mein Name ist Ollowain. Ich bin der Wächter der Shalyn Falah. Meine Königin hat mich beauftragt, dich das letzte Stück Weg zu ihrer Burg zu geleiten.”

Eine meiner Lieblingsstellen…

“Ist es Zauberei, wenn dein Auge zu langsam ist, meiner Hand zu folgen?”
“Kein Mensch kann sich ohne Zauberei so schnell bewegen”, beharrte Mandred.
Der Anflug eines Lächelns spielte um Ollowains Lippen. “Ganz recht, Mandred. Kein Mensch.”

Hier taucht mein wohl am meisten zitierte Satz auf… Oder ist es schon ein Motto?

Der Menschensohn strich fast zärtlich über das Doppelblatt der Waffe und bewunderte die verschlungenen Elfenknoten, die es schmückten. “Schöne Arbeit.” Mandred wandte sich zu seinem Sohn. “So sieht die Waffe eines Mannes aus.” Er wollte sie Ollowain zurückgeben, doch dieser schüttelte nur den Kopf. “Ein Geschenk, Mandred. In der Welt der Menschen sollte man stets auf Ärger gefasst sein. Ich bin gespannt zu sehen, ob du mit der Axt besser kämpfst als mit dem Schwert.”

Etwas über die Albenpfade…

Es gibt fünf Welten, die uns bekannt sind. Ihre Wurzeln nennen wir Albenpfade. Sie durchziehen die einzelnen Welten und verbinden sie miteinander. Die Kraft, die in ihnen fließt, macht die Magie und den natürlichen Zauber unserer Gefilde erst möglich.

Zwerge tauchen auch auf…

“Wenn ihr die Kinder der Dunkelalben seid, dann sagt mir, wieso ihr im Sonnenlicht wandelt. Heißt es nicht, dass ihr in der Finsternis lebt?”
Alwerich grinste. “Und ihr Elfen lebt im Licht des Tages, und doch sah ich dich auch bei Nacht wandern.”

Seelen…

Es gibt Albenkinder, die sich an ihre früheren Seelen erinnern. Die meisten davon sind Zwerge. Vielleicht findest auch du eines Tages den Pfad zu deinen früheren Leben. Die Zauberei ist dir nicht fremd, und deine Sinne sind sehr wach. Der erste Schritt auf diesem Weg ist es anzuerkennen, dass der Nuramon, der sich einst opferte, und der Nuramon, der vor uns steht, ein und dasselbe Albenkind sind.

Und zuletzt: Die Shalyn Falah…

“Heißt es nicht, man dürfte auf der Shalyn Falah kein Blut vergießen?”, fragte Orgrim. Der Troll musste schreien, um das Tosen des Wasserfalls zu übertönen.
Farodin blickte auf die blassrosa Flecken, die langsam vom Sprühwasser weggewaschen wurden. “Dieselbe Frage habe ich gestern Nacht Ollowain gestellt. Er meinte, der Stein der Brücke werde so schlüpfrig, dass man sie nicht mehr überqueren könne, wenn sie mit Blut benetzt sei. Ich habe aber auch von einer Prophezeiung gehört, in der es heißt, dass an dem Tag, an dem der weiße Stein der Shalyn Falah mit Blut besudelt werde, sich ewige Finsternis auf die Brücke senken werde.”

[Elfen-Special] Interview mit James A. Sullivan

Am 14.2.1974 wurde James A. Sullivan in West Point (Highlands, New York) geboren und wuchs in Kerpen (Rheinland) auf, wo er heute mit seiner Frau Heike wieder lebt.
Er studierte in Aachen einige Semester Informatik, bevor er zur Geisteswissenschaft wechselte und in Köln Anglistik, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft studierte.

© James A. Sullivan

Lieber James – vielen Dank, dass Du Dir etwas Zeit für dieses Interview nimmst! Als erstes würde mich interessieren, wie Du Dich selbst beschreiben würdest.

Ich bin ein schüchternes Plappermaul. Das heißt, dass Leute, die mich nicht kennen, mich als leise einschätzen, und später dann überrascht sind, wie gesprächig ich eigentlich bin. Das hat schon manche geschockt. Ich bin der Gatte einer Bibliothekarin, was im Grunde bedeutet, dass unsere Wohnung eine einzige Bibliothek ist. Ich bin auch der Vater einer kleinen Tochter und kann mit Stolz behaupten, dass die Erziehung in die richtige Richtung geht. Die Kleine ist bereits in Bücher vernarrt und kann sogar auf dem Wickeltisch über eine Auswahl ihrer Bücher verfügen. Zu alledem bin ich ein bekennender Stubenhocker. Ich liebe das Lesen und das Schreiben, und da ich beidem am liebsten in einer vertrauten Umgebung nachgehe, verbringe ich die meiste Zeit zu Hause. Das gilt für die meisten Autoren. Jedoch nur wenige würden es zugeben.

Eines Deiner Spezialgebiete im Studium war die Artusepik, wie kam es dazu? Hast Du Dich schon länger für Geschichten über Artus und die Ritter der Tafelrunde interessiert?

Wie die meisten Fantasy-Autoren hat mich die Artusliteratur als Kind geprägt. Und wenn man sich im Fantasy-Genre bewegt und ein literaturwissenschaftliches Studium beginnt, empfängt man die Epik des Mittelalters mit offenen Armen. Mit Wolfram von Eschenbach fand ich einen Autor, der mich sehr beeindruckte. Besonders, was er erzählerisch im Parzival aufbietet, ist atemberaubend. Die Beschreibung von Raum, der Umgang mit Erzählebenen und auch die Strategien und Strukturen waren ihrer Zeit weit voraus. Leider lese ich heute im Fantasy-Genre viele Bücher, die weit weniger wagen und weit weniger bewusst mit ihren Erzählmitteln umgehen. Schade eigentlich. Für mich ist Wolframs Parzival (mal abgesehen vom Prosa-Lancelot) der beste Artusroman des Mittelalters.

Parzival

Könntest Du Dir vorstellen, über dieses Thema einen Roman zu schreiben? Oder reizen Dich ganz andere Themen?

Natürlich könnte ich mir vorstellen, einen Artusroman zu schreiben. Ich finde sogar, dass jede Autorengeneration dem Stoff den eigenen Stempel aufdrücken muss. So erscheinen ja auch immer einmal einige Romane zu diesem Thema. Es ist aber auffällig, dass die meisten Autoren vor allem Thomas Malory und Sachbücher über den ,historischen Artus‘ gelesen haben, wenn sie sich an die Arbeit an einem Artusroman machen. Nur die wenigsten haben den Prosa-Lancelot gelesen und sich tiefgreifender damit beschäftigt. Macht man das, dann findet man eine fantastische Erzählwelt von einer Dimension, die kaum zu fassen ist. Allein schon die Geschichte von Lancelots Eltern wäre der Stoff eines spannenden Romans.

Wie viel planst Du, bevor es mit dem eigentlichen Schreiben los geht?

Das ist unterschiedlich. Ich habe keine Formel, denn es ändert sich von Projekt zu Projekt. Ich bin gewissermaßen stets auf der Suche und probiere gerne etwas Neues aus. Oft hängt die Entscheidung, wie viel ich plane, davon ab, wann ich die Romanidee bekomme. Geschieht es während ich an einem anderen Text arbeite, muss die Idee warten. In dieser Phase kann es sein, dass ich viel notiere und plane. Zum Beispiel bekam ich die Idee, aus der nach einigen Transformationen Der letzte Steinmagier wurde, während ich mit Bernhard Die Elfen schrieb. Die Idee musste ich zurückstellen. In dieser Zeit reifte der Stoff aber immer weiter und ich machte jede Menge Notizen. Als ich mich dann dazu entschloss, den Roman zu schreiben, war die Planungsphase dann sehr kurz. Im Grunde bemühe ich mich aber, schnell in den Schreibprozess einzusteigen und recherchiere, notiere und plane gerne während ich bereits mit dem Roman begonnen habe. Meist beginne ich mit einigen Fragmenten. Zum Beispiel war es bei Die Elfen so, dass ich zu allererst einen Entwurf zur letzten Szene schrieb. So hatte ich vor Augen, wo die Reise hingehen würde, und das hat sehr geholfen.

Wie stehst Du zu Elfen?

Ich mag Elfen, wenngleich sie zu den eher schwierigen Völkern zählen, da sie einem Ideal entsprechen müssen. Viele Darstellungen in der Literatur waren mir persönlich zu abgehoben. Die Trennung zwischen Alben und Albenkindern erlaubte es Bernhard und mir, die Elfen bodenständig darzustellen, ohne auf das Zauberhafte oder das Märchenhafte verzichten zu müssen. Wir verfügten über genug Möglichkeiten, das Ideal zu relativieren. Während Bernhard über Farodin Einblick hinter Emerelles Fassade bot und dort die Abgründe zeigte, machte ich Nuramon zu einem Gegenentwurf zu Emerelle. Während die Königin und all jene, die ihrem Beispiel folgen, nach dem streben, was sein sollte, und damit die Welt nach ihren Vorstellungen formen wollen, erkennt Nuramon das Ideal in den Dingen, wie sie sind. Er muss keine Fassade errichten, um einen Schein zu erwecken. Allerdings ist der Preis dafür die Einsamkeit, denn kaum jemand teilt Nuramons Sicht auf die Welt. Dieser Gegensatz reizte mich sehr.

Wäre Dir ein anderes Fantasy-Volk lieber gewesen?

Nein, ich war froh, dass es die Elfen waren. Ich hatte mir bereits für einen anderen Roman eine Menge Arbeit gemacht. Da gab es eine Dreiecksgeschichte, die Wiedergeburt, und die beiden Sichtweisen auf das Ideal der Elfen. Und es gab die idealisierte Liebe im Stile der höfischen Liebe. Ich habe einfach vieles davon mitgebracht, nachdem Bernhard mich fragte, ob ich mit ihm einen Elfenroman schreiben wollte. Außerdem hatten wir ja nicht nur allein mit den Elfen zu tun. Während Bernhard sich im Roman um die Trolle kümmerte, widmete ich mich den Zwergen. Und bei ihnen konnte ich dann in Sachen Wiedergeburt alle Register ziehen. Die Gedächtniskultur mit dem Streben nach der Erinnerung an alle früheren Inkarnationen war ungeheuer spannend.

Im Juni wird die Hardcover-Ausgabe von „Die Elfen“ erscheinen, in der auch eine Kurzgeschichte von Dir zu finden sein wird. War Dir gleich klar, dass Du etwas über Nuramons erste Begegnung mit Alwerich schreiben willst oder gab es da verschiedene Ideen?

Es gab andere Ideen, aber die Begegnung mit Alwerich reizte mich am meisten. Ich kann den Lesern nun in der Form einer Novelle das direkt vor Augen führen, was in Die Elfen nur aus Berichten der Zwerge bekannt war. Bei der Gelegenheit beschreibe ich auch endlich einmal die Gelgerok. Diese Tiere werden in Die Elfen erwähnt, aber beschrieben werden sie nie. Wer sich also fragt, was es mit diesen merkwürdigen Wesen auf sich hat, kann sie bald näher kennen lernen. Der Arbeitstitel der Erzählung war eigentlich auch „Gelgerok“, aber der Verlag wollte, dass man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um eine Nuramon-Erzählung handelt. Also wählte ich den Titel „Nuramon der Wanderer“, was zu der erzählten Inkarnation Nuramons passt. Das ist das Leben, in dem Nuramon mit den Zwergen Albenmark verlässt und später nach dem Kampf gegen einen Drachen an der Seite König Wengalfs umkommt. Nuramon ist hier noch jung und wird von seiner Familie behütet, da er dazu neigt, in der Gefahr umzukommen. Als die Gelgerok zur Plage werden, will man ihn nicht in der Gefahr wissen, also schickt man ihn als Boten zu Emerelle, um Hilfe zu erbitten. Die Sippe ahnt nicht, dass sich aus dem Botengang ein handfestes Abenteuer entwickelt.

Wie leicht oder schwer fiel Dir die Rückkehr in diese Welt?

Seit dem ersten Erscheinen von Die Elfen sind fast sieben Jahre vergangen, und natürlich fragte ich mich, ob ich mich wieder in die Erzählwelt und vor allem in die Nuramon-Figur einfühlen kann. Aber es war fast so, als hätte ich die Arbeit am Roman erst vor wenigen Monaten beendet. Nuramon, Alwerich und all die anderen liegen mir immer noch am Herzen. Ich war selbst überrascht, wie leicht mir die Rückkehr fiel. Es war wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund, und ich hoffe, dass die Leser es ebenso empfinden. Zwar wird von einer früheren Inkarnation Nuramons erzählt, aber zum einen sind Nuramons grundlegende Wesenszüge zu erkennen, und zum anderen wähle ich einen Ich-Erzähler, der bereits alles, was im Elfenroman geschehen ist, überstanden hat, und sich an die Zeit nach den Drachenkriegen erinnert. Die Leser werden also Nuramons Stimme vernehmen und einen kleinen, aber wirklich nur kleinen Einblick in Nuramons Gedanken nach dem Ende des Romans erhalten.

Der letzte Steinmagier entführt uns in eine ganz andere Welt, zu der Dich die Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers inspiriert hat. Hast Du einen besonderen Bezug zu China?

Eigentlich nicht. Es ist eher ein literarischer Bezug. Ich mag die ältere chinesische Literatur. Am liebsten mag ich Die drei Reiche, Die Rebellen vom Liang-Shan-Moor und Die Reise nach Westen, eben die großen, alten Romane. Aber mich interessiert auch die Geschichte des frühen Kaiserreichs. Es gibt dort so viel spannendes zu entdecken, und zum Glück wurde viel ins Englische übersetzt, so dass ich Zugang zu diesen Texten erhalte. Mich fasziniert sowohl das Fremde als auch die Ähnlichkeit. Das Fremde erweitert den Horizont, während die Ähnlichkeit ein Gefühl der Verbundenheit schafft. Als Fantasy-Autor helfen mir solche Erfahrungen, weil ich etwas Fremdes schaffe, dem sich die Leser dennoch verbunden fühlen sollen.

Der letzte Steinmagier

Was ist Dir beim Schreiben wichtig?

Mir ist es sehr wichtig, nicht den Kontakt zum Text zu verlieren. Wenn ich mich entschieden habe, einen Roman zu schreiben, dann mache ich mich möglichst schnell daran, Erzähltext zu schreiben, selbst während ich parallel recherchiere und Notizen mache. Viele Autoren verbringen Monate, manche sogar Jahre damit, in Notizen eine Erzählwelt zu entwerfen, schreiben aber über lange Zeiträume keinen echten Erzähltext. Der Leser kann aber nur auf der Basis des Erzähltextes eine Vorstellung entwickeln. Für mich heißt das, dass ich als Autor meine Aufmerksamkeit vor allem auf den Text und das richten muss, was er bewirken könnte.

Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Ich möchte dem Leser Geschichten vermitteln, die nur ich erzählen kann; Geschichten, die konsequent ihrem Weg folgen, ohne sich von äußeren Zwängen zurückhalten oder ablenken zu lassen. Ich möchte allein den inneren Zwängen nachgeben, die aus dem Text selbst erwachsen. In der Vorstellung der Leser möchte ich eine Welt erzeugen und sehe meinen Erzähltext dabei als eine Art Drehbuch für das Kopfkino. Denn jeder Leser wird sich auf der Basis meines Text unterschiedliche Vorstellungen machen, ebenso wie ein Film unter der Regie von Orson Welles anders aussieht als ein Film unter der Regie von Christopher Nolan. Wie jeder Regisseur ein Drehbuch unterschiedlich verfilmen wird, so konstruiert jeder Leser die Erzählwelt in Gedanken anders. Als Autor schaffe ich die gemeinsame Basis für die verschiedenen Leser.

Gab es Reaktionen, über die Du Dich besonders gefreut oder geärgert hast?

Besonders gefreut haben mich die Reaktionen auf Nuramon im Elfenroman. Offenbar ist die Figur vielen ans Herz gewachsen. Überrascht war ich allerdings, als einige Leser gestanden, am Ende des Romans Tränen vergossen zu haben. Mir war nicht klar, dass der Text solche Reaktionen hervorrufen könnte.
Es gibt natürlich auch Reaktionen, die mich ärgern. Wenn z.B. Leute mir als Autor irgendwelche Motive unterstellen, die nicht zutreffen, ärgert mich das schon gelegentlich. Aber es hat keinen Sinn, sich all zu lange davon ablenken zu lassen. Also konzentriere ich mich eher auf die positiven Reaktionen und auf die berechtigte Kritik. Das motiviert mich und hilft mir weiter.

Wie stehen die Chancen, dass ein weiteres Buch von Dir veröffentlicht wird?

Das kann ich nicht sagen. Was ich anbiete, fällt im Augenblick bei den Verlagen nicht auf fruchtbaren Boden. Aber ich bin ein geduldiger Mensch. Früher oder später wird etwas von mir erscheinen. Was die Verlage allerdings von mir annehmen werden und wann das sein wird, muss sich erst noch zeigen. Und das, was sie in der Zwischenzeit ablehnen, bleibt eben eine Weile in der Schublade.

Womit verbringst Du Deine Freizeit?

Ich verbringe sie vor allem mit der Familie. Unsere Tochter ist gerade im besten Alter. Sie lernt sprechen. Abgesehen von „Da!“, „Mama“, „Papa“, „Ja“ und „Nee“ beherrscht sie inzwischen das Wort: „Hals“. Da unsere Kleine das S noch nicht richtig artikulieren kann, klingt das eher wie „Haich“. Nicht nur als Vater, sondern auch als Linguist finde ich es ungeheuer spannend. Unsere Kleine ist jetzt bereits ein Bücherwürmchen, und ich liebe es, ihr etwas vorzulesen. Ich glaube, es wird Zeit, ein paar Märchen zu schreiben, damit ich später aus dem Vollen schöpfen kann.
Da ich mir die Kindererziehung mit meiner Frau teile und meine Freunde auch noch was von mir haben sollen, bleibt nur sehr wenig Zeit für echte Hobbys. Das Gitarrespielen ist eher eine Fingerübung als ein Hobby, und für die Retrotechnik der 70er und 80er, die mich fasziniert, bleibt kaum noch Zeit. Im Grunde nutze ich die verbleibende Zeit zum Rezipieren von Büchern, Filmen, Musik und auch gelegentlich von Videospielen. Wenn es irgendetwas wahrzunehmen gibt, dann bin ich dabei. Das Lesen bleibt jedoch das wichtigste. Es gibt so vieles zu entdecken, ganz gleich in welche Richtung man schaut.

Was liest Du selbst gern?

Ich lese mich quer durch den Garten der Literatur. Natürlich lese ich gerne Fantasy-Romane, aber auch die Geschwistergenres – Science Fiction und Horror – schätze ich ebenso wie die Eltern und Großeltern des Genres: die höfischen Romane des Mittelalters, Sagen und Mythen. Ich mag aber auch andere Dinge, wie etwa altmodische Krimis, die englischen Romantiker und alte Abenteuerromane. Zur Zeit lese ich The Jewels of Aptor von Samuel Delany. Auf meinem SUB liegen im Augenblick u.a. die Anthologie Wastelands, die von John Joseph Adams herausgegeben wurde; Drood von Dan Simmons und Othersyde von J. Michael Straczynski.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Romanen!

Vielen Dank, und alles Gute.

[Elfen-Special] Es geht los!

Am 13. Juni ist es soweit: „Die Elfen“ erscheinen bei Heyne fliegt als gebundene Ausgabe! Dabei handelt es sich um eine vollständig überarbeitete Neuausgabe, die von Michael Welply illustriert wurde und neben einem Glossar auch zwei Novellen enthält: „Nuramon der Wanderer“ von James Sullivan und „Farodin“ von Bernhard Hennen.

Die Elfen

Der Künstler Michael Welply hat bereits über 70 Bücher aus verschiedenen Ländern illustriert, von ihm stammt beispielsweise auch das Cover von Elfenwinter. Er wurde in London geboren, wuchs in Kanada auf und lebt heute in Frankreich. Hier sind neben weiteren Infos auch zwei der Illustrationen zu finden.

Wie man auf der Seite von James Sullivan nachlesen kann, kennt er Bernhard Hennen seit Mitte der 90er Jahre. Und steckte mitten in den Vorbereitungen zu den Magisterprüfungen, als dieser ihn 2003 fragte, ob er mit ihm einen Elfenroman schreiben wolle.
Der Roman wurde nach Erzählperspektiven aufgeteilt: Farodin und Mandred waren Bernhards Figuren, während James sich um Nuramon und Noroelle gekümmert hat.

Hinter magischen Pforten, verborgen vor den Augen der Menschen, liegt Albenmark, die geheimnisvolle Welt der Elfen. Als sich ein längst besiegt geglaubter Feind erhebt, wird das Fundament der Welten erschüttert. Ein ungleiches Trio, zerrissen zwischen der Suche nach einer verlorenen Liebe und dem Kampf gegen einen Dämon, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint, entscheidet über den Sieg von Licht oder Finsternis.

Quelle

Hier gibt es auch eine Leseprobe, und hier findet ihr meine Eindrücke zum Reread im letzten Jahr. Manchmal bin ich einfach ein Wiederholungstäter…

Bernhard Hennen, James Sullivan – Die Elfen

Erscheinungsjahr: 2004
Erneut gelesen im Juli 2010
Verlagsseite

Klirrende Kälte herrscht im Land am Fjord, als Mandred Torgridson mit seinen Gefährten auszieht, die Bestie zu jagen, die nahe seinem Dorf ihr Unwesen treibt. Doch während am Himmel das Feenlicht tanzt, bricht aus dem Unterholz ein Wesen, halb Mann, halb Eber, und beschert den Jägern einen schnellen Tod. Allein Mandred rettet sich schwer verletzt in einen nahen Steinkreis, aber seine Wunden sind zu tief und die Kälte zu grimmig. Als er wider Erwarten erwacht, findet er sich am Fuße einer Eiche wieder, die ihm ihre wundersamen Heilkräfte zuteil werden lässt. Mandred erkennt, dass er in die geheimnisumwobene Welt der Elfen hinübergewechselt ist. Und der Verdacht beschleicht ihn, die Bestie könne von hier gekommen sein. Unerschrocken tritt er vor die ebenso schöne wie kühle Elfenkönigin und fordert Rache für die Opfer des Mannebers. Die Königin beruft daraufhin die legendäre Elfenjagd ein, um die Bestie unschädlich zu machen. Mit Mandred reisen auch Nuramon und Farodin in die Gefilde der Menschen, zwei Elfen, die so manches Geheimnis umgibt und die in der Tradition der Minnesänger um die Gunst der Zauberin Noroelle werben. Bald jedoch ist die Jagd von Tod und Täuschung überschattet. Der Manneber entpuppt sich als Dämon aus alten Zeiten. Er lockt Mandred und die Elfen in eine Eishöhle, und während die Gefährten schon meinen, über ihn gesiegt zu haben, versiegelt er die Höhle, raubt Nuramon seine Gestalt und dringt in die Welt der Elfen ein, um sie für immer zu vernichten…

Nach über 4 Jahren habe ich das Buch erneut gelesen und dabei festgestellt, dass ich mich doch ein wenig verändert habe. Die Geschichte verzaubert mich immer noch sehr, aber ich scheine jetzt etwas mehr Action gewöhnt zu sein als damals. Und ich hatte einiges vergessen! Merkwürdigerweise wusste ich aber noch fast alle Szenen, in denen Ollowain auftaucht – was mich sehr überrascht, da ich damals doch noch gar kein Ollowain-Fan war.

Die Handlung ist sehr abwechslungsreich und bietet weit mehr als Romantik und Kämpfe. Es gibt auch märchenhafte Szenen, Momente der Freundschaft, magische Augenblicke und tragische Erlebnisse. Die Suche nach Noroelle zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, ein ständiger Begleiter ist aber auch die Zeit. Dabei denke ich nicht nur an die Zeitsprünge, sondern auch an die verschiedenen Lebensspannen der Alben- und Menschenkinder. Dazu kommt noch, dass die Menschen nur dieses eine Leben haben und nicht wiedergeboren werden – was auch ein Grund für die unterschiedliche Lebensweise ist.

An der erschaffenen Welt hat mir vieles gefallen – besonders aber die beseelten Bäume, das System der Albenpfade, die Suche nach dem eigenen Schicksal, die verschiedenen Völker und Landschaften. Viele der beschriebenen Orte und Szenen sah ich deutlich vor mir, da hatte ich oft wunderbares Kopf-Kino. Und die tollen Figuren berühren einfach, auch abseits der Hauptcharaktere. Obilee und Yulivee mochte ich wieder sehr, auch wenn ich die eine nicht so traurig und die andere nicht so frech in Erinnerung hatte. Und ich hatte einigen Spaß mit den Gegensätzen zwischen Mandred und Ollowain.

Der mitreißende Schreibstil, die tollen Ideen und liebevoll ausgearbeiteten Figuren machen „Die Elfen“ auch bei einem Reread zu einem absoluten Wohlfühlbuch mit einer besonderen Atmosphäre und vielen Emotionen. Die intensiven Eindrücke begleiten mich auch noch nach dem Lesen, so dass ich noch etwas in dieser Welt bleiben kann und beispielsweise über die Zwerge und Nuramon nachdenke.
Einen Unterschied zum ersten Lesen gab es aber doch noch: Ich habe nur einmal geheult, auch wenn ich öfter mal Tränen in den Augen hatte. Und… es war nicht wegen Noroelles Entscheidung.

Sankou der Dieb

James A. Sullivan stellt auf seiner Website die Erzählung „Sankou der Dieb“ zur Verfügung, in der es um den jungen Sankou Yan geht.
Den Lesern von Der letzte Steinmagier ist der etwas überhebliche Meisterdieb ja bereits bekannt, aber auch alle anderen sind dazu eingeladen, den jungen Sankou kennen zu lernen und ihn bei der Ausübung seines Handwerks zu begleiten.

Der direkte Weg zum Download führt hier entlang.

James A. Sullivan – Der letzte Steinmagier

Erscheinungsjahr: 2008
Gelesen im Juni 2008
Verlag: Mira (Taschenbuch, Out of Print) bzw. Edel Elements (eBook)
Autorenseite

Rezension

Chaos herrscht im Kaiserreich, nachdem in der Schlacht von Wuchao alle Steinmagier ums Leben gekommen sind. Alle, bis auf einen: Wurishi Yu, der von seinem Meister absichtlich zurückgelassen worden ist, um als letzter die Tradition und die Magie seiner Zunft zu bewahren. Und um eine Schuld zu begleichen. Denn einst wurde die Kaiserin von einem abtrünnigen Steinmagier in eine Statue verwandelt und nur ihre Erlösung kann die Finsternis, die seitdem über das Reich hereingebrochen ist, vertreiben. Mit dem Erbe seines Meisters, einer kostbaren Schriftrolle, macht sich Yu an die schier unlösbare Aufgabe, wird aber schon bald von dem machthungrigen Fürsten Dayku Quan verfolgt, der sich in den Besitz des Geheimnisses der ewigen Jugend bringen will. Doch dann erhält Yu unerwartet Hilfe …

Der Autor hat einen ungewöhnlichen Prolog gewählt, denn in ihm erfährt man bereits, dass die Hauptfigur überlebt. Manche mag das stören, mir hat es die Spannung beim Lesen nicht genommen – denn so konnte ich mich voll auf den Weg und die Gefährten konzentrieren, um die man sich ja immer noch Sorgen machen musste. Die asiatisch angehauchte Welt empfand ich als eine angenehme Abwechslung, sie war auch nicht zu speziell – so dass ich mich ohne große Asien-Kenntnisse leicht hineinversetzen konnte und mit den Namen keine Probleme hatte.

Neben der Begleichung der Schuld der Steinmagier spielt in diesem Roman Freundschaft eine große Rolle. Was als Zweckgemeinschaft auf Zeit begann, entwickelt sich schnell zu einer vertrauten Gruppe, die sogar noch weiblichen Zuwachs erhält. Das Zusammenfinden, der Aufbau von Vertrauen und Freundschaft gehört für mich zur positiven Grundstimmung dieses Buches. Aus einzelnen Figuren wird eine sich harmonisch ergänzende Einheit, jeder ist bereit viel für die Anderen zu wagen – und alle verfolgen ein großes Ziel.
Es gibt auch Zwischenkapitel, die aus der Sicht der anderen Gefährten geschrieben sind. Ich hatte dadurch den Eindruck, sie besser kennen zu lernen und zu erfahren, was sie persönlich ausmacht.

Das Konzept der Steinmagie erschien mir sehr durchdacht, es gab keine 08/15-Zauber sondern eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Nicht jeder Stein ist für alle Zauber geeignet, und es gibt auch kostbare, die nur für spezielle Zauber benutzt werden sollten. Mir hat vieles daran gefallen, beispielsweise dass jeder Zauber Magie verbraucht, sie beim Wirken vom Magier abzieht – ein Prinzip vom Geben und Nehmen. Besonders haben es mir auch die Beschreibungen des magischen Fühlen und Ertastens angetan, diese Szenen wirkten auf mich immer sehr feinfühlig und ich hatte oft passende Bilder dazu im Kopf (z.B. von einem hauchdünnen Spinnennetz oder einer weit verzweigten Baumwurzel).

Der Charakter der meisten Figuren ist klar angelegt, hier kommt es kaum zu drastischen Wendungen. Allerdings habe ich das auch nicht vermisst, denn dieses Wohlfühlbuch besaß oft mehr den Charakter eines lockeren Abenteuers, in dem meistens die Sonne schien und es nur wenige dunkle Momente gab. Es gab ausgelassene Momente, und auch ein Plätzchen für die ein oder andere romantische Szene. Das Ende fand ich sehr rund, man konnte sich noch in aller Ruhe von den lieb gewonnenen Personen verabschieden und erhielt einen Eindruck davon, in welche Richtung eine Fortsetzung gehen könnte.

(Klick aufs Cover führt zu Amazon)

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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