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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Fabienne Siegmund

10 Bücher, bei denen meine Neugier meine Zweifel besiegt hat …

Es gibt diese Bücher, die einen reizen und gleichzeitig sind da diese Bedenken … Passt die Geschichte zu mir und meinem Lesegeschmack? Meine Neugier führt mich gelegentlich zu Büchern, an die ich mich erst nicht so rangetraut habe. Manchmal geht das daneben und manchmal treffen die Geschichten meinen Geschmack. Hier geht es jetzt um 10 Bücher, die mir dann trotz meiner Zweifel sehr gefallen haben.

  1. Florian Tietgen – … wenn es Zeit ist …
    Belastet mich die Gewalt in diesem Roman zu sehr oder ist er zu „literarisch“ für mich? Nichts von beidem! Die Geschichte um den innerlich zerrissenen Henrik wird sehr feinfühlig und vielschichtig erzählt. Sie thematisiert verschiedene Themen, die keine „leichte“ Kost sind und bedrücken können. Mir war das aber nicht zu viel, weil es auch positives und Hoffnung gab. (Rezension)
  2.  

  3. Selma J. Spieweg – Boris & Olga 1: Tod dem Zaren
    Meine Befürchtung, dass ich mit reinem Steampunk womöglich nicht klar komme, hat sich in diesem Fall nicht bewahrheitet. Vielleicht, weil sich die Mechanik manchmal wie Magie angefühlt hat. Vielleicht aber auch, weil die Geschichte sehr intensiv auf mich wirkte und ich zu Boris mit seinen vielfältigen Empfindungen und Unsicherheiten einen ganz besonderen Zugang hatte. (Rezension)
  4.  

  5. Peter S. Beagle – Das letzte Einhorn
    Ich mag den Film, aber bei dem Buch hatte ich Bammel davor, dass es zu anspruchsvoll für mich ist. Glücklicherweise gab es aber jemanden, der mich immer wieder auf den Roman neugierig gemacht hat – so lange, bis ich es einfach lesen musste und danach völlig begeistert war. Beispielsweise von der wundervollen Sprache, der magischen Poesie, diesen schönen Beschreibungen und Ideen. Ein Held ist nur dann ein richtiger Held, wenn er vom Augenblick seiner Geburt an in Schwierigkeiten steckt. (Rezension)
  6.  

  7. Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig
    Hier hatten mich die düsteren Andeutungen verunsichert, die ich sowohl beim Verleger als auch bei Fabienne mitbekam. Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht. (Rezension)
  8.  

  9. Erik Kellen – Die blaue Königin
    Die Geschichte ist mir 2014 noch als „Die letzte Muse“ unter dem Pseudonym Rebecca Vali begegnet – und wurde als sinnlicher Liebesroman verkauft, was mich ein wenig abgeschreckt hat. Der literarische Bezug, eine Muse und nicht zuletzt die Leseprobe sorgten dann dafür, dass ich das Buch lesen wollte. Die sinnliche Seite ist ein wichtiger Teil des Romans, der sich aber mit vielen anderen Dingen verbindet – und erst das Gesamtpaket berührt mich auf eine sehr intensive Weise. Ich mag die Tiefe der Geschichte, denn es geht auch darum, wie man mit den Wunden, die einem das Leben beibringt, umgeht. (Rezension)
  10.  

  11. Deborah Harkness – Die Seelen der Nacht
    Vampire und ich … sind jetzt ja nicht so die besten Freunde. Aber manchmal bin ich zu neugierig und versuche es doch – hier trugen die Hexen in der Geschichte und die Begeisterung im Freundeskreis dazu bei. Ein Wohlfühlbuch mit einer dichten Atmosphäre und leiser Erzählweise. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Hintergründe, die in die Geschichte eingebaut wurden. Das Wissen, das vermittelt wird, ohne belehrend zu wirken, dafür aber meine Neugier geweckt hat. (Rezension)
  12.  

  13. Christoph Hardebusch – Die Werwölfe
    Werwölfe verband ich vor diesem Buch vor allem mit Horror, und das ist eindeutig nicht mein Genre. Hier hat mich die Beschreibung aber sehr neugierig gemacht – genauer gesagt die Verbindung zwischen Lord Byron und dem geheimnisvollen Erbe der Werwölfe. Die auftretenden historischen Figuren sind abwechslungsreiche und oft nicht ganz einfache Charaktere, die mein Interesse geweckt haben und gelungen in die historisch-phantastische Handlung eingearbeitet wurden. Es geht mystisch und düster zu, außerdem liebe ich die poetischen Szenen! (Rezension)
  14.  

  15. Natalie Matt & Silas Matthes – Kings & Fools 1: Verdammtes Königreich
    Hier hat mich die Zielgruppe abgeschreckt, die Reihe richtet sich ja an die Fans von „Game of Thrones“ – und das ist einfach nicht so meins. Der Inhalt klang allerdings spannend und nach einer besuchten Lesung war ich mir dann sicher, dass ich es trotz meiner Bedenken einfach mal mit dieser Reihe versuchen muss. Den ersten Band habe ich begeistert gelesen, eine faszinierende und sehr fesselnde Geschichte mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Lange nicht so düster, wie ich befürchtet hatte, sondern eine spannende Mischung aus High Fantasy und Mystery.
  16.  

  17. Bernhard Hennen – Nebenan
    Nach einigen schiefgegangenen Versuchen hatte ich das mit mir und der lustigen Fantasy eigentlich aufgegeben, mein Humor reichte wohl nur für einzelne Figuren – bestenfalls. Hier habe ich dann aber eine Ausnahme gemacht, weil ich einfach zu neugierig darauf war, was mein Lieblingsautor daraus macht. Überraschenderweise (zumindest für mich) hat der Humor voll meinen Geschmack getroffen. Mir hat gefallen, dass dieser nicht so abgehoben oder übertrieben war, sondern fein und leicht schräg. Und mit viel Situationskomik! Außerdem hätte ich ohne diese Geschichte ja nie meinen liebsten Öko-Terroristen kennengelernt … (Rezension)
  18.  

  19. Monika Jaedig – Silbernes Band
    Wieder Vampire. Diesmal konnte ich Island nicht widerstehen – und der stimmungsvollen Leseprobe. Der Roman hat auf mich sehr emotional und vielschichtig gewirkt, denn es geht um verschiedenen Beziehungen, die Welt der Unsterblichen und den Hintergrund der einzelnen Figuren. Außerdem gibt es eingeflochtene Erzählungen im isländischen Sagastil, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind. (Rezension)

Fabienne Siegmund – Das Herz der Nacht

Erscheinungsjahr: 2015 als eBook bei Forever, 2016 als Hardcover bei Acabus
Gelesen im November 2016
Verlag: Acabus

Rezension

Venedig: Nach sieben Tagen, an denen die Sonne nicht aufgegangen ist, kehrt sie am achten Morgen zurück, aber dafür gibt es nun in der Nacht keine Dunkelheit mehr. Am neunten Morgen ist die Tänzerin Anisa verschwunden – nicht als einzige, wie der Zauberkünstler Matéo bei der Suche nach seiner Gefährtin erfährt. Zusammen mit seinem Kaninchen Jordí gelangt er schließlich in den Zirkus Laylaluna, wo er auch Anisa findet, die sich jedoch nicht an ihn erinnern kann. Dafür lädt sie ihn ein, ebenfalls im Zirkus aufzutreten …

Die Geschichte beginnt damit, dass der größte Magier der Welt erzählt, was für ein Narr er war. Ausgerechnet er hat seine geliebte Layla nicht als das erkannt, was sie war. Als sie nach sieben Tagen und sieben Nächten fortging, war sein Schmerz so groß, dass er Layla in einen Traum gesperrt hat, um das Glück festzuhalten. Doch sie träumt nicht von ihm – und zusammen mit ihr ist so vieles mehr verschwunden.

Mit diesem Beginn hatte mich das Buch emotional erwischt, denn die Tragik dahinter reizte mich nicht nur, sie forderte auch meine Neugier heraus. Wie sah es in diesem Traum aus? Wovon träumte Layla? Gibt es eine Möglichkeit, diesen Traum zu beenden? Geschichten über Träume sprechen mich an, und hier kommt noch etwas märchenhaft-magisches dazu.

Das fängt schon bei den Schneeglöckchen an, die immer wieder auftauchen. Zuerst sind sie „nur“ eine Spur, die Matéo und Jordí zum Zirkus führen, später tauchen sie dann in anderer Form auf und erhalten eine besondere Bedeutung. Und die ist auch bis in meine Realität vorgedrungen und begleitet mich nun immer, wenn ich Schneeglöckchen sehe.

Der Zirkus ist voller Magie, durch seine ganz eigenen Besonderheiten und die Aufführungen. Ich habe mich bei einigen Dingen so gefühlt wie als Kind im Zirkus, alles war voller Wunder und von verheißungsvollen Melodien umwoben. Manche Aufführungen haben mich total verzaubert, beispielsweise Anisas Kunststücke mit den Seifenblasen.

Auch wenn das natürlich nur eine Seite des Zirkus Laylaluna ist, die helle. Es gibt auch Aufführungen, die nicht funktionieren. Einsamkeit, Schmerz, Zweifel und Traurigkeit. Dinge, die man nur sieht, wenn man genau hinschaut. Matéos Versuche, den Traum zu beenden – und die Gefahr, in die er sich dadurch begibt.

Die meisten anderen Künstler wirken anfangs ziemlich verschlossen und kühl, was später aber nachvollziehbar wird. Nach und nach erfährt man etwas über sie – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Dadurch stehen mir die meisten Figuren nah und manche von ihnen habe ich einfach in mein Herz geschlossen.

Das gilt vor allem für Mireia, die Wahrsagerin. Zu ihr spürte ich von Anfang an eine besondere Verbindung, die sich im Verlauf der Geschichte noch vertieft hat. Sie weiß viel, strahlt eine gewisse Melancholie aus und berührt mich einfach sehr. Außerdem liebe ich ihr Tarot der tausend Stimmen!

Das Ende der Geschichte hat für mich auch eine traurige Ebene, obwohl es positiv und ein Neuanfang ist. Es hat etwas mit Träumen und Erinnerungen zu tun. Und natürlich damit, dass ich gern noch mehr über Mireia erfahren hätte. Aber all das passt wunderbar zu der Geschichte, die nicht nur von Magie sondern auch von Melancholie begleitet wurde.

„Das Herz der Nacht“ war für mich eine märchenhaft-poetische Lektüre, die mir den Zirkus-Zauber wieder näher gebracht hat – gemischt mit tragischen Elementen und einem Traum, der ein Gefängnis ist. Der Roman beginnt ruhig, die Spannung baut sich jedoch beständig auf und es gibt einige Szenen, bei denen ich ganz hibbelig geworden bin. Emotional, berührend, mit einem ganz besonderem Tarot und magischen Bildern. Und einem runden Ende, auch weil das Motiv des Schneeglöckchens noch einmal aufgetaucht ist …

Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im September 2016
Verlag: Torsten Low

Rezension

In einer vom Krieg zerrissenen Stadt wacht die 17-jährige Mina eines Morgens allein auf, ihre jüngere Freundin Lili ist verschwunden. Der einzige Mensch, der ihr noch geblieben war. Bei der Suche nach Lili begegnet sie auch einer alten Frau, die ihr sagt, dass der Karussellkönig ihre Freundin geholt hätte. Mina folgt dieser alten Legende und gelangt zu einem Karussell, das aus purem Mondlicht gegossen scheint und Schrecken und Hoffnung in sich vereint …

Diese Graphic Novel beginnt mit einem Vorwort von Christoph Marzi, in dem es auch um die Magie von Geschichten geht – und um die Bereitschaft, sich verzaubern zu lassen. Ich kenne und liebe es, wenn Dinge aus Geschichten Teil meiner ganz persönlichen Realität werden, darum hat mich das Vorwort auch direkt angesprochen.

Im Prolog erfahren wir, was das Lied der Flöte bewirkt. Wohin die Träumer, die es hören, gelockt werden: Das Karussell aus geschmolzenem Mondlicht war hungrig und wartete auf sie. Wir begegnen dem Flötenspieler, in dessen Herz Schmerz wohnt. Nur ein kurzer Moment, und doch hat er gleich mein Herz berührt.

Das erste Kapitel führt uns nicht nur zu Mina, sondern auch in eine vom Krieg gezeichnete Stadt. Es werden nicht nur die Zerstörung und die Opfer beschrieben, sondern auch das, was die Kämpfe und Verluste mit den Menschen gemacht haben. Mit ihren Seelen. Dabei hatte ich auch öfter einen dicken Kloß im Hals, weil vor allem die Emotionen so direkt bei mir ankamen. Trotz allem hatten sich Mina und Lili jedoch gefunden.

Doch das Leben war ein Dieb, der immer nur die schönsten Dinge stahl.

Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht.

Viele der Figuren berühren mein Herz und sind mir ganz nah. Manche von ihnen sind für mich etwas Besonderes und begleiten mich nun. Neben Mina und dem Flötenspieler ist das vor allem auch die graue Dame, die mich mit ihrer Ausstrahlung und Art einfach eingefangen hat – und wegen dem, was sie ist.

Der Text und die Illustrationen ergänzen sich wunderbar, sie gehören einfach zusammen. Beides wirkt auf mich sehr eindringlich und facettenreich. Außerdem hat es mir gefallen, die Geschichte auf zwei Ebenen zu erleben, die sich verbinden und zusammen einen so starken Eindruck hinterlassen.

„Der Karussellkönig“ war für mich ein unglaublich intensives Märchen, das nah an der Realität angesiedelt ist und lebhaft in mir nachklingt. Düster und tragisch, aber auch magisch und mit einem Ende, das Hoffnung hinterlässt. Poetisch, berührend und mit einem wunderbaren Nachwort.

Fabienne Siegmund & Thilo Corzilius – Das Mädchen und der Leuchtturm

Erscheinungsjahr: 2015 als eBook, 2016 als Taschenbuch
Gelesen im Januar 2016
Verlag: ohneohren

Rezension

Der Student Jean lernt die wunderschöne Faith kennen, die in einem unsichtbaren Leuchtturm mitten in Hamburg wohnt. Sie erzählt ihm von einem Fluch, der auf ihr liegt – immer wenn sie glücklich ist, regnet es. Da Faith ihm nicht mehr dazu erzählen will und auf später vertröstet, macht sich Jean allein auf die Suche nach einer Lösung zu einem Rätsel, das er kaum versteht. Dadurch verändert sich sein Leben für immer, denn lebendig gewordene Märchen und Legenden drängen in seine bisher so normale Welt …

Geschichten sind wichtig. Das betont Jean, gleich nachdem er darum bittet, ihn nicht für vollkommen verrückt zu erklären. Denn das, was er erzählen will, ist kein Märchen sondern hat sich wirklich zugetragen. Er ist davon überzeugt, dass jedem Menschen etwas Ähnliches passieren kann, wenn er nur daran glaubt. An die Wunder, die in den Falten und Ritzen unserer Welt existieren. Und wisst ihr was? Ich glaube ihm. Allein schon deshalb, weil es mir mit magischen Momenten ähnlich geht – andere sehen diese nicht, nur weil sie es nicht wollen.

Nach so einer Einführung konnte mir Jean natürlich nur sympathisch sein, aber mich haben noch andere Dinge für ihn eingenommen. Beispielsweise mag er Regen genauso gern wie ich und ruht in sich selbst. Es war spannend zu verfolgen, wie sich sein bisher so normales Leben verändert, als er hinter den Vorhang blickt und versucht, das alles zu verstehen. Dort sind Hexen, Flüche und Kobolde keine Mythen, sondern etwas ganz Normales.

Aber auch Faith stand mir nah, wenn auch auf eine etwas geheimnisvollere Weise. Mir hat gefallen, dass ihre Geschichte nach und nach ans Licht gekommen ist und der Roman dabei immer mehr Fahrt aufgenommen hat. Es begann eher ruhig und dennoch fesselnd, aber mit jeder Seite steigerte sich die Spannung und irgendwann saß ich dann total gebannt vor meinem Reader, weil mich die Entwicklung so faszinierte.

Sehr begeistert hat mich auch, dass die Schauplätze in Hamburg so wunderbar beschrieben wurden. Die verschiedenen Stadtteile mit ihren ganz eigenen Stimmungen, die Alster, die Sehenswürdigkeiten und Landschaften. Aber auch die magische Seite von Hamburg, die ich zu gerne besser kennenlernen würde. Wenn ich das nächste Mal in Winterhude bin, halte ich sicher Ausschau nach dem Leuchtturm. Meine Chancen stehen schlecht, aber man kann ja nie wissen … Und ich bin davon überzeugt, dass es ihn gibt!

Im Schreibstil erkenne ich beide Autoren wieder, die zusammen natürlich ganz anders schreiben als allein. Aber das ist eine angenehme Mischung, die sich gut ergänzt und trotz der Unterschiede sehr harmonisch auf mich wirkt – wie aus einem Guss. Wenn ich nicht schon ein paar Geschichten von Fabienne Siegmund gelesen hätte, würde mir das wahrscheinlich nicht einmal auffallen. Aber ich hatte meine Freude daran.

„Das Mädchen und der Leuchtturm“ war für mich eine sehr fesselnde und magische Lektüre mit vielen Überraschungen und gelungenen Figuren. Es gab auch einige Nebenfiguren, die es mir angetan haben und mich einfach nicht loslassen. Natürlich liebe ich die wunderbaren Hamburg-Details, aber auch die poetischen Textstellen und die Geschichten innerhalb der Geschichte. Und den Leuchtturm! Eine faszinierende Mischung, die mich sehr begeistert hat. Und von Thilo Corzilius muss ich wohl doch endlich mal einen Roman lesen, bisher kenne ich von ihm nur Kurzgeschichten …

Zitat:

Natürlich waren wir alle irgendwie Spinner. Mehr oder weniger. Das war es wohl, was die Welt früher oder später aus uns machte.

Fabienne Siegmund – Das Nebelmädchen

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im August 2015
Arunya-Verlag (nur als eBook)

Rezension

Als Elizas Vater beschließt, sein Leben mit einer anderen Frau zu verbringen und ihre Mutter die innere Leere mit etwas Neuem füllen will, muss Eliza in das verwinkelte Landhaus Mirror’s End ziehen. Sie erreichen den abgelegenen Ort in einer finsterdunklen Novembernacht, die sich für Eliza genauso düster anfühlt wie ihr Leben. Zwei Nächte später begegnet sie in ihrem Schlafzimmer einem Mädchen aus Nebel und schon am nächsten Morgen scheint sich ihr Schicksal mit dem der alten Geschichte, die sich um Mirror’s End rankt, verwoben zu haben …

Schon nach wenigen Sätzen hat mich die Atmosphäre eingefangen, so dass ich mich mit der Geschichte gleich wohl gefühlt habe. Mit der wunderbar poetischen Sprache sind bei mir aber nicht nur Stimmungen und Gefühle angekommen, sondern auch Bilder, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich wurde in ein modernes Märchen entführt, das mich alles andere hat vergessen lassen.

Eliza war mir schnell sympathisch, allein schon weil sie Bücher liebt und eben nicht das beliebte Mädchen ist, das ihr Vater sich gewünscht hat. Mir gefiel, dass sie Räume ohne Bücher traurig fand und die Geräusche des Hauses bemerkte. Ich hatte einen direkten Draht zu ihr und auch wenn in dieser Geschichte noch weitere liebenswerte oder faszinierende Figuren aufgetaucht sind, ist Eliza doch meine Lieblingsfigur geblieben.

Der Roman hat eine melancholische Grundstimmung, die zur traurigen Geschichte des Nebelmädchens und der düsteren Vergangenheit von Mirror’s End passt. Der Schwerpunkt ist für mich aber nicht die Tragik, sondern die gemeinsame Suche nach dem Schlüssel in den Spiegelscherbenschatten – und die weiteren Stationen dieser Reise.

Die vielen wunderbaren Ideen haben mich sehr beeindruckt und diese Geschichte zu etwas Besonderem gemacht. Oft überraschend und sowohl märchenhaft als auch unheimlich. Mir gefällt die Mischung, die von viel Phantasie zeugt und mich einfach fasziniert hat. Als ich dann auch noch las, dass Dinge manchmal zerbrechen müssen, damit etwas gut werden kann, musste ich einfach breit grinsen. Warum? Diesen Satz mochte ich schon in Goldstaub sehr und verbinde ihn mit so einigen (auch persönlichen) Dingen …

„Das Nebelmädchen“ war für mich eine berührende, poetische und sehr fesselnde Lektüre, die mich in ein modernes Märchen entführt hat – tragisch und hoffnungsvoll zugleich. Mit einer dichten Atmosphäre und vielen beeindruckenden, phantastischen Ideen.

Fabienne Siegmund – Sommerkuss (New York Seasons 1)

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im Juni 2015
Verlag: bookshouse

Rezension

Der 16-jährigen Rain wurde zum ersten Mal das Herz gebrochen, denn der Junge, in den sie sich verliebt hat, erwidert ihre Gefühle nicht. Auf der Suche nach Trost streift sie durch New York und stolpert dabei fast über ein Bild aus Kreide, das lebendig wirkt. So lernt sie Christian kennen, der sie ihren Schmerz vergessen lässt und ihr ein New York zeigt, in dem alte Märchen lebendig sind. Aber er ist ein Winterkind, ein Sohn von Väterchen Frost und der Schneekönigin, und wurde mit einem Fluch belegt, der auch Rain in allergrößte Gefahr bringen kann …

Ich wurde bereits von den ersten Zeilen dieser Geschichte verzaubert, weil der melancholisch-poetische Schreibstil sehr direkt auf mich wirkt und nicht nur viele Bilder entstehen lässt, sondern auch vielfältige Emotionen auslöst. Mir gefiel auch der Gedanke, dass das Glück blind ist und einen daher oft verlässt, wenn man es am dringendsten braucht. Da waren Trauer und Verlust, aber auch Zuversicht und Verbundenheit.

Die Figuren waren mir sehr nah und haben mich sogar bis in meine Träume begleitet. Rain, die das Glück sehen kann und daran glaubt, dass in jedem Märchen etwas Wahres steckt. Christian, der sich niemals verlieben will und feststellen muss, dass man Liebe nicht beeinflussen kann. Väterchen Frost, der verhindern wollte, dass seinen Kindern jemals das Herz gebrochen wird. Caspar, der seinem ganz eigenen Stern folgt und die alten Geschichten kennt. Danny, der Rain vor dem Taubenfänger rettet und als Sommerkind ein Herz aus Feuer hat.

Ich muss ja zugeben, dass ich mit dem Sommer normalerweise kaum etwas anfangen kann und mich viel mehr dem Winter verbunden fühle. Allerdings ist das hier ein wenig anders, denn Danny habe ich schon sehr in mein Herz geschlossen. Neben Caspar ist er wohl meine Lieblings-Nebenfigur.

Die Geschichte steckt auch voller Musik und es gab immer wieder Titel, nach denen ich geforscht habe. Da ist es fast schon schade, dass ich von dem Buch so gefesselt war, dass ich völlig vergessen habe, mir einen Soundtrack zum Sommerkuss anzulegen. Ich mag sowas ja sehr. :)

Der Roman beinhaltet aber auch viele Überraschungen und beeindruckende Ideen! Beispielsweise Straßen aus Kreidestaub, Engelkrähen und natürlich Gerümpelrunen, die mich so für sich eingenommen haben, dass ich mir selbst welche zulege. Der Anfang ist gemacht und bisher erzählen sie mir auch immer, was sie für mich bedeuten. Überhaupt hat es die Autorin auch mit diesem Buch wieder geschafft, meine ganz persönliche Realität zu verändern, sie zu erweitern. Ich liebe es, wenn so etwas geschieht!

Sehr fasziniert haben mich die miteinander verwobenen Märchen, und da ganz besonders die Geschichten um Väterchen Frost. Von ihm wusste ich auch kaum etwas, während mich die Schneekönigin schon seit meiner Kindheit fesselt und mir in den letzten Jahren die verschiedenen Aspekte von Frau Holle immer mal wieder begegnet sind.

Durch all das wurde „Sommerkuss“ zu einer extrem fesselnden Lektüre, die mich emotional völlig mitgerissen und stark beeindruckt hat. Ich liebe die Geschichten, die Figuren, den poetischen Stil, die Atmosphäre und die verschiedenen Bestandteile des Romans. Und das, was er mit mir macht. Selbst wenn ich entdecke, dass meine ganz persönliche Hölle auch ein Sommerzirkus sein könnte. Ich freue mich schon riesig auf den zweiten Teil, der „Winterträne“ heißen wird!

[neu erschienen] Fabienne Siegmund (Hrsg.) – Die Irrlichter

Frisch erschienen ist die von Fabienne Siegmund herausgegebene Irrlichter-Anthologie, auf die ich schon sehr neugierig bin. Warum? Ich mag die Anthologien aus dem Verlag Torsten Low, außerdem reizt mich das Thema und dann wären da noch ein paar Namen, die bei mir irgendwie einen Kaufreflex auslösen. ;)

Irrlichter faszinieren mich, weil sie Verderben aber auch Hoffnung bringen können – also irgendwo zwischen Dunkelheit und Licht stehen. Und weil sie Pfade kennen bzw. finden. Außerdem sind mir auch schon tolle Irrlichter in Büchern begegnet, beispielsweise Moosbeere (Bernd Perplies) oder Dinsdale (Christoph Marzi).

Klappentext:

Irrlichter. Manche sagen, sie führen verirrte Wanderer ins Verderben, locken sie ins Moor. Andere wiederum sagen, dass jene leuchtenden Wesen, die oft als diffus verschwommenes Licht beschrieben werden, alle Pfade kennen. Die Wahrheit liegt – wie wohl alle Wahrheiten – irgendwo dazwischen. Aber vielleicht verhält es sich auch ganz anders …

In dieser Sammlung finden sich 26 Geschichten – 26 Versuche zwischen A wie Abenteuer und Z wie Zwielicht, dem Wesen des Irrlichts auf den Grund zu gehen. Folgen Sie den Lichtern zwischen die Zeilen von Christoph Marzi, Ann-Kathrin Karschnick, Thilo Corzilius, Diana Kinne, Markus Heitkamp und vielen, vielen mehr.

Die Titel vieler Kurzgeschichten wecken auch meine Neugier, ganz wunderbar klappt das bei: „Archibald Leach und die verschollenen Irrlichter“ (Markus Cremer), „Der Kongress leuchtet“ (Markus Heitkamp), „Totenlicht“ (Sandra Lode), „Legenden der Menschen“ (Ann-Kathrin Karschnick), „Der verirrte Stern“ (Fabian Dombrowski), „Schokokekse über alles“ (Ruth M. Fuchs), „Der Gesang der Glockenspieltiere“ (Christoph Marzi), „Herzlicht“ (Fabienne Siegmund) und „Der Flötenspieler“ (Christian Handel).

Christian verrät hier auch folgendes über seine erste professionell veröffentlichte Kurzgeschichte:

“Der Flötenspieler” ist eine Fairy Tale-Fantasy, für die ich zwei Märchenmotive miteinander gekreuzt habe und in der eine Moorlandschaft, eine beinerne Flöte und natürlich Irrlichter eine Rolle spielen.

Wie sieht es denn mit euch und den Irrlichtern aus?
Bei mir wird die Anthologie sicher bald einziehen! :)

Fabienne Siegmund – Sternenasche

Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im Juli 2014
Verlag: UlrichBurger-Verlag

Rezension

Auf Alexander rieselt Sternenasche hinab, denn seine Sterne sind verbrannt, weil seine große Liebe Isa ihn verlassen hat. Er sucht Trost auf dem Friedhof und begegnet dort Luisa, die ihn davon abhält, sich ein Herz aus Stein zu wünschen. Denn wenn man diesen Wunsch dreimal laut ausspricht, kommt das Glasmännlein und erhört ihn. Luisa muss es wissen, denn sie besitzt ein Herz aus Stein – und bittet Alexander darum, ihr dabei zu helfen, es loszuwerden …

Die Geschichte hat mich gleich auf den ersten Seiten gefangen genommen, weil sie etwas in mir zum Klingen gebracht hat. Die Traurigkeit hat mich nicht weniger berührt als die poetische Sprache und die erschaffenen Bilder. So emotional und nah, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte spielt sich in meinem Herzen ab.

Es geht um gebrochene Herzen und um den Schmerz, der diese begleitet. Um Erinnerungen. Um Herzen aus Stein, die nichts mehr fühlen. Aber auch um Trost und Hoffnung. Und darum, ob man an Märchen glaubt – und etwas tut, um sie wahr werden zu lassen.

Mein Blick auf Friedhöfe hat sich verändert, denn nun weiß ich von den Wesen, die zu jedem Friedhof gehören. Ich liebe es, wenn mich ein Roman so intensiv mit Bildern versorgt, die sich mit der Realität verbinden und meine Sichtweise dauerhaft beeinflussen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja wirklich so? Das würde auch einiges erklären …

Melancholie und Gefühle verbinden sich zu einer sehr berührenden Geschichte, die mich auch durch die wunderbare Atmosphäre und den poetischen Stil beeindruckt hat. Diese Lektüre hat mich glücklich gemacht, auch wenn ich manchmal Tränchen in den Augen hatte. Einfach weil sie mich tief bewegt und verzaubert hat.

Fabienne Siegmund – Goldstaub

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im November 2013
Verlag: Ulrich Burger

Rezension

Der Clown Pipp zieht seit dem Tod seiner geliebten Frau heimatlos durch die Straßen, zerfressen von seiner Trauer. Begleitet wird er dabei von einem mysteriösen Raben, der ihn eines Tages zu einer jungen Frau führt, die auf dem Geländer einer Brücke balanciert. Über ihr schwebt ein goldener Schmetterling, der in einem goldenen Käfig eingesperrt ist. Pipp entschließt sich dazu, die junge Frau vom Sturz in den Abgrund abzuhalten, ohne die Folgen dieser Tat zu ahnen …

Diese Geschichte beginnt mit einem Prolog, der bereits zeigt, wie wunderbar die Autorin mit Worten malen kann. Poetisch und intensiv, stimmungsvoll und beeindruckend. Das hat mein Herz berührt und etwas in mir zum Klingen gebracht. Dieses besondere Gefühl wurde mit jeder gelesenen Seite stärker, daher habe ich die Lektüre auch sehr genossen.

Normalerweise ängstigen mich Clowns, aber Pipp ist anders. Bei ihm schaut man hinter die Maske und entdeckt eine Begabung, eine tragische Geschichte und auch eine mögliche Erklärung für die Angst vor Clowns. Das, was es ihn kostet, andere zum Lachen zu bringen. Mir gefällt die Tiefe und Sensibilität, die hier gezeigt wird.
Die meisten anderen Figuren standen mir aber auch sehr nah, man entwickelt schnell ein Gespür für sie und erfährt trotz der Kürze des Romans so einiges über die jeweiligen Hintergründe. Jede hatte ihre ganz eigene Tragik, so dass ich leicht mit allen mitfiebern konnte.

Die Ideen haben es mir ja auch sehr angetan! Schmetterlinge, die Seelen sind. Oder Raben, die einmal Engel waren. Das sind Dinge, die den eigenen Blick auf die Welt verändern können – wenn man es zulässt. Vor allem das Bild mit den Seelenschmetterlingen lässt mich nicht los. Ich frage mich manchmal sogar, wie mein eigener wohl aussieht …

In „Goldstaub“ geht es um eine Liebe, die über den Tod hinausgeht, aber auch um Opfer und Freiheit, die man in sich selbst finden kann. Es ist eine melancholische Geschichte, die mich verzaubert und sehr berührt hat. Mit vielen besonderen Momenten, einer dichten Atmosphäre, wunderschönen Bildern, intensiven Eindrücken und einer poetischen Sprache.

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Fabienne Siegmund (Hrsg.) – Geisterhafte Grotesken

Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im September 2011

Sie sind aus Stein. Schmücken und zieren die Fassaden unserer Kirchen und Häuser. Leiten das Regenwasser von ihnen ab. Vertreiben den Teufel und sein Gefolge.
Wasserspeier.
Doch sind sie wirklich nur in Stein geschlagene Figuren, starr und leblos?

In dieser wundervollen Anthologie rund um das Thema Wasserspeier versammeln sich 23 Geschichten von bekannten und unbekannten Autoren. Diese Mischung mag ich ja immer am liebsten, da man so auch neues entdecken kann und es einfach eine größere Vielfalt gibt. Zu jeder Story findet sich auch eine passende Illustration von Maik Schmidt, zu der ich öfter mal zurückblättern musste – einfach weil sich das Bild immer in der Geschichte wiederfindet und mit dem Wissen darum noch einmal anders wirkt.

Die Storys sind sehr vielfältig und verbreiten jeweils eine ganz individuelle Stimmung. Mir hat jede einzelne von ihnen gut gefallen, fast alle haben auch sehr intensiv auf mich gewirkt und mich noch länger beschäftigt. Manche tun es noch und beflügeln meine Phantasie. Ich hatte schon immer eine „Schwäche“ für Wasserspeier, nach dieser Lektüre ist das aber noch schlimmer geworden – nun gibt es nicht nur die Faszination für die Gargoyles, sondern auch Gedanken über ihre Geschichte.
Die Beiträge meiner neuen Lieblings-Anthologie sind unheimlich, romantisch, düster, mystisch, tragisch, überraschend und berührend. Und sehr fesselnd, zumindest haben sie mich immer schnell in ihre ganz eigene Welt entführt.

Mir fällt es darum auch schwer, eine Lieblingsgeschichte zu nennen. War es „Das Märchen von der Liebe, der Blindheit und den steinernen Herzen“ von Christoph Marzi, wunderbar poetisch und märchenhaft? Tanya Carpenters „Steinerne Wächter“, die mich sehr berührt und mit dem Wunsch zurückgelassen haben, mehr über sie zu erfahren? „Sonne Licht und Monden Schein“ von Chris Lind, dessen überraschendes Ende mir sehr gefiel? Oliver Plaschkas wundervoller Beitrag „Drachenschwingen“, in dem auch eine Figur aus „Die Magier von Montparnasse“ auftaucht? „Wächter der Nacht“ von Katharina Seck, die mich mit einem warmen Gefühl zurück ließ? Die erste Kurzgeschichte, die mich zum Weinen gebracht hat – „Niemals mehr“ von Diana Kinne? Und es gab noch mehr tolle Storys… Viel Spaß beim Entdecken! :)

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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