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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge mit dem Schlagwort Erik Kellen

10 Bücher, bei denen meine Neugier meine Zweifel besiegt hat …

Es gibt diese Bücher, die einen reizen und gleichzeitig sind da diese Bedenken … Passt die Geschichte zu mir und meinem Lesegeschmack? Meine Neugier führt mich gelegentlich zu Büchern, an die ich mich erst nicht so rangetraut habe. Manchmal geht das daneben und manchmal treffen die Geschichten meinen Geschmack. Hier geht es jetzt um 10 Bücher, die mir dann trotz meiner Zweifel sehr gefallen haben.

  1. Florian Tietgen – … wenn es Zeit ist …
    Belastet mich die Gewalt in diesem Roman zu sehr oder ist er zu „literarisch“ für mich? Nichts von beidem! Die Geschichte um den innerlich zerrissenen Henrik wird sehr feinfühlig und vielschichtig erzählt. Sie thematisiert verschiedene Themen, die keine „leichte“ Kost sind und bedrücken können. Mir war das aber nicht zu viel, weil es auch positives und Hoffnung gab. (Rezension)
  2.  

  3. Selma J. Spieweg – Boris & Olga 1: Tod dem Zaren
    Meine Befürchtung, dass ich mit reinem Steampunk womöglich nicht klar komme, hat sich in diesem Fall nicht bewahrheitet. Vielleicht, weil sich die Mechanik manchmal wie Magie angefühlt hat. Vielleicht aber auch, weil die Geschichte sehr intensiv auf mich wirkte und ich zu Boris mit seinen vielfältigen Empfindungen und Unsicherheiten einen ganz besonderen Zugang hatte. (Rezension)
  4.  

  5. Peter S. Beagle – Das letzte Einhorn
    Ich mag den Film, aber bei dem Buch hatte ich Bammel davor, dass es zu anspruchsvoll für mich ist. Glücklicherweise gab es aber jemanden, der mich immer wieder auf den Roman neugierig gemacht hat – so lange, bis ich es einfach lesen musste und danach völlig begeistert war. Beispielsweise von der wundervollen Sprache, der magischen Poesie, diesen schönen Beschreibungen und Ideen. Ein Held ist nur dann ein richtiger Held, wenn er vom Augenblick seiner Geburt an in Schwierigkeiten steckt. (Rezension)
  6.  

  7. Fabienne Siegmund & Tatjana Kirsten – Der Karussellkönig
    Hier hatten mich die düsteren Andeutungen verunsichert, die ich sowohl beim Verleger als auch bei Fabienne mitbekam. Die Geschichte ist aber nicht nur düster, sondern es gibt auch Hoffnung. Mina sucht nach ihrer Freundin, um sie zu retten. Sie gibt nicht auf und findet schließlich einen Weg zu ihr, aber alles hat seinen Preis. Es gibt Geheimnisse und alte Geschichten. Träume und Erinnerungen. Liebe und Schuld. Antworten, die man vielleicht gar nicht hören möchte. Und einen Helden, der selbst Hilfe braucht. (Rezension)
  8.  

  9. Erik Kellen – Die blaue Königin
    Die Geschichte ist mir 2014 noch als „Die letzte Muse“ unter dem Pseudonym Rebecca Vali begegnet – und wurde als sinnlicher Liebesroman verkauft, was mich ein wenig abgeschreckt hat. Der literarische Bezug, eine Muse und nicht zuletzt die Leseprobe sorgten dann dafür, dass ich das Buch lesen wollte. Die sinnliche Seite ist ein wichtiger Teil des Romans, der sich aber mit vielen anderen Dingen verbindet – und erst das Gesamtpaket berührt mich auf eine sehr intensive Weise. Ich mag die Tiefe der Geschichte, denn es geht auch darum, wie man mit den Wunden, die einem das Leben beibringt, umgeht. (Rezension)
  10.  

  11. Deborah Harkness – Die Seelen der Nacht
    Vampire und ich … sind jetzt ja nicht so die besten Freunde. Aber manchmal bin ich zu neugierig und versuche es doch – hier trugen die Hexen in der Geschichte und die Begeisterung im Freundeskreis dazu bei. Ein Wohlfühlbuch mit einer dichten Atmosphäre und leiser Erzählweise. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Hintergründe, die in die Geschichte eingebaut wurden. Das Wissen, das vermittelt wird, ohne belehrend zu wirken, dafür aber meine Neugier geweckt hat. (Rezension)
  12.  

  13. Christoph Hardebusch – Die Werwölfe
    Werwölfe verband ich vor diesem Buch vor allem mit Horror, und das ist eindeutig nicht mein Genre. Hier hat mich die Beschreibung aber sehr neugierig gemacht – genauer gesagt die Verbindung zwischen Lord Byron und dem geheimnisvollen Erbe der Werwölfe. Die auftretenden historischen Figuren sind abwechslungsreiche und oft nicht ganz einfache Charaktere, die mein Interesse geweckt haben und gelungen in die historisch-phantastische Handlung eingearbeitet wurden. Es geht mystisch und düster zu, außerdem liebe ich die poetischen Szenen! (Rezension)
  14.  

  15. Natalie Matt & Silas Matthes – Kings & Fools 1: Verdammtes Königreich
    Hier hat mich die Zielgruppe abgeschreckt, die Reihe richtet sich ja an die Fans von „Game of Thrones“ – und das ist einfach nicht so meins. Der Inhalt klang allerdings spannend und nach einer besuchten Lesung war ich mir dann sicher, dass ich es trotz meiner Bedenken einfach mal mit dieser Reihe versuchen muss. Den ersten Band habe ich begeistert gelesen, eine faszinierende und sehr fesselnde Geschichte mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Lange nicht so düster, wie ich befürchtet hatte, sondern eine spannende Mischung aus High Fantasy und Mystery.
  16.  

  17. Bernhard Hennen – Nebenan
    Nach einigen schiefgegangenen Versuchen hatte ich das mit mir und der lustigen Fantasy eigentlich aufgegeben, mein Humor reichte wohl nur für einzelne Figuren – bestenfalls. Hier habe ich dann aber eine Ausnahme gemacht, weil ich einfach zu neugierig darauf war, was mein Lieblingsautor daraus macht. Überraschenderweise (zumindest für mich) hat der Humor voll meinen Geschmack getroffen. Mir hat gefallen, dass dieser nicht so abgehoben oder übertrieben war, sondern fein und leicht schräg. Und mit viel Situationskomik! Außerdem hätte ich ohne diese Geschichte ja nie meinen liebsten Öko-Terroristen kennengelernt … (Rezension)
  18.  

  19. Monika Jaedig – Silbernes Band
    Wieder Vampire. Diesmal konnte ich Island nicht widerstehen – und der stimmungsvollen Leseprobe. Der Roman hat auf mich sehr emotional und vielschichtig gewirkt, denn es geht um verschiedenen Beziehungen, die Welt der Unsterblichen und den Hintergrund der einzelnen Figuren. Außerdem gibt es eingeflochtene Erzählungen im isländischen Sagastil, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sind. (Rezension)

Erik Kellen – Das Blut der Ro’Ar (Nimmerherz-Legende 3)

Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im März 2016
Autorenseite

Rezension

Tahni hat sich zur Königin von Skargerrak ausrufen lassen, um sich Kartak Starksegels Wahnsinn entgegenzustellen und zu verhindern, dass die Clans übereinander herfallen. In Quell muss Ribanna schwere Entscheidungen treffen, um ihr Volk vor dem Untergang zu bewahren. Und Asha verschlägt es in das alte Königreich Idaan, von wo aus er endlich einen Weg nach Hause finden will. Doch seine Pläne werden immer wieder durch den Nimmerherz-Fluch verändert …

Schon nach wenigen Sätzen war ich wieder mitten in der Geschichte, umgeben von großartigen Bildern, abwechslungsreichen Emotionen und „meinen“ Figuren. Diese Reihe hat eine ganz besondere Atmosphäre und Anziehungskraft, sie fasziniert mich sehr intensiv. Ich genieße jede Seite, ganz egal ob ich gerade völlig gebannt bin, mir das Herz aufgeht, ich jemanden auf schlimmstmögliche Art umbringen möchte, weinen oder lachen muss. Manchmal habe ich Angst davor, wie die Reihe wohl enden wird, aber gleichzeitig springe ich mit Anlauf in den Abgrund …

Der Schreibstil ist wunderbar poetisch und klingt nicht nur schön, sondern transportiert die Gefühle und Bilder auch sehr direkt. Und zwischen den Zeilen verbergen sich so viele Feinheiten, es gibt also viel zu entdecken. Den Humor schätze ich auch sehr, er ist leicht schräg und trifft irgendwie genau meinen Geschmack. Asha bringt mich also öfter mal zum Kichern, was bei mir beim Lesen normalerweise nicht so oft vorkommt – und daher auch schon für die eine oder andere lustige Reaktion gesorgt hat.

So sehr, wie ich mich im Eisschild-Clan zu Hause fühle, so sehr liebe ich auch die Ro’Ar. Natürlich kann ich gar nicht anders, als sie zu mögen (das hat bereits der erste Band gezeigt), aber die Intensität, die das inzwischen angenommen hat, überrascht mich doch ein wenig. Jeder kleinste Moment mit ihnen lässt mich selig grinsen, und es gab in diesem Buch wirklich großartige Szenen! Ich sauge sie auf wie ein Schwamm – und vielleicht bekomme ich langsam auch ein Herz aus Eis (die Gletscherträume sprechen dafür), nur wird das von meiner Begeisterung dann wieder erwärmt. Wie praktisch. Also kann ich nachts weiter Ascheherz suchen, der hat es mir nämlich besonders angetan …

In Idaan erwarteten mich nicht nur eine neue Kultur und neue Intrigen, sondern auch eine Figur, die mich angenehm überrascht hat. Anfangs habe ich nicht besonders viel von ihr gehalten, aber durch ihren Hintergrund und ihren Mut hat sich das gewandelt. Eine tragische Figur, die mich berührt und auch beeindruckt hat. Bei bereits bekannten Figuren zeigen sich neue Facetten ihrer Persönlichkeit, die mich nicht weniger begeistert haben. Und Lyria, die ich doch anfangs so gar nicht mochte, hat sich nun fest in mein Herz gekrallt. Ich freue mich darüber, sie immer besser kennenzulernen, denn sie hat mich durch ihre Stärke und Geschichte beeindruckt.

Sehr spannend finde ich ja auch die Verbindung zwischen Asha und Klee, wie sie den jeweils anderen sehen. Und dann ist da die Frage, ob zwei so unterschiedliche Charaktere länger befreundet sein können. Mir gefällt, dass da nicht alles rund läuft, sondern die Unterschiede immer mal wieder thematisiert werden und es zu neuen Einblicken kommt.

„Nimmerherz. Das Blut der Ro’Ar“ war für mich eine tiefgründige, überraschende und sehr emotionale Lektüre, die mich völlig gefesselt hat. Mit viel Dramatik, auch was getroffene Entscheidungen und ihre Verarbeitung betrifft. Es geht um Mut, Opfer, Durchhaltevermögen – aber auch um Magie, Geheimnisse und Rache. Und natürlich um Krieg! Sehr komplex und beeindruckend.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich vor dem abschließenden Band, der im Sommer/Herbst 2016 erscheinen soll, ein wenig fürchte. Oder auch etwas mehr. Viel zu viele Figuren und Wesen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und die mich jeden Tag begleiten. Und was passiert, wenn der Schild aus Eis doch brechen sollte? Aber ich bin auch sehr gespannt, was uns da noch erwartet …

Reihenfolge:

  1. Roter Schnee wird fallen
  2. Der lange Weg des Windes
  3. Das Blut der Ro’Ar
  4. ?

Erik Kellen – Nimmerherz. Der lange Weg des Windes (Nimmerherz-Legende 2)

Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im August 2015
Autorenseite
Verlag: Wortkrieger

Rezension

Im zweiten Teil der Nimmerherz-Legende entdeckt Ribanna Tavurin, wie weit die Verschwörung reicht, die sie die Hälfte ihres Königreichs gekostet hat. Dabei muss sie nicht nur um ihre Krone kämpfen, sondern auch ihr Volk befreien. Asha Eisschild ist zu einem Nimmerherz geworden und kämpft im Königreich Xinxal jenseits der schwimmenden Berge darum, einen Weg zurück nach Hause zu finden. Zurück zu Ribanna. So wie er es geschworen hat …

Nach einer Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse beginnt das Buch mit einem Kapitel aus der Sicht von Tahni, Ashas kleiner Schwester, die nun die Herrin des Hauses Eisschild ist und sich mit dieser Rolle überfordert fühlt. Ihre Figur erhält in diesem Band wesentlich mehr Raum, dabei ist sie mir sehr ans Herz gewachsen und hat von Anfang an für einige Gänsehaut-Momente gesorgt.

Kaum hatte ich mit dem Roman begonnen, da war ich auch schon tief in der Geschichte versunken, ganz nah bei „meinen“ Figuren und begleitet von Bildern, die einen Oscar verdienen. Der Eisschild-Clan fasziniert mich ja besonders, das geht sogar so weit, dass ich mich dort regelrecht zu Hause fühle und über jedes kleine Detail glücklich bin. Ziemlich erwischt hat mich aber auch der Eichenfaust-Clan, über den ich gern noch mehr erfahren würde. Meine Neugier und ich hoffen da auf den abschließenden Band. :)

Neben Figuren, die ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen hatte, kamen auch noch einige neue dazu, die mich erwischt haben. Manche von ihnen erhalten in der Geschichte nicht viel Platz, haben für mich aber eine besondere Ausstrahlung und sprechen mich einfach an. Und dann gibt es da noch eine Figur, die ich zu Beginn des ersten Buchs gar nicht mochte, dann zu einem interessanten Charakter wurde und inzwischen tatsächlich den Weg in mein Herz gefunden hat. Zumindest ein wenig. Das ist eine Wandlung, die ich bisher noch nicht oft erlebt habe und mich daher auch beeindruckt.

Begeistert haben mich auch die Vorbereitungen von Ribannas Mutter Sidora, die nun Stück für Stück ans Tageslicht kommen. Ihr Wissen und ihre Weitsicht, aber auch wie sich Ribanna dadurch ändert – und auch ihr Verhältnis zu ihrer Mutter. Es wirkt auf mich intensiver und gereifter. Und so, als ob Sidora ihre Tochter viel besser kannte, als diese es jemals gedacht hätte.

Wir lernen eine weitere magische Tierart kennen, die Nex´Usal. Sehr ungewöhnliche Tiere, die mich schnell beeindrucken konnten und sogar meinen geliebten Ro´Ar Konkurrenz gemacht haben – und damit hätte ich ja niemals gerechnet! Beide hatten auch sehr starke Auftritte, die mich völlig mitgerissen haben.

Die Geschichte steckt voller Überraschungen! Es gibt so viele unvorhergesehene Ereignisse und Entwicklungen, die mich zum Staunen gebracht haben. Manchmal musste ich tatsächlich erstmal inne halten, um mich neu zu sortieren. Man kann wunderbar spekulieren, nicht zuletzt auch über die Prophezeiung. Und das Ende ist der Knaller, weil da noch einiges eine andere Wendung erhält!

Mir geht es da ein wenig wie Tahni, ich bin bereit für das Ende und will Rache. Auch wenn ich gleichzeitig verflucht Angst vor dem abschließenden Band habe, denn es wird sicher höchst dramatisch und tragisch. Und ich habe viel zu viele Figuren in mein Herz geschlossen – von meiner absoluten Lieblingsfigur rede ich gar nicht erst …

Der zweite Band der Nimmerherz-Legende war für mich eine intensive und bildgewaltige Lektüre, die mich völlig fasziniert hat. Die Geschichte wirkt auf mich gleichzeitig episch und emotional, außerdem liebe ich den schrägen Humor, der hin und wieder durchblitzt und mich zum Grinsen bringt. Die poetische Sprache habe ich sehr genossen, manche Stellen musste ich darum auch mehrfach lesen. Eine sehr beeindruckende Mischung! Und dann ist da natürlich noch DAS Lied, das mich einfach nicht loslässt …

Reihenfolge:

  1. Roter Schnee wird fallen
  2. Der lange Weg des Windes
  3. ?

Erik Kellen – Die blaue Königin

Erscheinungsjahr: 2015 bzw. 2014 als „Die letzte Muse“ unter dem Pseudonym Rebecca Vali
Gelesen im Juli 2014
Autorenseite

Rezension

Dawn Evander, die beste Agentin von Duke & Salomon Publishing, wird mit dem Spezialauftrag nach Irland geschickt, den erfolgreichen Schriftsteller Ulysses C. Darkwater dazu zu bringen, sein seit 5 Monaten überfälliges Manuskript zu vollenden. Auf Achill Island erwartet sie jedoch nicht wie erwartet ein alter Kauz, sondern ein sonderbarer, gut aussehender junger Mann, der von ihrem Eindringen in seine Privatsphäre überhaupt nicht begeistert ist. Nachdem Dawn seine bisher erschienenen Bücher gelesen hat, ist sie völlig fasziniert und gerät in den Bann des Autors und seiner Figuren. Sie beschließt, in die Rolle ihrer Lieblingsfigur zu schlüpfen und verwandelt sich in die blaue Königin, damit er diese nicht sterben lässt.

Die Geschichte ist bereits 2014 unter dem Pseudonym Rebecca Vali als „Die letzte Muse“ erschienen, in dieser Ausgabe habe ich das Buch auch gelesen. Inhaltlich hat sich aber nichts geändert.

Das Buch wird als sinnlicher Liebesroman verkauft, allerdings ist es so vielschichtig, dass die Erotik für mich gar nicht so präsent war. Es gab ein paar Szenen, bei denen ich – als bekennendes Weichei – kurz zurückgezuckt bin, aber ich habe das nicht als den Mittelpunkt empfunden. Die sinnliche Seite ist ein wichtiger Teil des Romans, der sich aber mit vielen anderen Dingen verbindet – und erst das Gesamtpaket berührt mich auf eine sehr intensive Weise.

Das Buch verbreitet eine dichte Atmosphäre, mit der ich mich gleich wohlgefühlt habe. Vielleicht auch, weil mich die Geschichte sofort „am Haken“ hatte und mir der Schreibstil so gut gefiel. Die teilweise poetische Sprache hat mich einfach verzaubert und intensive Bilder transportiert.
Die kleinen Details rund um die Buch- und Autorenwelt haben mich natürlich auch angesprochen, immerhin ist das etwas, was einfach mit zu meinem Leben gehört. Und es gab auch ein paar Anspielungen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.

Die Geschichte hat eine phantastische Ebene, die sich für mich vor allem bei der Verbindung zwischen Dawn und ihrer Lieblingsfigur zeigt. Ich mag diese Seite des Romans sehr, sicherlich auch, weil mir meine Lieblingsfiguren oft sehr nah sind und ich mir daher diese spezielle Verbindung gut vorstellen kann.
Es gibt aber auch eine sinnliche Szene, die mich sehr beeindruckt hat – auch weil sie einiges bewirkt, für Einsichten und Veränderung sorgt. Ich muss oft daran denken und frage mich manchmal auch, wie es mir in so einer Situation ergangen wäre, in welche Richtung meine Gedanken gegangen wären.

Ich mag die Tiefe der Geschichte, denn es geht auch darum, wie man mit den Wunden, die einem das Leben beibringt, umgeht. Wie flüchten wir? Und wie können wir Heilung finden? Die Entwicklung von Dawn hat mich da besonders begeistert, vielleicht weil sie als eher kühle Figur eingeführt wird und wir nach und nach die wahre Dawn kennenlernen, die sich öffnet und verändert.

Die Schnipsel aus den Büchern liebe ich einfach! Natürlich sprechen sie mich inhaltlich an, aber vor allem fasziniert mich der Stil. Fesselnd, stimmungsvoll und einfach in einer Sprache geschrieben, die etwas in mir zum Klingen bringt und mich sehr berührt. Ich habe mich sogar schon bei dem Gedanken erwischt, dass es wirklich schade ist, dass es diese Bücher nicht wirklich gibt. ;)

„Die blaue Königin“ war für mich eine intensive und unglaublich facettenreiche Lektüre, bei der ich mir bis zur letzten Seite nicht sicher war, wie die Geschichte enden würde. Sehr emotional und mitreißend, oft überraschend, phantasievoll und tiefgründig. Und ein Beweis dafür, dass Schubladen manchmal ein völlig falsches Bild vermitteln, auch wenn sie wohl unumgänglich sind. Also schön neugierig bleiben! :)

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Erik Kellen – Nimmerherz. Roter Schnee wird fallen (Nimmerherz-Legende 1)

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im November 2014
Autorenseite
Buchseite bei Qindie

Rezension

Die Legende vom Nimmerherz beginnt mit der Begegnung zwischen Ribanna Tavurin, einer Prinzessin des südlichen Königreichs Quell, und des Nordmanns Asha, Thronerbe des Hauses Grimmhorn. In scheinbar friedlichen Zeiten prallen zwei Welten aufeinander – und zwei Herzen finden sich. Doch ein Orakel prophezeit düstere Zeiten … Intrigen bringen viel Leid in die Welt und wirbeln Schicksale durcheinander. Aber niemand hat mit einer Liebe gerechnet, die alles verändert!

Bereits nach dem ersten Kapitel fühlte ich mich mitten in der Geschichte, denn die dichte Atmosphäre zog mich förmlich ins Buch und mir waren auch die Figuren sehr nah. Ich habe mich mit dem Roman gleich wohl gefühlt, was sicherlich auch an der mystischen Seite dieser Geschichte lag, die mir sehr entgegenkam und mich einfach neugierig gemacht hat.

Meine Lieblingsfigur hat mich bereits auf der ersten Seite angesprungen, auch wenn ich da natürlich noch nicht ahnen konnte, wie erschreckend intensiv mich Asha erwischen würde. Das wurde mit jedem Kapitel schlimmer. ;) Er ist ein Kämpfer mit viel Mut und einer beeindruckenden inneren Stärke, aber er hat auch ein großes Herz. Dazu kommen dann noch spannende verborgene Fähigkeiten und … ziemlich viel Tragik.

Es gibt aber noch andere Figuren, die ich in mein Herz geschlossen habe. Beispielsweise Ribanna, die mich voll überzeugen konnte, obwohl ich mit Prinzessinnen normalerweise nur wenig anfangen kann. Ri ist etwas Besonderes, auch weil sie ein ziemlicher Wildfang ist und in ihr etwas Mystisches steckt. Eine facettenreiche Persönlichkeit, an der mir auch die Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit gefallen hat.

Sehr genossen habe ich auch die wunderbar poetische Sprache, die für mich einen besonderen „Klang“ hat. In dieser Geschichte wirkt das noch ausgeprägter als in den anderen Romanen, was perfekt zu so einer Legende passt. Es ist fast so, als ob ich eine Saga lesen würde …

Die unterschiedlichen Landschaften werden so detailliert und lebendig beschrieben, dass ich dazu intensives Kopfkino hatte. Beeindruckende Bilder, die sich mit Ereignissen, Figuren und Emotionen verbinden. Ganz besonders hat mich ja der Eisschild-Clan erwischt, und das nicht nur wegen der großartigen Landschaft. :)

Die Geschichte entwickelt sich ganz anders als erwartet und steckt voller Überraschungen! Es gibt Szenen, die mich einfach umgehauen haben. Bei denen ich kaum glauben konnte, was da passiert ist und fassungslos vor meinem Reader saß. Dinge, die ich erst einmal verarbeiten musste, bevor ich weiterlesen konnte.

„Nimmerherz. Roter Schnee wird fallen“ hat mich emotional völlig mitgerissen und unter sich begraben, daher musste ich dann auch öfter mal zum Taschentuch greifen. Ich war ganz weit weg und tief versunken in einer Geschichte, die mich völlig fasziniert hat. Eine sehr intensive Lektüre mit lang anhaltenden Eindrücken und Figuren, die ganz nah bei mir sind. Der Beginn einer Legende, die mich tief berührt hat. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie der zweite Band die Geschichte abschließt!

Nimmerherz. Roter Schnee wird fallen

Erik Kellen – Das Lied von Schnee & Liebe (The Empires of Stones 2)

Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im Juni 2014
Autorenseite
The Empires of Stones
Qindie

Rezension

In New York begegnet Anevay dem Gangsterboss Leonardo Szuda, der die Kämpferin in ihr erkennt und noch Großes mit ihr vorhat. Bei der Suche nach ihrem Vater gelangt ein Kompass des Nordischen Feuerbundes in ihre Hände, der eines Nachts zum Leben erwacht.
In Hammaburg arbeitet Robert weiter an der Kriegsmaschine des Kronprinzen, gleichzeitig erschafft er eine neue Identität, ein zweites Ich – den Night Captain! Dieser begibt sich auf Spurensuche, als immer deutlicher wird, dass etwas Dunkles im Feuerbund seine Kreise zieht …

Der zweite Teil der TEOS-Saga beginnt mit dem König von Brooklyn, Leonardo Szuda. Im ersten Moment war ich davon überrascht, auf keine der beiden Hauptfiguren zu stoßen, gleichzeitig hatte diese neue Figur aber auch etwas, was mich neugierig gemacht hat – und Ausstrahlung! An dem Gangsterboss hat mir auch gefallen, dass er nicht einfach „böse“ dargestellt wurde, sondern wunderbar undurchsichtig. Am Ende des Kapitels trifft er auf Anevay und ihre Begegnung hat mir das erste intensive Kopfkino dieses Romans beschert. Aber noch lange nicht das letzte …

Schnell war ich tief in der Geschichte versunken und völlig fasziniert von der bunten Mischung, die da vor uns ausgebreitet wird. Magie, Tragik, Intrigen, der Kampf ums Überleben, die verschiedenen Kulturen, Leid, Zusammenhalt, Geheimnisse, Gewalt – das alles wurde miteinander verwoben und zu einer abwechslungsreichen Geschichte verknüpft. Dazu gibt es noch viele wunderbare Details und Ereignisse, bei denen ich aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen bin und völlig gebannt vor meinem Reader saß.

Die eingearbeitete nordische Mythologie hat mich oft dazu gebracht, glücklich vor mich hin zu grinsen, weil es einfach großartig ist, wenn eine Geschichte von einem Thema, das einen begeistert, so durchdrungen ist. Ich liebe die Beschreibungen von Hammaburg und die für mich sehr besondere, magische Verbindung zwischen Anevay und Robert. Ein wärmendes Licht inmitten einer Welt voller Misstrauen und Einsamkeit, weit entfernt – dafür aber sehr intensiv. Die beiden mag ich einzeln schon sehr, aber zusammen ist das einfach … magisch. Das toppt sogar noch meine Begeisterung für den Night Captain, und die ist nun wirklich nicht zu unterschätzen.

Natürlich haben sich auch die Clangeister in mein Herz geschlichen, alle drei. Denn auch wenn Poe die Nasenspitze vorn hat, reizen mich die anderen nicht weniger, jeder auf seine ganz eigene Weise. Auch die ein oder andere Nebenfigur hat mich erwischt und ist nah bei mir – so wie ich es mag. ;) Genau wie im ersten Band hat es mir hier auch wieder Famke besonders angetan, ich bin ja so gespannt, ob wir irgendwann mehr über sie erfahren werden. Meine Daumen sind gedrückt!

„Das Lied von Schnee & Liebe“ war für mich eine mitreißende, überraschende und magische Geschichte mit facettenreichen Figuren und einer dichten Atmosphäre. Ein komplexer und für mich sehr emotionaler Roman, der kleine Schock-Momente aber auch wunderbar poetische Beschreibungen bereit hält. Und ein Ende, das extrem neugierig auf den nächsten Band macht! Allerdings muss ich auch warnen: Es könnte nämlich passieren, dass man nicht nur alles um sich herum vergisst, sondern plötzlich auch anfängt, mit nordischen Götternamen zu fluchen. Uuups. Aber immerhin lerne ich wenigstens ein klein wenig das Fluchen, auch wenn ich ja immer noch rot werde, wenn mir mein Lieblingsfluch laut herausrutscht …

Reihenfolge

  1. Das Lied von Anevay & Robert
  2. Das Lied von Schnee & Liebe

Erik Kellen – SeelenZauber

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im Mai 2014
Infos zum Buch

Nilahs und Lirans Weg führt zurück nach Irland, wo sie ein Kampf um das Schicksal der Welt erwartet. Doch bevor Nilah sich A´kir Sunabru und dem geheimnisvollen Orden stellen kann, muss sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihrer Seele auseinandersetzen. Wird sie dafür stark genug sein? Und muss Liran alles opfern, um ihr dabei zu helfen?

Die Fortsetzung von „GezeitenZauber“ beginnt ungewöhnlich, denn Nilah findet sich an einem ihr fremden und doch nicht fremden Ort wieder. Sie ist in sich selbst, in ihrer eigenen Seele – nicht zum ersten Mal. Als Leser wird man mit einer ungewohnten Situation konfrontiert, auf die man sich einlassen können muss.

Ich habe mich gefragt, wo ich gelandet bin und was für Verbindungen es gibt. Ich habe versucht, mich zu orientieren – gleichzeitig war ich aber fasziniert von dieser anderen Welt und bin tief in ihr abgetaucht. Manchmal fühlte sich das durchaus zwiespältig an, beispielsweise wenn ich meinen Gezeitenkrieger vermisst habe, aber mich auch neue Lieblingsfiguren erwischten. ;)

Ich habe die poetisch angehauchte Sprache genossen, die so wunderbar Stimmungen, Bilder und Emotionen vermittelt. Da war eine große Nähe, die auch dafür gesorgt hat, dass mich vieles berührt und manches nachdenklich gestimmt hat. Gefühle werden so intensiv beschrieben, dass ich oft einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen spürte (und manchmal auch heftig geweint habe). Eine sehr feinfühlige Geschichte, die tiefgründige Gedanken zu verschiedenen Themen bietet und dadurch auch Nilahs Lebenseinstellung begründet.

Nilah ist eine mutige und starke Figur, die mich sehr beeindruckt hat. Und doch hat mich meine Lieblingsfigur aus dem ersten Band immer mehr in seinen Bann gezogen: Liran. So tragisch, hoffnungslos und entwurzelt – und doch gibt er nicht auf, stellt seine Aufgabe über das eigene Leben. Er hat sich so sehr in mein Herz geschlichen, dass etwas passiert ist, mit dem ich nie gerechnet hätte: Meine ultimative Lieblingsfigur hat tatsächlich ernsthafte Konkurrenz bekommen. Oha!

„SeelenZauber“ war für mich eine unglaublich tiefe und emotionale Lektüre, die mich mit einem Wow-Gefühl zurückgelassen hat. Eine ungewöhnliche, beeindruckende, oft überraschende Geschichte mit intensiven Bildern und facettenreichen Figuren. Trotz der Gewalt ein sehr sensibles und einfühlsames Buch, das mich tief berührt hat.

Seelenzauber

Erik Kellen – Das Lied von Anevay & Robert (The Empires of Stones 1)

Erscheinungsjahr: 2013
Gelesen im August 2013
Autorenseite
The Empires of Stones
Qindie

Rezension

In New York wird die sechzehnjährige Indianerin Anevay in das Gefängnis „Fallen Angels“ gebracht, weil man glaubt, dass sie eine „Wild One“ sein könnte – eine Zauberin der Stämme. Kann Anevay dem Martyrium, das sie dort erwartet, entkommen?
In London bricht Lord Robert Humberstone zu einer Reise nach Hammaburg auf, wo er im Auftrag der Königin und des Nordischen Feuerbundes eine Kriegsmaschine bauen soll. Aber will er seine Begabung wirklich dafür einsetzen und so weiteres Blutvergießen fördern? Kann er den politischen Machtspielen entkommen?

Diese Steamfantasy-Geschichte wird überwiegend aus der Sicht von Anevay und Robert erzählt. Es gibt noch weitere Handlungsstränge, die jedoch nur eingeführt wurden und für mich einen Ausblick auf den nächsten Band darstellen. Die verschiedenen Erzählperspektiven haben ganz unterschiedliche Stimmungen, am ungewöhnlichsten waren für mich die Kapitel aus der Sicht von Anevay, auch weil ich anfangs nicht einordnen konnte, in welche Richtung sich das entwickelt.

Der Hintergrund der Reihe „The Empires of Stones“ (Die Imperien der Steine) hat mich fasziniert, weil die Welt unserer gleicht und doch ganz anders ist. Germanien und Britannien sind nicht nur Verbündete, ihre Reiche sind auch durch eine riesige Brücke verbunden. Außerdem bilden sie zusammen mit Schweden, Norwegen, Island, Dänemark und den Niederlanden den Nordischen Feuerbund, wo der alte Glaube an die nordischen Götter herrscht. Über die vielen eingeflochtenen Details und Andeutungen dazu habe ich mich wahnsinnig gefreut! Nicht nur, weil es ein Lieblingsthema von mir ist, sondern auch, weil es so wunderbar umgesetzt wurde. Und ich hoffe sehr, mehr von den Odinstöchtern lesen zu dürfen, weil ich sonst wahrscheinlich vor Neugier eingehe. ;)

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, weil es so spannend losgeht, dass man direkt in die Handlung „geworfen“ wird, und weil die Figuren gleich so präsent sind. Zu allen habe ich eine Verbindung gespürt, mal mehr und mal weniger intensiv. Die beiden Hauptcharaktere wirken sehr unterschiedlich auf mich, was sicherlich auch an dem Tempo und den Emotionen der jeweiligen Kapitel liegt. Bei Anevay gibt es sehr viel Leid und Verzweiflung, eine Szene musste ich auch erstmal verdauen. Robert hat mich nicht nur gleich „erwischt“, ich habe mich bei seinen Kapiteln auch einfach wohl gefühlt und es sehr genossen, durch die vielen Facetten, Geheimnisse und Erfindungen tief in diese Welt abzutauchen.

Die Beschreibungen von Hammaburg waren für mich ein weiteres Highlight, weil sie eine so dichte Atmosphäre besaßen und mir nicht nur Bilder, sondern auch Gerüche und Stimmungen sehr direkt vermittelten. Zum Teil liegt das sicher daran, dass ich dafür als bekennender Hamburg-Fan einfach empfänglicher bin. Man spürt jedoch auch sehr deutlich die Liebe des Autors zu dieser Stadt.

An einer Stelle hätte ich mir etwas mehr Innenschau gewünscht, weil ich es nicht ganz nachvollziehen kann, dass diese Entwicklung einfach hingenommen wird – ohne Gedanken dazu, ohne zu hinterfragen oder diese zu verarbeiten. Möglicherweise wird mir ja im nächsten Band klar, warum das so war. Und vielleicht werden dort dann auch ein paar der vielen offenen Fragen beantwortet – sicherlich kommen aber auch neue hinzu. Ich störe mich nicht daran, weil ich Geschichten mag, die mich auch abseits der Lesezeit beschäftigen und mich zum Spekulieren bringen. Für jeden Leser ist das aber sicherlich nichts.

„Das Lied von Anevay & Robert“ ist nicht nur ein wunderbar gestaltetes Buch, es bietet auch einfach einen schönen Schreibstil, an dem mir der Umgang mit der Sprache gefällt. Es werden intensive Bilder und Eindrücke vermittelt, die auch dazu beigetragen haben, dass dieser Roman bei mir noch nachwirkt und mich beschäftigt. Eine facettenreiche, magische, bewegende und tiefe Geschichte, die mich nicht nur beeindruckt sondern auch neugierig zurücklässt …

Erik Kellen – GezeitenZauber

Erscheinungsjahr: 2013 (bzw. als „Dragonsoul“ bereits 2011)
Gelesen im Februar 2013
Autorenseite

Rezension

Die 17-jährige Nilah ahnt nicht, dass sie etwas Besonderes ist. In ihrem Blut verbirgt sich eine Macht, die das größte Geheimnis aller Zeiten ist. Als sie zusammen mit ihrem Vater nach Irland reist, um der Beerdigung ihrer Großmutter beizuwohnen, geschehen Dinge, die Nilah an ihrem Verstand zweifeln lassen. Sie gerät in einen Kampf, der 2.000 Jahre geruht hat und nun wieder aufgeflammt ist. Zwischen den „Einzigen“, dessen Ziel die Vernichtung ihrer Seele ist, und Liran, einem sagenumwobenen keltischen Krieger, der sie um jeden Preis beschützen will.

Die Sprache, in der diese Geschichte erzählt wird, hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie ist nicht nur wunderschön und teilweise poetisch, sondern „klingt“ auch und berührt etwas in mir. Sie wirkt sehr direkt auf mich, ist voller großartiger Bilder und bewegender Gedanken. Es wird eine Atmosphäre erzeugt, die mich einfach nicht mehr losgelassen hat.

Die Geschichte spielt in Hamburg und Irland, beide Orte werden sehr liebevoll und stimmungsvoll beschrieben. Ich konnte die Weite und den Zauber Irlands spüren, die alte Macht des Landes. Das Gefühl, dass dort Mythen überdauern und lebendiger sind als anderswo. Hamburg hat noch etwas intensiver auf mich gewirkt – sicherlich auch, weil ich die Stadt sehr mag und einige der erwähnten Dinge kenne. Es war ein anderes Hamburg, gefährlicher und düsterer, aber nicht weniger faszinierend. Und es gab eine wundervolle Stelle, an der beschrieben wurde, warum diese Stadt für jemanden, der sich zum Wasser hingezogen fühlt, wie ein kleiner Traum ist. Für jemanden wie mich.

Zu Nilah hatte ich schnell einen guten Zugang, sie war mir einfach sympathisch und wirkte „echt“ auf mich. Mal nachdenklich, mal wütend, mal sensibel. Und aus verschiedenen Gründen auch sehr reif – mir gefällt, dass man nach und nach erfährt, warum sie sich so entwickelt hat. Besonders gut hat mir auch die Beziehung zu ihrem Vater gefallen, diese besondere Nähe wurde sehr liebevoll beschrieben. Nilah ist Veganerin und ich fand den Umgang mit diesem Thema sehr angenehm. Kein erhobener Zeigefinger, keine Belehrungen. Stattdessen erfährt der Leser, warum sie sich dafür entschieden hat, und denkt so vielleicht eher darüber nach.

Liran hat mich irgendwie sofort „erwischt“, das ging wohl auch gar nicht anders. Mystischer Hintergrund, tragische Andeutungen, Schwertfuchtler. Hm. Dazu noch eine tolle Ausstrahlung und viele Facetten. In ihm steckt so viel mehr als ein wieder erwachter Krieger, der sich nach zwei Jahrtausenden in einer völlig neuen Welt zurecht finden muss. Er macht so einiges durch – und ich auch, weil ich wieder ganz nah bei meiner Lieblingsfigur bin, mitleide und einfach sehr emotional lese. Viele der Nebenfiguren haben auf mich auch sehr präsent und außergewöhnlich gewirkt. Individuelle Charaktere, die einen starken Eindruck hinterlassen und dazu beitragen, dass sich diese Geschichte so abwechslungsreich und lebendig anfühlt.

Die Spannung in „GezeitenZauber“ steigt stetig an und im letzten Drittel war ich fast soweit, vor Aufregung an den Nägeln zu kauen. Es gibt einige unheimliche Wesen, überraschende Ereignisse sowie viele Gelegenheiten zum Mitfiebern und Mitleiden. Diese mitreißende Geschichte bietet viele Kämpfe, aber sie ist auch mystisch und lässt sich Zeit für sensible Momente. Voller Magie und Tiefe, wunderbar illustriert, außerdem hinterlässt sie bei mir eine Vielzahl von Bildern und Emotionen. Eine bewegende Lektüre, die mich beschäftigt hat und deren Fortsetzung ich kaum erwarten kann. Und eine der Geschichten, die man mit jeder gelesenen Seite mehr liebt und einfach genießt.

Reihenfolge:

  1. GezeitenZauber
  2. SeelenZauber
SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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