Erscheinungsjahr: 2015
Gelesen im August 2015
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Verlag: Wortkrieger

Rezension

Im zweiten Teil der Nimmerherz-Legende entdeckt Ribanna Tavurin, wie weit die Verschwörung reicht, die sie die Hälfte ihres Königreichs gekostet hat. Dabei muss sie nicht nur um ihre Krone kämpfen, sondern auch ihr Volk befreien. Asha Eisschild ist zu einem Nimmerherz geworden und kämpft im Königreich Xinxal jenseits der schwimmenden Berge darum, einen Weg zurück nach Hause zu finden. Zurück zu Ribanna. So wie er es geschworen hat …

Nach einer Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse beginnt das Buch mit einem Kapitel aus der Sicht von Tahni, Ashas kleiner Schwester, die nun die Herrin des Hauses Eisschild ist und sich mit dieser Rolle überfordert fühlt. Ihre Figur erhält in diesem Band wesentlich mehr Raum, dabei ist sie mir sehr ans Herz gewachsen und hat von Anfang an für einige Gänsehaut-Momente gesorgt.

Kaum hatte ich mit dem Roman begonnen, da war ich auch schon tief in der Geschichte versunken, ganz nah bei „meinen“ Figuren und begleitet von Bildern, die einen Oscar verdienen. Der Eisschild-Clan fasziniert mich ja besonders, das geht sogar so weit, dass ich mich dort regelrecht zu Hause fühle und über jedes kleine Detail glücklich bin. Ziemlich erwischt hat mich aber auch der Eichenfaust-Clan, über den ich gern noch mehr erfahren würde. Meine Neugier und ich hoffen da auf den abschließenden Band. :)

Neben Figuren, die ich bereits im ersten Band ins Herz geschlossen hatte, kamen auch noch einige neue dazu, die mich erwischt haben. Manche von ihnen erhalten in der Geschichte nicht viel Platz, haben für mich aber eine besondere Ausstrahlung und sprechen mich einfach an. Und dann gibt es da noch eine Figur, die ich zu Beginn des ersten Buchs gar nicht mochte, dann zu einem interessanten Charakter wurde und inzwischen tatsächlich den Weg in mein Herz gefunden hat. Zumindest ein wenig. Das ist eine Wandlung, die ich bisher noch nicht oft erlebt habe und mich daher auch beeindruckt.

Begeistert haben mich auch die Vorbereitungen von Ribannas Mutter Sidora, die nun Stück für Stück ans Tageslicht kommen. Ihr Wissen und ihre Weitsicht, aber auch wie sich Ribanna dadurch ändert – und auch ihr Verhältnis zu ihrer Mutter. Es wirkt auf mich intensiver und gereifter. Und so, als ob Sidora ihre Tochter viel besser kannte, als diese es jemals gedacht hätte.

Wir lernen eine weitere magische Tierart kennen, die Nex´Usal. Sehr ungewöhnliche Tiere, die mich schnell beeindrucken konnten und sogar meinen geliebten Ro´Ar Konkurrenz gemacht haben – und damit hätte ich ja niemals gerechnet! Beide hatten auch sehr starke Auftritte, die mich völlig mitgerissen haben.

Die Geschichte steckt voller Überraschungen! Es gibt so viele unvorhergesehene Ereignisse und Entwicklungen, die mich zum Staunen gebracht haben. Manchmal musste ich tatsächlich erstmal inne halten, um mich neu zu sortieren. Man kann wunderbar spekulieren, nicht zuletzt auch über die Prophezeiung. Und das Ende ist der Knaller, weil da noch einiges eine andere Wendung erhält!

Mir geht es da ein wenig wie Tahni, ich bin bereit für das Ende und will Rache. Auch wenn ich gleichzeitig verflucht Angst vor dem abschließenden Band habe, denn es wird sicher höchst dramatisch und tragisch. Und ich habe viel zu viele Figuren in mein Herz geschlossen – von meiner absoluten Lieblingsfigur rede ich gar nicht erst …

Der zweite Band der Nimmerherz-Legende war für mich eine intensive und bildgewaltige Lektüre, die mich völlig fasziniert hat. Die Geschichte wirkt auf mich gleichzeitig episch und emotional, außerdem liebe ich den schrägen Humor, der hin und wieder durchblitzt und mich zum Grinsen bringt. Die poetische Sprache habe ich sehr genossen, manche Stellen musste ich darum auch mehrfach lesen. Eine sehr beeindruckende Mischung! Und dann ist da natürlich noch DAS Lied, das mich einfach nicht loslässt …

Reihenfolge:

  1. Roter Schnee wird fallen
  2. Der lange Weg des Windes
  3. ?
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