Erscheinungsjahr: 2014
Gelesen im November 2014
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Rezension

Am 25. Geburtstag von Prinz Kayne zeigt sich, dass er kein rechtmäßiger Thronerbe von Albany ist, weil die Drachen ihm die Weihe zur Unsterblichkeit verweigern. Die schon lange existierenden Zweifel an seiner Abstammung waren also berechtigt und sein Vater ist nicht Darian von Northcliff, sondern der Zauberer Samukal, der einst Dämonen beschworen hat.

Kayne will sich allein aus der Burg schleichen, doch dabei hat er die Rechnung ohne seine Freunde, die Nebelhexen Leána und Siah sowie Toran von Northcliff, gemacht. Zusammen reisen sie durch Albany und entdecken ein magisches Portal in unsere Welt, das sie in die schottischen Highlands führt. Dort begegnen sie unter anderem dem geheimnisvollen Rob, der Leána fasziniert und den etwas mit Albany verbindet …

Der Prolog hat mich gleich voll erwischt, weil er sowohl meine mystische als auch meine tragische Seite anspricht. Auf eine sehr stimmungsvolle Weise, die zum Spekulieren einlädt und mich sehr berührt hat. Der Wechsel zum 1. Kapitel hat sich dann ein wenig wie ein Bruch angefühlt, einfach weil es eine ganz andere Atmosphäre war, die mich aber trotzdem überzeugt hat. Ich konnte mich leicht in die „eigentliche“ Geschichte fallen lassen und mitfiebern, hatte dabei aber immer noch den wunderbaren Prolog im Hinterkopf und war auf der Suche nach Verbindungen.

Die Weltenmagie-Reihe spielt ungefähr 20 Jahre nach der Weltennebel-Trilogie, die ich ja sehr mag. Daher habe ich mich natürlich gefragt, ob es Aileen P. Roberts schafft, mich mit den Hauptfiguren in Weltenmagie auch wieder so intensiv zu erwischen. Es war ein ganz klein wenig durchwachsener, denn mit einer von ihnen bin ich nicht so wirklich warm geworden. Dafür gab es aber auch Hauptfiguren, die mich gleich angesprungen haben – und auch Nebenfiguren …

Es gab tatsächlich wieder einen Dunkelelfen, der mich fasziniert hat, auch wenn er etwas undurchsichtig und nicht immer nett ist. Aber er hat mich zum Grinsen gebracht und sich irgendwie in mein Herz geschlichen. Es wird sich noch zeigen, ob das gut oder schlecht ist … Meine absolute Lieblingsfigur ist aber Kayne, sicherlich auch wegen seiner tragischen Seite, aber nicht nur. Es gab ein paar Szenen, bei denen ich ihn am liebsten umarmt und etwas getröstet hätte – und das ist etwas, was mir nicht allzu oft passiert.

Und wo ich gerade bei Kayne bin … Ich hätte gerne etwas mehr über seine Magie bzw. darüber, wie er sie erlernt hat, erfahren. Das ist mir zu kurz gekommen, aber vielleicht musste das ja aus dramaturgischen Gründen noch warten – ich hoffe da einfach mal auf die nächsten Bände. ;) Möglicherweise ist mir das besonders aufgefallen, weil es in unserer Welt kaum magische Wesen gibt und mich Albany da doch sehr verwöhnt hat. Ich litt da also auch ein wenig an Heidefee-Entzug. *g*

Es gab auch eine Phase, in der mir die humorvollen Ereignisse aufgrund der fremden Kultur etwas zu viel waren. Das hat zwar gepasst und trifft ganz sicher den Geschmack von vielen Lesern, jedoch nicht so sehr meinen ganz persönlichen Humor. Der hatte dafür an anderen Stellen seinen Spaß. Und die Geschichte entwickelte sich dann ja schnell in eine andere Richtung weiter, die mich wieder voll überzeugen konnte.

„Der letzte Drache“ war für mich eine spannende und gleichzeitig sehr emotionale Lektüre, die mich auch mit einem Ereignis konfrontiert hat, an dem ich ganz schön zu knabbern hatte. Eine berührende Geschichte mit tollen Ideen und viel Platz für Spekulationen, die bei mir für wunderbares Kopfkino gesorgt hat. Ich habe mich über das Wiedersehen mit einigen lieb gewonnenen Figuren gefreut, es konnten sich aber auch ein paar neue in mein Herz schleichen. Und natürlich bin ich extrem neugierig, wie es im 2. Teil „Das vergessene Reich“ weitergeht! :)

Weltenmagie 1

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