Heute hält die Blogtour zum ersten Teil der Weltenmagie-Trilogie von Aileen P. Roberts bei mir und ich darf ein Interview mit der Autorin führen. Das hatte ich schon länger vor, aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Also ist JETZT wohl einfach der richtige Moment dafür! :) Vielleicht ja auch, weil ich gerade „Der letzte Drache“ lese und schon wieder völlig in der magischen Geschichte abgetaucht bin. Ich liebe ja die Weltennebel-Trilogie, aber die Chancen stehen gut, dass mich auch Weltenmagie begeistert. Vielleicht habe ich ja auch Glück und es überleben ein paar meiner Lieblingsfiguren. *g*

Oooh jeeh, das wird nix!
Meine Güte … Horac, bist du das?
Oooh jeeh, das Augenlicht schwindet auch schon!
Neeein, hier ist es nur dunkel.
Oooh jeeh, kein Geld für Strom … Das wird nix!
Neeein, das ist nur gemütlicher. Schau, da drüben brennt eine Kerze.
Oooh jeeh, eine blaue Kerze? Kein Geld für ordentliche Kerzen … Das wird nix!
Das ist eine blaue Meditationskerze. Hat mir Tagilis letzte Woche gegeben …
Oooh jeeh, nicht nur das Augenlicht schwindet, sondern auch der Geist.
Hmpfn.
Oooh jeeh, gefolgt von der Sprache …
Horac! Ich bin nicht verwirrt!
Oooh jeeh, das sagen sie alle … Das wird nix!
Oooh jeeh! Schnell zum Interview …

© Aileen P. Roberts

 
Ich wurde 1975 in Düsseldorf geboren. Aileen P. Roberts ist mein Pseudonym, in Wirklichkeit heisse ich Claudia Lössl. Nach zahllosen Umwegen und einer abgebrochenen Banklehre (das war wirklich nicht mein Ding!) studierte ich Sozialpädagogik und arbeitete später auch als Reitlehrerin und Reitpädagogin.

Mit 19 Jahren reiste ich zum ersten Mal nach Schottland und entdeckte dort meine keltische Seele. Ich glaube, ich wollte niemals etwas anderes, als mit Pferden umgehen, Bücher schreiben und in Schottland leben – seit Herbst 2013 habe ich mir diesen Traum erfüllt.
 
 

Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

Humorvoll, chaotisch, fantasievoll, manchmal stur.

Wie sieht für Dich ein „normaler“ Tag aus?

Was bitte ist ein normaler Tag??
Einen „normalen“ oder geregelten Tag gibt es bei mir eigentlich nicht. Kommt immer drauf an, an welchen Tagen die Kleine in den Kindergarten geht (momentan nur 3), an diesen Tagen setze ich mich so bald es geht an den Computer und schreibe, und immer dann wenn sie schläft. Erst eine Tasse Tee, dann einen Kaffee oder umgekehrt  . Entweder ich habe einen ganzen Tag zum Schreiben (selten) oder ich muss nachmittags Reitstunden geben, oder ich muss mich um die Pferde kümmern, unser junges Pferd reite ich gerade selbst ein.
Kind abholen, oder sie war ohnehin schon im Stall dabei. Abendessen (Mittagessen vergesse ich in der Regel *g*). Kleinen Wirbelwind ins Bett bringen, dann lesen oder fernsehen oder wenn mein Mann und ich uns noch aufraffen können, noch ein bisschen schreiben. Wie ihr seht, jeder Tag ist anders … Zwischendrin Leserunden, Facebook etc. – manchmal wünschte ich, der Tage hätte sehr viel mehr als 24 Stunden …

Wenn Du Dir einen perfekten Tag wünschen könntest, wie sähe dieser aus und wo würdest Du ihn verbringen?

Das Töchterlein schläft ausnahmsweise mal bis halb 9, gemütliches Frühstück mit Familie mit Blick aufs Meer in unserem Cottage in Schottland. Ausritt mit einem der Pferde, gegen Mittag anfangen zu schreiben, etwa bis zum späten Nachmittag. Pause und gemütlich Tee oder Cappuccino trinken. Abends kommen dann durch ein magisches Portal ein paar gute Freunde aus Deutschland und unsere supernetten schottischen Nachbarn, wir machen uns einen gemütlichen Abend am Kamin (bei gutem Wetter Lagerfeuer) und beobachten, wie der Mond langsam in Richtung der Äußeren Hebriden wandert … Klingt ziemlich perfekt, oder?

War von Anfang an geplant, die Geschichte Albanys in zwei Trilogien zu erzählen oder ergab sich das erst nach der Veröffentlichung von Weltennebel?

Nein, war es nicht und ich bin eigentlich auch kein großer Fan von Endlosserien, deshalb habe ich bewusst Weltennebel mit „Im Schatten der Dämonen“ abgeschlossen. Nur hatte ich das Gefühl, ich hätte in Albany noch etwas zu erzählen und habe – 3 Bücher später – gemeinsam mit einigen anderen Vorschlägen, dem Goldmann Verlag die Idee für eine Fortsetzung geschickt. Ich habe mich sehr gefreut, dass es ihnen gefallen hat. Ich habe aber bewusst versucht so zu schreiben, dass man grundsätzlich Weltenmagie lesen kann, ohne Weltennebel zu kennen. Wenn jemand wissen möchte wie alles begann, bin ich natürlich auch nicht böse. 

Weltenmagie 1

Wie leicht oder schwer ist Dir die Rückkehr nach Albany gefallen?

Sehr leicht, es war fast wie nach Hause kommen.  Mir fällt es immer sehr schwer, eine von mir entworfene Welt und vor allem die Figuren, mit denen ich viel Zeit verbracht habe, zu verlassen und so habe ich mich sehr darauf gefreut. Da es – das verrate ich jetzt schon mal – im 2. Band in eine ganze andere Welt geht, bin ich um das Schaffen einer neuen Welt jedoch auch nicht herumgekommen.

Gibt es dort eine Figur, die Dir besonders am Herzen liegt?

Schwierige Frage, auch wenn ich nicht immer zu allen nett bin, sind sie mir doch alle wichtig. Wenn ich mich entscheiden müsste, ist es vielleicht Kayne. Der junge Zauberer hat es auf Grund seiner Herkunft nicht leicht und manchmal steht er sich selbst im Weg.

Hat Dich während des Schreibens von „Der letzte Drache“ eine bestimmte Musik begleitet oder brauchst Du dazu eher Ruhe?

Nein, diesmal keine besondere Musik, außer man möchte den schottischen Wintersturm, der mich in Teil 1 begleitet hat, als Musik bezeichnen …

Wie sieht Dein Schreibtisch aus, herrscht da eher Chaos oder Ordnung?

CHAOS *räusper*

Zusammen mit Deinem Mann hast Du ja „Der Kampf der Halblinge“ geschrieben, wie seid Ihr dabei vorgegangen?

Zunächst hatten wir überlegt, dass jeder bestimmte Figuren übernimmt und dann deren Part schreibt. Das hat dann aber nicht so richtig funktioniert. Schließlich sind wir dazu übergegangen, Szenenweise zu schreiben, jeder hat die Teile des anderen gelesen und korrigiert oder ein wenig angeglichen. Natürlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten und hin und wieder hat es gekracht, aber wir haben es beide unbeschadet überlebt ;-) und könnten uns auch vorstellen, ein weiteres Buch gemeinsam zu schreiben.

Der Kampf der Halblinge

Entwickeln sich Deine Figuren auch mal ganz anders als geplant oder nehmen mehr Platz ein?

Das passiert fast jedes Mal! Manche Figuren die überleben sollten sterben „aus Versehen“, andere denen ich nur kleine Rollen zugewiesen hatte, möchten auf einmal mehr Beachtung haben. So war es diesmal bei der Dunkelelfe Jel’Akir, sie sollte eigentlich nur eine Nebenrolle bekommen und dann … na lest selbst …

Deine Geschichten spielen oft in Schottland, in ihnen spürt man auch Deine Liebe zu diesem Land. Warum gerade Schottland?

Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Seitdem ich mit 19 das erste Mal in den Highlands war, zieht es mich immer wieder dort hin. Ich persönlich glaube ja, dass man nicht nur einmal lebt. Vielleicht war ich in einem früheren Leben schon einmal dort …

Mit „Schatten über Duntulm Castle“ ist Dein erster historischer Roman erschienen. Wie aufwändig war die Recherche? Und könntest Du Dir vorstellen, weitere Bücher in diesem Genre zu schreiben?

Sagen wir mal, der erste rein historische. Bei „Der Feenturm“ stand ja Fantasy auch eher im Hintergrund. Und bei beiden Büchern war die Recherche natürlich aufwendiger als in reinen Fantasybüchern, wobei man in diesem Fall Welten entwerfen muss, was auch nicht gerade wenig Arbeit macht. Aber für Duntulm Castle und auch den Feenturm musste ich viele Fachbücher lesen, größtenteils englisch und ich habe auch die meisten Orte für meine Recherche besucht, was mir viel Spaß gemacht hat.
Für „Schatten über Duntulm Castle“ hatte ich lange Zeit keinen Verlag, deshalb habe ich es mehrfach überarbeitet und hatte so auch mehr Zeit, noch mehr geschichtliche Details zu ergänzen.
Ja, doch, historische Romane machen mir auch sehr Spaß, ich könnte mir vorstellen, wieder einen zu schreiben.

Schatten über Duntulm Castle

Gibt es in der Geschichte Schottlands eine Zeit oder eine Persönlichkeit, die Dich besonders interessiert?

Nach wie vor die Keltenzeit – und über diese Persönlichkeiten ist ja leider nichts bekannt. Ich würde zu gern wissen, wer in der alten Ruine des Brochs gelebt hat, der auf dem Hügel hinter unserem Cottage in Schottland steht. Wie haben sie gelebt, was haben sie schon damals gewusst, und was würden sie über uns denken, wenn sie uns heute sehen würden?
Natürlich gibt es auch sonst noch zahlreiche spannende Figuren, Robert the Bruce, Bonnie Prince Charlie, Maria Stewart, aber ich glaube, es sind eher diejenigen, über die noch niemand geschrieben hat, die mich interessieren.

Was ist Dir beim Schreiben wichtig? Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Ich schreibe Bücher, die ich selbst gern lesen würde, deshalb würde es mir auch sehr schwer fallen, über etwas zu schreiben, nur weil es gerade „in“ ist.
Gerade in meinen Schottlandromanen versuche ich den Lesern zu vermitteln, dass Großbritannien mehr ist als Regen und schlechtes Essen. Beides ist weniger dramatisch als man meinen möchte. Schottland ist ein raues Land, das habe ich selbst schon häufig erlebt, aber wenn die Sonne rauskommt und das Meer zum Strahlen bringt, ist das vergessen. Es hat seine eigene Faszination und ich glaube, entweder man mag es oder eben nicht.
Außerdem glaube ich, dass in Fantasyromanen oft mehr Wahrheit steckt als man glauben möchte. Warum soll es nicht andere Welten oder Wesen geben, die die meisten mit ihren Sinnen nur nicht wahrnehmen können …

Was liest Du selbst gern?

Ich lese selbst gerne Fantasy, ab und zu historische Romane, auch mal einen Thriller oder Krimi zwischendrin.

Woran arbeitest Du gerade?

Lektorat von „Das Vergessene Reich“ und ich schreibe Teil 3 von Weltenmagie.

Herzlichen Dank für das Interview – ich wünsche Dir viel Erfolg!

Vielen Dank für das schöne Interview und euer Interesse!
 


 

GEWINNSPIEL

Im Rahmen der Blogtour könnt ihr eins von drei signierten Print-Exemplaren von „Der letzte Drache“ gewinnen. Dazu müsst ihr bis zum 3. November folgende Frage als Kommentar (mit Angabe eurer eMail-Addy) beantworten:

Was verbindest du mit Schottland?

Die Gewinner werden auf der Blogtouren-Seite bekanntgegeben.
(Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren. Bei Betrugsversuchen wird der Teilnehmer disqualifiziert. Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschlands.)

Morgen geht es dann bei Barbara mit den bisherigen Veröffentlichungen weiter! :)

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