Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im September 2013
Verlagsseite

Rezension

Diana Bishop ist die Tochter einer mächtigen Hexe und eines Hexenmeisters, in ihr verbinden sich die Gene zweier bedeutender Hexenfamilien. Als ihre Eltern unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, wendet sie sich jedoch mit sieben Jahren von der Magie ab. Diana wächst bei ihrer Tante und deren Lebensgefährtin auf und versucht als „normaler“ Mensch zu leben.

Sie wird Historikerin und eines Tages fällt ihr ein Manuskript in die Hände, das mit einem Zauber geschützt ist, von ihr jedoch durch einfaches Handauflegen geöffnet werden kann. Diana spürt die große Kraft und Magie dieses Werkes und gibt es zurück. Seitdem verfolgen sie verschiedenste Wesen, um an das Manuskript zu kommen, das lange Zeit als verschollen galt. Dabei begegnet ihr auch Matthew Clairmont, ein 1500 Jahre alter Vampir, der ihr seine Hilfe anbietet. Aber kann Diana ausgerechnet einem Vampir trauen?

Ich und Vampire, wie konnte das denn nur wieder passieren? Normalerweise zucke ich vor diesen Wesen zurück – so war es ja auch bei diesem Buch, auch wenn die Hexen laut nach mir gerufen haben. Aber dann war eine gute Freundin, die meinen Geschmack prima einschätzen kann, so extrem begeistert von der Geschichte, dass meine Neugier einfach größer war.

Und ich war bereits nach den ersten Seiten sehr froh darüber, denn mich haben die dichte Atmosphäre und die ruhige Erzählweise schnell gefangen genommen. Es wird sich viel Zeit für Details genommen, auch für Kleidung, Gerüche und Stimmungen. Mit der Beschreibung von Klamotten kann ich sonst ja nicht soviel anfangen, aber hier passte es irgendwie zum Erzähltempo und der Wahrnehmung der Figuren.

Das Buch war für mich spannend, auch wenn es lange „ruhiger“ zuging und sich die „Action“ erst nach und nach steigerte. Die Autorin bedient sich leiserer Töne, die aber nicht weniger laut in mir nachklingen. Ich mag sowas gerne und habe das Buch nur ungern zur Seite gelegt, auch weil ich mich mitten in der Geschichte fühlte. Die verschiedenen Orte wurden so gelungen beschrieben, dass es sich für mich anfühlte, als wäre ich tatsächlich dort. Mein Lieblingsort war dabei das Haus von Dianas Tante, das auch ein paar Eigenheiten zu bieten hat. ;)

Die Figuren in diesem Roman sind sehr präsent, egal ob es sich um Haupt- oder Nebenrollen handelt. Sie haben alle ihre eigene Geschichte und handeln nachvollziehbar, nichts passiert „einfach so“. Viele von ihnen habe ich während der Lektüre ins Herz geschlossen – einige gleich beim ersten Kennenlernen, manche aber auch erst im Verlauf der Geschichte.

Sehr gefallen hat mir auch, dass die Emotionen so direkt bei mir ankamen – sie schlugen mir förmlich entgegen und waren deutlich spürbar. Ich fand es auch klasse, dass eine Beziehung zwischen zwei Frauen thematisiert und so warmherzig beschrieben wurde. Und dann war da natürlich noch die angenehm dezente Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren, die sich passend zur Erzählweise Zeit gelassen hat und auch wunderbar romantische Seiten zeigte.

Besonders beeindruckt haben mich aber die vielen Hintergründe, die in die Geschichte eingebaut wurden. Das Wissen, das vermittelt wird, ohne belehrend zu wirken, dafür aber meine Neugier geweckt hat. Vieles davon war mir neu, und doch komme ich mir nicht „dumm“ vor. Ich bin einfach nur vollauf begeistert, was da alles drinsteckt und thematisiert wird. Und auch davon, wie alles miteinander verbunden wird.

„Die Seelen der Nacht“ war für mich ein absolutes Wohlfühlbuch mit wunderbaren Figuren, das vielfältige Emotionen bietet und intensive Eindrücke hinterlässt. Es ist eine tiefgründige und detailreiche Geschichte, in die ich mich so richtig fallen lassen konnte. Ein intelligenter und stimmungsvoller Roman, der mich sehr begeistert hat! Allerdings besteht die Gefahr, dass da plötzlich ein Vampir zu einer Lieblingsfigur wird. Uuups! ;)

Share: