Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Oktober 2012
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Der zweite Teil dieser Reihe beginnt ein Jahr nach den Ereignissen, die im ersten Band erzählt wurden. Ronar lebt unter den Elthen, wo er von Athanian wie ein eigener Sohn behandelt wird, sich aber trotzdem nicht ganz zugehörig fühlt. So verschweigt er auch seine Sorge um den Herrscher der Elthen, der immer schwächer zu werden scheint, dies aber verbirgt. Als Athanian zusammenbricht, wird die mysteriöse Krankheit für sein Volk jedoch offensichtlich. Zusammen mit einem Teil von Athanian begibt sich Ronar auf die Suche nach seinem Vater, der die einzige Hoffnung auf Heilung ist.

Schon auf den ersten Seiten habe ich wieder die für mich besondere Atmosphäre gespürt – es herrscht eine nachdenkliche Stimmung, die mich bewegt, und eine große Nähe zur Natur. Dazu passt der oft wunderbar poetische Schreibstil und der schöne Klang vieler Sätze. Die Geschichte fesselte mich auf vielfältige Weise, auch weil ich mir um eine meiner Lieblingsfiguren schnell große Sorgen machen musste. Die Handlung hat mich einfach mitgerissen, es gab so einige überraschende Wendungen und spannende Hintergründe.

Viele der Figuren haben mich berührt und dafür gesorgt, dass ich die Geschichte durch ihre Augen intensiv miterlebte. Ich liebe diese Nähe, auch wenn ich dadurch immer sehr mitleide und die Emotionen dabei manchmal mit mir durchgehen. Aber genau das macht für mich auch ein gutes Buch aus! Neben den „alten“ Verdächtigen habe ich auch neue Lieblingsfiguren gefunden, die mich durch ihre Art und ihren individuellen Hintergrund fasziniert haben.

Diese Geschichte ist auch eine Reise durch Zeit und Raum. Eine Entwicklung, mit der ich niemals gerechnet hätte, die mir jedoch nach dem ersten Überraschungsmoment sehr gefallen hat. Eine ganz andere Richtung mit vielfältigen Möglichkeiten, aber auch einem Bezug zu unserer „realen“ Welt. Es bleibt für mich phantastisch – scheinbar habe ich nichts gegen solche Vermischungen, sondern empfinde sie als Horizonterweiterung.

Diese abwechslungsreiche Geschichte hat mich berührt, überrascht und verzaubert. Sie steckt voller Entwicklungen, nicht nur was Ronars Reise betrifft. Es werden Unsicherheiten überwunden, Gemeinsamkeiten wiederentdeckt und Stärken gefunden. Sehr beeindruckt hat mich auch die Weisheit, die hinter einigen Szenen steckt. Wer offen dafür ist, kann so auch etwas für das eigene Leben und die eigenen Ansichten mitnehmen. Etwas, das Hoffnung und Zuversicht gibt.

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