Bernhard Hennen – Der Flötenspieler
Erscheinungsjahr: 1996
Gelesen im Juni 2012
Dieser historische Kriminalroman entführt uns in das Rom des Jahres 58 vor Christus. Der aus Ägypten vertriebene König Ptolemaios XII. sucht dort die nötige Unterstützung, um seine Wiedereinsetzung auf dem Pharaonenthron zu erreichen. Als sein Schreiber ermordet aufgefunden wird, beauftragt er die Isis-Priesterin Ŝamu damit, den Mord aufzuklären. Diese folgt einer Spur, die zurück nach Ägypten zu führen scheint, das nun von Berenike IV. und ihrer Schwester Kleopatra VI. regiert wird. Allerdings scheint es auch einen Verräter unter den Vertrauten des Pharaos zu geben…
Neugierig wie ich bin, wollte ich in dieses Buch nur kurz reinlinsen – und bin dann prompt hängen geblieben. Ich musste diese Geschichte einfach weiterlesen, weil mich die Atmosphäre fesselte und ich die Hauptfigur mochte. Womöglich passiert für “richtige” Krimifans vor allem am Anfang zu wenig, aber mir hat die eher gemütliche Herangehensweise gut gefallen. So blieb auch Platz für die vielen verschiedenen Kulturen, die dort aufeinandertreffen.
Die Zeit und der historische Hintergrund waren für mich völlig neu, aber ich fühlte mich dort recht schnell wohl. Dabei hat mir auch das umfangreiche Glossar geholfen, welches alle kursiv gedruckten Begriffe erklärte. Es gab viele Intrigen und Machtspiele, die aber nicht zu detailliert geschildert wurden – worüber ich froh war, denn das ist einfach nicht meine Welt. Vorrangig ging es um Ŝamus Suche nach der Wahrheit, um ihr Umfeld und ihre Erlebnisse.
Die Isis-Priesterin blieb meine Lieblingsfigur, auch wenn mich das nicht vor der einen oder anderen tragischen Figur bewahrt hat. Allerdings hätte ich mir bei ihr eine größere Reflektion der Ereignisse und Entwicklungen gewünscht, vieles blieb mir da doch recht fern. Dafür haben mich ihre Wortgefechte mit dem griechischen Legionsarzt Philippos sehr amüsiert und sogar zum Grinsen gebracht.
Das Ende bzw. die Auflösung musste ich ein wenig verarbeiten, weil es doch etwas blutig wurde – und dann war da noch eine Entwicklung, die mich ziemlich getroffen hat. Ich hätte durchaus damit rechnen können, denn es gab Hinweise auf seltsame Zufälle, aber ich habe einer Figur wohl einfach zu sehr misstraut. Auch wenn mich diese Geschichte auf der emotionalen Ebene nicht so sehr mitgerissen hat, habe ich die Lesezeit genossen! Und vielleicht wird die eine Sache, die mir hier noch etwas offen vorkommt, ja in “Der Tempelmord” geklärt. Ein weiterer historischer Krimi mit Ŝamu und Philippos, der nun auf meine Wunschliste gehüpft ist…
Erster Satz
So als zürnten die Götter jener Stadt, die sich zur Herrin der Welt aufgeschwungen hatte, verdunkelte sich der Himmel an diesem Morgen über Rom.













Na das könnte ja direkt für mich was sein. Was mich interessieren würde: welche Rolle spielt den Berenike in der Geschichte? Ist sie nur eine unbedeutende Nebenfigur oder hat sie eine tragende Rolle?
Persönlich taucht sie nicht auf, man hört nur von ihr – und den Dingen, die sie tut…