Junge LeserInnen und Serienwerke
Eine Lehramts-Studentin der Uni Wien schreibt zu diesem Thema eine Arbeit und würde dazu gerne eine Art Umfrage in der Bücherblog-Community durchführen. Das ganze hat das Ziel, herauszufinden, warum bestimmte Werke so beliebt sind und was einen dazu bewegt, sie zu lesen. Wo ich schon so nett gefragt wurde und außerdem gerne Bücherfragen beantworte, mache ich dabei natürlich mit. Und schon geht es los!
Liest du eher Serienwerke oder Einzelbände? (als Serienwerke gelten hier: ab einer Trilogie aufwärts)
Ich mag Serien, auch wenn diese Frage für mich kein Entscheidungskriterium ist – da geht es meist nur darum, ob mich die Beschreibung reizt.
Warum?
Weil ich dann länger etwas von den Figuren und Welten habe. Außerdem mag ich es gern episch, da bietet sich eine Serie ja förmlich an.
Welche Art von Literatur liest du am Liebsten? (Romance, Fantasy etc.)
Fantasy. Gerne episch. Mit Schwertfuchtlern, Elfen, vielen anderen Wesen, Prophezeiungen, … Aber auch anderes, der Inhalt muss mich nur reizen. Ich mag tiefgründige Geschichten und Figuren, die mich auch in der lesefreien Zeit beschäftigen. Mit Themen wie Freundschaft, Toleranz und Vertrauen. Welten mit einem eigenen Hintergrund, Magie und verschiedenen Wesen. Und die Liebesgeschichte sollte nicht die Hauptrolle spielen.
Hast du eines der folgenden Werke gelesen (kann auch nur ein Band sein)?
Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Joanne K. Rowling – Harry Potter
Nein. *duck* Ich mag Geschichten, die an Schulen spielen, einfach nicht so. Aber ich habe es mit den Filmen versucht, der erste Teil hatte mir auch ganz gut gefallen (nur ein wenig oberflächlich). Der zweite war mir dann zu sehr auf “Action” gebürstet – und seitdem meide ich Harry.
Suzanne Collins- Die Tribute von Panem
Nein. Mich reizt der Inhalt überhaupt nicht. Jugendliche, die Gladiatorenkämpfe austragen müssen – das klingt auch zu brutal für mich.
Kerstin Gier- Die Edelstein-Trilogie (Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün)
Nein. Reizt mich ebenfalls nicht, zudem schreckt mich der hohe Liebesgeschichten-Anteil ab. Und die Stellen, die als Beispiel für den tollen Humor zitiert wurden – das ist so gar nicht meins.
Cornelia Funke- Die Tintenherz-Trilogie (Tintenherz, Tintenblut, Tintentod)
Ja, den ersten Teil habe ich gelesen. Die Beschreibung klang märchenhaft und es ging um Bücher, außerdem waren irgendwie alle so begeistert von dem Buch. Ich wurde dann allerdings enttäuscht, weil ich überhaupt keinen Zugang zu der Geschichte bekam, die Figuren flach und farblos fand.
Stephenie Meyer- Die Bis(s)zum…-Serie (also Twilight, New Moon, Eclipse, Breaking Dawn)
Nein. Uuuh, Vampire! Zumindest war das die erste Hürde.
Bei der großen Begeisterung habe ich es dann doch gewagt, mir den Film im Kino anzuschauen (Twilight). So schlecht fand ich ihn dann doch nicht. Und da auch Leute, die sonst keine Liebesgeschichten lesen, so begeistert von den Romanen waren, habe ich in das Buch mal reingelinst. Öfter. Und an jeder Stelle wurde geschmachtet, was für mich sogar fast noch schlimmer war. *schüttel*
Und jetzt bin ich natürlich neugierig, wie ihr das seht!
Warum habt ihr diese Werke gelesen – oder auch nicht?
Außerdem hoffe ich, dass ich nach meinem “Outing” nun nicht mit faulen Tomaten beworfen werde.












Zugegeben, ich amüsiere mich köstlich angesichts des Umstands, dass die erste Frage jene nach Harry Potter war. Schlimmer wäre für dich ja nur gewesen, zunächst nach Vampirklamauk gefragt zu werden.
Jedoch! Wie kann es sein, dass eine Lehramtsstudentin explizit nach Fantasy fragt, Serienwerke thematisiert und dann nicht einmal nach dem Herrn der Ringe samt Hintergrundbände fragt?
Blasphemie!
Hallo! Erst einmal vielen Dank fürs Posten (ja, hier spricht die Uni Wien-Studentin :D).
Ich konnte mich nicht zusammenreißen, und muss auf den Kommentar oben reagieren (der Drang zur Aufklärung, jaja…):
Und wir mussten uns leider etwas beschränken, weil wir noch viel mehr Beispiele parat gehabt hätten (Anordnung vom Professor).
Herr der Ringe wurde von mir nicht genommen, weil es sich bei dieser Arbeit um eine Gruppenarbeit handelt und wir uns mit etwas ‘jüngeren’ Büchern beschäftigen wollten (Herr der Ringe wurde schließlich auf Deutsch so um 1970 herum veröffentlicht), die vor allem an eine jüngere Leserschaft adressiert ist, wie es bei Harry Potter und den anderen Werken der Fall ist. Außerdem sind die meisten Werke recht jung und somit etwas stärker im Diskurs als Herr der Ringe, zumal es von jedem auch relativ junge Verfilmungen gibt, bzw. für eine Serie gerade der erste Teil gedreht wird.
Das heißt, die Bücher wurden nicht unbedingt nach eigener Präferenz von uns gewählt
@Sven
Aber immerhin konntest du dich über mich, Harry und die Vampire amüsieren, nicht?
Das ist für einen Tolkien-Fan natürlich schwer zu verkraften! Schlimm genug, dass dein Schwesterchen diese Begeisterung nicht teilt.
Und wo du schonmal hier bist: Wie sehen denn deine Antworten aus?
@Cornelia
Hallo & Willkommen!
@ Marny
Ich bin für diese Frage ja kaum der richtige Ansprechpartner. Ob ich Serienwerke oder Einzelbücher lese, hängt sehr vom Einzelfall ab. Manch gute Geschichte fand perfekt in einem Buch statt und manch Serienwerk entpuppte sich am Ende als massive Aufblähung eines Einzelbuchs. Und davon abgesehen lese ich heute am Liebsten sachbezogene Bücher aus den Genres Gesellschaftskritik, Politik und Geschichte. Weshalb ich die angeführten Titel auch gar nicht kenne geschweige denn dass ich sie gelesen hätte. Vom Potter hab ich gerne die Filme geschaut, weshalb mich die Bücher auch eher wenig interessieren.
@ Cornelia
Danke für die ausführliche Antwort, allerdings war mein Kommentar auch eher ironischer Natur. Ich habe früher sehr viel Fantasy gelesen, allerdings ist das schon gut 15 Jahre her, weshalb mein Fokus damals auf Gruppenabenteuern im Sinne der Rollenspielzeit lag. Herr der Ringe wird von mir deshalb stets hochgehalten, weil es sowohl inhaltlich als auch sprachlich prägend war und mir vor allem mit Bezug aufs Silmarillion bisher auch kein vergleichbares Niveau begegnet ist.
Bedingt durch meine diesbezügliche Vita bin ich allerdings weder qualifiziert, einen solchen Vergleich empirisch durchzuführen noch gehöre ich zu einer zu deiner Fragestellung passenden Vergleichsgruppe. Insofern hoffe ich, dass du noch ein paar ernsthaftere Antworten bekommen hast