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[Zitate] Aileen P. Roberts – Das Reich der Dunkelelfen

“Was ist das?” Mit einer zitternden Hand deutete er auf die einer Nebelschwade gleichenden Gestalt, die neben Tagilis heranschwebte. Die Frau hatte ein bleiches, elfisch anmutendes Gesicht, ihre langen hellen Haare wehten wie Nebelfetzen um ihren Kopf und selbst ihr graues Gewand war durchscheinend und scheinbar ohne feste Formen. Der Halbelf unterhielt sich ganz selbstverständlich mit ihr, und sein sonst so ernstes Gesicht zeigte ein entspanntes Lächeln.
“Das ist nur Veliah”, erklärte Aramia und bemühte sich um einen beruhigenden Tonfall. “Sie ist Tagilis’ Gefährtin und tut niemandem etwas zuleide.”
“Aber… Aber sie ist doch ein Geist”, stammelte Fendor und stieg ächzend in den Sattel.

Während das Segelboot aufs offene Meer hinaussteuerte, nahm der Wind an Stärke zu. Die Wellen türmten sich zu haushohen Wassermassen, und Windgeister – durchscheinende Wesen, welche keine feste Gestalt besaßen, sondern wie graue Schleier durch die Luft schossen und grausige Fratzen zogen – zerrten an den Segeln und schienen diese in Stücke reißen zu wollen.

“Elfen reden meist wirr”, steuerte Edur gut gelaunt bei und biss herzhaft in ein Stück geräucherten Schinken, den Fendor und Markat vor kurzem in dem kleinen Weiler gegen Schnitzarbeiten getauscht hatten. “Das kommt davon, dass sie immer nur Blüten und Früchte essen. Davon würde ich auch schlechte Laune bekommen und komisches Zeug von mir geben.”

Etwa in der Mitte des Sees befand sich eine steinerne Insel. Ein riesiger Turm aus reinstem Kristall bildete deren Zentrum, und erstaunlicherweise flackerten im Inneren des Kristallturmes Flammen. Unwillkürlich musste Darian an ein mächtiges Herz denken, das in den Tiefen Albanys schlug, die gewaltige Stadt der Dunkelelfen mit Leben erfüllte und dessen Intensität schier überwältigend war.

Wenngleich sie noch relativ weit von dem Kristallturm entfernt waren, konnte Aramia erkennen, wie Abertausende von Feuergeistern in den Flammen umherwirbelten. Sie führten ihre eigenen, fröhlichen Tänze aus, verwandelten sich mal in ein loderndes Feuerrad, mal in einen Drachen, dann wieder in eine flammende Blume. Die Feuer von Kyrâstin waren keine einfachen Flammen, sondern sie lebten, und zwar auf ganz wundersame Weise.

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