Jennifer Jäger – Melodie der Finsternis
Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Mai 2011
Irgendwann beschlossen wir, dass die Menschen ihre Geschichte erst erfahren sollten, wenn sie dafür bereit waren. Also erzählten wir die Wahrheit als Märchen, damit die Menschen sie nicht als solche begriffen. Legenden und Geschichten sind Möglichkeiten, die Wahrheit zu offenbaren, ohne sie als solche preiszugeben. Das muss die junge Frau Lilith begreifen, als sie sich plötzlich in einem ungeahnten Abenteuer wieder findet. Eigentlich will sie nach dem Tod ihres Vaters nur das Leben ihrer Mutter erleichtern, indem sie eine Schiffsreise antritt, um so etwas Geld zu verdienen. Doch als das Schiff in den Bann der Sirenen gerät und so untergeht, kommt alles anders als erwartet. Alle an Bord sterben, nur sie und Viktor werden von den Sirenen gerettet und schon bald wird ihr klar, dass in dem sonst so ruhigen Meer ungeahnte Kämpfe toben. Und ihre Rettung war kein Zufall…
Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir leicht, da sie gleich auf dem Meer begann und eine leicht tragische Atmosphäre verbreitete. Lilith war mir spätestens nach der Rückblende auf den emotionalen Abschied von ihrer Mutter sympathisch, der mich sehr bewegt hat. Das war keine kitschige Szene, sondern wirkte durch die Verbundenheit der beiden sehr intensiv und ist für mich einer der Höhepunkte des Buches.
Leider sind die Figuren für meinen Geschmack meist zu flach geraten – was wirklich sehr schade ist, da sie viel Potential haben. Zu Lilith hatte ich noch einen recht guten Zugang, aber die Sirenen wirkten auf mich sehr blass. Manche von ihnen waren schon “irgendwie” faszinierend, aber ohne dass ich wusste warum. Und auch nur in manchen Szenen, oft hat mich der enge Rahmen auch einfach geärgert. Zum Ende hin wurde das mit einer Figur besser, jedoch hat sie mich selbst da nicht so richtig “erwischt”.
Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und fasziniert auf eine sehr leise Art, obwohl ich mir mehr Details und tiefere Figuren gewünscht hätte. Vieles war für mich vorhersehbar, auch wenn es eine geheimnisvolle Prophezeiung gibt. Es wurden aber auch einige wunderschöne Szenen geschildert, die mich berührt haben. Und natürlich ist das Setting außergewöhnlich und bietet einige schöne Ideen.
Da ich nach dem sehr abruptem Ende, das wie der Auftakt zu einer größeren Geschichte wirkt, neugierig auf die weitere Entwicklung (auch der Autorin) bin, werde ich die Fortsetzung sicherlich lesen.
Erster Satz
Ich stand an der Reling und genoss die Kühle der Nacht, während das Meerwasser sanft gegen unser Schiff schlug.













Vielen Dank für diese ehrliche Meinung!
Ich habe gerade gesehen, dass Du mir eine 3 Sterne Bewertung bei Amazon gegeben hast
Vielen Dank dafür! Ich bemühe mich auf jeden Fall, die Kritikpunkte umzusetzen. Auf BookRix.de kannst Du aber auch schon gerne das erste Kapitel der Fortsetzung lesen, falls es Dich interessiert
http://www.bookrix.de/_title-de-jennifer-jaeger-klang-des-tempels
Vielen Dank nochmal!
Danke für den Hinweis, ich bin gespannt!