Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im April 2011
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Der Weg in den Nebelwald führt den zwölfjährigen Ronar zugleich tief in sein Inneres. Als Fremder und Verrückter galt er in der Familie des Schmieds, in der er als Findelkind aufwuchs. Nun bricht er auf, seine Ziehschwester zu suchen, die von finsteren Reitern entführt wurde. Im Reich der Elthen wird er bereits erwartet. Zwei mächtige Kräfte beginnen um ihn zu ringen: der weise Athanian, der ihn führt und beschützt, und Elaran, der Schwarze König, der ihn unwiderstehlich anzieht. Ronar entdeckt die Verlockungen der Macht und die dunkle Kraft seines Zorns. Im Erlernen der Zauberkunst wächst er über sich hinaus, aber verliert auch die Kontrolle über sich. Bevor er das Rätsel seiner Herkunft lösen und den Ort seiner Bestimmung finden kann, muss er viele Gefahren bestehen und sich der größten aller Herausforderungen stellen: seinem eigenen Ich.

Rezension

Diese Geschichte nahm mich durch den poetischen und doch klaren Stil bereits auf den ersten Seiten für sich ein. Besonders angetan haben es mir da die Naturbeschreibungen, die mit wenigen Worten wunderschöne Bilder vor meinen Augen entstehen ließen.

Eine 12-jährige Hauptfigur ist mir eigentlich zu jung, so ganz pauschal gesehen. Aber durch sein Dasein als Außenseiter wirkte Ronar reifer auf mich, sehr nachdenklich und tiefgründig. Er unterscheidet sich mit seinem besonderen Zugang zur Natur und den achtsamen Umgang mit Tieren von den anderen Menschen, was ihn mir sehr sympathisch macht.

Die beschriebene Welt ist sehr abwechslungsreich und bietet einige neue Wesen. Neben den Elthen haben es mir da auch die Anen angetan, beide Völker würde ich gerne noch besser kennenlernen. Durch die Vielfalt der verschiedenen Kulturen wirkt diese Welt sehr lebendig und ist zugleich geheimnisvoll, da viele Wesen im Verborgenen leben.

Ronar ist kein strahlender Held, sondern macht Fehler und lässt sich von der Aussicht auf Macht verführen. Dadurch wirkt er sehr menschlich und man verfolgt gespannt, wie sein weiterer Weg aussieht. In dieser Geschichte spielen Werte eine wichtige Rolle, es gibt viele Andeutungen und Hinweise. Jedoch geschieht das nicht mit einem belehrend erhobenen Zeigefinger, sondern durch Ronars Entwicklung. Man „erlebt“ diese Werte durch die Figuren, ihre Entscheidungen und Erlebnisse.

Das Buch bietet eine gelungene Mischung aus ruhigen und temporeichen Szenen, die mich nicht nur gefesselt sondern auch berührt haben. Es gibt mystische Wesen, vielfältige Emotionen, Hintergründe und eine oft poetische Sprache, die mir eine wunderbare Lesezeit bereitet hat.

Reihenfolge:

  1. Ronar
  2. Ronar. Zwei Welten
  3. Ronar. Drei Ähren
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