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Celine Kiernan – Geisterpfade (Moorehawke 2)

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im Oktober 2010

Auf dunklen Pfaden durchstreift die junge Adelige Wynter die Wälder des Königreiches, in der Hoffnung, den verstoßenen Kronprinzen Alberon zu finden. Doch sie muss feststellen, dass sie nicht die Einzige ist, die sich auf die Suche gemacht hat – alle Gegner des Reiches scheinen Botschafter ausgesandt zu haben, um den abtrünnigen Prinzen zu suchen. Aber wo hält sich Alberon versteckt? Und welche Absichten verfolgt er? Als Wynter auf ihre Freunde Razi und Christopher stößt, schöpft sie neue Hoffnung, Alberon doch noch unversehrt anzutreffen. Aber die Freude währt nur kurz, denn schon bald stehen die drei einem mächtigen Feind gegenüber: Die Loup-Garous, ruchlose Wölfe, die als Sklavenhändler das Land terrorisieren, haben die Grenzen des Königreiches überschritten. Einzig das sagenumwobene Volk der Merroner vermag den Gefährten Schutz zu bieten. Wynter und ihre Begleiter stehen vor einer schicksalsschweren Entscheidung: Sollen sie sich den Gefahren des Waldes ausliefern oder dem grausamen Merronerfürsten vertrauen?

Der zweite Teil der Moorehawke-Trilogie schließt nahtlos an Band 1 an und entführt den Leser wieder in ein von Misstrauen und Kriegen gezeichnetes fiktives Europa, in dem es viele kleine Reiche gibt. Auch wenn die Lektüre von Schattenpfade bei mir schon fast ein Jahr her war, fesselte mich diese Geschichte bereits nach einigen Seiten so sehr, dass ich tief in diese Welt abgetaucht bin. Und viele meiner Gedanken und Gefühle zum letzten Band kamen auch wieder an die Oberfläche.

In diesem Teil rückt Christopher mehr in den Mittelpunkt, auch weil die Freunde im Verlauf der Geschichte auf einen der Merroner-Stämme aus dem Norden treffen. Chris ist der einzige, der ihre Sprache versteht und etwas über ihre Lebensart weiß. Auf die anderen beiden wirkt dieses Volk – genauso wie auf den Leser – sehr fremd und geheimnisvoll. Es gibt auch viele Begriffe und Sätze in merronischer Sprache, die dem modernen Irisch entspricht, über die man rätseln oder im Merronisch-Glossar am Ende des Buches nachschlagen kann.

Die ruhige Erzählweise bietet viel Platz für emotionale Momente, die Entwicklung der Charaktere und die Beziehungen untereinander. Das alles wird mit einer großen Nähe und sehr einfühlsam beschrieben, ohne je kitschig zu wirken. Ich kann das einfach nur bewundern, genießen, staunen – und mir vor Rührung die eine oder andere Träne aus den Augenwinkeln wischen.

Geisterpfade
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Erster Satz
Wynter beugte sich tiefer über Ozkars Hals und senkte den Kopf, damit die dunkle Hutkrempe ihre Augen verbarg.

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