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Manuel Charisius – Streuner

Erscheinungsjahr: 2010
Gelesen im Oktober 2010

Das Land der Sieben Königreiche erstreckt sich von der Küste bis zu den Bergen. Viele Völker leben hier friedlich zusammen, doch unter der Oberfläche brodeln Machtkämpfe und Rivalitäten. Als eines Tages der König des Nordens ermordet wird, steht der langjährige Friede plötzlich auf dem Spiel – und nur ein Streuner kann die Katastrophe noch verhindern.Wolf von Tanár will eigentlich bloß seine Ruhe haben. Doch das Gespräch, das der Streuner nach einer langen Tavernennacht unfreiwillig belauscht, rüttelt ihn wach. Denn die vermummte Gestalt ist offenbar niemand anderes als der Mörder des Nordkönigs – und er plant, auch alle anderen Könige umzubringen! Für Wolf steht fest, er muss die Herrscher des Landes warnen. Zusammen mit drei anderen Streunern macht er sich auf in das Abenteuer seines Lebens…

Die Streuner sind eine reizvolle Mischung zwischen Mensch und Wolf, wodurch sich ein neues und unverbrauchtes Volk ergibt. Allerdings musste ich mich anfangs an die manchmal doch recht ruppige Art und ihre Vorlieben gewöhnen – es wird gern getrunken, gegessen, herausgefordert und gespielt. Ihre Verhaltensweisen haben mich oft an die von Hunden erinnert, diese fand ich auch sehr liebevoll beschrieben.

Die abenteuerliche Geschichte wird aus der Sicht von Wolf erzählt, der sehr leichtgläubig ist und in der Anwesenheit von Lacríma scheinbar ganz mit dem Denken aufhört. Dadurch fiel es mir schwer, einen guten Zugang zu ihm zu finden – womöglich fehlte mir bei ihm einfach ein wenig Tiefgang. Den besten Bezug hatte ich zu Zilberpardel, auch wenn diese Figur sehr undurchsichtig und schwer einschätzbar wirkt. Aber eben auch ernsthafter und tiefgründiger, was bei seiner Vergangenheit ja kein Wunder ist.

In der Welt von Lesh-Tanár gibt es noch einige andere Wesen, sowohl bekannte (und leicht abgewandelte) Völker als auch eigene Kreationen. Und es gibt jede Menge Intrigen, unter der Oberfläche des scheinbar friedlichen Miteinanders brodelt es. Beispielsweise auch zwischen den Elben und Alben, die hier Mischlinge zwischen Menschen und Elben sind. Das wird zwar nur angedeutet, spielt aber vielleicht in einem weiteren Roman aus dieser Welt eine größere Rolle – auf jeden Fall hat mir das dabei geholfen, eine bestimmte Handlung nachvollziehen zu können.

Ein Highlight war für mich die Erzählung einer Geschichte aus der Frühzeit der Streuner. Diese Sage hat mich nicht nur neugierig gemacht und für einige Spekulationen gesorgt, es herrschte dabei auch eine ganz besondere Atmosphäre. Daher hätte es mir natürlich gefallen, wenn noch mehr Mythen der Streuner erzählt worden wären.
Auch die ruhigeren Momente innerhalb der Streunergruppe, in denen kleine Machtkämpfe ausgetragen und sich zusammengerauft wurde, haben mir gefallen. In diesen Szenen erfährt man etwas über die einzelnen Figuren und ihre Beziehung zueinander.

Die flüssig geschriebene Geschichte hat mich gut unterhalten und auch öfter mal überrascht. Auch wenn ein paar Dinge sicher noch ausbaufähig sind, habe ich die Lektüre genossen. Von daher hätte ich nichts gegen einen weiteren Besuch in Lesh-Tanár, worauf auch der Epilog hindeutet.

Streuner

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Erster Satz
Eine scharfe Klinge glitt über die Kehle des Königs.

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