[selbstverzapft] Myra im Wald der Träume
Meine Geschichte aus der Weekly-Events-Aktion vom 30. Juli 2010 habe ich ein wenig umgeschrieben, so dass sie jetzt ohne die Buchtitel auskommt:
Myra war im Wald der Träume unterwegs, und wie so oft war ihr Ziel der Sternenbaum – ein besonderer Ort, an dem sie sich gerne aufhielt und nachdachte. Aus der Ferne sah er fast wie ein normaler Baum aus, doch bald schon verrieten ihn seine sternförmigen Blätter und die verschlungenen goldgelben Zeichen in dem ein wenig zu glatten Stamm. Ihr Großvater glaubte daran, dass das Nachtvolk den Sternenbaum hierher gebracht hatte – zu einer Zeit, als Licht und Schatten die Welt der Menschen noch im Gleichgewicht hielten.
Sie setzte sich unter ihren Lieblingsbaum, blinzelte gegen das Sommerlicht und dachte an Fey, die neue Nachbarin von nebenan. Sowie an ihre Geschichten, die sie so überzeugend erzählen konnte – und die Myra verwirrten. Dabei waren es doch nur Märchen, oder steckte womöglich mehr dahinter? Warum berührten diese sie so, fühlten sich an wie Wahrheiten und trugen sie fort? Elfen, Trolle, Zwerge, Hexen, Zauberer und Nixen – gab es all diese Wesen irgendwo wirklich, so wie es Fey behauptete?
Als Myra erwachte, dämmerte es bereits – sie musste eingenickt sein, während sie ihren Gedanken nachhing! Und hatte viel zu lange geschlafen, Großmutter würde sich sicher schon um sie sorgen! Auf dem Weg nach Hause kam ihr der Himmel irgendwie anders vor als sonst, dieses besondere Licht hatte sie noch nie zuvor bemerkt. Es wirkte erhaben und mysteriös, so als wäre es nicht von dieser Welt. Wie Feenlicht, das den Beginn der wilden Jagd ankündigt.
Bei den Göttern, sie sollte sich zusammenreißen! Was träumte sie da vor sich hin? Das waren nicht mehr als Geschichten – Märchen, für die sie schon längst zu alt war! Doch plötzlich stutzte sie. Hatte sie nicht gerade einen Schatten gesehen, der einem Dunkelelben glich? Und der Rabe dort drüben war so beeindruckend groß, dass man denken könnte, Hugin oder Munin vor sich zu haben!
Aber wie konnte das sein, wenn sie die Geschichten dazu doch für Märchen hielt? Verwirrt blieb Myra stehen und lehnte sich an einen Baum, sie brauchte etwas reales – etwas, das man sehen und spüren konnte. Da hörte sie einen leisen aber so wunderbar glasklaren und melodiösen Gesang, der sie verzauberte. Ein Lied der Elfen! Myra blickte auf und sah direkt in ein Paar lindgrüner Augen mit silbernen Sprenkeln, die sie amüsiert betrachteten…
© Marny Leifers












Das ist aber noch nicht zuende oder?
Mir hat es gut gefallen, wirklich das allererste, das Du je geschrieben hast? Sehr gute Wortwahl und Ausdruck, schöner Inhalt (und sehr passend zu Dir!) und sehr fließend im Lesen. Mir hat es gut gefallen.
Eigentlich schon, mir gefiel dieses ein wenig offene Ende – da kann der Leser seine Phantasie spielen lassen. Aber da ich schon mehrfach nach einer Fortsetzung gefragt wurde, lasse ich mir vielleicht etwas einfallen. Oha, dabei wollte ich doch gar nicht über Elfen schreiben…
Ja, das ist wirklich die allererste Geschichte die ich geschrieben habe – das hier war die zweite Fassung. Von alleine wäre ich wahrscheinlich nie auf den Gedanken gekommen. Und davor habe ich nur manchmal etwas gedichtet (aber irgendwie gefällt mir diese Geschichten-Form besser, da kommen auch mehr Ideen).
Und vielen Dank für deine lieben Worte! Über meine Wortwahl und den Stil mache ich mir nämlich ziemlich Sorgen – ich traue dem nicht soviel zu, kenne mich da auch nicht wirklich aus. Da ist es dann einfach das geworden, was mir spontan in den Sinn kam. Und verbessert wurde, damit es “runder” wirkte.
Ich musste grad über folgenden Satz lachen: “Oha, dabei wollte ich doch gar nicht über Elfen schreiben…”
Klingt das so unglaubwürdig?
Ist aber die Wahrheit – immerhin glaube ich nicht, dass mir das auch nur halbwegs gelingen würde. Sie sollten dann ja auch etwas “eigenes” haben…