[Verenas EU Book Contest 2010] Mein Beitrag für Frankreich
Eigentlich wollte ich ja ein “frisches” Buch lesen, da ich mindestens noch zwei interessante Titel auf dem SuB habe – aber zeitmäßig ist es dann doch knapp geworden. Glücklicherweise habe ich aber zwei passende gelesene Bücher gefunden, die mir sehr gefallen hatten. Ich musste mich nur noch entscheiden – und da ich Alterra von Maxime Chattam hier bereits rezensiert hatte, fiel die Wahl auf “Zusammen ist man weniger allein” von Anna Gavalda.
Philibert ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, arbeitet in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Vier grundverschiedene Menschen in einer verrückten Pariser Wohngemeinschaft, die sich lieben, streiten und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen.
An die Schimpfwörter in Francks Vokabular musste ich mich erst etwas gewöhnen, aber diese Ausdrucksweise passt irgendwie zu seiner Person und wirkt authentisch. Überhaupt fühlen sich die Figuren für mich sehr real und ehrlich an, so verschieden sie auch sind. Man muss sie einfach mögen, mit ihren Macken und ihrer Vergangenheit, die nach und nach erzählt wird. Ein Club vom Schicksal gebeutelter, so beschreibt es Camille einmal. Ich habe es genossen, diesen besonderen Club kennenzulernen – und zu erleben, wie sich die einzelnen Figuren annähern und unterstützen.
Dieses Buch ist kein Liebesroman, und auch keine “lustige” WG-Geschichte. Es geht um Freundschaft und Unterstützung, um den Einsatz für andere Menschen – denn die vier schaffen es, sich gegenseitig aus der Misere zu ziehen. Die Stimmung ist daher auch oft leicht melancholisch, manchmal aber auch sehr traurig oder einfach nur schön.
Der Roman wird in vielen Episoden erzählt, die manchmal auch nur ein paar Sätze lang sind – und manchmal war ich etwas verwirrt wer da jetzt redet bzw. wem welcher Satz “gehört”.
Das Buch ist fesselnd geschrieben und entwickelte schnell einen Sog auf mich, so dass ich es am liebsten nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Die Verbindungen zu Musik, Malerei, Büchern und Blumen haben mir gut gefallen, dazu kommt dann noch die besondere Atmosphäre und eine berührende Geschichte – und all dies zusammen macht für mich den speziellen Reiz dieses Romans aus.












