Antje Babendererde – Der Gesang der Orcas
Erscheinungsjahr: 2003
Gelesen im Juli 2009
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Die fünfzehnjährige Sofie und ihr Vater können den Tod der Mutter nur schwer verwinden und jeder trauert auf eigene, einsame Weise. Eine gemeinsame Reise an die Nordwestküste Amerikas soll beide einander wieder näher bringen. Aber Sofie verliebt sich in den sechzehnjährigen Makah-Indianer Javid und verbringt viel Zeit mit ihm, während ihr Vater seinem Beruf nachgeht und fotografiert.
Sofie und Javid haben ein Geheimnis: So oft es geht sind sie mit einem Schlauchboot auf dem Meer und besuchen eine kleine Orcagruppe, die sich vor der Küste aufhält. Als sie einmal von einem Sturm überrascht werden und eine Nacht in einer Fischerhütte verbringen müssen, kommt es beinahe zum Bruch zwischen Sofie und ihrem Vater.
Auf den ersten Seiten fühlte sich diese Geschichte für mich noch zu sehr nach einem Jugendbuch an, aber dieser Eindruck verflog schnell – womöglich auch Dank der einnehmenden Figuren sowie der schönen und abwechslungsreichen Atmosphäre. Die Hauptfigur stand mir schnell nah, und man spürt auf jeder Seite, was sie fühlt.
In diesem sensibel geschriebenen Roman verbinden sich viele Themen, beispielsweise geht es um Trauer, Liebe, verschiedene Kulturen, Erfahrungen und die Umwelt. Sofies Vater kapselt sich durch seine Art der Trauer völlig ein und teilt sie mit niemandem. Während des Aufenthalts in Neah Bay ändert sich das, und er lernt seine Tochter auf eine völlig andere Weise kennen. Neben der nicht immer einfachen Vater-Tochter-Beziehung geht es aber auch um die Zuneigung und entstehende Liebe zwischen Sofie und Javid. Und dann gibt es da natürlich noch die wunderbar beschriebenen Begegnungen mit den Orcas – die auch bei mir eine frühe und fast vergessene Leidenschaft waren, welche nun wiederbelebt wurde. Die Momente mit ihnen sind etwas besonderes und haben mich ziemlich beeindruckt.
Sehr gelungen fand ich auch die Darstellung der Schwierigkeiten eines Daseins zwischen alten Traditionen und einem modernen Leben. Beides findet sich in der Geschichte wieder, es gibt sowohl moderne Szenen als auch Momente, in denen von Bräuchen und Geistern berichtet wird. Gemeinsam mit Sofie taucht der Leser in das Leben der Makah-Indianer ein, und erfährt so auch geschichtliche Hintergründe.
Das Ende hinterlässt ein gutes Gefühl, bleibt aber doch etwas offen. Mir gefällt das, weil es zu der realistischen Art des Buches passt und man sich so auch seine Gedanken zur weiteren Entwicklung machen kann. Ein “kitschiger” Schluss hätte diesen Eindruck bei mir zerstört, aber so fesselte mich diese berührende Geschichte bis zur letzten Seite. Und natürlich freue ich mich nun schon auf das Lesen weiterer Bücher der Autorin…













Das Buch klingt sehr schön. Tolle Rezi!
Wenn ich in den vergangenen Tagen nur nicht schon so viele Bücher bestellt hätte! Aber dann eben nächste Woche.
Wirklich schöne Rezension. Ich wünsche mir die ganzen Indianer Bücher von Antje Babendererde. Einige hab ich schon und die haben mir super gefallen
Die Rezension finde ich auch wirklich schön!! Ich höre dieses Buch ja gerade und bin schon sehr begeistert!
Libellensommer fand ich ja auch schon soo schön!!! Werde mir am Sonntag auf der Buchmesse auch ein Buch von ihr kaufen und es signieren lassen!! *freu*