Erscheinungsjahr: 2001
Gelesen im Mai 2010
Verlag: Piper
Autorenseite

Rezension

„Nebenan“ ist gar nicht weit entfernt und doch eine Welt für sich, bevölkert von Elfen, Hexen und anderen phantastischen Gestalten. Die wenigen Übergänge in die Welt der Menschen werden von Nöhrgel und seinen Mannen streng bewacht. Als die Möchtegern-Druidin Mariana versehentlich eines dieser Tore öffnet, bricht das Chaos aus. Denn unheimliche Wesenheiten bahnen sich ihren Weg aus der Zwischenwelt in unsere Wirklichkeit: Der Erlkönig, der Alchimist Graf Cagliostro und eine Horde Trolle verbreiten Furcht und Panik. Mit einem teuflischen Komplott bereiten sie die Vernichtung der Menschen vor. Unsere Welt treibt dem Abgrund entgegen, wenn sich nicht noch jemand findet, der den bösen Kräften Einhalt gebieten kann…

Eigentlich wollte ich von lustiger Fantasy ja die Finger lassen, da ich bei der ein oder anderen leidvollen Erfahrung feststellen musste, dass dies absolut nichts für mich ist. Allerdings macht man für Lieblingsautoren ja auch mal Ausnahmen, und so habe ich mich – wenn auch mit leichten Bedenken – nach Nebenan begeben. Glücklicherweise, wie ich schnell gemerkt habe! Till war mir gleich sympathisch, wie er da mit dem Ende seines Studiums hadert und sich irgendwo zwischen Fremdenlegion und dem Sturz von einer Rheinbrücke sah. Und als die Dryade auftauchte, hatte mich die Geschichte natürlich erst recht an der Angel – es wurde auch schnell deutlich, dass es hier um mehr als „nur“ möglichst viele Lacher ging.

Man lernt eine Menge Wesen kennen, die jedoch nicht in der Masse untergehen, sondern durch ihr Innenleben und spezielle Fähigkeiten einzigartig sind. Durch viele oft wechselnde Erzählperspektiven erhält man Einblick in die unterschiedlichen Ereignisse, Welten und Zusammenhänge. Die Verknüpfung „unserer“ realen Welt mit Nebenan empfand ich als sehr gelungen – wer weiß, vielleicht gibt es diese andere Welt wirklich. Und wir sehen sie nur nicht, weil wir nicht daran glauben. Schließlich bin ich auch schon oft genug über vermeintlich nichts gestolpert …

Natürlich fehlt es auch nicht an Humor – mir hat gefallen, dass dieser nicht so abgehoben oder übertrieben war, sondern fein und leicht schräg. Und mit viel Situationskomik! Das fing für mich auch schon im Personenregister an.
Beim Lesen habe ich sicher sehr oft vor mich hin gegrinst und auch öfter mal gekichert. Ich war ganz traurig, als plötzlich die letzte Seite da war, und ich die vielen lieb gewonnenen Figuren gehen lassen musste. Diese zauberhafte Geschichte, die manchmal auch poetisch und romantisch war, hat mich einfach mitgerissen und sehr gut unterhalten – sicher nicht zum letzten Mal …

(Klick auf das Cover führt zu Amazon.)

Share: