Janine von Kapri-ziös hat letztes Jahr die tolle Aktion #buchpassion ins Leben gerufen, von der es nun eine zweite Auflage gibt, die unter dem Motto Lieblingsautoren steht. Das Herzstück ist eine Blog- und Webseitenparade vom 29.9.-1.10.2017, mehr darüber könnt ihr hier nachlesen. Da mir der Beitrag im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hat, wollte ich unbedingt wieder mit dabei sein! Auch wenn es ein bisschen knifflig ist, weil ich so viele Lieblingsautoren habe … Ich musste mich entscheiden: Schreibe ich „nur“ über die drei, die bei mir momentan auf dem Lieblingsautoren-Thron sitzen? Oder doch über mehr, aber wo ziehe ich die Grenze? Und ab wann wird der Beitrag zu lang? Ich habe mich dafür entschieden, über die Lieblingsautoren zu schreiben, die mich mit ihren Geschichten besonders intensiv erwischen. Und der Beitrag wird eben so lang, wie er wird. ;)

Bernhard Hennen

Zu meinem ersten Lieblingsautoren wäre es fast nicht gekommen, denn „Die Elfen“ hatten mich zwar gereizt, aber meine damals beste Freundin war unheimlich enttäuscht von dem Buch. So heftig, dass ich es schon fast von meiner Wunschliste gestrichen hatte. Zu der Zeit hatte ich aber auch das Literaturschock-Forum für mich entdeckt, wo auch eine Leserunde zu dem Buch angeboten wurde, was ich als Zeichen gesehen habe und meiner Neugier gefolgt bin. Das war 2006 … Gerade in den ersten beiden Büchern war für mich einiges ungewohnt, beispielsweise gab es viel mehr Action und auch die eine oder andere schockierende Szene, aber ich merke noch immer, wie sehr mich diese ersten Geschichten geprägt und auch meinen Buchgeschmack verändert haben.

Ich mag den Schreibstil sehr, er hat für mich auch etwas poetisches. Es werden magische Welten, komplexe Geschichten und tiefe Figuren erschaffen, die mich intensiv berühren. Mir gefallen die vielen Details und wie sich die verschiedenen Erzählstränge miteinander verbinden. Ich mag den Humor, die Romantik und … ja, auch die Tragik. Obwohl es mir bei einigen Figuren viel zu tragisch wird und ich dann wieder weine, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich schimpfe dann immer auf mein dummes Herz, aber beim nächsten Buch falle ich wieder drauf rein …

Von keinem anderen Autor besitze ich so viele Bücher – und die meisten davon habe ich (teilweise mehrfach) gelesen. Dieses Jahr ist Lesezeit-technisch ein Desaster, aber ich habe noch immer fest vor, meine Lücken aufzuholen. Als nächstes ist im November endlich Elfenmacht dran, da hibbele ich schon seit März … Bei keinem anderen Autor war ich öfter auf Lesungen – und irgendwie haben auch alle anderen parallel stattfindenden Lesungen verloren: Ich mag zwar stöhnen, aber die Entscheidung ist längst gefallen. Dafür fällt es mir schwer, ein Lieblingsbuch zu nennen, aber drei Kandidaten dafür sind: Elfenwinter, Nebenan und Wolfsträume.

Christoph Marzi

„Lycidas“ hatte sehr unterschiedliche Bewertungen erhalten, aber 2007 wollte ich einfach wissen, wie es mir mit diesem Buch gehen würde. Verunsicherte mich der Vergleich mit Dickens zu recht? Hatte ich genug Geduld für die Art, in der die Geschichte erzählt wurde? Die Bedenken waren unbegründet, denn ich war beeindruckt von der Sprache, der dichten Atmosphäre und den vielen Mythen, die in einem anderen Licht erscheinen. Außerdem liebe ich den Humor von Wittgenstein!

An den Büchern von Christoph Marzi mag ich den poetischen Stil und diese vielen wunderbaren Sätze, die ich einfach mehrfach lesen muss. Die Anspielungen auf Literatur, Film und Musik – die bei mir auch immer für neue Entdeckungen sorgen. Geschichten in Geschichten. Den Humor und die Magie zwischen den Seiten.

Meine erste Lesung war übrigens mit Christoph Marzi (der Hauptgrund) und Markus Heitz, moderiert von Tom Finn (der einen ziemlichen Eindruck bei mir hinterlassen hatte, auch wegen seinem Humor). Das war 2007 im Planetarium Hamburg.
Ich liebe die Geschichten aus der Uralten Metropole, „Fabula“ und „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ mochte ich aber auch sehr.

Oliver Plaschka

2007 hat mich die Beschreibung zu „Fairwater“ so neugierig gemacht, dass ich mich für die autorenbegleitete Leserunde angemeldet habe. Das klang für mich nach einem sehr ungewöhnlichen Roman – so ungewöhnlich, dass ich ein wenig Bammel hatte, ob ich die richtige Leserin für das Buch bin. Aber den Andeutungen zu Geschichten, Träumen und Rätseln konnte ich einfach nicht widerstehen. Und es war mal wieder gut, dass ich auf meine Neugier gehört habe, denn diese phantastische Geschichte zwischen Traum und Realität hat mich dann sehr begeistert.

An den Geschichten von Oliver Plaschka mag ich den poetischen Schreibstil und die Tiefe. Die verschlungenen Wege, die verwirren aber auch entwirrt werden können. Durch aufmerksames Lesen, dem Sammeln und Sortieren der Puzzlestücke. Ich mag Romane, die mich als Leser auch etwas fordern – das habe ich durch „Fairwater“ entdeckt. Mir macht das Rätseln und Spekulieren unheimlich viel Spaß. Und ganz nebenbei gab es ein paar kleine Ausflüge in die Science-Fiction, die mir gezeigt haben, dass es dort nicht nur „viel Technik“ gibt. Ich habe mich anfangs ja etwas gesträubt, aber inzwischen bin ich ein wenig weichgekocht …

Mein Lieblingsbuch ist „Die Magier von Montparnasse„, das hatte für mich einfach einen ganz besonderen Zauber. Und „Fairwater“ möchte ich unbedingt noch einmal lesen, genau wie „Der Kristallpalast„. Davor wartet aber erstmal „Marco Polo. Bis ans Ende der Welt“!

Aileen P. Roberts

Auf diese Autorin bin ich 2009 aufmerksam geworden, als ich nach Büchern mit Elfen und Kelten gesucht habe. Im gleichen Jahr war ich bei den Fantasydays und wollte unbedingt auch zu ihrer Lesung. Kurz vorher stand ich am Büchertisch und konnte mich nicht so recht für eins davon entscheiden, weil irgendwie alle laut nach mir gerufen haben. So haben wir uns kennengelernt – und es gab gleich etwas zu lachen. Mein erstes Buch von ihr war der erste Band von „Thondras Kinder“, 2010 in einer autorenbegleiteten Leserunde.

Mich verzaubern die erschaffenen Welten und verschiedenen Wesen. Sie sind magisch, es geht aber auch um Freundschaften und die persönlichen Weiterentwicklung. In den Geschichten stecken unheimlich viele Lieblingsfiguren – normalerweise ist das bei mir ja eher überschaubar. Unter ihnen ist beispielsweise Nal’Righal – mein erster Dunkelelf, der mich heftig erwischt hat. Und wer mir jetzt sagen will, dass er doch „nur“ eine Nebenfigur ist, lebt ziemlich gefährlich …

Claudia ist im Dezember 2015 gestorben, sie lebt für mich aber nicht nur in ihren Büchern weiter, sondern auch in meinem Herzen. Ich muss bei so vielen Dingen an sie denken … Natürlich auch wegen meiner ganz persönlichen Trost-Heidefee, die ich von ihr bekommen hatte, weil sie in einem Buch so einige meiner Lieblingsfiguren abgemurkst hat. Ich bin froh, dass es noch einige Bücher von ihr gibt, die ich noch für mich entdecken kann. Unter den bereits gelesenen sind meine Favoriten die Weltennebel/Weltenmagie-Reihe und „Der Feenturm„.

Fabienne Siegmund

2009 bin ich beim Stöbern an der Kurzbeschreibung zu „Der Nebel Notre Dames und andere Geschichten“ hängen geblieben, genauer gesagt an den „mysteriöse Katzen mit Schneeflockenobsidianaugen“. Das klang nicht nur mystisch, sondern auch sehr poetisch! Es hat allerdings gedauert, bis ich etwas von ihr gelesen habe – 2011 die Kurzgeschichte aus „Geisterhafte Grotesken“ und 2013 dann Goldstaub. Mit einem Clown, der mich mal nicht ängstigt. Und Schmetterlingen, die Seelen sind. Oder Raben, die einmal Engel waren.

Ich mag den poetischen Stil, wie mit Worten Bilder gemalt werden. Die melancholische Stimmung, in der es aber immer einen Funken Hoffnung gibt. Der Zauber, der von den Geschichten ausgeht. Und dass bisher jedes Buch meine ganz eigene Realität verändert hat – beispielsweise weil für mich nun Einhörner und Friedhöfe untrennbar miteinander verbunden sind.

Kandidaten für mein Lieblingsbuch sind Goldstaub, „Der Karussellkönig“ und Sommerkuss.

Erik Kellen

Auf diesen Autor bin ich 2012 durch eine Rezension auf dem Blog „Fantastische Lesetipps“ aufmerksam geworden, es klang tragisch, keltisch – und dann noch Hamburg als Handlungsort! Im Februar 2013 habe ich dann GezeitenZauber gelesen und war unter anderem von der Sprache und den stimmungsvollen Beschreibungen von Irland und Hamburg sehr angetan. Es gab auch eine wundervolle Stelle, in der es darum ging, warum Hamburg für jemanden, der sich zum Wasser hingezogen fühlt, wie ein kleiner Traum ist.

Ich mag den poetischen Schreibstil, der etwas in mir zum Klingen bringt. Es fühlt sich öfter so an, als ob ich am Lagerfeuer sitzen und einer Erzählung lauschen würde. Die Geschichten sind ungewöhnlich, auch weil sie so viele Überraschungen und besondere Figuren bieten. Komplex und tiefgründig. Mit einem schrägen Humor, der genau meinen Geschmack trifft. Und nordischen Flüchen, die einfach so auf mich abfärben und sogar auf der Arbeit mal rausflutschen. Das sorgt nicht nur für Erheiterung, sondern auch für einen düsteren Ruf … Dafür grinse ich im Winter sehr oft, weil ich überall Gletschergeister und den Eisschild-Clan sehe.

Auch hier ist das mit DEM Lieblingsbuch schwierig. Ich liebe die Nimmerherz-Legende, auch wenn ich manchmal mein dummes Herz verfluche. Aber GezeitenZauber eben auch, was nicht zuletzt an Liran liegt, der mich völlig erwischt hat.

Selma J. Spieweg

Ohne Qindie wäre ich auf diese Autorin wohl nicht aufmerksam geworden – oder zumindest erst viel später. So bin ich glücklicherweise schon 2013 an „Rattenauge“ hängen geblieben, weil mich die Beschreibung sehr neugierig gemacht hat. Dahinter versteckte sich eine Geschichte mit unzähligen Realitäten, die sich verändern und überschneiden. Mit Verbindungen und Hinweisen auf Märchen. In der die Grenzen zwischen Realität und Einbildung immer mehr verschwimmen.

Ich mag die komplexen Geschichten mit verschiedenen Realitäten und Zeitlinien. Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen, Mechanik fühlt sich manchmal wie Magie an – eine ganz neue Erfahrung für mich. Szenen, die aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert werden und dabei völlig unterschiedlich wirken. Mir gefällt, dass dem Leser etwas zugetraut wird und man dadurch auch so schön spekulieren kann. Dass mich manche Ereignisse verzweifeln lassen, aber am Ende doch alles gut wird – zumindest bisher. Und ich mag die Illustrationen sehr!

Für ein Lieblingsbuch kann ich mich auch hier nicht entscheiden … Ich liebe Boris & Olga, aber Rattenauge ist für mich auch etwas Besonderes.

T.S. Elin

Susanne von Literaturschock hatte mich Anfang des Jahres bzgl. der Blogtour zu „Götterkind 1“ angefragt, weil sie beim Thema Edda auch an mich denken musste. Und nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, musste ich ganz einfach an der Blogtour teilnehmen! Die Geschichte hatte mich am Haken und ich war unheimlich neugierig, wie es weitergeht.

Ich mag den Stil, modern und klar, gleichzeitig gibt es aber auch viele poetische Stellen, die ich sehr liebe. Ich bin davon beeindruckt, dass man die Anteile aus der Edda und die dazu erfundenen Mythen nicht trennen kann, weil beides so stimmig miteinander verwoben wurde. Die Geschichte kann mit unterschiedlichen Schwerpunkten gelesen werden – je nach persönlichen Vorlieben und den Figuren, die es einem angetan haben. Bei mir also die mystische Ebene und ganz besonders die Dunkelalben. Inklusive Prophezeiung.

Die mythologische Seite bietet vieles, das vom Bekannten abweicht, für mich persönlich aber auch genau so vorstellbar ist. So passend und lebendig, dass ich als bekennender Odin-Fan plötzlich auf der anderen Seite lande. Uuups. Und dann ist da natürlich noch die Figur, die mich so umgehauen hat, dass ich mich in sie verliebt habe. Das ist mir davor noch nie passiert … Da musste also erst der Fürst von Anderwelt auftauchen. *rotwird*

Der zweite Band von Edda Reloaded hat mich noch mehr als der erste mitgerissen, weil der Fokus auf den Figuren lag und (zur Einführung) nicht soviel erklärt werden musste. Als Einstieg würde ich aber trotzdem Götterkind 1 empfehlen.

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