Heute darf ich euch im Rahmen der Herbstlande-Blogtour bei mir begrüßen! Nachdem es gestern bei Sabrina ein Interview mit der Illustratorin Jana Damaris Rech zu lesen gab, stelle ich euch heute einige Wesen und Orte der Herbstlande vor. Ich bin ja wirklich beeindruckt von den vielen phantastischen Ideen und freue mich riesig, sie euch in diesem Beitrag präsentieren zu können. Mehr darüber, wie mir das Buch gefallen hat, findet ihr in meiner Rezension. Und jetzt geht es los – folgt mir in die Herbstlande!

Aus der Vogelperspektive erinnern die Herbstlande an ein riesiges Ahornblatt, an dessen Norden sich die Winterlande anschließen. Westen, Süden und Osten werden von Ozeanen umgeben, an deren anderen Ufern die Frühlings- und Sommerlande zu finden sind. Die Herbstlande selbst setzen sich aus den Ländern September, Oktober und November zusammen und werden durch große Waldgebiete geprägt.

Los geht es mit dem südlichsten Teil der Herbstlande: Dem September. Der dichte, meist von Laubbäumen durchsetzte Wald ist von einer eher sommerlichen Temperatur bestimmt. Die Blätter der Bäume leuchten selbst an regnerischen Tagen in allen Schattierungen von Gold, Gelb, Orange und sehr hellem Ocker. Lediglich im Norden des Landes gibt es kühlere Zonen, in denen der Baumbestand abnimmt.

Im September ist der Sommer noch greifbar, aber zugleich ist es in gewisser Weise auch das traurigste der drei Länder, weil der Tod des Sommers immer und alle Zeit gegenwärtig ist.

(Herbstlande, Seite 60)

Laubdrachen

Geschöpfe aus gefallenen Blättern, die für gewöhnlich gelb oder ockerbraun sind. Sie entstehen aus Blättern, die sich in den Höhlen der Senken sammeln, und ernähren sich von der Erinnerung an Sommertage, die im September noch allgegenwärtig ist. Laubdrachen sind sehr seltene Geschöpfe, sie schlafen oft Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte in ihren Höhlen, ehe sie auf bisher unentdeckte Weise ins Leben gerufen werden. Man kann immer nur einen einzigen von ihnen lebendig antreffen, ein anderer erwacht erst, wenn dieser vergangen ist.

Ein riesiger chinesischer Drache mit Schuppen aus Laub, Barten aus Efeu und Augen, die die Farbe von Kastanien hatten.

(Herbstlande, Seite 57)

Die Stadt Bumble

Wer nach Bumble kommt, lebt zunächst in den äußeren, sommergelben Häusern und ist immer fröhlich und glücklich. Doch je länger man in der Stadt bleibt, desto unglücklicher wird man, denn zu viel Glück verblasst irgendwann und wird zu Traurigkeit, weil man vergisst, warum man glücklich war. Wenn dies eintritt, wird man unweigerlich mehr in die Mitte der Stadt gezogen, durchlebt die schwärzer werdenden Häuser und wird schließlich von der Hummelherzogin geküsst. Im nächsten Moment steht man im Sommerwald, tieftraurig, ohne den Weg zurück zu kennen oder sich an etwas zu erinnern, was vor Bumble war.

Windtraumtänzer

Die schmetterlingshaften Bewohner der Insel Ling werden Windtraumtänzer genannt. Ihre Körper sind vollkommen schwarz und sehr schmal, ihre Augen komplett weiß. Die Flügel der Windtraumtänzer sind denen der Monarchfalter sehr ähnlich.

Windtraumtänzer werden auf den Windtraumweiden auf der Insel Ling geboren, einem Ort, der weder Sommer noch Herbst ist und doch beides zugleich. Ihr ganzes Leben verbringen sie auf diesen Bäumen, von dem Moment an, in dem sie ihre Flügel zum ersten Mal entfalten und in der Sonne trocknen lassen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Traum, den sie ihr ganzes Leben lang träumen, sich erfüllt und der Wind sie von den Ästen der Weiden pflückt und davonträgt.

(Herbstlande, Seite 66)

Die Feuerberge

Ihr Gestein ist rot und orange und gibt so den Anschein, als würden sie ständig in Flammen stehen. Tatsächlich aber brennt es nur in den tiefen, engen Schluchten, die sich zwischen den Bergen auftun. Dieses Feuer brennt immerwährend, weshalb man sagt, dass die Berge unpassierbar und unbewohnbar sind. Es gibt allerdings auch Geschichten, die davon erzählen, dass dort Phönixe leben.

Feuerfresserchen

In und um die brennenden Berge herum leben die Feuerfresserchen. Vom Aussehen her erinnern sie an wurmähnliche Schmetterlinge mit Fledermausflügeln, die nicht größer werden als eine Maus. Sie ernähren sich von Flammen und haben die Kraft, Verbrennungen zu heilen. Sie sind vollkommen schwarz, nur wenn sie gerade frisches Feuer gefressen haben, leuchten sie gelb.

Der Wunschbrunnen

Auf dem südlichsten Zipfel des Septembers, verborgen hinter einer Dornenhecke, liegt der Wunschbrunnen, ein Steinbecken, verziert mit Blättern und bewacht von einem Einhorn aus weißem Marmor. Trinkt man von seinem Wasser, so wird einem ein Wunsch erfüllt. Direkt an sein steinernes Gefäß schmiegt sich ein Haselnussstrauch, der immer Früchte trägt. Die Nüsse haben durch die Nähe zum Wunschwasser ebenfalls die Macht, Wünsche zu erfüllen.

Das Merlacorna

Vor dem September durchstreift das Merlacorna die Gewässer des Landes. Es hat das Aussehen eines Narwals, nur bei Vollmond kann es an Land gehen und nimmt dort die Gestalt eines Einhorns an, das jedoch immer noch sichtbar das Meer an sich trägt. So sind an den Fesseln ebenso kleine Flossen wie an den Wangen des Tieres. Sein Fell hat einen bläulich-grünlichen Schimmer. Rauchgraue Augen sind von kleinen, perlmuttfarbigen Schuppen umgeben. In seiner Mähne verfangen sich Muscheln und Seesterne. Mit seinem sehr langen, silbergrau gedrehten Horn ist es in der Lage, jeden Schmerz zu heilen.

Seine Besuche an Land sind mit der Suche nach seiner Gefährtin verbunden, die irgendwann an Land ging und nicht wiederkehrte. (Sie wurde versteinert und bewacht nun als Marmorstatue den Wunschbrunnen – würde das Merlacorna sie finden, könnte die Berührung seines Horns auch diesen Fluch brechen.)

Der Notember

Die Grenzeinöde, die im Norden von der Grenzmauer zum November, im Osten durch den Übergang in den Oktober und im Süden durch den Purpurstrom eingegrenzt wird. Der Notember ist eine karge Heidelandschaft mit vereinzelt dastehenden toten Bäumen und vielen Höhlen, in denen das Nesphamabi umgeht. Nachts liegt mitunter ein unheilvolles Leuchten über der Ebene, das von dort wachsenden Blumen ausgeht.

Das Nesphamabi

Ein raubkatzenartiges Wesen mit schwarzem Fell und weißen Punkten, das in seinem Maul mehrere Reihen spitzer Zähne hat. Das Nesphamabi kann sich unsichtbar machen und ernährt sich von Angst. Es ist nur den Wenigsten bekannt, dass es einem Gutes tut, wenn ihm zuvor Gutes getan wurde.

Doch ist das Nesphamabi kein bösartiges Wesen. Begegnet man ihm ohne Furcht oder gar freundlich, so soll es einem Gutes tun. Leider geschieht das sehr selten, denn wer das Nesphamabi sieht oder spürt, bekommt Angst, es ist das Kribbeln im Nacken, der Schauder auf der Haut, die unsichtbaren Blicke hinter jemandem. Und Furcht macht blind. Man fürchtet das Fremde.

(Herbstlande, Seite 92/93)

Der Friedhof

Südöstlich des Dorfes Liora liegt ein alter verlassener Friedhof, auf dem schon seit langer Zeit niemand mehr begraben wird und den folglich auch niemand mehr besucht, weil jeder, der dort liegt, längst vergangen und vergessen ist. Man betritt ihn eigentlich nur noch, weil dort der Kürbisgelbe Weg beginnt, der in den Oktober führt. Auf dem Friedhof gibt es keine Unterschiede zwischen Religionen. Die einzigen Bewohner sind ein Geistermädchen, das auf jemanden wartet, der versprochen hat es dort zu treffen und nie kam, und ein mondweißer Mitternachtsrabe, der ihm Gesellschaft leistet.

Mitternachtsraben

In den Nestern des Rabenhorstes leben die Mitternachtsraben. Diese stattlichen Rabenvögel entstehen zumeist aus gefallenen Sternen, in seltenen Fällen auch aus Tropfen von Mondlicht. Sie sind für gewöhnlich dunkelblau wie der Nachthimmel und haben goldene, sternengleich leuchtende Augen. Die Tiere, die aus Mondlicht geboren werden, sind hingegen weiß und ihre Augen glänzen silbern.

Die schwarzen Mitternachtsraben sind gefürchtete Jäger, aber ihre weißen Brüder und Schwestern sind von sanftmütigem Wesen.

(Herbstlande, Seite 102)

Der Oktober liegt östlich des Septembers und grenzt im Nordwesten an den November. Sind die Wälder und gerodeten Flächen im Süden des Landes noch eher idyllisch, hell und warm, wird es in nördlicher Richtung kühler und die Landschaft steigt an.

Im Oktober ist es bunt, und eine gewisse Fröhlichkeit und Leichtigkeit aus den Farben legt sich auf jeden, der dort ist.

(Herbstlande, Seite 96)

Die Mushpris

Kleine Pilzfarmer, die sogar entfernt mit den Feen verwandt sind und ihnen zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Ohren der Feen laufen aber spitz zu, die der Mushpris sind rund. Im Gegensatz zu ihren Verwandten leben sie jedoch nicht in den Gärten oder im Gehölz, sondern in den Bäumen um ihren Pilzwald herum. Sie treiben aber regen Handel mit den Feen und tauschen Pilze gegen Früchte. Im Gegensatz zu allen anderen Wesen können beide Völker die Pilze ohne Nebenwirkungen verzehren.

Du weißt auch gar nichts, nicht? Wir ziehen diese Pilze groß, kümmern uns um sie, ernten sie. Essen sie, tauschen sie.

(Herbstlande, Seite 135)

Lygnisse

Gestaltwandler, die überall im Oktober erscheinen können. Normalerweise durchstreifen sie die Wälder als Katzen, können sich aber auch in Drachen verwandeln. In der Gestalt einer Katze haben sie in etwa die Größe eines Luchses mit schwarz-weißem Fell in verschiedenen Mustern. Dabei scheint das Schwarz zu leuchten und das Weiß das Licht zu verschlucken. Die Augen der Lygnisse können alle möglichen Farben haben, ihre Augenfarbe ist gleichzeitig auch die Farbe der Schuppen des Drachen, der in der jeweiligen Katze schläft. Als Drachen haben die Lygnisse etwa die Größe eines Pferdes.

Behandelt man sie nicht höflich, so schicken sie einen in die Irre. Es heißt sogar, dass wenn man einmal von einem Lygnis eine falsche Wegbeschreibung bekommen hat, man den richtigen Weg nie wieder finden kann.

Du weißt nicht, was ich bin und bist müde und traurig und dennoch höflich, das sind nicht viele Menschen. Deswegen will ich dir einen Rat geben, Scarlett: Verliere dein Ziel nicht aus den Augen. Deines, verstehst du?

(Herbstlande, Seite 145)

Trolle

In den östlich gelegenen Trollhügeln leben die Trolle. Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind diese etwas zwei Meter großen, mit längeren Gliedmaßen, rauer Haut und kantigen Zügen ausgestatteten Wesen sehr höflich und geschickt. Sie können großartige Dinge mit Steinen anfertigen, was man ihnen aufgrund ihrer riesigen Hände nicht ohne Weiteres zutraut. Jedoch wollen die meisten Leute ihnen aber ihre Steine stehlen und dann werden sie biestig, weshalb es viele Geschichten von aggressiven Trollen gibt. Der Wert der Steine beruht hauptsächlich auf der Magie, die darin steckt. Sie werden zum Beispiel benutzt, um magische Amulette anzufertigen, weil eine Legende besagt, dass die Steine schon aus sich heraus magisch sind und deshalb jeden Zauber verstärken, das ist auch der hauptsächliche Grund, warum immer mal wieder Menschen versuchen, sie zu stehlen.

Die Felder der Wahrheit

Einst stand dort ein Palast, in dem die Könige des Oktobers gewohnt haben, bis Prinzessin Irina den Palast und das direkte Drumherum zerstörte. Der Boden der Felder ist geschwärzt, hin und wieder wirbelt beim Laufen Asche auf und nur hier und da ragen ein paar Steine oder Mauerreste aus der Einöde auf. Befindet man sich auf den Feldern, kann man nur die Wahrheit sagen, also weder lügen noch etwas Unwahres sagen, sehr wohl aber kann man Dinge für sich behalten.

Das Dorf Halloween

Im Nordosten des Grenzgebietes zum November liegt das Dorf Halloween. Wie alle anderen Dörfer steht es auf einer gerodeten Waldfläche. Es ist die am besten befestigte Siedlung, im Gegensatz zu anderen Dörfern, die hauptsächlich aus Holzhäusern bestehen, gibt es dort viele Steingebäude.

Wurzelfüßchen und Kürbisköpfchen

Wesen, die man nur in den Kürbisgärten im Südosten des Landes findet. Während die Kürbisköpfchen kleine Wesen sind, die Ranken als Körper und Gliedmaßen haben und winzige Kürbisse als Köpfe, sind die Wurzelfüßchen kleine Bäumchen, die sowohl bewegen als auch Wurzeln schlagen können. Schlagen sie einmal Wurzeln, können sie tatsächlich kleine Früchte austragen. Beide Wesen können sprechen.

Ghoule

In den Wispersümpfen leben Ghoule. Sie ernähren sich von allem, was in den Sümpfen stirbt, nehmen aber notfalls auch mit den dort wachsenden Pflanzen vorlieb. Die Ghoule sind ungefähr so groß wie Menschen. Sie haben sehr blasse Haut, die ein wenig ins Bläuliche geht; und recht kleine Augen, die mehr an dunkle Schlitze erinnern. Es sind insgesamt ziemlich dürre Gesellen mit relativ langen und schmalen Gesichtern, aber erstaunlich kräftigen und gleichzeitig feingliedrigen Händen. Sie haben ungewöhnlich lange Finger mit Nägeln, die spitz zulaufen und ziemlich stabil sind. Es sind keine Krallen, aber wesentlich härter und dicker als die Fingernägel von Menschen; Haare haben sie kaum bis gar keine; sie haben verdammt spitze und gefährliche Zähne, ihr Gebiss erinnert ein wenig an das eines Hais, aber ob es wirklich mehrere Reihen Zähne sind, wollte noch niemand so genau betrachten – und die, die es wissen, können nicht mehr davon erzählen.

Nordwestlich von September und Oktober befindet sich der November, das dunkelste und kälteste aller Herbstländer. Der November ist geprägt von kargen, toten Wäldern, unüberwindbar scheinenden Bergen und Ebenen, in denen man in Mooren und Nebeln verloren gehen kann.

Der November trägt Trauer und atmet Abschied. Das Leben findet hier sein Ende. Die Kälte naht. Jeder, der hier wandelt, spürt das.

(Herbstlande, Seite 259)

Der See der kalten Tränen

Dolora, die Herrin der Verzweiflung, ging einst aus gebrochenem Herzen in das kalte Wasser, doch nun findet sie dort keine Ruhe. Sie ist blassweiß, hat blaue Lippen und tiefe Augenringe. Sie lebt von den Erinnerungen an ihre verlorene Liebe. Ein jeder, der sich in die Nähe ihres Sees verirrt, wird von ihrer Verzweiflung übermannt. Kann derjenige sich nicht rechtzeitig entziehen, so stürzt er sich zu ihr in die Fluten. So sind all jene, die ihr ins Wasser folgten und den Tod fanden, ihr Hofstaat im See.

Spiegelwald

Der Spiegelwald ist ein kahler und lebensarmer Ort. Überall gibt es Spiegel, die die Leere in alle Richtungen reflektieren und so nochmals vergrößern. Durch den Wald verläuft ein Pfad, der schließlich zu einer Lichtung führt, auf der es abermals überall Spiegel gibt. Im Spiegelwald existieren zwar keine Tiere mehr, jedoch gibt es die Verlorenen in den Spiegeln und Spiegelscherben; Seelen, die nicht mehr aus dem November herausgefunden haben und für immer in ihren Seelenspiegeln gefangen sind.

Die Spinnenkönigin

Mitten in den Spinnenbergen in jener Klamm, die nördlich durch das Gebirge führt, liegt die Spinnenschlucht. Dort lebt die Spinnenkönigin, eine riesenhafte Spinne mit dem Kopf einer alten, verhärmten Frau. Die ersten beiden ihrer acht Gliedmaßen sind Arme, die übrigen Beine. Sie lebt in riesigen, nass-klebrigen Netzen, von denen sie sich auf Wanderer herablässt und deren Entschlossenheit sie mittels einer riesigen Waage aufwiegt, um zu entscheiden, ob sie sie weiterziehen lässt oder nicht.

Aufgebracht klackerte das Monster mit den Beißzangen, bevor es weitersprach. »Kkönigin vom Berg. Ich! Gebiete über alle, die kkommen. Und sie bleiben. Bei mir. Kkein Weiter, kkein Weg vorbei! Ich nehme sie, alle. Gebe ihnen die Ewigkeitt.«

(Herbstlande, Seite 285)

Die Nebel von Akrasia

Niemand kann ihre Größe bestimmen, da man sich in ihnen für immer verlieren oder sie binnen kürzester Zeit durchquert haben kann. Die Dauer des Marschs hängt nicht von der Zeit oder der Weglänge, sondern von der Entschlossenheit des Wanderers ab. In den Nebeln gibt es ein stetes Huschen und Flüstern, als hausten dort sehr viele Gestalten. Doch die Gestalten, die man wirklich zu Gesicht bekommt, bestehen alle aus dem Nebel selbst und sie sind von alles verzehrendem Wesen …

»Deine Träume …«
»Träum sie für uns ein letztes Mal!«, tröpfelten die Stimmen, und als Scarlett wieder aufsah, erkannte sie, dass die Nebelfinger nicht nur ihre Haare aufzulösen vermochten. Auch ihre Kleidung verschwand, der Stoff wurde dünner, löchriger; ihre Haut begann zu kribbeln und tropfte von ihren Händen und aus den Löchern im Mantel, nur um sich als Dampf mit den Nebeln zu vereinigen.

(Herbstlande, Seite 307)

Der Kürbispalast

Westlich von den Nebeln von Akrasia steht, auf einem kleinen, kahlen Berg inmitten eines Waldes, der Kürbispalast, ein riesiger Kürbis, in dem die Kürbiskönigin lebt. Der Wald, den man auf dem Weg zum Palast durchqueren muss, ist kahl und leblos und an vielen Stellen von schwarzem Pilzschleim überzogen. Dieser wird von kleinen bösen Faulkürbissen abgesondert, die sich durch das Holz fressen. Äste krachen hier und da ab, der Wald scheint zu vergehen. Die Kürbiskönigin sieht für jeden, dem sie begegnet, anders aus, denn in ihr spiegeln sich Wunsch und Erwartung ihres Gegenübers wider.

Der Schatten, den der Kürbispalast warf, war so breit und lang, dass Scarletts zweistöckiges Elternhaus mitsamt dem Garten, der Scheune und der Streuobstwiese davon hätte verdunkelt werden können. Mit klopfendem Herzen stand Scarlett am obersten Rand des Hügels, stützte sich gegen einen verkrüppelten Baumstamm und starrte auf den düsteren Riesenkürbis, der sich vor ihr auftürmte, und der der Sitz der Herrscherin der Herbstlande sein sollte. Hier und da schimmerte der Palast sogar auf seiner Schattenseite orangegolden, doch es war kein schönes Schimmern, sondern erinnerte sie an nasse Flecken. Nein, dachte Scarlett, der Palast wirkte nicht wie das Herz des Herbstes, er sah ganz und gar nicht aus wie die pompöse Residenz einer Herrscherin.

(Herbstlande, Seite 320/321)

Quellen: Herbstlande und Herbstlande – Ein Reisejournal.
© der meisten Texte: Fabienne Siegmund, Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser


Gewinnspiel

  1. Preis: 2x 1 Gewinnpaket bestehend aus einer Printausgabe „Herbstlande“ inkl. Reisejournal und Poster
  2. Preis: 2x 1 Poster „Herbstlande“

Es gibt zwei Möglichkeiten, um Lose für den Lostopf zu sammeln: Durch das Beantworten der jeweiligen Frage in den Blogbeiträgen (als Kommentar) kann man insgesamt 13 Lose sammeln. Wenn ihr die Facebookseite Die Herbstlande liked, den Gewinnspielbeitrag liked und kommentiert, könnt ihr noch ein zusätzliches Los sammeln.

Meine Gewinnspielfrage lautet:
Welches Wesen aus den Herbstlanden reizt euch besonders?
(Wer sich – so wie ich – nicht entscheiden kann, darf natürlich auch gern mehrere nennen.)

Das Gewinnspiel endet am 09.09.2017 um 23:59 Uhr.

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnahme ab 18 oder mit Einverständniserklärung der Eltern und Wohnsitz in Deutschland.
  • Keine Haftung für Postverlust.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Die Teilnehmer sind damit einverstanden, dass ihre Namen auf der Seite veröffentlicht werden dürfen.
  • Änderungen vorbehalten.

Ihr wollt noch mehr über die Herbstlande wissen?
Dann schaut unbedingt bei den anderen Stationen der Blogtour vorbei! Morgen geht es bei Chaoshoch4 weiter. :)

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