Erscheinungsjahr: 2016
Gelesen im Januar 2017
Verlag: Heyne
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In einer eisigen Winternacht flieht die 21-jährige Neve nach einem schrecklichen Streit mit ihrem Freund in die kanadischen Wälder. Dort verliert sie das Bewusstsein – und wird von Lauri gefunden, der sie mit in seine einsame Blockhütte nimmt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, doch die Nacht im Wald hat Neve verändert. In ihr wurde eine uralte Magie erweckt und sie empfindet eine immer stärker werdende Sehnsucht, die nur Eis und Schnee stillen können …

Die Geschichte beginnt mit Neves Flucht in die eisige Nacht, um ihrem Freund und seinen Schlägen zu entkommen. Die Kälte, die sie nie gemocht hatte, wird nun zu ihrer Verbündeten. Aber welchen Preis muss Neve dafür zahlen?

Bereits auf den ersten Seiten hat mich die wunderbare winterliche Atmosphäre eingefangen, ich konnte den Schnee riechen und die eisige Luft spüren. Später wurde das noch intensiver, denn der Winter zeigt sich in diesem Roman auf vielfältige Weise. Es gibt auch eine starke mystische Seite, die es mir sehr angetan hat. Die Macht des Winters – gnadenlos, kühl und trickreich, es gibt aber auch Zuneigung und Mitleid.

Mir gefällt, dass Neve nicht perfekt ist und sich danach sehnt, ihre Heimat zu finden. Den Ort, an dem sie sich geborgen und zu Hause fühlt. Dass sie nicht mehr mit ihrem Freund zusammen sein will, aber dennoch ihre Gefühle nicht einfach abschalten kann. Dass sie sich trotz der Veränderungen, die mit ihr vorgehen, an ihre Gefühle für Lauri klammert und ihn schützen will. Sie ist zerrissen zwischen der Sehnsucht, ihrem neuen Schicksal zu folgen, und den Kampf um Lauris Leben.

„Das Frostmädchen“ war für mich ein magisches und spannendes Wintermärchen mit einer dichten Atmosphäre. Die gelungene Mischung aus einer zarten Liebesgeschichte, Winter und Mystery hat dazu beigetragen, dass der Roman mich sehr fasziniert und berührt hat. Ein echtes Wohlfühlbuch und ein neuer Schatz in meiner Winterbuch-Sammlung.

Die Welt bestand aus Nacht und Helligkeit, aus Kälte und zarten Berührungen auf den Wangen. Und aus Schmerz.

(Zitat aus „Das Frostmädchen“, Seite 7)

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