Es war verdammt knapp, aber ich konnte dieses Jahr dann doch noch zur Leipziger Buchmesse fahren! Mit einer gefühlten halben Apotheke in der Tasche – und natürlich vielen Büchern, die ich signieren lassen wollte. Am Donnerstag war meine Motivation ganz plötzlich weg, aber meine Füße wussten schon, wohin sie mich bringen müssen … Damit ich mich nicht gleich am ersten Tag übernehme, bin ich erst gegen Mittag auf der Messe aufgeschlagen und mein erster Weg führte mich (wie üblich) zur Fantasy-Leseinsel. Dort fühlte ich mich ein wenig orientierungslos, weil es hinter dem Signierbereich anders aussah und ich die nette Betreuung durch WerkZeugs sehr vermisst habe. Aber hinsetzen und lauschen habe ich dann doch noch geschafft.

Meine erste Lesung war die zu „Elfenwächter“ von Carolin Emrich. Leider hat mich weder die Geschichte noch die Atmosphäre erreicht, es fühlte sich für mich zu „jugendlich-mädchenhaft“ an – und eher nach Romantasy statt nach High Fantasy, wie vom Verlag angegeben. Irgendwie habe ich den Zugang einfach nicht gefunden, was schade ist, weil das Buch inhaltlich nach etwas für mich klang …

Gleich danach las Anja Bagus aus Ætherhertz und konnte mich total fesseln. Die Ætherwelt finde ich sehr spannend, bisher kenne ich aber nur „Waldesruh“, den ersten Teil der Glasberg-Trilogie. Die Romane um Annabelle Rosenherz klingen aber auch reizvoll – und die Atmosphäre hat mich wieder begeistert! Genauso wie die Andeutungen, die auch meine Neugier geweckt haben …

Nach einer kleinen Mittagspause und einem Schwung frischer Luft ging es dann zum Drachenmond-Stand, wo eine Signierstunde stattfand. Dort hat mir Christian Handel meine Ausgabe von „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ signiert – und ich habe auch ein passendes Poster abgestaubt! Auf die Anthologie bin ich sehr gespannt, auch weil sich dort ein paar Lieblingsautoren von mir tummeln …

Danach ging es dann wieder zurück zur Fantasy-Leseinsel, denn um 14:30 fand eine Lesung zur Anthologie „Yggdrasil der Weltenbaum: Fenrir und Loki“ statt. Vor allem der Auszug der Kurzgeschichte von Jenny Wood hat mir sehr gefallen – ich muss jetzt unbedingt wissen, wie es mit Hel weitergeht! Beim Thema Nordische Mythologie bin ich ja ein leichtes Opfer, besonders wenn man mich mit neuen Geschichten dazu so leicht fesseln kann und ich die Atmosphäre mag. Loki fand ich auch sehr gelungen … Und den Humor!

Dann las Christoph Hardebusch aus Schattenkaiser, dem ersten Teil einer Duologie. Es begann düster und spannend, daher war nicht nur mein Kopfkino sondern auch meine Neugier gleich mit dabei. Spätestens bei dem geheimnisvollen Wanderer und der Macht der Geister war ich dann total gefesselt. So sehr, dass ich doch tatsächlich zusammengezuckt bin, als mich jemand am Arm berührt hat … Danach ging es dann zum Signieren und direkt wieder zurück zur Fantasy-Leseinsel.

Anke Höhl-Kayser las aus „Das Geheimnis der Sternentränen“, einer Mischung aus Fantasy und Science-Fiction. Ich kenne das Buch bereits, daher war ich gleich wieder in der Geschichte drin. Die Gefühle und Bilder, die ich beim Lesen hatte, wurden wieder präsenter – und auch die Erinnerung daran, dass beide Genre-Welten mich sehr fesseln konnten. Ich habe mir ja lange keine SF-Bücher zugetraut, auch weil ich Angst vor zuviel Technik habe …

Nach dem Signieren und einer kleinen Stärkung bin ich Anke dann zu ihrer Signierstunde am Bookspot-Stand gefolgt, auch weil Birgit Otten ebenfalls dorthin kommen wollte und ich sie ja mal zu gern „live“ treffen wollte. Das hat dann auch geklappt, irgendwie waren da ja nur nette Menschen, und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Dafür habe ich sogar die Seraph-Verleihung sausen lassen, aber es hat sich gelohnt, weil es wirklich schön war. Und süße Geschenke habe ich auch noch bekommen! Ich bringe ja irgendwie immer nur Arbeit mit, hmmm … Wenigstens hatte ich Visitenkarten dabei.

Auf dem Weg zurück in die Ferienwohnung habe ich dann bemerkt, wie erledigt ich bin und die Abendplanung spontan gestrichen. Ich bin tatsächlich schon gegen 21 Uhr schlafen gegangen, was ich erst ärgerlich fand aber im Nachhinein genau das Richtige war. Am nächsten Tag ging es mir nämlich deutlich besser …

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