Erscheinungsjahr: 2011
Gelesen im Februar 2016
Verlag: Acabus
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Rezension

Im 2. Jahrhundert v. Chr. im Land der Kelten: Der 19-jährige Aigonn wird in seiner ersten Schlacht von einer jungen Frau gerettet, die von den Toten auferstanden ist. Sie erkennt in ihm einen Seher und vertraut Aigonn an, dass in ihr eine alte Seele zurückgekehrt ist. Zusammen versuchen sie herauszufinden, warum das so ist und was es mit den rätselhaften Selbstmorden auf sich hat, die zur Zeit passieren. Dabei muss sich Aigonn nicht nur seiner Vergangenheit und seiner Gabe stellen, die Suche führt ihn auch auf den Weg eines neuen Gottes, der seine Macht erst noch zeigen wird …

Im Prolog ist der 10-jährige Aigonn auf der Suche nach dem verlorenen Jagdmesser seines Vaters und begegnet dabei einer Nebelfrau, einem aus Nebel geborenem Geist. Seitdem sucht sie ihn manchmal auf und spricht zu ihm, wenn auch selten. Die Geschichte beginnt also sehr mystisch und hat mich auch durch die stimmungsvollen Bilder schnell eingefangen.

Aigonn hat dem Schamanen Rowilan nie etwas von der Nebelfrau erzählt, weil er ihm seit dem Tod seiner Schwester misstraut. Doch der Schamane ist ein guter Beobachter und glaubt, dass Aigonn eine herausragende Fähigkeit besitzt, mit der Geisterwelt zu kommunizieren. Dieser Verdacht erhärtet sich, als die junge Frau ausgerechnet in seiner Anwesenheit von den Toten aufersteht.

Mir hat gefallen, dass der Grund für dieses Misstrauen so detailliert ausgearbeitet wurde, mehrere Blickwinkel erhielt und mich durch die Geschichte begleitet hat. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Aigonn und Rowilan war für mich eins der wichtigen Themen dieses Romans. Meine Sicht auf den Schamanen hat sich nicht nur geändert, er ist mir auch ziemlich ans Herz gewachsen.

Die Mischung der historischen und phantastischen Anteile in dieser Geschichte fand ich sehr stimmig, da wirkte nichts aufgesetzt oder wie schmückendes Beiwerk. Natürlich sind die Überlieferungen aus jener Zeit sehr lückenhaft, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen so gelebt haben. Die mystische Seite hat mich ebenfalls überzeugt, die Beschreibungen wirkten sehr intensiv auf mich – facettenreich, mit vielen Details und dem besonderen Zauber.

„Anation“ war für mich eine berührende, magische und sehr fesselnde Lektüre, mit der ich mich einfach wohl gefühlt habe. Ich mochte die dichte Atmosphäre, die Figuren, die historisch-phantastische Welt und die verschiedenen Themen, mit denen Spannung aufgebaut wurde. Ganz besonders hat mich allerdings die vielseitige mystische Ebene dieser Geschichte fasziniert. Ich bin schon gespannt, wie es mit dieser Reihe weitergeht und möchte auf jeden Fall mehr von der Autorin lesen …

Reihenfolge:

  1. Anation. Wodans Lebenshauch
  2. Völva. Wodans Seherinnen
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