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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Ich tauche besonders gerne in deutsche Fantasywelten ab, halte mich gelegentlich aber auch im "Ausland" auf.

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[Gastbeitrag] Ju Honisch: Bisse

Heute darf ich euch einen Gastbeitrag präsentieren! Ju Honisch erzählt uns etwas über ihre Kurzgeschichtensammlung Bisse, die nach einem Dasein im Verborgenen nun wiederbelebt wurde. Ungewöhnliche Geschichten mit bizarr-phantastischen Ideen. Und jetzt übergebe ich die Tastatur an Ju!

Gastbeitrag

BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten. Gesammelt habe ich sie über ein paar Jahre. Und irgendwann hat damals ein brandneuer Kleinstverlag sie veröffentlicht und danach leider schnell die Lust verloren. Jahrelang lagen die Bücher in irgendeinem Zimmer, und es rührte sich nichts.

Nichts.

Nichts ist verflixt wenig und überhaupt nicht gut. Und so freue ich mich, dass BISSE nun erfolgreich wiederbelebt wurde. Tatsächlich ist es – eigentlich – neu. Denn vorher lebte es ein Leben im Geheimen. Es war ein wenig wie Schrödingers Katze, verborgen im Nirgendwo, gleichermaßen existent und nicht existent. Niemand kannte es. Niemandem wurde es angeboten. Es fand den Weg zu keiner Con – außer in meinem Gepäck. Gelegentlich fand mal ein persönlicher Bekannter zu dem Buch. Viele waren es nicht.

Damit könnte ich es jetzt „Geheimtipp“ nennen, aber so lustig ist das für eine Autorin gar nicht, wenn es ein Buch von ihr gibt, an das keiner rankommt, von dem tatsächlich nie einer gehört hat.

Doch nun ist alles gut. Hockebooks hat sich der E-Book-Ausgabe angenommen. Und die Rechte für das Druckwerk sind auch zurück, so dass einer Neuerscheinung als gedrucktes Buch irgendwann nichts mehr im Wege steht. Ein Buch, das man dann tatsächlich finden und kaufen kann.

Kaufen kann (und soll!) man es natürlich jetzt auch schon – als E-Book.

BISSE war mein „Erstlingswerk“, lange vor dem ersten Roman angefangen. Übrigens auch lange, bevor es diese Vampirserie mit Bissen zu bestimmten Tageszeiten gab. BISSE hieß schon vorher so. Ich lege tatsächlich Wert darauf, hier nicht als schnöder Nachahmer oder Trendzutodereiter dazustehen.

Die Geschichten in BISSE sind alle ein wenig abstrus. Sie sind gruselig auf sehr eigene Weise, nicht im klassischen Sinn der Lagerfeuer-Geistergeschichte, sondern eben anders. Es mangelt nicht an magischen oder mythischen Wesen, doch vor der dummdreisten Grausamkeit, zu der die so gar nicht mythischen Mitmenschen und lieben Nachbarn fähig sind, verblasst ihr Schrecken.

© Ju Honisch

© Ju Honisch

Was hört man immer, wenn etwas grauenhaft Schreckliches passiert ist? Als unauffällig, freundlich und nett werden dann die Täter beschrieben, die irgendwann losziehen und etwas Furchtbares tun. Der normale Mitbürger trägt den Nukleus der Zerstörung in sich. Vielleicht haben wir ihn alle, vielleicht nur manche. Vielleicht ist die zivilisatorische Schale um unseren bösen Kern verschieden dick – oder es sind die Umstände, die von innen an dieser Schale nagen, bis das Unsägliche hervorbricht.

Es ist nicht neu, wenngleich auch politisch brisant, dass wir als Menschen uns vor dem Unbekanntem fürchten. Als „eine auf Kohlenstoff basierende, zweifüßige, vom Affen abstammende Bioform“ (Zitat: Douglas Adams) mögen wir es „norm-al“. Das heißt, dass aus der üblichen Abfolge von Realitäts-Ritualen möglichst nichts als fremd oder seltsam hervorstechen soll. Denn dann müssten wir neu denken, selbst bewerten, Mut zeigen, aus unseren Starren Strukturen ausbrechen.

Unsere Vorurteile, seien sie positiv oder negativ, stützen uns in der völlig subjektiven Wahrnehmung unseres Lebens. Sie geben uns ein Gerüst – und manchmal hängen wir recht schief darin, wenn es nicht passt.

Die „Helden“ in BISSE passen in ihre Realität. Und dann auch wieder nicht. Gar nicht. Das, was diese Geschichten gruselig macht, ist das Normale. Dieses Durchgenormte, Angepasste, Brave. Denn was lauert in manchen Menschen, vielleicht gar in einem selbst: All das Verborgene, Verdrängte, Gemeine, das aus Irrtum oder Wahn Geborene.

Dass das Böse so nah und vertraut sein kann, das möchten wir nicht wahrhaben. Wir schützen uns vor der Erkenntnis mit Plausibilitätsbekundungen und statistischen Daten, als könnten die Worte „nicht wahrscheinlich“ etwas an der „Tatsächlichkeit“ einer unerwartet neuen Realität ändern.

Die Welt ist anders. Wir sind anders: Wir sind nicht alle nett.

Genau da setzt „BISSE“ mit 17 ungewöhnlichen Geschichten an. Geschichten, die die Norm durchbrechen. Die unbequem sind, aber spannend. Die das Unerwartete bieten, weil sie sich drehen und wenden und dann doch wieder anders sind. Wild. Böse. Fies.

final_Bisse_cover

 

BISSE – 17 ungewöhnliche Geschichten
Ju Honisch
ISBN: 9783957511119
Leseprobe
Erscheinungsdatum: 30.10.2015
(Erstveröffentlichung: 2007)
Preis: 6,99 €
E-Book-Download: http://www.hockebooks.de/ebook/bisse

 

© Ju Honisch

1 Kommentar

  1. karin karin
    28. Januar 2016    

    Hm,

    werde ich mir gerne mal merken. Danke für diesen Tipp.

    Schönen Donnerstag..LG..Karin…

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