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Archiv für die Kategorie „fantastisches Interview“

Interview mit Bernhard Hennen

Bernhard Hennen wurde 1966 in Krefeld geboren und ist ausgebildeter Germanist, Archäologe und Historiker. Bereits während seines Studiums an der Universität Köln arbeitete er als Journalist für verschiedene Zeitungen und Radiosender. Seit Ende 2000 lebt er wieder in seiner Geburtsstadt.

© Bernhard Hennen

Lieber Bernhard – vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst!
Als erstes würde mich interessieren, wie Du Dich selbst beschreiben würdest.

Hmmm… Ich glaube ich kann von mir sagen, dass ich in jeder Hinsicht bücherverrückt bin und meinen Nachtschlaf bedenkenlos sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben opfere. Das tut mir zwar regelmäßig leid, wenn ich meine Kinder im Morgengrauen zum Kindergarten oder zur Schule eskortiere, aber irgendwie reicht mein Erinnerungsvermögen nie bis zur Nacht und ich tue es wieder.

Am 13. Juni erschienen „Die Elfen“ als Hardcover, wie kam es dazu?

Viele Leser hatten mich gefragt, ob es möglich sei, eine hochwertigere Ausgabe von „Die Elfen“ herauszugeben, da ein Taschenbuch bei mehrmaligem Lesen mitunter etwas leidet. Als sich Gelegenheit zu einer neuen Ausgabe bot, wollte ich, dass ein deutlich hochwertigeres Buch geschaffen wird, das zusätzliches Material enthält, wie etwa das Glossar, das bei den späteren Elfen-Büchern zur Standardausstattung gehört, im ersten Roman aber immer fehlte.

War von Anfang an geplant, die Ausgabe zu illustrieren? Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Michael Welply – und wie sah diese aus?

Ich habe mit dem Lektorat von Heyne lange verhandelt, was man zusätzlich ins Buch bringen kann ohne einen gewissen Preisrahmen zu sprengen. Und wie sich zeigte, ging noch eine ganze Menge. Dazu gehört, dass die bekannte Albenmark-Karte nun erstmalig in Farbe vorliegt. Wichtiger aber sind die beiden neuen Novellen von James Sullivan und mir – zusammen 100 Seiten neuer Text. Der Kontakt zum Illustrator Michael Welply wurde vom Heyne Verlag hergestellt. Gleich bei den ersten Mails, die wir austauschten, erklärte sich Michael bereit, sich die französische Ausgabe von „Die Elfen“ zu besorgen, um mit seinen Entwürfen eng am Text zu arbeiten. Es ist eher die Ausnahme, dass ein Illustrator das vollständige Buch liest, an dem er arbeitet. Ich war sehr begeistert von seinem Enthusiasmus. Nachdem Michael den Roman gelesen hatte, habe ich ihm eine Liste von Illustrationsideen geschickt, aus der er Themen, die ihm gefielen, auswählen konnte. Anschließend hat er zu jedem geplanten Bild eine Skizze angefertigt, so dass wir uns noch einmal über Details verständigen konnten. Das bedeutete im Endeffekt zwar, dass wir fast hundert (oft sehr lange) Mails ausgetauscht haben, aber das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand. Ich bin mit den Illustrationen sehr zufrieden. Sie haben den Geist des Buches eingefangen. Durch diese Bilder wird die neue Ausgabe von „Die Elfen“ zu einem echten Schmuckstück.

Deine in der neuen Ausgabe enthaltene Novelle trägt den Titel „Farodin“, erzählst Du uns etwas über sie? Gab es mehrere Ideen oder wusstest Du schnell, welche Geschichte es werden sollte?

Ich hatte schon vor längerer Zeit den Plan gefasst, etwas über die Vorgeschichte Farodins zu schreiben und so kam mir diese Möglichkeit sehr gelegen. Die Novelle handelt von der ersten Begegnung zwischen Farodin und Aileen, die in ihrer späteren Inkarnation Noroelle sein wird. Gleichzeitig wird – als Rahmenhandlung – auch von der letzten gemeinsamen Nacht Farodins und Aileens erzählt. Ich wollte, dass die Leser Noroelles Entscheidung am Ende von „Die Elfen“ besser verstehen können und sie auch einen anderen Farodin kennenlernen. Nicht den kühlen, selbstbeherrschten Meuchler der Königin, der er in „Die Elfen“ ist, sondern jenen jungen Jäger aus den Mondbergen, der gar nicht darauf aus ist, jemals an den Hof Emerelles zu kommen. Mit dieser neuen Geschichte erhält Farodin noch mehr Tiefe und sie führt den Leser zurück zu jenem Tag, an dem seine Seelenfehde mit dem Trollherzog Dolgrim und dessen späteren Inkarnationen begann.

Die Elfen

Schreibst Du lieber historische Romane oder Fantasy?

Was das angeht habe ich keine besonderen Vorlieben. Ich schreibe gerne gute Geschichten. Das Genre spielt für mich dabei eine untergeordnete Rolle. Für einen Fantasy-Roman betreibe ich fast genauso umfangreiche Recherchen wie für einen historischen Roman. Für den neuen Roman „Drachenelfen“ habe ich zum Beispiel so viel über die späte Bronzezeit und frühe Eisenzeit gelesen, dass ich mit geringem Mehraufwand auch einen Troja-Roman schreiben könnte. Was aber gewiss nicht mein nächstes Projekt werden wird.

Für den nach einer Idee von Kai Meyer entstandenen Romanzyklus „Die Nibelungen“ hast Du auch zwei Bücher geschrieben. Dort hat mir unter anderem die Darstellung von Hagen sehr gefallen – könntest Du Dir vorstellen, irgendwann eine weitere Geschichte in diesem Setting zu schreiben?

Leider wird es dazu in der Form der beiden vorliegenden Romane keine weiteren Bände geben können, denn die Serie wurde von Kai Meyer konzeptioniert und betreut, und sie ist abgeschlossen. Allerdings habe ich seit langem Ideen für einen Nibelungen-Roman, der sich sehr eng an den Fakten aus der Völkerwanderungszeit orientieren würde. Ich hoffe eines Tages werde ich Gelegenheit haben auf diesem Wege noch einmal schriftstellerisch in das Xanten der Nibelungenzeit zurück zu kehren.

Das Nachtvolk

Wie stehen die Chancen für eine Weiterführung der Gezeitenwelt-Saga?

Auch hier sieht es nicht gut aus. Vier zunehmend erfolgreiche Autoren in einem gemeinsamen Projekt zu koordinieren ist keine leichte Aufgabe. Dennoch hoffe ich, dass uns dies eines Tages gelingen wird. Immerhin liegen noch Exposés für acht weitere Romane in unseren Schubladen.

Was für Rückmeldungen hast Du zu den Elfenwelten bekommen? Konnten sich viele Leser auf das Abenteuer einlassen, die Bilder von anderen zu entdecken?

Die Rückmeldungen zu den „Elfenwelten“ sind gemischter Natur. Viele haben sich beschwert, weil die abgebildeten Romanfiguren nicht ihren Vorstellungen entsprachen, was natürlich völlig unmöglich ist, denn unsere Vorstellungen gehören uns ganz alleine, es sei denn, man hat das künstlerische Rüstzeug sie zu Bildern werden zu lassen. Ich bin mit dem Buch nach wie vor sehr zufrieden und benutze es regelmäßig als Referenzmaterial für weitere Arbeiten.

Elfenwelten

Wie schwierig ist es, ein lustiges Buch zu schreiben? Könntest Du Dir eine Rückkehr nach Nebenan vorstellen?

Schwierig. Mein Problem mit dem Buch lag vor allem bei den Zweifeln, die mich regelmäßig beim Korrekturlesen überfallen haben. Liest man seine eigenen Witze zum dritten oder vierten Mal kann man sich kaum noch vorstellen, dass irgendjemand darüber lachen wird. Allerdings gestalte ich gerne humoristische Szenen, wie man an Figuren wie Mandred in „Die Elfen“ oder aber den Zwergen im neuen „Drachenelfen“- Roman erkennen kann. So stehen die Chancen insgesamt ganz gut, dass ich noch einmal einen humoristischen Roman schreiben werde. Ganz konkret habe ich Ideen zu einem „Wikinger“-Fantasy-Roman, der recht schräg werden würde.

Nebenan

Im Oktober erscheint der erste Band Deiner neuen Drachenelfen-Trilogie. Wann ist Dir die Idee zu einer Geschichte in der Frühzeit der Albenmark gekommen?

Seit dem Roman „Die Elfen“ gibt es viele Gerüchte und Geschichten über die Drachenkriege. Die Epoche, in der Emerelle gemeinsam mit Falrach gegen die Drachen kämpfte und in der die Alben, die Weltenschöpfer, ihre Völker noch nicht verlassen hatten. Es war also von Anbeginn an angelegt, einmal über diese Zeit zu schreiben und doch ist es ein radikaler Schnitt. Alle bislang publizierten Elfen-Romane spielten innerhalb der 1000 Jahre, die mit dem Roman „Die Elfen“ abgesteckt wurden. „Drachenelfen“ liegt viele Jahrhunderte früher. Die Welten, in denen dieser neue Romanzyklus angesiedelt ist, unterscheiden sich radikal von den Settings mit denen die Elfen-Leser bislang vertraut sind. So war der neue Roman zwar von Anbeginn an eine Option innerhalb des Elfen-Universums und ist doch zugleich ein Neubeginn mit vielen Links zu späteren Ereignissen. So lebt zu Beginn der neuen Saga nur ein einziger Elf, der den Lesern aus den bisherigen Romanen vertraut ist. Wer allerdings genauer hinschaut, wird in manchen der Figuren frühe Inkarnationen der ihm wohl vertrauten Helden erkennen.

Das Cover hebt sich sehr von denen der anderen Elfenromane ab – wurde das bewusst so gewählt, um die Reihen auch optisch voneinander zu trennen? Und wird der Untertitel noch auf dem Cover auftauchen bzw. wie unterscheiden sich dann die einzelnen Drachenelfen-Romane?

Ganz im Sinne des oben erwähnten Neubeginns, ändert sich auch die Optik des Covers. Ein Schwert ist zwar nach wie vor vorhanden, tritt aber vor dem Titel in den Hintergrund. „Drachenelfen“ wird der Obertitel der Reihe sein und zugleich der Name des ersten Bandes, in dem sich die beiden Bücher „Der gefallene König“ und „Das grüne Licht“ vereinen. Gemeinsam umfassen sie 1080 eng gesetzte Druckseiten, was 1360 normalen Taschenbuchseiten entsprechen würde. Damit ist „Drachenelfen“ der bei weitem umfangreichste Roman, den ich je geschrieben habe. Ab dem zweiten Band der neuen Saga werden dann auch auf dem Cover Untertitel auftauchen.

Wie Du sagst, ist „Drachenelfen“ Dein bisher umfangreichstes Buch – wie hat sich das während des Schreibens entwickelt und auf Deine Arbeitsweise ausgewirkt?

Es liegt einfach am Thema. Wie bisher erzähle ich aus verschiedenen Perspektiven, so dass man die Motivationen der Parteien, die sich in einen immer mörderischeren Streit verwickeln, gut verstehen kann. Dies ist mein Mittel die üblichen Gut und Böse Klischees der Fantasy aufzuheben. Auch musste ich bei der Weltenbeschreibung quasi von vorne beginnen, da sich die beschriebenen Reiche und Machtblöcke deutlich von allen anderen Elfenbüchern unterscheiden. Die Handlung spielt nicht allein auf Albenmark und Daia (der Welt der Menschen), sondern auch auf Nangog, der späteren Zerbrochenen Welt. Viele Geheimnisse aus den bisherigen Büchern werden aufgegriffen. Die Leser werden im Verlauf der neuen Saga erfahren, woher die Yingiz stammen, wie die Devanthar untergingen und ihre Gegenspieler, die Himmelsschlangen. Sie erleben, wie Elfen und Zwerge auf sehr unterschiedliche Weise versuchen die Kraft der Magie zu meistern. Zahllose Querverbindungen auf allen Ebenen erlauben jenen Lesern, die mit den bisher erschienen Elfen-Romanen vertraut sind, einen neuen Blick auf die Welt. Zugleich galt es aber all dies so zu gestalten, dass Neuleser sich nicht laufend fragen müssen, wovon gerade die Rede ist. Ein Kunststück, das letztlich 18 Monate Arbeitszeit verschlungen hat, aber zu meinem bislang besten Buch führte.

Drachenelfen

Du arbeitest mit der Komponistin und Sängerin Maite Itoiz an Musik zu den Drachenelfen-Romanen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit – und was erwartet uns da?

Ich habe Maite Itoiz und ihren Mann, John Kelly, vor einigen Jahren während eines Fantasyfestivals kennen gelernt. Mit beiden habe ich mich auf Anhieb gut verstanden. Ich mochte ihre Musik sehr und höre sie seitdem oft beim Schreiben. Über die Jahre hat sich eine enge Freundschaft zwischen uns entwickelt. Für den Roman „Drachenelfen“ hat Maite ein Gedicht in einen wunderbaren Song umgesetzt und eines ihrer unveröffentlichten Lieder inspirierte mich zu den Xana, Quellnymphen, die zu den frühen Flüchtlingen aus Albenmark gehören. Im November werde ich mit Maite auf Tournee sein. Es gibt Auftritte in sieben Städten, bei denen wir Musik und Texte, die sich untereinander beeinflusst haben, auf die Bühne bringen.

Wie siehst Du die deutsche Fantasy-Szene?

In den letzten Jahren hat es erfreulicherweise eine ganze Reihe von deutschen Fantasy-Autoren geschafft sich zu etablieren. (Um von einer Szene zu sprechen muss es in meinen Augen mehr als vier oder fünf Autoren geben, die von ihrem Beruf leben können.) Das ist inzwischen der Fall. Allerdings bleibt die Angloamerikanische Konkurrenz am Markt immer noch überwältigend. Für die nächsten beiden Jahre hoffe ich, im Gefolge der Hobbit-Verfilmung, auf ein weiteres Hoch der High-Fantasy in Deutschland. Zu schätzen was danach kommt, überlasse ich talentierteren Orakeln als ich eines bin.

Womit verbringst Du Deine Freizeit?

Zunächst einmal mit meinen Kindern. Sie öffnen mir die Augen für längst verlorene Welten und lassen einen Spaziergang am Rhein zum Abenteuer werden. Mit ihnen unterwegs zu sein ist einfach beflügelnd. Ansonsten verbringe ich viel Freizeit mit Büchern. Zum Schwertkämpfen komme ich nur noch sehr sporadisch. Gelegentlich schlage ich Schlachten mit historischen Zinnfiguren, die ich auch nutze, um einen Teil der Gefechte in meinen Romanen zu simulieren.

Was liest Du selbst gern?

Ich bin bekennender Vielleser. Mein Geschmack reicht von David Gemmell bis Gabriel Garcia Marquez. Für den anstehenden Urlaub habe ich einen Roman von Bernard Cornwell und einen von Douglas Preston im Gepäck.

Hast Du einen Tipp für diejenigen, die mit dem Schreiben beginnen möchten?

Man sollte sich unbedingt ein dickes Fell und ein paar ehrliche Kritiker im Freundeskreis zulegen. Beides hilft auf dem schweren Weg, für den sich ein angehender Autor entscheidet. Bei mir hat es zwölf Jahre gedauert, bis ich mir keine Sorgen mehr darüber machen musste, wovon ich die Miete in drei Monaten bezahlen werde.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!


Bisher sind auf der fantastischen Bücherwelt folgende Rezensionen zu finden:

Interview mit Susanne Gerdom

Susanne Gerdom wurde 1958 in Düsseldorf geboren und lebte bis zu ihrem Abitur mitten im Krupp-Gelände von Rheinhausen. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin im Düsseldorfer Stern-Verlag ging sie zur Deutschen Oper am Rhein, wo sie den Kostümfundus verwaltete.
In dieser Zeit hat sie nebenberuflich Theater gespielt, inszeniert, ein kleines Kellertheater geleitet und später angefangen zu schreiben.
Ihr erster Fantasy-Roman “Ellorans Traum” erschien 2000 bei Heyne. Heute schreibt sie Fantasy für Erwachsene (Piper), All-Age-Fantasy (Ueberreuter) und (unter dem Pseudonym Frances G. Hill) Jugend-Fantasy für den Verlag ArsEdition.

© Susanne Gerdom

Liebe Susanne – vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst!
Als erstes würde mich interessieren, wie Du Dich selbst beschreiben würdest.

O Schreck. :-) Ich bin ein nicht mehr ganz taufrischer Bücherwurm, Vegetarierin, Agnostikerin, liebe Opern und schöne Bücher, kann ohne Computer und Internet nicht mehr leben und wer mich sucht, findet mich an meiner Tastatur. Ich mag Gärten und Bäume und wenn ich mich denn mal bewege, was ja auch sein muss, damit ich nicht an der Tastatur festwachse, dann am liebsten per Yogamatte, Wanderschuh oder Fahrrad. Am Unliebsten mit einem Napf voll Katzenfutter in der Hand auf der Suche nach der Katze, die sich gerade in Luft aufgelöst hat. Mal vier. In drei Stockwerken. Und die Mistviecher haben ständig Hunger. :-)

In vielen Deiner Bücher tauchen Bibliothekare auf, was steckt dahinter? Gab es da ein reales Vorbild oder magst Du einfach Bibliotheken und ihre Hüter?

Ich bin gelernte Buchhändlerin. Ich liebe Ansammlungen von Büchern. Und Bibliothekare (möglichst alt und verschroben) sind so etwas wie Magier, genau wie Bibliotheken (möglichst alt und verwinkelt) magische Orte sind.

Schreibst Du lieber Jugendbücher/AllAger oder Romane für „Erwachsene“? Ist die Herangehensweise da sehr unterschiedlich? Und weißt Du bei neuen Ideen/Projekten schnell, für welche Zielgruppe sie passen?

Ich schreibe beides gerne – das eine gibt mir Schwung fürs andere. Mein erster Ausflug ins Jugendbuch hat mich aus einer echten Schreibkrise geholt. Ich hatte mich festgefahren, hatte das Gefühl, dass mir nichts Neues mehr einfallen wird, dass sich die Möglichkeiten, die vorher so vielfältig und verzweigt waren, auf eine einsame, begrenzte und ziemlich staubige Landstraße verengt hatten. Die Palette war plötzlich sehr eintönig, nur noch ein paar Farbtöne übrig, die mich nicht sehr angesprochen haben.
Der Weg ins Jugendbuch hat mir plötzlich wieder den Blick geweitet und ich konnte all die schönen Ideen wieder sehen, die am Wegrand auf mich warteten.
Und jetzt ist es umgekehrt: Der Weg wieder zurück ins Erwachsenenbuch hat mir eine völlig neue Welt eröffnet. Ich schreibe jetzt anders und ich genieße es. Die Palette ist wieder voller schöner Farben. ;-)

Der Nebelkönig

Wie wählst Du aus, welche Deiner Ideen Dein nächstes Projekt wird? Und inwieweit spielen Deine verschiedenen Verlage da eine Rolle?

Da ich im Moment drei Projekte im Jahr unterbringen muss, bleibt nicht viel anderes übrig, als meine Verlage nach ihren Wünschen zu fragen und mich danach zu richten. Das klingt beengend, ist aber ganz im Gegenteil sehr angenehm – weil meine Phantasie dann weiß, worauf sie sich zu fokussieren hat. (Ich sterbe sonst an der Qual der Wahl – es gibt so irrsinnig viele Themen, über die ich gerne schreiben würde …) Außerdem habe ich im Rahmen der Verlagswünsche einen sehr großen Spielraum, der mir genügend Freiheit lässt, das zu tun, was mir Vergnügen macht.

„Gaslicht“ (Arbeitstitel) ist eines Deiner nächsten Projekte, in der Du Dich Deiner (bisher) geheimen Leidenschaft widmen kannst – dem 19. Jahrhundert. Magst Du uns etwas von Deiner Faszination für diese Zeit und über die Geschichte erzählen?

Wenn es überhaupt eine Epoche gibt, die ich allen anderen in der Literatur vorziehe, dann ist es wahrscheinlich das 19. Jahrhundert. Und das, was heute „Steampunk“ oder „Steamfantasy“ genannt wird, ist ja auch keine neue Erfindung. Eigentlich bin ich kein großer Fan der High-Fantasy, ich finde es viel spannender, phantastische Welten und Geschöpfe näher am „Hier und Jetzt“ anzusiedeln. Das 19. Jahrhundert bietet da eine gute Mischung: Weit genug von uns weg, um eine ganz eigene Exotik zu transportieren, aber auch nah genug, um heutigere Probleme und Gefühle einzubauen. Wer von uns kann denn schon wirklich nachvollziehen, wie das Leben und die Problematiken einer quasi-mittelalterlichen Gesellschaft ausgesehen haben? Die High-Fantasy arbeitet doch mit so einer Art von Hollywood-Mittelalter. Die Schauspieler sind allesamt Menschen des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts, die eine pseudomittelalterliche Rolle spielen. Wenn man es goutieren kann, ist es gut. Mir hängt das allerdings inzwischen ziemlich weit zum Hals heraus. ;-)

Wie stehen die Chancen, dass Trurre irgendwann einen eigenen Roman bekommt? Oder ist er mittlerweile zu beschäftigt dazu?

Ach, Trurre. Mein Lieblingszwerg. Alles Schimpfen auf „pseudomittelalterliche“ Settings beiseite: Für Trurre würde ich noch mal Schwert und Axt rausholen. Aber ob das je einen Verlag interessiert, weiß ich nicht. Ich fürchte, nein. (Außer, die Verfilmung des „Hobbits“ lässt die Tolkien-Welle noch mal hochschwappen. Ich halte die Wettermeldungen jedenfalls im Auge.)

Mit den Elfen/Elben hattest Du es anfangs ja nicht so, aber es scheint besser zu werden. Wie hat sich das denn entwickelt? Und ist es zumindest nicht ganz abwegig, wenn ich noch immer auf ein Wiedersehen mit Olkodan hoffe?

Ich bin immer noch zwiegespalten, was mein Verhältnis zu Elfen/Elben betrifft. Im Grunde konstruiere ich doch immer nur Menschen mit spitzen Ohren. Das, was einen Elben wirklich ausmacht, habe ich nie in den Griff bekommen – da fehlt mir vielleicht auch ein bisschen der Background. (Wie gesagt: Ich bin kein High-Fantasy-Fan.) Aber wenn ich mich noch mal in diese waldreiche Gegend wage, dann ist Olkodan auf jeden Fall der Elbe, der „dran“ ist. Der ist mir ein bisschen zu kurz gekommen. (Vielleicht kann ich ihn ja mit Trurre zusammenschmeißen, die beiden konnten sich gut leiden … :-))

Sturm im Elfenland

Ein orientalisches Setting wie aus 1001 Nacht in „Drachenhaut“ (Arbeitstitel), nordische Götter im „ Projekt Armageddon“ (Arbeitstitel)… Magst Du Mythen und Märchen allgemein recht gerne oder bevorzugst Du eine bestimmte Richtung? Vielleicht reizen Dich ja auch einzelne Legenden ganz besonders?

Märchen und Mythen sind die Ursuppe. Ich habe als Kind schon supergerne Märchen gelesen – Hauff, Bechstein, Andersen, irische und chinesische, arabische und norwegische Märchen – was auch immer, ich habe es geliebt. Genauso die Götter- und Heldensagen: Griechische, römische, germanische, der Artussagenkreis … toll. Da steckt so viel Stoff drin, dass sich daraus ganze Bibliotheken an Fantasyromanen schreiben lassen.
Meine ganz besonderen Lieblinge sind die nordischen Götter – daran ist Wagner mit seinem Ring des Nibelungen schuld. Wotan und Loge, die sind für mich ein Dream-Team. ;-)

Wie sehr hat Dich Deine Zeit beim Theater geprägt? War es nicht eine große Umstellung, von so einer lebendigen Umgebung zu der größtenteils doch recht einsamen Arbeit als selbstständige Texterin und Autorin zu wechseln?

Ach, das ist schwer zu sagen. Natürlich war es eine schöne Zeit, in der ich viele inspirierende Operninszenierungen habe miterleben dürfen – zwei davon sogar auf der Bühne.
Aber noch viel schöner ist es, die Stücke selbst zu inszenieren. Und die Schauspieler nach eigenem Gusto zu formen. Die Welt zu erfinden, in der das Drama spielt. Das ist die absolute Freiheit.
Natürlich auch die Freiheit von einer regelmäßigen Gehaltszuwendung. Damit muss man zu leben lernen. Man darf sich einfach nicht zu viele Sorgen machen.

Das gefrorene Lachen

Was ist Dir beim Schreiben wichtig? Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Wichtig ist mir, so seltsam das für jemanden, der sich schreibend ausdrückt, dass die Sprache stimmt. Ich liebe unsere Sprache und möchte ihr einigermaßen gerecht werden.
Ich möchte vor allem unterhalten. Und es ist mir wichtig, glaubhafte Figuren ins Rennen schicken. Solche, deren Schicksal ein Leser verfolgen möchte. Interessante, möglichst vielschichtige Charaktere, die auch mich als Autorin noch überraschen können.
Ich glaube nicht, dass ich eine Botschaft habe, die ich vermitteln möchte. Außer den ganz globalen Aussagen: Wichtig ist Freundschaft. Wichtig ist, dass man sich treu bleibt (und wenn das nicht gelingt, wie man damit fertig wird). Ich hänge keiner Glaubensrichtung an, denke aber, dass alles einen Sinn hat – und wenn es nur der ist, dass alles irgendwie zusammenhängt. Man kann die Natur nicht zerstören ohne sich selbst zu zerstören. Man kann nicht töten, verstümmeln, ausbeuten, ohne dass das Auswirkungen auf einen selbst hat. Man kann kein Fleisch essen ohne dabei einem anderen Wesen das Leben zu nehmen. Gleichgewicht. Das ist immer die Frage: Bin ich im Gleichgewicht und ist es meine Umgebung auch?
Das Ungleichgewicht bildet den Stoff für Romane …

Gab es Reaktionen, über die Du Dich besonders gefreut oder geärgert hast?

Nicht anders als jede meiner Kolleginnen freue ich mich, wenn eins meiner Kinder anderen gefällt. Und ich bin betrübt, wenn es das nicht tut. Ganz normal.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel von dem, was ich versuche, rüberzubringen, wirklich auch ankommt. Ich kenne meine Schwächen (dazu gehört der Plot) und meine Stärken (Atmosphäre, Figurenentwicklung).
Ich ärgere mich aber nicht wirklich über Verrisse – nicht jedes Buch gefällt jeder Leserin. Kann ja nicht. Aber ich ärgere mich kolossal, wenn eine Rezensentin sich keine Mühe gibt. Pauschalurteile abliefert, ohne das Buch richtig gelesen zu haben. Und ich bin immer ein wenig verblüfft, dass manche Leute etwas lesen, was sie nicht verstehen (weil ich ein Wort benutze, das vielleicht heute nicht mehr so ganz gebräuchlich ist) und sich dann nicht informieren, indem sie es zum Beispiel nachschlagen, sondern gleich schreien: „Das Lektorat hat einen Fehler gemacht! Die Autorin ist eine Idiotin!“ (Ist so mit dem Wort „Toilette“ passiert – die eine meiner Protagonistinnen vor einem feierlichen Abendessen macht. Das wurde in einem Forum fatal missinterpretiert … LOL)

Welches Deiner Bücher ist am erfolgreichsten? Sind Übersetzungen geplant?

Ich habe noch keine aktuellen Zahlen, deshalb unter Vorbehalt: „Elbenzorn“. (Der schwächere Vorgänger von „Seele der Elben“.) Aber das Buch hat nicht unbedingt den Nerv der eingefleischten Elbenfans getroffen, deshalb kann ich mir den Erfolg nur bedingt auf die eigene Fahne schreiben. Da hat wohl hauptsächlich der Titel gezogen.

Elbenzorn

Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern? Und was magst Du an Leserunden, wie erlebt man diese auf der „anderen“ Seite?

Der Kontakt ist mir sehr wichtig. Ich schreibe ja nicht für mich allein, deshalb ist das Feedback, das ich von meinen LeserInnen bekomme, mir sehr wichtig. Und gerade in Leserunden bekomme ich das ungeschminkt, sozusagen in „Echtzeit“ um die Ohren gehauen. Nee, meistens, sehr lieb, aber unverblümt gesagt. :-)
Geübte LeserundenteilnehmerInnen sind unbestechliche, scharfsinnige und -sichtige LeserInnen. Denen entgeht kein kleiner Logikklopfer, keine unausgegorene Handlungsstrecke, keine Unstimmigkeit in der Figurenzeichnung – kein Druckfehler. Das ist toll.
Aus jeder Leserunde lerne ich mehr über die Rezeption meiner Bücher. Das ist eine absolut unbezahlbare Schule, und deshalb investiere ich gerne die Zeit, die das benötigt (und das ist bei lebhaften Leserunden ganz schön viel.)

Womit verbringst Du Deine Freizeit?

Freizeit? Was ist das? ;-)
Also, ich lese. Ich sehe gerne gute Filme – die verteile ich mir aber in der Regel über mehrere Sitzungen, weil ich keine Geduld habe, anderthalb Stunden an einem Stück vor dem Fernseher zu hocken. Ich jage, wie schon gesagt, mit Näpfen in der Hand hinter meinen Katzen her. Ich bin im Internet unterwegs oder ich gehe spazieren. Ich sitze im Garten und denke nach. Ich spiele doofe Wimmelbildspiele (nach meiner letzten Schreibrunde, nachts, zum Runterfahren …)
Aber viel Freizeit habe ich nicht, deshalb sind das alles nur kurze Momente des Auftankens über Tag. Ansonsten arbeite ich 7/7.

Was liest Du selbst gern?

Immer noch: Märchen, Sagen, gute Kinderbücher. Krimis, manchmal Thriller. Gute Phantastik. Hm.
Bücher – genau genommen. ;-) Thema beinahe egal, Hauptsache, es ist gut geschrieben. Ich lese Bücher nicht weiter, auch wenn sie mich thematisch interessieren würden, wenn die Sprache lieblos oder schlecht ist. Das kommt leider häufig vor …
Und einen schönen Comic schubse ich auch nicht von der Tischkante.

Elidar

Hast Du einen Tipp für diejenigen, die mit dem Schreiben beginnen möchten?

Lesen. Lesen. Lesen. Dann: Schreiben. Sich eine Autorengruppe suchen, die das Geschriebene überprüft. Wieder lesen, weiter schreiben. Nicht aufgeben, aber dabei immer kritikfähig bleiben. Sich immer wieder überprüfen. Regeln kennen, um sie dann mit Wissen darum missachten zu können. Sprache ist lebendig und lässt einen schöpferischen Umgang gerne zu.
Und immer darauf achten, dass die Figuren stimmen. Würde jemand sich so bewegen, so reden, so agieren, wenn er im echten Leben vor dir stünde?
Die beste Schule fürs Schreiben ist meiner Meinung nach einfach immer noch das Lesen. So vielfältig wie möglich, so weit gefasst, wie es geht. Klassiker, um die Sprache zu schulen, Thriller, um etwas über Spannung und Tempo zu lernen usw.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!

Ich danke dir für die schönen, kniffligen Fragen und dein Interesse! :-)


Bisher sind auf der fantastischen Bücherwelt folgende Rezensionen zu finden:

[Elfen-Special] Interview mit James A. Sullivan

Am 14.2.1974 wurde James A. Sullivan in West Point (Highlands, New York) geboren und wuchs in Kerpen (Rheinland) auf, wo er heute mit seiner Frau Heike wieder lebt.
Er studierte in Aachen einige Semester Informatik, bevor er zur Geisteswissenschaft wechselte und in Köln Anglistik, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft studierte.

© James A. Sullivan

Lieber James – vielen Dank, dass Du Dir etwas Zeit für dieses Interview nimmst! Als erstes würde mich interessieren, wie Du Dich selbst beschreiben würdest.

Ich bin ein schüchternes Plappermaul. Das heißt, dass Leute, die mich nicht kennen, mich als leise einschätzen, und später dann überrascht sind, wie gesprächig ich eigentlich bin. Das hat schon manche geschockt. Ich bin der Gatte einer Bibliothekarin, was im Grunde bedeutet, dass unsere Wohnung eine einzige Bibliothek ist. Ich bin auch der Vater einer kleinen Tochter und kann mit Stolz behaupten, dass die Erziehung in die richtige Richtung geht. Die Kleine ist bereits in Bücher vernarrt und kann sogar auf dem Wickeltisch über eine Auswahl ihrer Bücher verfügen. Zu alledem bin ich ein bekennender Stubenhocker. Ich liebe das Lesen und das Schreiben, und da ich beidem am liebsten in einer vertrauten Umgebung nachgehe, verbringe ich die meiste Zeit zu Hause. Das gilt für die meisten Autoren. Jedoch nur wenige würden es zugeben.

Eines Deiner Spezialgebiete im Studium war die Artusepik, wie kam es dazu? Hast Du Dich schon länger für Geschichten über Artus und die Ritter der Tafelrunde interessiert?

Wie die meisten Fantasy-Autoren hat mich die Artusliteratur als Kind geprägt. Und wenn man sich im Fantasy-Genre bewegt und ein literaturwissenschaftliches Studium beginnt, empfängt man die Epik des Mittelalters mit offenen Armen. Mit Wolfram von Eschenbach fand ich einen Autor, der mich sehr beeindruckte. Besonders, was er erzählerisch im Parzival aufbietet, ist atemberaubend. Die Beschreibung von Raum, der Umgang mit Erzählebenen und auch die Strategien und Strukturen waren ihrer Zeit weit voraus. Leider lese ich heute im Fantasy-Genre viele Bücher, die weit weniger wagen und weit weniger bewusst mit ihren Erzählmitteln umgehen. Schade eigentlich. Für mich ist Wolframs Parzival (mal abgesehen vom Prosa-Lancelot) der beste Artusroman des Mittelalters.

Parzival

Könntest Du Dir vorstellen, über dieses Thema einen Roman zu schreiben? Oder reizen Dich ganz andere Themen?

Natürlich könnte ich mir vorstellen, einen Artusroman zu schreiben. Ich finde sogar, dass jede Autorengeneration dem Stoff den eigenen Stempel aufdrücken muss. So erscheinen ja auch immer einmal einige Romane zu diesem Thema. Es ist aber auffällig, dass die meisten Autoren vor allem Thomas Malory und Sachbücher über den ,historischen Artus‘ gelesen haben, wenn sie sich an die Arbeit an einem Artusroman machen. Nur die wenigsten haben den Prosa-Lancelot gelesen und sich tiefgreifender damit beschäftigt. Macht man das, dann findet man eine fantastische Erzählwelt von einer Dimension, die kaum zu fassen ist. Allein schon die Geschichte von Lancelots Eltern wäre der Stoff eines spannenden Romans.

Wie viel planst Du, bevor es mit dem eigentlichen Schreiben los geht?

Das ist unterschiedlich. Ich habe keine Formel, denn es ändert sich von Projekt zu Projekt. Ich bin gewissermaßen stets auf der Suche und probiere gerne etwas Neues aus. Oft hängt die Entscheidung, wie viel ich plane, davon ab, wann ich die Romanidee bekomme. Geschieht es während ich an einem anderen Text arbeite, muss die Idee warten. In dieser Phase kann es sein, dass ich viel notiere und plane. Zum Beispiel bekam ich die Idee, aus der nach einigen Transformationen Der letzte Steinmagier wurde, während ich mit Bernhard Die Elfen schrieb. Die Idee musste ich zurückstellen. In dieser Zeit reifte der Stoff aber immer weiter und ich machte jede Menge Notizen. Als ich mich dann dazu entschloss, den Roman zu schreiben, war die Planungsphase dann sehr kurz. Im Grunde bemühe ich mich aber, schnell in den Schreibprozess einzusteigen und recherchiere, notiere und plane gerne während ich bereits mit dem Roman begonnen habe. Meist beginne ich mit einigen Fragmenten. Zum Beispiel war es bei Die Elfen so, dass ich zu allererst einen Entwurf zur letzten Szene schrieb. So hatte ich vor Augen, wo die Reise hingehen würde, und das hat sehr geholfen.

Wie stehst Du zu Elfen?

Ich mag Elfen, wenngleich sie zu den eher schwierigen Völkern zählen, da sie einem Ideal entsprechen müssen. Viele Darstellungen in der Literatur waren mir persönlich zu abgehoben. Die Trennung zwischen Alben und Albenkindern erlaubte es Bernhard und mir, die Elfen bodenständig darzustellen, ohne auf das Zauberhafte oder das Märchenhafte verzichten zu müssen. Wir verfügten über genug Möglichkeiten, das Ideal zu relativieren. Während Bernhard über Farodin Einblick hinter Emerelles Fassade bot und dort die Abgründe zeigte, machte ich Nuramon zu einem Gegenentwurf zu Emerelle. Während die Königin und all jene, die ihrem Beispiel folgen, nach dem streben, was sein sollte, und damit die Welt nach ihren Vorstellungen formen wollen, erkennt Nuramon das Ideal in den Dingen, wie sie sind. Er muss keine Fassade errichten, um einen Schein zu erwecken. Allerdings ist der Preis dafür die Einsamkeit, denn kaum jemand teilt Nuramons Sicht auf die Welt. Dieser Gegensatz reizte mich sehr.

Wäre Dir ein anderes Fantasy-Volk lieber gewesen?

Nein, ich war froh, dass es die Elfen waren. Ich hatte mir bereits für einen anderen Roman eine Menge Arbeit gemacht. Da gab es eine Dreiecksgeschichte, die Wiedergeburt, und die beiden Sichtweisen auf das Ideal der Elfen. Und es gab die idealisierte Liebe im Stile der höfischen Liebe. Ich habe einfach vieles davon mitgebracht, nachdem Bernhard mich fragte, ob ich mit ihm einen Elfenroman schreiben wollte. Außerdem hatten wir ja nicht nur allein mit den Elfen zu tun. Während Bernhard sich im Roman um die Trolle kümmerte, widmete ich mich den Zwergen. Und bei ihnen konnte ich dann in Sachen Wiedergeburt alle Register ziehen. Die Gedächtniskultur mit dem Streben nach der Erinnerung an alle früheren Inkarnationen war ungeheuer spannend.

Im Juni wird die Hardcover-Ausgabe von „Die Elfen“ erscheinen, in der auch eine Kurzgeschichte von Dir zu finden sein wird. War Dir gleich klar, dass Du etwas über Nuramons erste Begegnung mit Alwerich schreiben willst oder gab es da verschiedene Ideen?

Es gab andere Ideen, aber die Begegnung mit Alwerich reizte mich am meisten. Ich kann den Lesern nun in der Form einer Novelle das direkt vor Augen führen, was in Die Elfen nur aus Berichten der Zwerge bekannt war. Bei der Gelegenheit beschreibe ich auch endlich einmal die Gelgerok. Diese Tiere werden in Die Elfen erwähnt, aber beschrieben werden sie nie. Wer sich also fragt, was es mit diesen merkwürdigen Wesen auf sich hat, kann sie bald näher kennen lernen. Der Arbeitstitel der Erzählung war eigentlich auch „Gelgerok“, aber der Verlag wollte, dass man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um eine Nuramon-Erzählung handelt. Also wählte ich den Titel „Nuramon der Wanderer“, was zu der erzählten Inkarnation Nuramons passt. Das ist das Leben, in dem Nuramon mit den Zwergen Albenmark verlässt und später nach dem Kampf gegen einen Drachen an der Seite König Wengalfs umkommt. Nuramon ist hier noch jung und wird von seiner Familie behütet, da er dazu neigt, in der Gefahr umzukommen. Als die Gelgerok zur Plage werden, will man ihn nicht in der Gefahr wissen, also schickt man ihn als Boten zu Emerelle, um Hilfe zu erbitten. Die Sippe ahnt nicht, dass sich aus dem Botengang ein handfestes Abenteuer entwickelt.

Wie leicht oder schwer fiel Dir die Rückkehr in diese Welt?

Seit dem ersten Erscheinen von Die Elfen sind fast sieben Jahre vergangen, und natürlich fragte ich mich, ob ich mich wieder in die Erzählwelt und vor allem in die Nuramon-Figur einfühlen kann. Aber es war fast so, als hätte ich die Arbeit am Roman erst vor wenigen Monaten beendet. Nuramon, Alwerich und all die anderen liegen mir immer noch am Herzen. Ich war selbst überrascht, wie leicht mir die Rückkehr fiel. Es war wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund, und ich hoffe, dass die Leser es ebenso empfinden. Zwar wird von einer früheren Inkarnation Nuramons erzählt, aber zum einen sind Nuramons grundlegende Wesenszüge zu erkennen, und zum anderen wähle ich einen Ich-Erzähler, der bereits alles, was im Elfenroman geschehen ist, überstanden hat, und sich an die Zeit nach den Drachenkriegen erinnert. Die Leser werden also Nuramons Stimme vernehmen und einen kleinen, aber wirklich nur kleinen Einblick in Nuramons Gedanken nach dem Ende des Romans erhalten.

Der letzte Steinmagier entführt uns in eine ganz andere Welt, zu der Dich die Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers inspiriert hat. Hast Du einen besonderen Bezug zu China?

Eigentlich nicht. Es ist eher ein literarischer Bezug. Ich mag die ältere chinesische Literatur. Am liebsten mag ich Die drei Reiche, Die Rebellen vom Liang-Shan-Moor und Die Reise nach Westen, eben die großen, alten Romane. Aber mich interessiert auch die Geschichte des frühen Kaiserreichs. Es gibt dort so viel spannendes zu entdecken, und zum Glück wurde viel ins Englische übersetzt, so dass ich Zugang zu diesen Texten erhalte. Mich fasziniert sowohl das Fremde als auch die Ähnlichkeit. Das Fremde erweitert den Horizont, während die Ähnlichkeit ein Gefühl der Verbundenheit schafft. Als Fantasy-Autor helfen mir solche Erfahrungen, weil ich etwas Fremdes schaffe, dem sich die Leser dennoch verbunden fühlen sollen.

Der letzte Steinmagier

Was ist Dir beim Schreiben wichtig?

Mir ist es sehr wichtig, nicht den Kontakt zum Text zu verlieren. Wenn ich mich entschieden habe, einen Roman zu schreiben, dann mache ich mich möglichst schnell daran, Erzähltext zu schreiben, selbst während ich parallel recherchiere und Notizen mache. Viele Autoren verbringen Monate, manche sogar Jahre damit, in Notizen eine Erzählwelt zu entwerfen, schreiben aber über lange Zeiträume keinen echten Erzähltext. Der Leser kann aber nur auf der Basis des Erzähltextes eine Vorstellung entwickeln. Für mich heißt das, dass ich als Autor meine Aufmerksamkeit vor allem auf den Text und das richten muss, was er bewirken könnte.

Was möchtest Du dem Leser vermitteln?

Ich möchte dem Leser Geschichten vermitteln, die nur ich erzählen kann; Geschichten, die konsequent ihrem Weg folgen, ohne sich von äußeren Zwängen zurückhalten oder ablenken zu lassen. Ich möchte allein den inneren Zwängen nachgeben, die aus dem Text selbst erwachsen. In der Vorstellung der Leser möchte ich eine Welt erzeugen und sehe meinen Erzähltext dabei als eine Art Drehbuch für das Kopfkino. Denn jeder Leser wird sich auf der Basis meines Text unterschiedliche Vorstellungen machen, ebenso wie ein Film unter der Regie von Orson Welles anders aussieht als ein Film unter der Regie von Christopher Nolan. Wie jeder Regisseur ein Drehbuch unterschiedlich verfilmen wird, so konstruiert jeder Leser die Erzählwelt in Gedanken anders. Als Autor schaffe ich die gemeinsame Basis für die verschiedenen Leser.

Gab es Reaktionen, über die Du Dich besonders gefreut oder geärgert hast?

Besonders gefreut haben mich die Reaktionen auf Nuramon im Elfenroman. Offenbar ist die Figur vielen ans Herz gewachsen. Überrascht war ich allerdings, als einige Leser gestanden, am Ende des Romans Tränen vergossen zu haben. Mir war nicht klar, dass der Text solche Reaktionen hervorrufen könnte.
Es gibt natürlich auch Reaktionen, die mich ärgern. Wenn z.B. Leute mir als Autor irgendwelche Motive unterstellen, die nicht zutreffen, ärgert mich das schon gelegentlich. Aber es hat keinen Sinn, sich all zu lange davon ablenken zu lassen. Also konzentriere ich mich eher auf die positiven Reaktionen und auf die berechtigte Kritik. Das motiviert mich und hilft mir weiter.

Wie stehen die Chancen, dass ein weiteres Buch von Dir veröffentlicht wird?

Das kann ich nicht sagen. Was ich anbiete, fällt im Augenblick bei den Verlagen nicht auf fruchtbaren Boden. Aber ich bin ein geduldiger Mensch. Früher oder später wird etwas von mir erscheinen. Was die Verlage allerdings von mir annehmen werden und wann das sein wird, muss sich erst noch zeigen. Und das, was sie in der Zwischenzeit ablehnen, bleibt eben eine Weile in der Schublade.

Womit verbringst Du Deine Freizeit?

Ich verbringe sie vor allem mit der Familie. Unsere Tochter ist gerade im besten Alter. Sie lernt sprechen. Abgesehen von „Da!“, „Mama“, „Papa“, „Ja“ und „Nee“ beherrscht sie inzwischen das Wort: „Hals“. Da unsere Kleine das S noch nicht richtig artikulieren kann, klingt das eher wie „Haich“. Nicht nur als Vater, sondern auch als Linguist finde ich es ungeheuer spannend. Unsere Kleine ist jetzt bereits ein Bücherwürmchen, und ich liebe es, ihr etwas vorzulesen. Ich glaube, es wird Zeit, ein paar Märchen zu schreiben, damit ich später aus dem Vollen schöpfen kann.
Da ich mir die Kindererziehung mit meiner Frau teile und meine Freunde auch noch was von mir haben sollen, bleibt nur sehr wenig Zeit für echte Hobbys. Das Gitarrespielen ist eher eine Fingerübung als ein Hobby, und für die Retrotechnik der 70er und 80er, die mich fasziniert, bleibt kaum noch Zeit. Im Grunde nutze ich die verbleibende Zeit zum Rezipieren von Büchern, Filmen, Musik und auch gelegentlich von Videospielen. Wenn es irgendetwas wahrzunehmen gibt, dann bin ich dabei. Das Lesen bleibt jedoch das wichtigste. Es gibt so vieles zu entdecken, ganz gleich in welche Richtung man schaut.

Was liest Du selbst gern?

Ich lese mich quer durch den Garten der Literatur. Natürlich lese ich gerne Fantasy-Romane, aber auch die Geschwistergenres – Science Fiction und Horror – schätze ich ebenso wie die Eltern und Großeltern des Genres: die höfischen Romane des Mittelalters, Sagen und Mythen. Ich mag aber auch andere Dinge, wie etwa altmodische Krimis, die englischen Romantiker und alte Abenteuerromane. Zur Zeit lese ich The Jewels of Aptor von Samuel Delany. Auf meinem SUB liegen im Augenblick u.a. die Anthologie Wastelands, die von John Joseph Adams herausgegeben wurde; Drood von Dan Simmons und Othersyde von J. Michael Straczynski.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Romanen!

Vielen Dank, und alles Gute.

[fantastischer Adventskalender] 07

Hinter dem heutigen Türchen versteckt sich Dave T. Morgan, auf den ich durch eine Lesung auf dem BuCon aufmerksam geworden bin, die mir gut gefallen hat. Noch ist “Der Schrei des Feuervogels” nicht bei mir eingezogen, aber das Buch steht auf einer meiner Weihnachtswunschlisten – das könnte sich also bald ändern!

Und wir haben für euch etwas besonderes, ein Online-Interview – und mein erstes Autoreninterview überhaupt! Ich bin ja schon sehr gespannt, wie es euch gefällt. Lieber Dave, vielen Dank für dein nettes Angebot und die tollen Antworten!

Dave T. Morgan wurde 1968 geboren und verbrachte immer wieder längere Zeiten in seinem Leben in den USA (LA & Minneapolis) und in Italien. Nach einem Chemiestudium und Promotion im Bereich der Pharmazeutischen Chemie (Tuberkulose und Malariamittel) begann er als Entwickler und Erfinder für einen großen US-Konzern zu arbeiten.
Doch seit seiner Kindheit hat ihn die Faszination Schreiben nie los gelassen. Im Herbst 2007 erschien sein erster Roman „Der Schrei des Feuervogels – Die Magierkriege 1“ im Arcanum-Fantasy-Verlag und wurde in der Kategorie „Bester Debütroman – National“ mit dem zweiten Platz prämiert.
Seitdem sind mehrere Kurzgeschichten im Bereich der düsteren Phantastik erschienen und im November 2010 der zweite Teil der Magierkriege „Der Magier des Königs“ – in der Trilogie geht es um das Schicksal dreier Brüder, die in den Sog eines Jahrhunderte alten Krieges geraten.
Dave T. Morgan lebt und schreibt am Ammersee bei München, wobei sein Herz für klassische Fantasy schlägt.

Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie sind “Die Magierkriege” entstanden?

Ich habe schon mit knapp fünf Jahren Lesen & Schreiben gelernt und als erstes angefangen ein Märchenbuch zu schreiben. Seitdem hat es mich nie wieder los gelassen und ich habe die wichtigen Dinge in meinem Leben immer wieder in Kurzgeschichten verarbeitet. Während meines Chemiestudiums wurde eine dieser Geschichten immer länger. Es ging darin unter anderem um den Tod meines älteren Bruders – und so fand der erste Band Der Magierkriege, Der Schrei des Feuervogels, seinen Anfang. Es ist also nicht nur eine Laune, dass drei Brüder im Zentrum der Handlung stehen. Mit Der Magier des Königs ist gerade der zweite Band erschienen und wenn ich diese Zeilen beendet habe, werde ich an dem abschließenden Teil der Trilogie weiterarbeiten.

Wovon lässt du dich inspirieren und welche Themen reizen dich?

Meist inspiriert mich das Leben selbst: Handlungsweisen von Menschen, die mir nahe stehen oder auch solche die mich sehr verletzt haben. Immer wieder versuche ich zu verstehen, warum Menschen die Dinge tun, die sie eben tun. Die Guten, aber auch die sogenannten Bösen. Wie rechtfertigen sie die Dinge vor sich selbst? Gibt es eine Logik in der schreckliche Dinge sozusagen zueinander passen? Themen, die mich noch reizen würden, wären z.B. klassische Märchenbücher für Kinder, aber auch die düstere Phantastik, wie sie in der Kurzgeschichte „Deanors Traum“ in der Anthologie Sad Roses (Sieben Verlag) der Herausgeberin Alisha Bionda veröffentlicht wurde.
Was mich während des Schreibens selbst inspiriert ist die Musik. Wenn ich nachts mit meinem Block (ich schreibe die erste Version immer mit Hand) und „This is the life“ von Amy MacDonald im Hintergrund beim Schreiben sitze, bin ich buchstäblich in anderen Welten.

War es sehr schwer, einen Verlag zu finden?

Sehr schwer! Meiner Erfahrung nach scheuen gerade die großen Verlage das Risiko, das sie mit unbekannten Newcomern eingehen. Sie wollen idealerweise mehr von dem, was schon einmal erfolgreich war. So lebt die kreative Szene von Kleinverlagen, wie dem Arcanum-Fantasy-Verlag. Bei ihm hatte ich das Glück, dass sie mit sehr viel Mut und Enthusiasmus, von Anfang an, an mich geglaubt haben! Sie waren übrigens Verlag Nummer 42, den ich mit dem Exposé des Feuervogels angeschrieben hatte. Also um es mit Douglas Adams zu sagen: Die Antwort auf alle Fragen! :o)

Wie viel planst du, bevor es mit dem eigentlichen Schreiben losgeht?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal schreibe ich den Plot für jedes Kapitel und jede Szene bis zum Ende nieder und manchmal genieße ich es auch mich von ungeplanten Ideen und Inspirationen selbst überraschen zu lassen.

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Eine schwere Frage! Ich denke… hm… kreativ, lustig und vor allem immer neugierig auf Wege, die ich noch nicht gegangen bin. Ein wenig ein Sucher zwischen den Welten.

Womit verbringst du deine Freizeit?

Naturgemäß viel mit Schreiben, Homepage gestalten (hier gibt es übrigens einige Links zu Kurzgeschichten die nur online erschienen sind, z.B. die Engelsgeschichte Gabriel im Literaturforum LITERRA) und Veranstaltungen besuchen. (Ich schaue kaum noch fern und lese leider immer weniger selbst.) Außerdem mache ich Sport (Schwimmen, Fitness, Wandern, Badminton), so viel es geht mit meinen Freunden und spiele Klavier und… manchmal schlafe ich auch ein paar Stunden!

Was liest du selbst gern? Hast du Lieblingsautoren?

Fantasy aller Art: Terry Pratchett (er ist einfach nur genial!), Robin Hobb (von ihr ist jedes Buch klasse), Trudi Canavan (was für eine Fantasie) und Joe Abercrombie (seinen rauen Schreibstil finde ich sehr erfrischend). Science Fiction manchmal (Collector von Markus Heitz fand ich gut), historische Romane, „sanften“ Horror wie ihn Jeaffry Deaver oder Dean Koontz schreiben. Übrigens bin ich der Meinung, dass man die US- oder GB-Autoren möglichst auf Englisch lesen sollte, erst dann eröffnet sich einem das wirkliche Gefühl für die sprachlichen Feinheiten eines Autors.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Wenn ich mich vollkommen darin verlieren kann und alles um mich herum vergesse. Protagonisten mit ganz eigenem Charakter und ein nicht vorhersehbarer Plot.

Verbindest du mit Weihnachten bestimmte Bücher?

Ja, drei eigentlich: Ein Buch, das ich als achtjähriger geschenkt bekommen habe: Tomte Tummetott (Astrid Lindgren) und Wintersmith (Terry Pratchett, Hardcover, die englische Version vom Corgi Verlag) wegen dem Titelbild und – natürlich – das meist verkaufte Buch der Welt, die Bibel.

Was magst du an der Weihnachtszeit – und wie verbringst du Weihnachten gerne?

An der Weihnachtszeit liebe ich die Ruhe, die sich seit Urzeiten in unser Blut eingebrannt hat, und die wir auch heute noch – mehr oder weniger unbewusst – suchen. Das soll heißen, ich relaxe im Kreis meiner Familie und Freunde und versuche etwas zur Ruhe zu kommen.

Zum Schluss dazu – exklusiv für dich und deinen Literaturkalender – noch ein Gedicht:

Eingeschneite Bäume im Dunklen der Nacht,
düstre Winkel, durchs Licht von Kerzen ganz hell gemacht.
Das Knirschen von sanften Schritten im Schnee,
brechende Kristalle – gleich dem Klang einer seufzenden Fee.

Menschen am Feuer sich drängen so dicht,
Wärme sie suchen und auch das Licht.
In ihrem Blut singt noch heut‘ – ein altes Lied,
von weihnachtlich‘ Liebe und Frieden es schrieb.

12, 2010 Dave. T. Morgan

© Dave T. Morgan

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