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... in meiner ganz persönlichen Bücherwelt! Mein Schwerpunkt liegt bei deutschen Fantasy-Autoren, weil mich ihre Bücher begeistern und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten.

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Einträge in der Kategorie selbstverzapft

[selbstverzapft] Musik

Töne erklingen, werden zu einer Melodie,
die mich berührt und in mir klingt, irgendwie.
Sie umspielt sanft meine Seele, begleitet mich,
weckt Gefühle und Erinnerungen, verbindet sich.

Sie kann Schmerz und Traurigkeit bringen,
aus ihr kann aber auch Trost entspringen.
Oder Freude, positive Energie, Harmonie,
Lebenslust, Sehnsucht, Stärke, Melancholie.

Musik ist vielfältig und eine Art von Magie,
in der Welt klingt fast immer eine Melodie.
Bedrückt, hoffnungsvoll, zurückhaltend,
dramatisch, aufmunternd oder mitreißend.

Sie bewegt meine Seele, bringt sie zum Fliegen,
lässt mich summen und manchmal auch singen.
Emotionen und Erinnerungen, die sich verbinden,
Töne und magische Spuren, die in mein Herz finden.

© Marny Leifers

[selbstverzapft] Trauer

Dein Tod, ein Schock – und wir sind zurückgeblieben,
erstarrt. Hatten wir nicht letztens noch geschrieben?
So unwirklich, ich kann es nicht fassen,
und doch hast du diese Welt verlassen.

Die Trauer kommt, begleitet von vielen Tränen,
sie umgeben mich wie eine zweite Haut und lähmen.
Erinnerungen, die nun traurig machen und zeigen,
wie sehr du hier fehlst. Stille Trauer. Schweigen.

So wird es nicht immer bleiben. Ich glaube fest daran,
deine Stimme wieder in mir zu hören, irgendwann.
Wir denken an dich und werden über dich reden,
durch die Erinnerungen wirst du in uns weiterleben.

Und eines Tages folgen wir dir in die nächste Welt,
sehen fremde Sterne und ein anderes Himmelszelt.
Wer weiß, ob wir uns dort nicht irgendwo wiedersehen,
ich glaube daran und hoffe darauf, muss ich gestehen.

© Marny Leifers

candle

[Fantastischer Adventskalender 2015] Türchen 13

13

Hinter dem heutigen Türchen versteckt sich ein Text von mir, der zeitgleich auch im Qindie Adventskalender erscheint. Ich wurde (für mich völlig überraschend) nicht nur gefragt, sondern auch ein wenig geschubst – und hatte tolle Hilfe beim Überarbeiten. Es sollten die Wörter Stinkesocken, Eisbär, Fahrrad und Kartoffelsack drin vorkommen, das Kniffligste war für mich aber tatsächlich die vorgegebene Länge von 1.000 Wörtern, die ich trotz aller Kürzung noch etwas überschritten habe. ;) Und los geht es!
 

Große

„Große, wir sind weg! In der Küche steht etwas für dich. Hab einen schönen Tag!“
Die Wohnungstür fiel mit einem Rummms ins Schloss. Jette rieb sich verschlafen die Augen. Viel zu früh. Dabei war Wochenende, genaugenommen der dritte Advent. Bisher war das ihr Familien-Advents-Sonntag gewesen, der nun nicht mehr nötig schien, weil sie schon groß war. Schwachsinn … Ihren Eltern war der Kegelausflug einfach wichtiger.

Als sie das nächste Mal erwachte, stand sie missmutig auf. Auf dem Küchentisch lag ein Päckchen mit ihrem Namen darauf, das sie schmollend ignorierte. Regentropfen trommelten an die Fensterscheibe. Für gewöhnlich empfand sie dieses Wetter als gemütlich, heute jedoch nicht.
Jette holte Schneeherz, ihren abgegriffenen Plüsch-Eisbären, aus dem obersten Fach ihres Regals, setzte sich aufs Bett, vergrub ihre Nase in seinem kuschelig weichen Fell und sog tief seinen ganz besonderen Geruch ein. Bilder früherer Familien-Sonntage im Advent gingen ihr durch den Kopf, sie hatten gespielt, gebastelt, gesungen und einander vorgelesen.

„Bin ich wirklich zu alt dafür?“, wandte sie sich an den Eisbären. „Meine Eltern verstehen nicht, wie allein ich mich fühle, wie sehr mir die besondere Stimmung fehlt, in der wir diesen Tag immer verbracht haben.“
Schneeherz lächelte jetzt, als ob er sagen wollte: Du bist nicht allein, ich bin immer für dich da.
„Mein Fels in der Brandung.“ Jette küsste ihn und lächelte schief. „Am besten lasse ich mir etwas Wind um die Nase wehen und danach machen wir es uns gemütlich.“ Sie drückte Schneeherz noch einmal an sich, ehe sie ihn an seinen Platz zurücksetzte.

Jette schlüpfte in ihre Regensachen, holte das Fahrrad aus dem Keller, streckte der dunklen Wolkenfront die Zunge raus und radelte mit kräftigem Antritt Richtung Wald. Es regnete immer noch, aber sie genoss die kühle Luft, die Feuchtigkeit auf ihrer Haut und den Wind, der ihre Haare durcheinanderwirbelte. Im Forst roch es nach feuchter Erde, Harz, Tannen und Pilzen. Jette fuhr nun langsamer, der Weg wurde zusehends uneben und kurvenreicher. Die Stille tat ihr gut, sie lauschte den Geräuschen des Waldes, fühlte sich beschützt und als Teil eines großen Ganzen.

Auf einer kleinen Lichtung hielt sie an, um die Harmonie in Ruhe in sich aufzunehmen. Sie lehnte das Rad an eine Buche, auf deren Ästen sich ein Schwarm Krähen niedergelassen hatte, und schlenderte zwischen den Bäumen umher. Überall lagen Tannenzapfen. Einen besonders großen Zapfen hob sie auf und befreite ihn vom gröbsten Schmutz.
Über ihr erklang Gelächter. Jette stutzte und suchte die Bäume nach dem Inhaber der Stimme ab. Das Geräusch verstummte. Sie starrte aufwärts, aber da war niemand. Hatte sie sich die Stimme nur eingebildet?

„Na, wer rennt denn da so blind durch den Wald? Als die Intelligenz verteilt wurde, hast du wohl gefehlt.“
Jette zuckte zusammen. Jemand musste direkt vor ihr stehen, aber sie sah nichts. Nur einen Baum.
„Nur! Ein! Baum!“, schrillte die Stimme wutverzerrt.
„Wer bist du? Zeig dich!“
„Dann beweise mir, dass du zumindest weißt, vor welchem Baum wir hier stehen.“
„Das weiß jedes Kind. Eine Nordmanntanne.“
„Immerhin ein Anfang.“
Ein handtellergroßes Wesen erschien, blieb jedoch so durchscheinend, dass Jette es im ersten Moment kaum erkennen konnte. Aber schnell gewann es an Substanz, bis vor Jettes Gesicht schließlich ein zierliches Geschöpf mit tannengrünen Haaren schwebte. Braune Flügel am Rücken hielten das Wesen in der Luft. Sie schienen direkt aus einem Kleid aus feinsten Tannennadeln herauszuwachsen und glänzten wie Samt.

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„Bei allen Tannen. Man könnte meinen, du kommst aus dem Geisternebel oder wurdest von einem Schattengnom verflucht. Aber du bist nur ein Mensch, der keine Ahnung hat!“
Diese winzige Person war für ihre Größe ganz schön unverschämt. „Wer oder was bist du eigentlich, und wieso hältst du mich für dumm?“
„Moosgrütze! Dir muss man wirklich alles erklären. Zum einen sind Zapfen, die am Boden liegen, niemals Tannenzapfen. Niemals nicht! Die zerfallen nämlich gleich am Baum.“
Ups. Jette räusperte sich. „Und zum anderen?“
„Zum anderen bin ich eine Tannenfee.“
„Du bist was?“

Die Fee schüttelte stöhnend den Kopf. „Früher hatte jeder Baum ja seine eigene Fee, aber das ist lange her. Feen sind mit ihren Bäumen verbunden, achten auf sie und kümmern sich auch sonst um den Wald. Ach, was erzähle ich dir das überhaupt? Ihr jungen Menschen wisst nichts mehr über die Wesen der Wälder. Was haben euch eure Vorfahren eigentlich beigebracht? Nichts, wie mir scheint.“
„Pah!“ Jette drehte sich um, bereit zu gehen. „Du beleidigst meine Großmutter – sie hat den Naturgeistern sogar Opfergaben gebracht. Und im Gegensatz zu dir hatte sie den Anstand, sich anderen vorzustellen!“ Sie stapfte mit großen Schritten davon.
„He, Dummzapfen! Ich wollte deine Großmutter nicht beleidigen.“
Jette blieb stehen und wandte sich abwartend der Tannenfee zu.
„Ich bin Noraya. Wir halten unsere Namen für gewöhnlich geheim, Namen erleichtern es anderen Wesen, uns aufzuspüren. Dass ich ihn dir verrate, ist ein Geschenk. Erfüllst du mir dafür eine Bitte?“
„Was willst du?“ Jette blieb skeptisch.
„30 Schritte rechts liegt ein Kartoffelsack. Er gehört nicht hierher, genausowenig wie sein Inhalt. Nimm ihn mit.“

Jette erfüllte Norayas Bitte und machte sich Schritte zählend auf den Weg. Als sie bei 20 angekommen war, hörte sie ein leises, jämmerliches Schreien aus der Richtung, in die sie ging. Sie beeilte sich und tatsächlich fand sie den Sack gleich darauf. Sie versuchte ihn zu öffnen, aber er war so fest zugebunden, dass Jette den Knoten einfach nicht aufbekam, so sehr sie sich auch bemühte. Sie wusste sich nicht anders zu helfen, als den Sack zu ihrem Fahrrad zu tragen, ihn im Korb zu verstauen und schnellstens nach Hause zu radeln.
Dort angekommen, warf sie das Rad auf den Rasen und stürmte mit ihrer Fracht in die Küche, wo sie dem Knoten mit der Schere zu Leibe rückte.
Geschafft! Jette öffnete den Sack, blickte hinein und schrak zurück. Riesige, grüne Augen starrten ihr entgegen. Vorsichtig griff sie hinein und zog eine pechschwarze, verängstigte Katze hervor.

„Du arme Fellnase! Wer hat dir das denn angetan? Was gibt es nur für schreckliche Menschen. Ganz ruhig, jetzt bist du in Sicherheit. Alles wird gut, kleiner Panther. Da müssen wir der Tannenfee aber dankbar sein, dass sie deine Rettung so geschickt eingefädelt hat.“
Jette hielt der Katze vorsichtig einen Zeigefinger hin, den diese ebenso vorsichtig beschnupperte und dann ableckte. Das Eis war gebrochen. Schließlich servierte Jette dem Stubentiger ein üppiges Mahl aus den Resten im Kühlschrank.

Ob ihre Eltern erlauben würden, das Fellknäuel zu behalten? Nachdenklich brachte Jette ihr Fahrrad in den Keller. Als sie zurückkehrte, war die Katze verschwunden. Jette durchsuchte die ganze Wohnung, ehe sie ihren samtpfotigen Gast endlich in ihrem Zimmer entdeckte, im Wäschekorb zwischen dreckigen Pullovern und Stinkesocken.
„Uh, du hättest dir aber ein wohlriechenderes Plätzchen suchen können.“ Jette streichelte die schwarze Katze trotzdem und erntete ein lautes Schnurren, ein Geräusch, das sie glücklich machte. Fast noch mehr als die Liebe ihres Plüscheisbären, denn Jette hatte Schneeherz nicht vergessen.

Sie nahm ihn vom Regal, holte das Geschenk ihrer Eltern und setzte sich vor den Wäschekorb. Neugierig riss sie das Geschenkpapier auf und gab es der Katze zum Spielen. Im Päckchen befanden sich zwei Dinge: Eine lavendelfarbene Duftkerze und ein Büchlein mit Schneemärchen. Eine Träne lief ihr die Wange hinunter. Es war wohl an der Zeit, ihren Eltern zu vergeben. Freudestrahlend sah Jette zu Schneeherz, der so aussah, als ob er zu gerne ein Märchen hören würde. Also lehnte sie sich an ihren Kleiderschrank und nahm den Eisbären fest in den Arm. Die Katze sprang auf ihren Schoß und rollte sich dort zusammen. Und Jette begann zu lesen: „Es schneite seit Tagen und die Landschaft verwandelte sich immer mehr in eine Märchenwelt mit geheimnisvollen Wesen, als …“

© Marny Leifers

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[Fantastischer Adventskalender 2015] Türchen 05

5

Heute gibt es ein Gedicht von mir. Im Winter überkommt mich das ja irgendwie immer … Viel Freude damit! :)

Schneeflockenzauber

Gestresst bin ich auf dem Weg nach Hause,
nehme mir keine Zeit für eine Pause,
die eigenen Ansprüche stapeln sich,
und ich achte nicht auf mich.

Als etwas Kühles mein rechtes Auge trifft,
bin ich für einen Moment verblüfft,
ich blinzele und sehe nun ganz klar:
Es beginnt zu schneien, wie wunderbar!

Ich bleibe stehen und wende mein Gesicht nach oben,
schaue hinauf zum Himmel, nicht mehr auf den Boden.
Vor grauen Wolken, im schwindenden Licht,
berührt mich ein Zauber, der nicht zerbricht.

Eine Schneeflocke landet auf meiner Wange,
ein magischer Moment, wenn auch nicht lange.
Ich fühle ihre Kälte, höre sie wispern und raunen,
von alten Geschichten und eisigen Launen.

Als sie sich auflöst, vermisse ich ihre Anwesenheit,
doch da sind noch viele andere – zu allem bereit!
Sie werden mehr und mehr, schweben durch die Welt,
wachsen, lachen und tanzen, so wie es ihnen gefällt.

Feinste Kristalle, gewoben aus Schnee und Eis,
voller Träume und Magie, wie jeder weiß.
Die schönsten Blumen des Winters werden sie auch genannt,
von der Holle, Väterchen Frost oder auch Uller gesandt.

Sie verwandeln unsere Welt in ein Winterwunderland,
verbreiten Fröhlichkeit und nehmen uns an die Hand,
um zu zeigen, wie wunderbar und mystisch es hier ist.
Den Zauber der Schneeflocken – wie habe ich ihn vermisst!

© Marny Leifers

snow-black-and-white-landscape-forest

[fantastischer Adventskalender 2014] 23

Hinter dem heutigen Türchen versteckt sich etwas selbst verzapftes von mir. Um mich zu trauen, brauche ich ja oft einen festen zeitlichen Rahmen – und in diesem Fall war es das erste Qindie-Treffen in Hamburg. Kurzfristig entstand nämlich die Idee, dass eigene Texte zu bestimmten Vorgaben mitgebracht und vorgelesen werden könnten. Dummerweise hatte ich zu den Vorgaben gleich eine Idee … Und irgendwie hatte ich dabei völlig verdrängt, dass das Endprodukt ja auch vorgelesen werden sollte. Von mir. Vor Autoren. :rotwerd: Das kam dann später …

Die liebe Regina hat den Text netterweise sehr spontan lektoriert, ich weiß nicht, ob ich ihn sonst mitgenommen hätte. ;) Es gibt drei Wesen/Begriffe/Zitate aus Lieblingsbüchern von mir, die aber ein wesentlicher Teil dieses Textes sind und daher nicht so einfach ersetzt werden konnten. Da ich die Erlaubnis der betroffenen Autoren habe, kann ich den Text aber trotzdem hier veröffentlichen (die Quellen werden unter dem Text angegeben). Und jetzt kann ich mich wohl nicht länger drücken und es ist Zeit für den Text (die fett markierten Wörter waren die Vorgaben), viel Spaß damit!

fantastischer Adventskalender 2014

Tannengrün

Tannengrün! Das ist es!“
Schnell griff ich nach der tannengrünen Decke, die sich zwischen all dem Glitzer versteckt hatte. Sie lag nicht nur wunderbar weich in der Hand, sondern erinnerte mich auch an das, was ich mit dichten Wäldern verband. In der Farbe war etwas von dem Zauber, der geheimnisvollen und beruhigenden Stimmung eingefangen. Glücklich drückte ich die Decke an mich.
„Tannengrün …“ Meine Freundin Thea seufzte.
„Ich weiß, eigentlich wollte ich es mit neutraleren Farben versuchen. Aber die Decke ist einfach perfekt! Und außerdem …“
„Ja?“ Sie dehnte das Wort wie Kaugummi.
„Und außerdem zieht der kleine Baumgeist¹ vielleicht mit bei mir ein.“
„Der WAS?“
„Der kleine Baumgeist. Direkt vor deiner Nase.“

„Ach Marny. Da ist doch nix! Musst du schon wieder rumspinnen? “
Als wir weitergingen, zog Thea einen Kugelschreiber und ein Notizbuch aus der Tasche, kritzelte eine Tabelle hinein und füllte die erste Zeile.
„Spinnerei Nummer 1“, murmelte sie, während sie schrieb.
„Du spinnst doch selbst“, entgegnete ich.
„Hä?“
„Meinst du, das Führen solcher Aufstellungen ist normal?“ Ich zwinkerte ihr zu.
„Hmpf. Also unentschieden?“
„Aye.“

Wir gingen zur nächsten Abteilung. Thea suchte für ihr frisch renoviertes Gästezimmer nach einer Gardine. Das war der eigentliche Grund für unseren Besuch im Möbelhaus.
„Schau mal, Thea, wie findest du denn diese hier?“
„Ich suche etwas für das Gästezimmer, nicht für’s Bad.“
„Wieso Bad?“, fragte ich verwirrt.
„Na … Guck doch mal: Seesterne und Wellen. Ganz eindeutig Bad!“
„Wenn du das Meer ins Bad sperren willst …“
Thea unterbrach mich. „Schau mal! Die ist doch toll!“
„Die ist irgendwie …“ Ich zögerte.
„Ja?“
„Also, etwas langw… äh klassisch!“, rettete ich mich.
„Eben, klassisch! Genau mein Stil!“
„Okay. Ich geh dann schon mal in die Lampenabteilung …“ Besser ich hielt die Klappe.

Lampenabteilung also. Warum auch nicht. Hauptsache ich bekam eine kleine Pause von Theas Stilempfinden. Ich mochte Thea, wirklich, aber manchmal waren wir einfach zu verschieden – auch in Geschmacksfragen. Während ich tief durchatmete und an Frostriesen, Schneefeen und Kältekobolde dachte, schlenderte ich umher.
Eine Stehlampe zog mich magisch an. Sie erstrahlte in blauem Licht und war über und über mit schimmernden Eiskristallen verziert. Ich sah nordische, schneebedeckte Landschaften vor mir und atmete die klare Luft. Einfach wunderschön, genau wie die Lampe, klar und gleichzeitig verträumt. Womöglich war sie nur als Winterlampe gedacht, aber da ich den Winter liebte … Warum nicht?

„Wie kitschig!“, bemerkte Thea, als sie zu mir trat.
„Findest du?
„Schon.“
“Sie kommt trotzdem mit.“
„Und warum mal wieder so ein besonderes Stück?“
Bei den Geistern des Nordens!² Weil es mir gefällt. Darum.“
„Du immer mit deinem Norden … Und von diesen Geistern habe ich weder etwas gehört noch etwas gelesen.“
„Das könntest du ändern, ich hätte da einen Tipp.“
„Lass’ mich einfach mit deinen Geschichten in Ruhe!“ Sie ließ mich stehen und stapfte Richtung Kasse.
Verborgen bleibt, was der Mensch nicht sehen will …³“, rief ich ihr hinterher. Dann lenkte ich den Blick zu meiner Schulter. „Bereit?“, fragte ich. Der kleine Baumgeist nickte und lächelte mir zu.

© Marny Leifers

¹ Wesen aus der Weltennebel-Trilogie von Aileen P. Roberts
² Zitat aus „Nimmerherz. Roter Schnee wird fallen“ von Erik Kellen
³ Zitat aus „Das magische Portal (Weltennebel 1)“ von Aileen P. Roberts

[fantastischer Adventskalender 2013] 24

Hinter dem heutigen Türchen steckt ein kleines Gedicht von mir. Es ist eher untypisch, aber bei diesen doch eher frühlingshaften Temperaturen klappt es mit dem Schreiben über Frostriesen und Schneekristallfeen nicht so richtig. Dafür ist es eher nachdenklich geraten – und zeigt auch ein wenig, womit ich mich gerade gedanklich beschäftige:

Nachdenklicher Winter

Der Winter bietet viele verschiedene Facetten und Stimmungen an,
die vielleicht nur nicht jeder von uns sehen oder schätzen kann.
Nasskalt und windig, ungemütlich, rutschig, eisig und chaotisch,
aber auch kristallklar, schneereich, still, bezaubernd und magisch.

Möglicherweise schätzen nur Winterherzen die besonderen Momente,
die uns der Winter so reichlich schenkt, den Zauber und das Ambiente.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass immer weniger auch mal inne halten,
sondern ihr Leben mit immer mehr Aufgaben füllen und stressiger gestalten.

Der Winter ist die perfekte Zeit, um darüber und über sich nachzudenken,
weil man sich da wie die Natur zurückziehen kann – und in sich versenken.
Und doch ist da Leben, Veränderung, Magie und Freude,
habt ein wundervolles Weihnachtsfest – auch schon heute!

© Marny Leifers

Rabe-Schale-Engel

Ihr Lieben, habt wunderbare Feiertage, passt auf euch auf und genießt die Zeit! :)

Krähenforst

Die sechste Schreibaufgabe im Adventskalender der 42er-Autoren. Und ich weiß jetzt, was Schachtelsätze sind…

Verschachteln erwünscht:

Bitte schreiben Sie eine Geschichte aus nur drei Sätzen. Jeder Satz muss aus genau 42 Wörtern bestehen.
Bewertet wird neben dem Inhalt inbesondere, wie wenig „erzwungen“ sich die drei (Schachtel-)sätze zu einem harmonischen Text zusammenfügen. Also, Sätze mit Füllwörtern aufzubauschen, bringt hier wenig Punkte ;-)

Alexa ging, in ihre Jacke und ihren moosgrünen Lieblingsschal, der sie an die Augenfarbe ihres Liebsten erinnerte, gemummelt, in den Teil des Waldes, den sie Krähenforst nannte, und genoss die frische Luft und die fallenden Schneeflocken, die im Sonnenlicht wie Kristalle funkelten. Sie sammelte gut erhaltene Tannenzapfen, die am Wegesrand auf Alexa zu warten schienen, und zarte silberweiße Schneesteintropfen, welche ein Geschenk der Schneefeen an aufmerksame Wanderer waren, während die Windgeister, die sie in der Natur stets begleiteten, an ihren Haaren zupften und zerrten. „Kroak“ erklang es, vielstimmig und voller Emotionen, ein Schwarm Krähen flog über sie hinweg, im Rausch der Geschwindigkeit und des Lebens, jedoch kehrte ein Rabenvogel, Munin, mit einem lautstarken „Krah“ zu Alexa zurück, was dieser ein strahlendes Lächeln auf die Lippen zauberte.

© Marny Leifers

Aylinn

Die fünfte Schreibaufgabe im Adventskalender der 42er-Autoren. Hm, mich überzeugt mein Text ja noch immer nicht so (da fehlt mir einfach etwas), aber… er ist halt da.

Adjektive verboten:

Bitte schreiben Sie eine Winter-, Advents- oder Weihnachtsgeschichte von max. 242 Wörtern, in der keine Adjektive vorkommen. Ob die Geschichte vergnüglich, traurig, romantisch, kitschig … ist, ob mit oder ohne Dialog, bleibt Ihnen überlassen, aber bewertet wird hier in erster Linie die von Ihnen erzeugte Stimmung/Atmosphäre des Textes. Also ein „neutraler“ handlungsgefüllter Text mit lediglich einem überraschenden, lustigen, dramatischen oder knalligen Ende wäre hier nicht die erste Wahl :-)

Aylinn lag auf ihrer Decke und tat das, was Katzen am liebsten tun: Schlummern. Auch wenn sie selbst es lieber Meditieren nannte. Allerdings erklangen aus ihrer Schnauze gerade Geräusche, die so gar nicht dazu passen wollten.

Plötzlich wurde Aylinn durch ein Scheppern und Klirren aufgeschreckt. Was für ein Krach! Sie streckte sich und folgte dann dem Schimpfen von May – der Menschenfrau, deren Leben sie mit ihrer Anwesenheit beehrte. Diese stand in der Küche, auf einem Bein hüpfend und von Nebelpulver umhüllt. Aylinn legte ihr Köpfchen schief und überlegte, warum dort so ein Chaos herrschte. Auf dem Tisch standen eine Kerze und eine Elchfigur. Passend zur Jahreszeit. Und da lag ein Buch, wie immer. Aber auch viele Zettel und ein ganzer Haufen Backzutaten. Dazwischen noch diese Metalldinger, die dieselbe Form wie die Winterkekse hatten. Da hat wohl etwas bei der Zubereitung nicht so geklappt, wie es sollte. Warum May jedoch auf das Radio und dieses „Last Christmas“ schimpfte, was auch immer das sein sollte, war ihr unverständlich.

Aylinn beschloss, ihre Ausstrahlung einzusetzen und für etwas Ruhe zu sorgen. Sie stolzierte auf May zu und ließ ein „Mi-aaau“ erklingen, um ihr anschließend um die Beine zu streichen. Natürlich klappte Aylinns Taktik, sie wurde gestreichelt und mit einem Leckerchen verwöhnt. Die Erziehung ihrer Menschenfrau war ihr wirklich gelungen! Aber was würde diese auch ohne sie tun? Sie wäre ja so hilflos wie ein Eiskristall in der Frühlingssonne…

© Marny Leifers

Sophie und der Wintergeist

Und weiter geht es mit der vierten Schreibaufgabe im Adventskalender der 42er-Autoren

Perspektive relouded:

Bitte schreiben Sie eine Advents- oder Weihnachtsszene, in der mehrere Figuren vorkommen in personaler Perspektive einer dieser Figuren (kein Ich-Erzähler). Die Szene darf maximal 242 Wörter haben, gerne auch weniger. Anschließend schreiben Sie die gleiche Szene aus der Perspektive einer der anderen Figuren dieser Szene. Ob deren Wahrnehmung ganz oder teilweise ähnlich oder verschieden von der ersten Perspektive ist, bleibt Ihnen überlassen.

Irgendwann konnte Sophie das auf dem Couchtisch herrschende Chaos nicht mehr übersehen. Dort stapelten sich nicht nur Notizblöcke, Stifte und Bücher, sondern auch bereits gekaufte Weihnachtsgeschenke. Sie musste über sich selbst lachen und fing sich damit einen vorwurfsvollen Blick ihrer Katze Maggie ein.

Es war der 2. Advent und so langsam machte sich etwas Weihnachtsstimmung bemerkbar. Da gab es Elche und Kristallherzen, Schneemänner und Duftkerzen. Sophie setzte sich auf ihr Sofa, kuschelte sich in die moosgrüne Decke und schielte nach der Uhrzeit. Es war noch etwas Zeit, bis Linya der Wintergeist kommen wollte, um ihr beim Einpacken der Geschenke Gesellschaft zu leisten. Ob wohl alle Wintergeister deren Faszination für raschelndes Papier und knisternde Bänder teilten?

Nachdenklich griff Sophie zu ihrem Buch und versank darin. Zumindest so lange, bis sie ein winziger Schneeball an der Nase traf und Linyas eisklirrendes Lachen erklang. Sie freute sich immer über die Anwesenheit des Wintergeistes, der neben kühlen Temperaturen auch diese besondere Faszination ausstrahlte, die Sophie mit dem Winter verband. Diese Klarheit und Helligkeit, das Kühle und Märchenhafte.

„Bin ich zu spät?“, fragte der Wintergeist ganz aufgeregt und schwebte zum Tisch. „Du hast doch nicht etwa schon ohne mich angefangen?!“
Sophie musste grinsen und wies auf den Tisch. „Sieht dieses Chaos etwa danach aus? Natürlich habe ich auf dich gewartet! Schau, da liegt sogar ein Stück eisblaues, knisterndes, glänzendes, raschelndes Papier extra für dich!“

–––

Linya hatte voller Vorfreude auf diesen Tag, diese Stunde gewartet! Schon bald konnte sie wieder ihrer Vorliebe für raschelndes Papier nachgehen. Sie wusste nicht, warum sie davon so fasziniert war. Sie wusste nur, dass die anderen Wintergeister dies nicht verstehen konnten und deshalb ihre Gesellschaft mieden. Aber dafür hatte sie mit ihrem Winterkind Sophie Glück gehabt, denn diese hing mit der gleichen kindlichen Begeisterung auch als Erwachsene am Winter und ermöglichte ihr so ein langes Leben als Wintergeist.

Linya gelangte über den Kamin ins Haus und erwischte Sophie beim Lesen, wieder einmal. Das musste etwas wundervolles sein, immer wieder – denn ihre Augen strahlten und sie sah glücklich aus. Entspannt. Versunken und Welten entfernt. Der Wintergeist kannte diesen Zustand bereits und wusste daher, dass er sich mit einem Geräusch bemerkbar machen musste. Linya schwebte also zu einer Gießkanne mit Wasser auf der Fensterbank und ließ die Flüssigkeit so schnell zu Eis werden, dass es laut knackte und knisterte. Erwartungsvoll sah sie zu Sophie, die… immer noch las! Nun wurde der Wintergeist unruhig und machte sich Sorgen, dass sein Winterkind ihn ganz vergessen haben könnte. Eilig ließ er einen Schneeball in seiner Hand erscheinen und warf ihn Sophie gegen die Nase! Als diese daraufhin aufblickte, lachte Linya erleichtert und eisklirrend auf.

„Bin ich zu spät?“, fragte der Wintergeist ganz aufgeregt und schwebte zum Tisch. „Du hast doch nicht etwa schon ohne mich angefangen?!“
Sophie grinste und wies auf den Tisch. „Sieht dieses Chaos etwa danach aus? Natürlich habe ich auf dich gewartet! Schau, da liegt sogar ein Stück eisblaues, knisterndes, glänzendes, raschelndes Papier extra für dich!“

© Marny Leifers

Meller und die Bestseller

Und weiter geht es mit der dritten Schreibaufgabe im Adventskalender der 42er-Autoren

Wir dichten um:

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

(Volksgut aus Bayern)

Es bleibt Ihnen überlassen, wie viele Strohphen (maximal wie das Original drei) Sie umdichten. Auf jeden Fall müssen in dem eingereichten Text alle folgenden Worte vorkommen: Roman, Forum, Bestseller, facebook, download, 42 (als Wort oder Ordnungs-/Zahl).
Bewertet werden neben Inhalt die Ähnlichkeiten im Versmaß, Rhythmus usw.

Mein Beitrag dazu:

Was ist denn ein Bestseller,
fragt sich heute die Meller.
Sie hörte davon in einem Forum,
und sah sich einmal in Ruhe um.
Im Zipfel, im Zapfel, im Kipfel,
im Kapfel, im Internet-Apfel.

Als erstes fand Meller heraus,
es gibt viele davon, oh Graus!
Sie las von Romanen und Qualen,
von Downloads und Verkaufszahlen.
Im Zipfel, im Zapfel,
im Kipfel, im Kapfel,
im Google-Apfel!

So ein Bestseller muss sich oft verkaufen,
mehr als 42 mal über den Tresen laufen.
Von vielen Leuten wird er so benannt,
weit mehr als 42 Lesern ist er bekannt!
Im Zipfel, im Zapfel,
im Kipfel, im Kapfel,
im Facebook-Apfel.

© Marny Leifers

SERAPH - Literaturpreis der Phantastischen Akademie

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