Archiv für die Kategorie „Meine Lesewelt“
Warum ausgerechnet Elfen?
Das werde ich immer mal wieder gefragt, weil meine Vorliebe für Elfen wohl recht auffällig ist. Dabei lese ich doch auch Bücher, in denen sie gar nicht vorkommen.
Wie auch immer, sie begleiten mich schon eine sehr lange Zeit. Ich kann gar nicht genau sagen, seit wann – irgendwie waren Elfen schon immer in meiner Nähe. In unterschiedlichen Formen und auf unterschiedliche Arten, aber stets da. Wie ein roter Faden, der sich durch mein Leben zieht und für mich ein fester Bestandteil ist.
Mit den kleinen blumenumschwirrenden Wesen kann ich dabei aber weniger anfangen, für mich waren sie immer groß. Und ob sie nun Elfen, Elben, Feen oder wieder ganz anders heißen, sie faszinieren mich. Ich kann mich auch für ihre unterschiedliche Darstellung in der Mythologie begeistern, darin kann ich total versinken. Mythen sind für mich sowieso eine spannende Sache, und drei Themen ganz besonders: Elfen, Meerwesen und die nordische Mythologie.
Da es so unterschiedliche Aspekte und Erscheinungsformen gibt, kann ich natürlich auch nicht alle Elfen mögen. In Büchern ist das ganz genauso. Mit den überheblichen, perfekten, glatten Vertretern kann ich meist nichts anfangen. Sie dürfen kühl sein, aber sie müssen mir nahe stehen. Mit Figuren, die weit weg sind, habe ich es so gar nicht. “Meine” Elfen haben auch oft einen tragischen Hintergrund – und wenn melancholisch geguckt wird, bin ich prinzipiell gefährdet. Das galt früher auch für Bogenschützen, aber irgendwie bin ich seit einiger Zeit auf Schwertfuchtler umgeschwenkt. Hm, da habe ich wohl die “falschen” Bücher gelesen.
Ich mag die Weisheit, die starke Verbindung zur Natur, die Wertschätzung der schönen Künste, die Magie und das Mystische. Die Ziele, die man sich in einem so langen Leben setzen kann. Die Beharrlichkeit und Weitsicht. Aber auch die Ecken und Kanten, die Emotionen, Fehler, Werte und Träume. Heldenmut, aber keine perfekten Helden. Es gibt noch sehr viel mehr Aspekte, aber das sind einfach diejenigen, die mich ansprechen. Und so manche Figur hat einige davon. Andere mögen das als langweilig empfinden, aber ich gehe da völlig drin auf. Daher werden hier auch immer wieder Elfen auftauchen.
Ich & das elektronische Lesen…
Früher habe ich mir ja nie vorstellen können, auch elektronisch zu lesen. Das klang alles so technisch und nüchtern. Kein Papiergefühl. Dafür womöglich ein Lesegefühl wie am PC? Als mir eine Freundin ihren Reader gezeigt hat, konnte ich schon mal feststellen, das letzteres nicht stimmte. Das fühlte sich gar nicht nach PC-Lesen an, ein wirklich schönes Schriftbild, was sich gut lesen ließ. Und man konnte die Größe ganz individuell anpassen, unter anderem. So ist meine abwehrende Haltung gegen einen Reader nach und nach verschwunden und irgendwann habe ich mich ein wenig umgeschaut.
Bei mir ist es dann ein Kobo Touch geworden. Ich wollte einen unabhängigen Reader, der mich auch vom Design her anspricht. Also nichts in schwarz.
Diesen gab es sogar mit farbiger Rückseite (meiner ist vorne weiß und hinten lila). Und er hat unter 100 € gekostet. Und kam aus Kanada, was mir doch irgendwie sympathisch war. Mit den technischen Details habe ich mich nicht besonders ausgiebig beschäftigt, mir waren eigentlich nur drei Dinge wichtig: anpassbare Schriftgröße, veränderbare Schriftart und die Zitat-Funktion.
Ich habe mich dann viel schneller an das elektronische Lesen gewöhnt, als ich erwartet hatte. Mit dem Touchscreen musste ich erst etwas warm werden, weil das total ungewohnt für mich war – aber doch schnell geklappt hat. Beim Zitate-sammeln konnte ich das ja auch prima üben. Mit so einem Reader kann man viel flexibler lesen, nicht nur wegen der großen Auswahl auf so einem kleinen Gerät. Man kann es einhändig bedienen (meine Rettung, als ich im Sommer eine Entzündung im Handgelenk hatte) und auch sitzend lesen, ohne dass einem bei schweren Büchern bald die Hand “abfällt”. Das Lesen fühlt sich nicht “anders” an, weil ich dabei ja mit dem Kopf in der Geschichte bin und nicht auf das Papierbuch oder den Reader schaue.
Beide Arten des Lesens haben für mich Vor- und Nachteile. Das Papierbuch ist gerade unterwegs unpraktischer – nicht nur wegen dem Gewicht und der Größe, es ist auch unhandlicher. Mit dem Reader kann ich auch stehend in Zug oder Bus lesen, was mit einem Buch ja immer ein ziemlich gefährliches Unterfangen ist. Der größte Nachteil eines Readers ist für mich persönlich ja immer noch, dass man sich die Bücher eben nicht signieren lassen kann.
Außerdem bevorzuge ich bei vielen Zitaten das Papierbuch, weil das im Reader schnell unübersichtlich und aufwändig beim “Abarbeiten” wird.
Ich liebe meine Papierbücher im Regal, aber ich muss nicht mehr jedes Buch dort hinein stellen. Lieblingsautorenbücher gehören da natürlich ganz unbedingt hin, und auch meine deutschen Fantasybücher hätte ich – soweit vorhanden – gern als “normales” Buch. Bei anderen Titeln frage ich mich allerdings immer öfter, ob ich das überhaupt in Papierform brauche. Vielleicht ist es hier ja auch irgendwann ein wenig verbreiteter, beides zusammen zu verkaufen. Ich fände es nämlich wirklich praktisch, bei manchen Titeln das eBook zu lesen und das Papierbuch ins Regal zu stellen.
Ich lese also auf beide Arten gern. Was ich auch weiterhin machen werde, denn ich muss mich ja nicht zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden.
Allerdings bin ich erstaunt, was für Äußerungen man im Netz zum elektronischen Lesen so findet. Beispielsweise, dass es kein “richtiges” Lesen wäre. Bei mir ist es ja so, dass ich nach den ersten Wörtern oder Seiten gar nicht mitbekomme, ob da jetzt ein Papierbuch oder ein Reader vor mir liegt. Ich bin dann mit dem Kopf in der Geschichte, sehe und spüre die Dinge, die dort beschrieben werden. Mal mehr, mal weniger. Das wunderbare an Büchern ist doch auch, dass die eigene Phantasie einem ganz individuelle Dinge zeigt. Finde ich…
Meine Buchkatzen haben sich übrigens auch ganz schnell an den Reader gewöhnt, wie man hier an der Shelly-Katze sieht:
Auf mehrfachen Wunsch: Ein Blick in ein weiteres Regal!
Hier häufen sich leicht besorgt-verwunderte Anfragen, wo denn meine Bücher von Bernhard Hennen sind. Oder auch, ich zitiere:
Wo ist denn dein Hennen-Schrein?
Uuups, wie konnte das denn passieren?
Jedenfalls gibt es da keinen Grund zur Sorge, die bewohnen immer noch mein Bücherregal im Schlafzimmer. In der neuen Wohnung steht das nun sogar gegenüber von meinem Bett – eine schöne Aussicht.
Und die sieht so aus:
Das wäre der “obere” Bereich mit den Büchern von Bernhard, nur die Gezeitenwelt und die beiden Anthologien stehen “drüben” in der Stube. Weil ich die Serie gern zusammen stehen haben wollte, und meine Anthologien auch. Bei der Gelegenheit beantworte ich dann gleich drei Fragen, die mir irgendwie ziemlich oft gestellt werden… Das passt gerade so schön. Also hier die Top 3 der Bernhard-Hennen-Fragen:
Hast du alle Bücher von Bernhard Hennen?
Nein! Alle Fantasybücher schon, aber bei den historischen Romanen nur “Könige der ersten Nacht” – zum Ausprobieren.
Gibt es überhaupt noch Bücher von ihm, die Du nicht gelesen hast?
Von denen, die ich besitze, sind tatsächlich die beiden Anthologien und zwei Romane (”Das Jahr des Greifen” und “Könige der ersten Nacht”) noch nicht gelesen. Wobei… eigentlich sogar drei Romane, denn ich habe die schöne Hardcover-Ausgabe von “Die Elfen” noch nicht gelesen. Die beiden Kurzgeschichten natürlich schon, ich bin ja neugierig.
Hast Du überhaupt noch Bücher zum Signieren?
Ja, für ein paar Lesungen reicht es schon noch…
Und nun zurück zum Regal, im “unteren” Bereich…
… finden sich nämlich meine Mythen- und Märchenbücher. Die illustrierten Ausgaben mag ich sehr, ich habe aber auch ein paar Spezialthemen. Neben Elfen, Feen und Meerwesen wäre das die keltische und nordische Mythologie.
Und ganz oben auf dem Regal finden sich auch noch Elfen:
Umzugsbilder von meiner (erweiterten) Bücherregalwand…
Ich habe ja immer noch nicht alle Umzugskisten ausgepackt, aber die Regal füllen sich mehr und mehr. Und da ich die letzten Tage so fleißig war, habe ich gleich mal ein paar Bilder gemacht. Der momentane Zwischenstand! In meinem “alten” Regal steht jetzt fast nur noch Fantasy, nur in der untersten Reihe finden sich meine Bildbände und Heidentumbücher.
Dann hätten wir noch den “Anbau”, mein neues Regal. 
Ebenfalls thematisch sortiert: Skandinavische und kanadische Literatur, Meerbücher, Indianer, historische Romane, Katzenbücher und ganz unten ist noch Platz für den “Rest”.
Mal sehen, wie sich das noch weiter entwickelt…
Regale im September…
Ein neuer Monat, ein neuer Blick in meine Regale!
Wie man an den quer liegenden Büchern sieht, wird es schon wieder eng. Zumindest bei der deutschen Fantasy. Hatte ich nicht erst rumgeräumt? Ohje…
Im “anderen” Regal (das im Schlafzimmer) hat sich nichts getan, nächsten Monat wird sich das natürlich ändern.
Wie konnte das nur passieren… Ich & Lesungen
Diesen Beitrag verdankt ihr einer kleinen und recht spontanen Aktion bei Facebook – die Seite zu meinem Blog gefiel bereits 92 Personen, und wenn die 100 geknackt wird wollte ich etwas zu einem Wunsch-Beitrag schreiben. Überraschenderweise war das schon zwei Tage später soweit! Von meinen vier Vorschlägen hatte “Ich & Lesungen” die meisten Stimmen bekommen, mal überlegen wie es soweit kommen konnte…
Lesungen. Eine tolle Sache, aber eben nur für andere – ich mit meiner Schüchternheit wäre da sicherlich fehl am Platz. So dachte ich lange Zeit darüber. Bevor ich anfing Fantasy zu lesen, war das auch gar nicht so schlimm – aber danach… Irgendwie ist alles intensiver geworden. Das Lesen, die Figuren, das Kopfkino, die Neugier auf Lesungen und den Autor hinter der Geschichte.
Als ich von einer Fantasy-Nacht im Planetarium Hamburg erfahren habe, war meine Neugier zu groß, um es nicht einfach mal zu versuchen. Bei dem Programm auch kein Wunder: Christoph Marzi (der Hauptgrund, damals schon ein Lieblingsautor von mir) und Markus Heitz. Moderiert wurde der Abend übrigens von Tom Finn, der einen ziemlichen Eindruck bei mir hinterlassen hatte (und dessen Humor viel mehr “meiner” war als der von Markus Heitz). So hat es also am 21. April 2007 angefangen, das genaue Datum verdanke ich meinem dort signierten Buch.
Es war ein sehr schöner Abend und auch die Aufregung hatte sich in Grenzen gehalten, die war nur kurz vorm Signieren etwas größer. Und doch ahnte ich damals nicht, was sich daraus noch entwickeln würde.
Im gleichen Jahr war ich das erste mal auf der Frankfurter Buchmesse – und völlig geplättet von den Massen. Und trotz meines schwächelnden Kreislaufes (ich hätte einfach mehr trinken sollen) hatte ich es auf die Malfuria-Lesung von Christoph Marzi geschafft. Dort war es sehr wuselig und voll, den Eindruck musste ich allerdings spätestens zwei Jahre später bei der Lesung von Kai Meyer revidieren.
2008 gab es dann tatsächlich eine Lesung hier in der Nähe, die Fantasynacht in Braunschweig mit Christoph Hardebusch und Bernhard Hennen! Und es war das erste mal, dass ich eine Lesung auch dazu genutzt habe, um mir einen Eindruck zu einem Buch zu verschaffen, bei dem ich mir unsicher war. Außerdem war die Aufregung diesmal größer als bisher, was ich mir gar nicht so genau erklären kann.
Spätestens 2009 hatte mich der Lesungs-Virus dann voll erwischt! Ich war (und bin) immer noch schüchtern und vor manchen Lesungen phasenweise recht aufgeregt, aber es macht mir eben auch unheimlich viel Spaß. Ich habe mich sogar allein auf die Fantasydays getraut, was mir anfangs wirklich schwer fiel – es gab sogar eine Situation, wo ich fast gekniffen hätte. Aber auch nur fast. 
Mittlerweile war ich auf so einigen tollen Lesungen, und meine Begeisterung dafür lässt nicht nach. Weder für das Entdecken neuer Autoren noch für das Besuchen von Lesungen mir bereits bekannter Autoren (auch wenn ich mir manchmal einreden lasse, dass dies vielleicht ein wenig nervig sein könnte). Dadurch entdecke ich übrigens auch immer noch neue Veranstaltungen, wer weiß wohin es mich da noch zieht…
Literarische Urlaubsgeister…
Urlaubszeit, Lesezeit. Während die ersten ihren Sommerurlaub schon hinter sich haben, muss ich noch ein wenig warten. Dafür denke ich an vergangene Urlaubsreisen – und meine literarischen Begleiter.
Als erstes fallen mir da die Sturmwelten von Christoph Hardebusch ein, das passt einfach auch perfekt zu einem Urlaub am Meer! Genauso wie “Das Weltennetz” und “Die Purpurinseln” von Tom Finn, die zur Gezeitenwelt-Saga von Magus Magellan gehören (dabei fällt mir mal wieder ein, dass ich schon ewig vorhabe, mich mal an einem Beitrag zu der Reihe zu versuchen).
Ich habe mit Die Gefährten von Tolkien gerungen und unter anderem über einen jammernden Legolas gegrummelt. Meine Angst vor den Seelentrinkern in Die Seele der Elben von Susanne Gerdom besiegt und in meiner ersten Leserunde mit ihr viel weniger Blut als befürchtet zu lesen bekommen. Mich aber auch so von Der Turm der Raben von Kate Forsyth verzaubern lassen, dass ich völlig die Zeit vergessen habe und erst aufschreckte, als ein kleiner Junge lautstark seine Mutti gefragt hat, was ich da denn tun würde. Von dem Sonnenbrand hatte ich noch länger etwas…
Das eine Mal, wo das Wetter nicht so ganz mitgespielt hat (es war ziemlich frisch und sehr stürmisch), hatte ich trotzdem eine tolle Lesezeit. Zwar nicht am Strand, dort war es selbst mir zum Sitzen oder Liegen zu kühl, aber in meiner gemütlichen kleinen Ferienwohnung. Bis auf die Windgeister war es sehr ruhig und ich habe Nebenan von Bernhard Hennen in etwas über einem Tag verschlungen. Sowas passiert mir sonst nie… Auch nicht im Urlaub, weil ich da normalerweise viel am Strand spazieren gehe und mir die Umgebung genauer anschaue. Muscheln sammle, die Weite genieße und loslasse…
Wie sieht das bei euch aus – welche literarischen Urlaubsgeister tragt ihr mit euch herum?















